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Blade Inductrix FPV im Test: Renn-Drohne für den Garten

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Der Blade Inductrix FPV von Horizon-Hobby ist ein waschechter Mini-Racer für Wohnzimmer und Garten. Wir haben uns das RC-Modell mit Kamera angesehen und erklären, worin der Unterschied zu Video-Drohnen liegt.

Neben dem kleinen, quietsch-gelben Quadcopter gehören eine 2,4-GHz-Fernsteuerung, ein Akku samt USB-Ladegerät und ein Monitor inklusive Halterung und Antenne zum Lieferumfang des RTF-Paketes (Ready to Fly = Alles zum Fliegen ist enthalten).

Das Design des weiß-gelben Quadcopters unterscheidet sich kaum von den zahlreichen, sehr günstigen Spielzeug-Multicoptern aus China. Die Bürstenmotoren und die vormontierten Propeller sind vom Rahmen umschlossen und entsprechend gut geschützt. Anfänger brauchen keine Angst haben, das Modell ist extrem stabil. Ersatzpropeller liegen allerdings keine bei. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte diese gleich mitbestellen.

Die Ausstattung des RTF-Paketes ist ordentlich. Ersatzpropeller fehlen allerdings.

Die Fernsteuerung erinnert mehr an einen Playstation-Controller (Vergleichstest: USB-Gamepads) als an die klobigen Sender von RC-Modellen. Der kleine 4,3-Zoll-Monitor sitzt dank beigepackter Halterung direkt auf der Fernsteuerung und ist so immer direkt im Blickfeld des Piloten.

Das mitgelieferte Ladegerät für einzellige Lipo-Akkus wird per USB mit Strom versorgt. Ein Netzteil ist nicht dabei.

Der Inductrix FPV hat zwar Kamera und Videosender integriert, diese sind allerdings nicht zur Aufnahme von Fotos und Videos gedacht. Sie liefern lediglich ein Live-Bild. Die Abkürzung FPV im Namen steht für First Person View, das bedeutet, der Pilot sieht die Welt aus der Sicht der Drohne. Dazu empfängt der im Monitor integierte 5,8-GHz-Empfänger das Videosignal der Kamera. Es stehen theoretisch 40 verschiedene Frequenzen zur Auswahl, in der Praxis können davon aber maximal sechs bis acht gleichzeitig genutzt werden – für spaßige „Multiplayer-Rennen“ ist das ausreichend.

Die Bildqualität ist zweitrangig. Wichtiger ist die verzögerungsfreie Übertragung.

Der Inductrix FPV besteht aus einem flexiblen, aber sehr stabilen Kunststoffrahmen, einer Flight-Controller-Platine mit integriertem Empfänger für die Fernsteuerungsmotoren und vier Bürstenmotoren mit 6 mm Durchmesser.

Der mitgelieferte 3,7-Volt-Akku ist eine Lithiumzelle und hat eine Kapazität von 200 mAh. Die Flugzeit liegt, je nach Flugstil, bei etwa vier bis fünf Minuten. Das Laden mit dem mitgelieferten USB-Ladegerät dauert zwischen 20 und 25 Minuten.

Zwar hat auch der Inductrix FPV eine Lageerkennung, auf Luxus wie einen Höhenmesser, ein optisches Positionierungssystem wie bei der DJI Tello (Testbericht) oder gar GPS muss der Pilot aber verzichten. Das bedeutet, dass der Quadcopter lediglich seine Fluglage automatisch stabilisiert: Lässt man die Steuerung los, stellt er sich gerade in die Luft. Bei Wind bleibt er deswegen nicht wie angewurzelt in der Luft stehen, sondern treibt ab; auch abbremsen muss man selbst. Außerdem muss der Pilot die Kraft der Motoren dosieren, um die Höhe zu halten. Das alles erfordert Übung – vollkommen unerfahrene Piloten sollten besser eine gewisse Frustationstoleranz mitbringen. Aber nach ein paar Akkus klappen die ersten Runden.

Geübte Piloten können die Stabilisierung komplett abschalten. Der Copter fliegt dann deutlich agiler und ist theoretisch kunstflugtauglich, in der Praxis fehlt ihm für extreme Manöver aber die Kraft. Überschläge sind aber drin, für Loopings braucht er eine gewisse Höhe.

Auf Wunsch wechselt die Steuerung zwischen Low-Rate und High-Rate. Im Low-Rate-Modus reagiert der Quadrocopter nicht so heftig auf Steuerbefehle; das ist ideal für Anfänger. Der High-Rate-Modus ist am Anfang schwierig zu kontrollieren, versierte Piloten haben damit aber deutlich mehr Spaß.

Verglichen mit der DJI Tello oder DJI Spark ist der Inductrix FPV zappelig und unruhig. Das liegt an der direkteren Steuerung und den fehlenden Sensoren. Der Pilot muss, auch ohne Wind und im Stabilitätsmodus, ständig Lage und Höhe korrigieren. Ansonsten treibt der Mini-Copter ab.

Da der Inductrix aber auch nicht zum Filmen oder Fotografieren gedacht ist, stört das nicht. Der kleine Racer möchte möglichst schnell durch die Gegend gejagt werden. Zusätzliche Sensoren sind da nur unnötiges Gewicht. Wer lieber ruhig schweben oder gar Fotos machen möchte, ist hier falsch.

Das flotte Fliegen hingegen funktioniert erfreulich gut. Selbst erfahrene Hobbyflieger haben ihren Spaß mit dem gelben Flitzer – ein Parcours durch Wohnzimmer und Küche, unter Tischen und hinter Stehlampen durch ist durchaus anspruchsvoll; mit etwas Übung aber zu schaffen. Auch Kinderspielplatz, Büro oder Werkstatt sind perfekte Rennstrecken.

Die Reichweite liegt auf freiem Feld bei etwa 150 bis 200 m. Wer weiter weg fliegt, bekommt zunächst Probleme mit dem Videosignal, die Fernsteuerung reicht deutlich weiter. Sollte das Funksignal zum Inductrix FPV abreißen, schalten sich die Motoren automatisch ab. Eine automatische Höhen- oder Entfernungsbeschränkung gibt es nicht.

Das Ladegerät funktioniert auch mit jeder USB-Powerbank.

Die Bildqualität ist, ehrlich gesagt, mies. Das ist aber zweitrangig. In erster Linie geht es beim FPV-Fliegen darum, ein möglichst verzögerungsfreies Videobild zu bekommen. Selbst minimaler Zeitversatz, wie bei der Übertragung per WLAN, kommt für echte FPV-Piloten nicht in Frage: Bei hohem Tempo entscheiden schon wenige Millisekunden zwischen Baumstamm und nicht Baumstamm.

<div class="text">Testflug Blade Inductrix FPV<br></div>

Profis nutzen Videobrillen statt eines Monitors, da man so noch näher am Geschehen ist. Wer möchte, kann sich aus dem Monitor und einem entsprechenden Adapter selbst eine Videobrille basteln. Gerade am Anfang ist es allerdings sinnvoll, sowohl das Modell als auch das Videobild im Auge zu behalten, weshalb der Monitor für die ersten Schritte ausreicht.

Den Inductrix FPV gibt es als einsteigerfreundliches RTF-Set oder ohne Monitor und Bildschirm als BNF-Variante (Bind and Fly = Der Copter ist fertig aufgebaut, die dazu kompatible Fernsteuerung fehlt aber im Lieferumfang). Wer möchte, kann den kleinen Racer auch mit einem anderen Sender mit Spektrum-Protokoll betreiben und beispielsweise eine teure Profi-Videobrille von Fatshark verwenden.

Blade Inductrix FPV RTF (BLH8500G)

Inductrix FPV RTF

Blade Inductrix FPV BNF (BLH8580)

Indructrix FPV BNF

Blade Inductrix FPV Plus RTF (BLH9600)

Indructrix FPV Pro RTF

Blade Inductrix FPV Pro BNF (BLH8570)

Indructrix FPV Pro BNF

Blade Inductrix Quadrocopter (BLH8700)

Indructrix BNF

(Kein Produktbild vorhanden)

FPV-Brillen-Adapter 4,3"

Wer kein Livebild braucht, bekommt den günstigeren Inductrix auch ohne Kamera und Videosender. Dabei geht aber der meiste Spaß verloren.

Für die Aufzeichnung von Flugsequenzen ist am ehesten der Inductrix FPV Pro von Interesse. Dieses Modell bringt kraftvollere Motoren und einen Monitor mit Aufnahmefunktion auf MicroSD-Speicherkarte mit. Zu viel sollte man sich von den Videos aber nicht erwarten. Qualitativ sind solche Mitschnitte bei weitem nicht mit denen von Kamera-Coptern wie DJI Spark, Mavic oder Tello vergleichbar.

In Sachen Zubehör gibt es ein riesiges Angebot für den Inductrix FPV. Es sind alle erdenklichen Ersatzteile wie Rahmen, Motoren, Flugcontroller, Motoren oder Propeller sowie jede Menge Tuning-Komponenten erhältlich. Für Vielflieger sind vor allem Mehrfachladegeräte, Tuningmotoren und günstige Ersatzakkus interessant. Da der Inductrix einen Standard-Stecker nutzt, funktionieren auch Akkus von Drittherstellern.

Voltcraft V-Charge 1S Quad (1556754)

4-fach Ladegerät

(Kein Produktbild vorhanden)

3er Set Akkus

Spektrum DX6 Mode 2 Fernsteuerung (SPMR6700)

Spektrum Sender DX6

(Kein Produktbild vorhanden)

Ersatzpropeller

(Kein Produktbild vorhanden)

Ersatzmotoren

Ducati Corse Racetrack (DCRCTRACK)

Hindernisse für den Inductrix

Wer seine Steuerung noch genauer einstellen möchte, sollte statt des einfachen Senders aus dem Set zu einem der großen Spektrum-Sender greifen. Wer statt des Monitors lieber mit einer echten FPV-Brille fliegen will, muss tief in die Tasche greifen: Wirklich gute Modelle kosten zwischen 300 und 500 Euro.

Gute Flugeigenschaften und die 5.8-GHz-Bildübertragung machen den Inductrix FPV zu einem waschechten FPV-Racer im Miniformat – ein sogenannter Home-Racer. Das robuste Modell ist sowohl für Anfänger als auch für erfahrenen Piloten geeignet und fliegt drinnen wie draußen – wenn es nicht zu windig ist. Die einstellbaren Empfindlichkeit und die Fluglagen-Kontrolle helfen Einsteigern bei ihren ersten Schritten.

Der Inductrix FPV ist für Einsteiger und Profis geeignet.

Im Vergleich zu einer professionellen Fernsteuerung fühlt sich der im Set enthaltene Controller schwammig an. Es ist okay, aber erfahrene Modellbauer stört das. Bei extremen Flugmanövern fehlt es dem Mini-Racer an Power, weshalb Profis besser zum etwas teureren Inductrix FPV Pro greifen.

Für das Aufnehmen von Fotos und Videos ist der kleine Flitzer ungeeignet. Zwar kann das Livebild mit entsprechender Ausrüstung mitgeschnitten werden, die Qualität ist durch Funkstörungen und aufgrund der niedrigen Auflösung des analogen Videos aber extrem schlecht.

Im Bereich Videodrohnen sind vor allem die Modelle DJI Spark (Testbericht) und DJI Mavic Pro Platinum (Testbericht) interessant. Wem diese zu teuer sind, sollte einen Blick auf die Mini-Foto-Drohne DJI Tello werfen. Diese Mini-Drohne arbeitet mit WLAN und hat zumindest eine brauchbare Fotoqualität.

Alternativ: Die beste Kamera-Drohne von DJI & GoPro im Vergleichstest

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