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Billiger WLAN-Repeater im Test: Belkin N300 Mini

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Bild: Harald Karcher

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Rund 15 Euro kostet der Belkin N300 Mini Repeater im Web, dafür soll er Dual-Band-WLANs erweitern. Wir testen das günstige Gerät und können vorab sagen: Immer klappt es nicht.

Hinweis: Während des Tests verschwand der Belkin N300 Mini immer wieder aus den Shops, um dann wieder aufzutauchen. Das Gerät ist bereits älter, nicht alle Händler halten es vor. Aufgrund des Preises kann es sich aber lohnen, danach Ausschau zu halten.

Originaltest: Der N300 Wireless Mini Dualband Range Extender erweitert die Reichweite eines vorhandenen Dual-Band-WLAN-Routers. Das klappt per IEEE 802.11n mit theoretisch bis zu 150 Mbit/s bei 2,4 GHz und 5 GHz. Zusätzlich unterstützt der Repeater 802.11g-WLAN auf 2,4 GHz sowie 802.11a auf 5 GHz, jeweils mit bis zu 54 Mbit/s.

Bild: Harald Karcher Die AVM FRITZ!Box 7590 um 250 Euro, der Belkin N300 Mini um 13 Euro. Wie gut verträgt sich das Paar?

Erschienen ist der Belkin N300 Mini in 2012. Für damals waren die Funktionen ordentlich, auch jetzt können sie noch mithalten. Die Sicherheitsfunktionen sind noch immer gut, der Repeater bietet WPS sowie WPA und WPA2 mit einer 256-Bit-Verschlüsselung. WEP wird zwar ebenfalls angeboten, ist aber so leicht zu knacken, dass es niemand mehr nutzen sollte.

Der 120 Gramm schwere Belkin N300 Mini sieht hübsch aus. Die ovale Plastik-Front hat eine hell weiß glänzende Oberfläche, ähnlich wie die neueste Fritzbox 7590. Die blaue Status-LED wirkt immer noch trendig. Am unteren Ende ist eine LAN-Buchse angebracht, um Geräte ohne WLAN ins Funknetzwerk einzubinden.

Die Verarbeitung geht für diese Geräte-Gattung in Ordnung. Die beiden Antennenstummel sitzen so fest, dass sie nicht von selber herunter kippen. In der Regel dürfte der Besitzer diese drehbaren „Ohren“ instinktiv nach oben drehen. Manche Kinder sehen ein freundliches Gesicht in diesem schnöden Technikteil.

Der N300 Mini hat keinen Power-Knopf und kein externes Netzteil, er wird direkt in die Dose gesteckt. Ist diese knapp über dem Boden, sitzt er für die WLAN-Verbreitung nicht optimal. Auf Brust- oder Kopfhöhe steckt er funktechnisch meist besser, weil es weiter oben im Raum meist weniger Hindernisse gibt als am Boden.

Mit der Fritzbox 7590 kommuniziert der Belkin N300 Mini nur per 2,4 GHz.

Normalerweise verbindet sich unser Fritzbox-Router einfach mit einem Druck auf den WPS-Knopf mit dem Repeater. In diesem Fall ließ sich aber mit der aktuellen Fritzbox 7590 partout keine Verbindung per WPS herstellen. Auch über den Browser ließ sich nur das 2,4 GHz-Band verbinden, die Erweiterung des 5-GHz-WLANs scheiterte. Ausnahmsweise haben wir eine ältere Fritzbox 7390 aus 2010 angeschlossen. Deren WLAN hat der Repeater gefunden und erweitert, sowohl auf 2,4 wie auch auf 5 GHz. Offensichtlich gibt es ein Problem mit moderneren 802.11ac-Geräten.

Das Update auf eine moderne Firmware ist keine Option. Das im Januar 2018 gekaufte Gerät wird mit einer Software vom 29.Mai 2012 ausgeliefert, ein Update gibt es nicht.

Warum der Aufwand für ein Gerät, das mit modernen Routern Schwierigkeiten hat? Ganz einfach, der Preis. Das Testgerät konnten wir im Internet für 12,95 Euro erwerben. Die TechStage Preisentwicklung zeigt immer wieder Schnäppchenpreise für den Repeater.

Nach dem Anstecken sendet der Belkin N300 Mini ein unverschlüsseltes WLAN namens „Belkin_setup“ aus. Ist man in diesem verbunden, erreicht man die Konfigurationsoberfläche über die Adresse „http://belkin.range“. Die weitere Einrichtung ist geschieht dann über den Browser, unsere Bilderstrecke zeigt sie im Detail:

Bild: Harald Karcher Der Testaufbau: Im Dach ist der Router, ein Zimmer darunter der Repeater.
Bild: Harald Karcher Die Leistung des Repeaters (weiße Kurve) ist niedrig, reicht aber weiter als das WLAN der Fritzbox.

Zunächst schicken wir den Belkin N300 Mini durch den gleichen Testparcous wie die anderen Repeater. Die Fritzbox 7590 steht dabei im Dachgeschoss, der Repeater ist im Zimmer darunter per 2,4 GHz-WLAN mit dem Router verbunden. Mit dem Test-Smartphone wandern wir von Zimmer zu Zimmer und messen den Durchsatz.

Auch wenn Belkin bis zu 54 Mbit/s Leistung im 2,4 GHz-Band verspricht, in der Praxis sind wir nicht einmal an die 20 Mbit/s herangekommen. Positiv ist aber die Reichweite. Selbst im Keller haben wir noch einen Durchsatz von 3,1 Mbit/s. Das reicht für IoT-Sensoren, die Daten im Netzwerk verschicken.

Bild: Harald Karcher Schwache Leistung: Im 2,4-GHz bleibt der N300 Mini weit hinter der theoretischen Leistung zurück.

Beim Test des Internetdurchsatzes merkt man dem Belkin N300 Mini an, dass er sich arg quält. Die Werte kommen nie an das Maximum der Leitung heran, tatsächlich ist die Geschwindigkeit in etwa die Hälfte der verfügbaren LAN-Bandbreite. Besonders im Keller war die Verbindung ins Internet aber so instabil, dass es viele Time-Outs und Verbindungs-Abrisse gab. Ein stabiles Surfen ist da nicht drin.

Mit der Fritzbox 7350 von 2010 änderte sich das Bild etwas. Nicht nur verband sich der Repeater auf beiden Frequenzbändern, auch der Durchsatz war dank 5 GHz höher Bei der Messung der VDSL-Geschwindigkeit kam das Gerät im 5-GHz- Band auf 34 Mbit/s, bei 2,4 GHz blieb er allerdings bei rund 13 Mbit/s. In modernen 2,4-GHz-Funknetzwerken ist dabei deutlich mehr drin, wie unser Testbericht des Fritz WLAN Repeater 310 zeigt.

Auf beiden Funk-Bändern mit der 2010er Fritzbox 7390 brauchte der Belkin N300 Mini ohne Surf-Aktivität 2,5 Watt aus der Steckdose. Beim aktiven VDSL-Surfen mit einem 11ac-Handy im gleichen Raume waren es 2,7 bis 2,8 Watt. Mit größeren Entfernungen und mehr eingeloggten WLAN-Geräten kann der Verbrauch noch etwas höher steigen.

Bild: Harald Karcher Beim aktiven Datenfluss zwischen Handy und Repeater schwankte der Stromverbrauch des Belkin N300 bei circa 2,2 bis 2,6 Watt.

Im Single-Band-Betrieb mit der Fritzbox 7590 ist der Verbrauch etwas niedriger: Beim Surfen benötigt der Repeater 2,5 Watt. Wird nur auf das LAN zugegriffen wird, sinkt der Verbrauch auf knapp 2,2 Watt.

Belkin Wireless Mini Range Extender (F9K1111DE)

AVM FRITZ!WLAN Repeater 310 (20002576)

devolo WiFi Repeater AC (9789)

Knapp 13 Euro sind nicht viel Geld für einen Dual-Band-Repeater. In Kombination mit einer 2010er Fritzbox 7390, hat der 2012er Belkin N300 alle Grundfunktionen des WLAN-Repeatings auf 2,4 und 5 GHz erfüllt. Effektiv konnten wir das das Funknetz um ein bis zwei normale Zimmer vergrößern.

Wer einen ähnlichen (oder den gleichen) WLAN-Router aus der 802.11n-Ära hat, wer dessen Reichweite verbessern will, wer mit den aufgezeigten Schwächen der Software und auch mit den seit 2012 nicht vorhandenen Firmware-Updates leben will, kann sich das das Endgerät näher anschauen. Dann aber bitte unbedingt auf einen Schnäppchenpreis warten, mehr als 15 Euro sollte man nicht ausgeben.

Wer ein moderneres Netzwerk hat, sollte zum Devolo WiFi ac (Testbericht), dem AVM Fritz WLAN Repeater 1750E (Testbericht) oder dem Netgear Nighthawk EX7000 greifen. Wer sowieso nur einen Repeater für 2,4 GHz benötigt, der sollte sich den AVM Fritz WLAN Repeater 310 (Testbericht) ansehen.

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