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Beurer AS 99: Günstiger Fitness-Tracker im Test

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Der Hersteller Beurer hat mit dem AS 99 einen günstigen Fitnesstracker im Angebot, der den „aktiven Lebensstil“ seiner Nutzer fördern möchte. Wir testen, was der Tracker taugt.

Wer sich auf der Suche nach einem günstigen Fitnesstracker umschaut, stößt über kurz oder lang neben Geräten wie dem Xiaomi Mi Band 4 (Testbericht) und Realme Band (Testbericht) für unter 30 Euro auch auf Modelle von Beurer. Das Fitness-Armband AS 99 ist das teuerste Modell im Portfolio des Herstellers, bewegt sich preislich aber trotzdem deutlich unter der Konkurrenz von Platzhirsch Fitbit. Wir testen den Fitness-Tracker AS 99 und klären unter anderem die Fragen, wie gut sich der Tracker bei der Aktivitätsmessung schlägt und ob der Tracker als günstige Alternative zu bekannten Marken überzeugen kann.

Der Test zum AS 99 erscheint in unserer Themenwelt Fitness-Tracker. Dort haben wir neben diesem Tracker bereits Alternativen wie das Honor Band 5 (Testbericht), den Fitbit Charge 4 (Testbericht) oder den Huawei Band 4 (Testbericht) getestet. Zudem klären wir, ob Jogger einen Tracker oder eine Sportuhr nehmen sollten.

Schlicht und schwarz – so kommt der AS 99 daher. Ein einfaches, dehnbares Silikonarmband mit metallischer Schnalle legt sich um das Gehäuse des Trackers, das aus mattem Kunststoff besteht. Das Armband lässt sich vollständig vom Gehäuse entfernen und ist um den Tracker herum festgespannt. Ein Handgriff reicht aus, um Gehäuse und Armband voneinander zu trennen. Das kann hilfreich sein, wenn man das Armband reinigen möchte. Obwohl das Gehäuse des Trackers verhältnismäßig dick ausfällt, wirkt der AS 99 nicht klobig, sondern eher unauffällig.

Der Schrittzähler ist im Fitness-Tracker integriert.

Das Display des AS 99 ist direkt in das Gehäuse des Trackers eingelassen, besitzt allerdings einen eher unschönen schwarzen Rand. Es füllt also die Oberseite des Gehäuses nicht vollständig aus. Beurer macht keine Angaben zum Bildschirm selbst, abgesehen davon, dass es sich um ein farbiges Touch-Display handelt. Die Anzeige auf dem Display wirkt eher zweckmäßig und ein wenig altbacken, bleibt aber wegen der hohen Helligkeit des Bildschirms auch unter Sonneneinstrahlung jederzeit gut lesbar. Das Touch-Display selbst erfüllt seinen Zweck, allerdings macht sich das Fehlen zusätzlicher Tasten am Gehäuse auf Dauer bemerkbar: Wir müssen immer erst alle Menüs durchwischen, wenn wir wieder zur Hauptanzeige des Trackers zurückspringen wollen.

Der AS 99 ist nach dem Standard IP67 zertifiziert, was bedeutet, dass der Tracker nur zeitweises Untertauchen in geringer Wassertiefe übersteht. Der Lieferumfang des AS 99 beinhaltet neben dem Tracker und dem zugehörigen Armband ein USB-Ladekabel und eine Bedienungsanleitung.

Die Einrichtung des AS 99 von Beurer erfolgt denkbar einfach und ähnelt der anderer Fitnesstracker: Wir laden die zugehörige App Beurer Healthmanager auf unser Smartphone, erstellen ein Konto und koppeln den Fitnesstracker per Bluetooth über die Eingabe einer PIN mit der App. Das Einrichten an sich dauert nur ein paar Minuten und die App erklärt in einem ausführlichen Tutorial bei Bedarf alle ihre Funktionen und die Bedienung des Trackers. Nutzer, die sich mit Fitness-Trackern auskennen, finden sich hier ebenso schnell zurecht wie Neueinsteiger.

Schon beim ersten Starten der Beurer Healthmanager App fällt auf: Der Hersteller hat mit dem AS 99 und der zugehörigen Software eine eher ältere Zielgruppe im Blick. Die gesamte Benutzeroberfläche der App wirkt bieder und ist insgesamt sehr schlicht gehalten. Das muss zwar grundsätzlich nicht schlecht sein, in diesem Fall leidet aber der Informationsgehalt bei der Aufbereitung der mitgeschnittenen Daten. Beispiel Puls: Die App zeigt auf der Hauptseite im Bereich der Pulsmessung einen Wert von 68 auf einer Linie an. Ein Diagramm gibt dann die jeweiligen Pulswerte des aktuellen Tages aus, aber ohne Zeitangabe oder weitere konkrete Werte. Lediglich der durchschnittliche Puls prangt oben rechts im Bereich "Puls". Klicken wir den Tab an, zeigt uns die App zwar in drei Untermenüs den aktuellen Puls, den detaillierten Verlauf und die einzelnen Messungen für jeden Tag, allerdings mangelt es auch hier an Übersicht und Details, weil die App bei den gemessenen Werten im Diagramm keine konkreten Zahlen angibt. Wer sich einen Überblick über die eigene Herzfrequenz verschaffen will, muss sich durch eine Vielzahl an nichtssagenden Diagrammen wühlen, deren Nutzen uns im Test eher fragwürdig erschien.

Ein wenig besser sieht es bei der Übersicht der anderen Daten aus. Die App zeigt zurückgelegte Schritte ebenfalls in einem Diagramm an und informiert uns, ob wir unsere Schrittziele erreicht haben. Dasselbe gilt für unseren Schlaf. Wir können die entsprechenden Ziele insgesamt und für jeden einzelnen Tag in der App festlegen. Der Reiter Tagebuch liefert dann eine Übersicht zu diesen Zielen und dem durchschnittlichen Puls jedes Tages.

Beurer AS 99: Software (9 Bilder)

Beurer vermarktet den AS 99 als Aktivitätssensor, der Bewegung und erreichte Herzfrequenz messen soll. Letzteres funktioniert am Handgelenk mithilfe eines optischen Sensors. Die Pulsmessung lieferte dabei in unserem Test brauchbare Werte mit leichten, aber verschmerzbaren Schwankungen. Der AS 99 musste sich nach dem Anlegen kurz kalibrieren, gab dann aber passende Werte aus, die die meiste Zeit nur im einstelligen Bereich vom Ergebnis unseres Kontrollgeräts (Polar Pulsgurt H9) abwichen.

Auch der Schrittzähler machte eine gute Figur und ließ sich nicht durch einfaches Schütteln des Trackers austricksen. Die App ermittelt anhand der gemessenen Schritte die zurückgelegte Strecke, die Aktivitätsdauer und den Kalorienverbrauch eines Tages. Wer möchte, kann in der App ein Schrittziel festlegen. Sobald wir das Ziel erreicht haben, informiert uns der Tracker darüber. Außerdem können wir eine Bewegungserinnerung einrichten, sodass das Armband vibriert, falls wir uns über einen längeren Zeitraum nicht bewegt haben.

Der Tracker kann zumindest die zurückgelegten Kilometer anzeigen.

Wer sich einen Aktivitätstracker kauft, tut das häufig aber nicht nur, um die eigenen Schritte zu zählen (dafür reicht auch eine Smartphone-App), sondern auch zur Aufzeichnung spezifischer Sporteinheiten wie Laufen, Schwimmen und Radfahren. Leider verfügt der AS 99 im Gegensatz zu fast allen vergleichbaren Konkurrenzmodellen über keine derartige Funktion. Wir können also lediglich solche Aktivitäten aufzeichnen, die der Tracker als Schritte messen kann. Eine separate Trainingsaufzeichnung gibt es nicht. Ein kleiner Trost: Der AS 99 ist mit der Runtastic App kompatibel, sodass wir unsere Herzfrequenz während des Lauftrainings in Runtastic speichern können.

Die schlechte Nachricht gleich vorweg: Der AS 99 verfügt über keine Musiksteuerung. Immerhin bietet der Tracker die Möglichkeit, auf dem Smartphone eintreffende Benachrichtigungen anzeigen zu lassen. Der AS 99 muss dafür via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden sein und informiert den Nutzer dann per Push-Mitteilung über eintreffende Nachrichten und Anrufe. Nutzer können sich im Display des Trackers SMS, Benachrichtigungen und verpasste Anrufe anzeigen lassen, aber keine Anrufe direkt über den Tracker annehmen.

Die Anzeige der Benachrichtigungen funktioniert trotz des verhältnismäßig kleinen Bildschirmes ausreichend gut. Die Anzeige ist gut bedienbar und dank der Helligkeit des Displays jederzeit leicht abzulesen. Eine Möglichkeit, direkt auf Nachrichten zu antworten, bietet der Tracker allerdings nicht. Dazu müssen Nutzer dann doch wieder das Smartphone zur Hand nehmen.

Beurer AS99 (4 Bilder)

Der Beurer AS 99 verfügt neben dem eigentlichen Aktivitäts-Tracking auch über eine Schlafmessung. Diese müssen wir allerdings separat aktivieren – der Tracker erkennt nicht automatisch, wenn wir schlafen. Ein Tippen auf die entsprechende Display-Anzeige reicht aus, um das Schlaf-Tracking zu starten. Anschließend beenden wir das Tracking nach dem Aufwachen durch ein erneutes Tippen auf dem Touch-Display. Die App zeigt uns dann das Ergebnis in den Kategorien „erholsam“, „unruhig“ und „wach“ an.

Leider erlebten wir mit dem AS 99 beim Schlaf-Tracking einen Totalausfall: Der Tracker muss mitten in der Nacht die Schlafmessung abgebrochen haben. Die App zeigte statt einer tatsächlichen Schlafdauer von rund siebeneinhalb Stunden lediglich zwei Stunden und 40 Minuten an. Was die Ursache für diese fehlerhafte Messung war, können wir nicht genau sagen – möglicherweise sorgten Bewegungen des Handgelenks während des Schlafs dafür, dass der Tracker das Tracking stoppte. Wir haben das Schlaf-Tracking ein paar weitere Nächte getestet und dabei festgestellt, dass die Genauigkeit auch hier zu wünschen übrig ließ. Der AS 99 erkannte Wachphasen nur sehr unzureichend. Außerdem liefert die App keinerlei Angaben zur Herzfrequenz während der einzelnen Schlafphasen (wir können beides nur getrennt voneinander abrufen) oder zu deren Zeitpunkt. Damit erwies sich das Schlaf-Tracking in unserem Test allgemein als unbrauchbar.

Der AS 99 von Beurer verfügt über einen Li-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 100mAh – ein zwar recht geringer Wert, den wir für den Preis des Geräts aber als angemessen empfinden. Dabei erwies sich der Akku in unserem Test als einigermaßen sparsam: Bei normalem Gebrauch ohne aktivierte Benachrichtigungen und inklusive Schlaf-Tracking machte er nach gut vier Tagen schlapp. Das entspricht etwa den Herstellerangaben: Beurer verspricht eine Laufzeit von maximal fünf Tagen im Stand-by-Betrieb.

Geladen wird der AS99 über eine externe Ladeschale. h

Beurer verkauft den AS 99 zum Preis von 54,99 (UVP). Der Tracker ist damit der teuerste Aktivitätssensor, den der Hersteller im Programm führt. Farbvarianten oder austauschbare Armbänder sowie zusätzliche Accessoires gibt es keine. Der Straßenpreis für den AS 99 lag zum Testzeitpunkt bei knapp 45 Euro. Der Fitnesstracker liegt damit im unteren Preissegment für entsprechende Tracking-Hardware.

Wir haben uns beim Test des AS 99 mehrfach die Frage gestellt, welche Zielgruppe Beurer mit diesem Fitnesstracker eigentlich im Sinn hat. Denn der A99 ist zwar relativ günstig, bietet aber trotzdem weniger Funktionen als Konkurrenzprodukte von Xiaomi oder Fitbit. Außerdem liefert die App kaum brauchbare, weil zu unübersichtlich und umständlich aufbereitete Daten. Dass das ganze Produkt in seiner Summe irgendwie ziemlich bieder und optisch langweilig daherkommt, macht die Sache nicht besser.

Der AS 99 bietet abgesehen von der halbwegs brauchbaren Pulsmessung keinen wirklichen Mehrwert: Funktionen wie eine Trainingsaufzeichnung oder Musiksteuerung fehlen und den Schrittzähler kann auch das eigene Smartphone ersetzen. Aber selbst die Pulsmessung rechtfertigt eigentlich keinen Kauf, weil es am Markt längst bessere Tracker und vor allem Brustgurte gibt, die ebendiese Aufgabe zum selben oder günstigeren Preis und einem deutlich höheren Maß an Genauigkeit erledigen.

Bestenliste: Fitness-Tracker für den Alltag (7 Bilder)

Platz 1: Xiaomi Mi Band 4

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