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Beoplay E4: ANC-Headset von B&O im Test

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Wir haben uns den neusten In-Ear-Kopfhörer von B&O mit aktiver Geräuschunterdrückung genauer angeschaut und zeigen in unserem Test die Vor- und Nachteile des Headsets auf.

Bild: Techstage

Im Vergleich zu den bislang von uns getesteten In-Ear-Headsets mit ANC (dem Bose Quietcontrol 30, dem Jabra Elite 65e und dem Sony 1000X) kommt der Beoplay E4 ohne zugehörigen Nackenbügel aus, in dem bei den Konkurrenten der größte Teil der Technik untergebracht ist. Beim Beoplay E4 sitzt diese in einem kleinen, mit gummiertem Material überzogenen Gehäuse, das am Ende des Klinkenkabels angebracht ist. Der Beoplay E4 ist ein kabelgebundenes Headset – im Vergleich zu den Bluetooth-Kopfhörern Bose Quietcontrol 30, Jabra Elite 65e und dem Sony 1000X, der sich sowohl kabellos als auch kabelgebunden nutzen lässt.

Bei den Ohrhörern kommt als Material rostfreier Stahl zum Einsatz, das Gewicht des kompletten Headsets beträgt knapp 50 Gramm. Mit ihrem Metallgehäuse hinterlassen die Ohrhörer einen wertigen Anschein und zeigen keinerlei Verarbeitungsmängel. Alles in allem macht der Beoplay E4 einen soliden Eindruck, den man bei einem um die 250 Euro teuren In-Ear-Headset aber auch erwarten darf.

Viele technische Details zum Innenleben des Boeplay E4 gibt es nicht. Der Frequenzbereich des Headsets mit elektrodynamischem 10,8-Millimeter-Treiber geht von 20 Hz bis 16 KHz, der Akku hat eine Kapazität von 350 mAh. Bei eingeschalteter Geräuschunterdrückung hält er laut Hersteller bis zu 20 Stunden durch, knapp 18 Stunden erreichten wir im Test. Das Aufladen dauert zwischen zweieinhalb und drei Stunden. Von den die drei gut erfühlbaren Tastern der Bedieneinheit übernehmen die beiden äußeren die Regelung der Lautstärke. Der Taster in der Mitte dient zum Starten und Stoppen der Wiedergabe (einmal drücken) und zum vor- oder zurückschalten innerhalb Playlists (zweimal respektive dreimal drücken). Bei eingehenden Anrufen nimmt der mittlere Taster den Anruf an, während des Gesrächs legt man damit auf.

Bild: Techstage

Soweit so gut, allerdings ist die Fernbedienung des Beoplay E4 laut Hersteller „optimiert für iOS“. In unserem Test hatten wir auf zwei Android-Geräten (Xiaomi Mi Max 2 und Samsung Galaxy Tab 2) zwar keinerlei Probleme die Wiedergabe zu starten, zu stoppen und Songs weiterzuschalten, das Regeln der Lautstärke ging jedoch nicht.

Der Einschalter für die aktive Geräuschunterdrückung findet sich am kurz vor Ende des Klinkenkabels angebrachten Kunststoffgehäuse. In diesem sitzt die notwendige Technik, damit lässt sich ANC an- und ausschalten oder ein Transparenzmodus aktivieren. Mit den im Lieferumfang befindlichen Ohrpassstücken in zwei Materialien (Schaumstoff und Silikon) und jeweils drei Größen war es kein Problem, einen sehr guten Halt des Kopfhörers zu erreichen. Ebenfalls im Lieferumfang befinden sich neben einem Ladekabel eine Transporttasche aus Stoff sowie ein Flugzeug-Adapter.

Bild: Techstage

Von den bislang von uns getesteten In-Ear-Headsets hat uns der Beoplay E4 in Sachen Sound bislang am besten gefallen. Er bietet einen glasklaren Klang in den oberen Frequenzbändern, warme Mitten und einen gut definierten, aber auch nicht zu aufdringlichen Bass. Die aktive Geräuschunterdrückung funktioniert sehr gut, vom sogenannten Transparenzmodus waren wir hingegen enttäuscht. Statt bei weiterlaufender Musik mehr von seiner Umgebung mitzubekommen, in dem Umgebungsgeräusche hinzugeregelt werden – wie beim Jabra Elite 65e, Bose Quietcontrol 30 oder dem Sony WI-1000X (bei den beiden Letztgenannten sogar in verschiedenen Stufen regelbar) – stoppt bei diesem Feature beim Beoplay E4 die Audiowiedergabe komplett. Einen großen Unterschied zum Pausieren der Musik konnten wir nicht wahrnehmen.

Was die Sprachqualität beim Telefonieren angeht, gefällt uns das Headset. Bei Anrufen verstanden wir den Teilnehmer am anderen Ende der Leitung sehr gut und auch er konnte uns problemlos verstehen. Abbrüche gab es in der Testphase beim telefonieren keine.

Bild: Techstage

Der B&O Beoplay E4 klingt toll und bietet eine gute aktive Geräuschunterdrückung. Davon abgesehen gibt es einige nicht unwesentliche Kritikpunkte. Dass auch Android-Nutzer eventuell bereit wären, das notwendige Kleingeld für das Headset aufzubringen, scheint für B&O beispielsweise keine Rolle zu spielen: Die für iOS optimierte Fernbedienung ließ uns im Test auf zwei Google-Geräten nicht die Lautstärke regeln. Ob es auch Android-Smartphones gibt, die diesbezüglich mit dem Beoplay E4 zusammenspielen, wissen wir nicht.

Und dann scheint uns der sogenannte Transparenz-Modus mehr ein Witz zu sein: Klar, wer die Musikwiedergabe stoppt, der bekommt auch mehr von seiner Umgebung mit, bei anderen Herstellern geht dies aber auch bei weiterlaufender Musikwiedergabe. Wenn es rein um den Klang geht, hat der Beoplay E4 zwar im Vergleich etwas die Nase vorn, die Konkurrenz in Form des Jabra Elite 65e (Testbericht), des Sony WI-1000X (Testbericht) oder des Bose Quietcontrol 30 (Testbericht) hat in unseren Augen alles in allem aber deutlich mehr zu bieten – nicht nur für Android-Nutzer.

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