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Benq TH683: Full-HD-Beamer für Fußballfreunde

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Vor allem Sportfans will Benq mit dem TH683 ansprechen. Ob mit dem Full-HD-Beamer echtes Stadionfeeling aufkommt, verrät der Test.

Full-HD-Beamer liefern für ihren Preis oft eine erstaunlich gute Leistung. In unserer Themenwelt Full-HD-Beamer testen wir die Projektoren. Bislang sind folgende Beiträge erschienen:

Design und Hardware

Der Name Benq steht für „Bringing Enjoyment and Quality to Life“, oder auf deutsch: „Bringt Freunde und Qualität ins Leben“. Und tatsächlich: In Sachen Verarbeitungsqualität kann der TH683 des taiwanesischen Konzerns überzeugen, der Full-HD-Beamer ist solide verarbeitet. Der weiße Kunststoff wirkt ein wenig großporig oder angeraut, was ihm einen wertigen Look verleiht. Die Form erinnert ein wenig an Science-Fiction-Design aus den 1950er Jahren, besonders an der Vorderseite, wenn sich das Gehäuse nach unten hin verjüngt. Die abgerundeten Kanten sorgen dafür, dass sich das wuchtige Gerät optisch ein wenig kleiner macht. An den Seiten befinden sich recht große Luftdurchlässe, damit genügend Luft für den lauten Kühler ungestört zirkulieren kann. Im Test wurde der Beamer etwa in Kopfhöhe hinter den Sitzgelegenheiten aufgestellt, die ausströmende warme Luft war so deutlich zu spüren. Noch deutlicher war aber dadurch der hohe Geräuschpegel des Projektors wahrzunehmen. Dafür ist der eingebaute Lautsprecher mit einer Leistung von 10 W großzügig dimensioniert. Benq nennt den eingebauten Sound Cinemaster Audio+ und meint damit, dass auch ohne angeschlossene Lautsprecher ein erstklassiger Klang erschallt. Aber trotz aller Finessen sollten man bei einem 10-W-Speaker keine Wunder erwarten. Der Klang ist ganz nett und für Präsentationen mit Geräuschuntermalung genügt der Speaker sicher, doch bei Filmen empfiehlt es sich, den Sound über ein leistungsstärkeres Audiosystem abzuspielen.

Bedienelemente wie Menü-Tasten, Power-Button sowie eine Wahltaste für das Eingangssignal sind dezent aber gleichzeitig ausreichend groß an der hinteren Oberseite untergebracht. Daneben sitzen die Kontrollleuchten für Temperatur und Leuchtmittel. Die Bildgröße und der Fokus lassen sich an dem zweigeteilten Ring an der Linse justieren. An Eingängen mangelt es an der Rückseite nicht: Neben zwei HDMI-Eingängen, von denen einer MHL-fähig ist, gibt es einen Kontrollanschluss für Heimkinosteuerungssysteme (RS-232), einen Videoeingang (RCA), zwei Audio-Eingänge (Cinch und Klinke), einen Klinken-Audio-Ausgang, einen VGA-Anschluss und einen USB-Eingang, der zum Beispiel eingesteckte WLAN-Empfänger oder Mediensticks mit Strom versorgt. Darüber hinaus befindet sich hier ein Mini-USB-Eingang zu Wartungszwecken und der Eingang für das Stromkabel. Eine schöne Idee ist es, dass der TH683 sowohl vorne als auch hinten einen Infrarot-Sensor für die Fernbedienung hat. Diese verfügt übrigens über Tasten, die bei der Bedienung leuchten, wodurch sie sich auch im Dunkeln nutzen lässt. Die Linse sitzt an der Vorderseite tief im Gehäuse, auf einen automatischen oder manuellen Linsenschutz wurde verzichtet. Das eingebaute Leuchtmittel hält im Smarteco-Modus bis zu 7000 Stunden.

Der TH683 ist nur 21,5 cm tief und 10,2 cm hoch, aber dafür geht er mit 34,6 cm ganz ordentlich in die Breite. Auch beim Gewicht wird nicht gespart: Mit 2,75 kg ist der Beamer nicht unbedingt ein Mitnahmeobjekt. In der Verpackung befindet sich neben Fernbedienung und Stromkabel auch ein VGA-Computerkabel. Tragetasche, Ersatzlampen, 3D-Brillen oder ein WLAN-Kit müssen dazu gekauft werden.

Einrichtung

Für den ersten Start braucht man weder Studium noch Bedienungsanleitung: Strom an, Zuspieler rein und Film ab. Der Beamer ist in wenigen Sekunden startklar, das leistungsstarke Leuchtmittel erreicht die nötige Betriebstemperatur sehr schnell. Einzig die Bildgröße und die Schärfe müssen je nach Position des Projektors justiert werden, dies geschieht sehr leichtgängig mit den beiden Reglern direkt an der Linse. Je nach Umgebung, Lichtverhältnissen und Vorlieben können per Menü Optimierungseinstellungen vorgenommen werden. Dieses Menü erscheint auf Knopfdruck und überlagert ganz übersichtlich und selbsterklärend das übertragene Bild.

Je nach Raumbeleuchtung sollte die Helligkeit der Lampe oder der Kontrast verändert werden. Verschiedene Voreinstellungen erleichtern die Installation, darunter Presets wie Hell, Fußball, Kino oder Game. Der Beamer verfügt zwar nicht über eine Lense-Shift-Funktion, wodurch ein Bild per Menü horizontal oder Vertikal verschoben werden kann. Dafür gibt es eine automatische Trapezkorrektur, wodurch das Bild auch leicht von unten an die Wand projiziert werden kann. Und dank der automatischen Keystone-Korrektur werden Bilder aus unterschiedlichen Winkeln gerade ausgerichtet.

Extras

Der Beamer kann Inhalte im 3D-Format abspielen. Allerdings wird hierfür eine optional erhältliche Shutter-Brille benötigt.

Bild

Die native Auflösung beträgt wie bei Full-HD-Beamern üblich 1920 × 1080 Pixel. Die Lampenleistung liegt bei 210 W, im Betrieb ist die Lichtausbeute mit 3200 Lumen sehr hoch. Selbst in nicht komplett abgedunkelten Räumen wird ein gutes Bild an die Wand geworfen – und von deutlich hörbaren Lüftergeräuschen untermalt. Je nach Abstand zur Wand lässt sich das Bild per Zoom-Ring vergrößern oder verkleinern. Bei einem Abstand von nur 2,5 m wird zum Beispiel ein Bild mit einer Diagonalen von 100 Zoll (2,54 m) an die Wand geworfen. Im Test war die freie Fläche an der Wand ungefähr in dieser Größe, der Beamer stand allerdings weiter weg. Mit dem Zoom-Ring konnte das Bild ganz bequem auf die gewünschte Größe reduziert werden. Ist der Raum dunkel genug, wird das Bild bis zu einer Größe von 180 Zoll (4,57 m) in guter Qualität dargestellt.

Benq hat mit dem TH683 vor allem Fußball-Fans im Visier. Ist der entsprechende Bildmodus ausgewählt, sollen zum Beispiel Hauttöne der Spieler und der grüne Rasen „ultra-realistisch“ dargestellt werden. In der Tat sehen Fußball-Spiele hervorragend aus – besonders im Vergleich mit den anderen Einstellungen. Ein wenig erinnert der Look allerdings an Videogames aus Serien wie „Fifa“ oder „Pro Evolution“. Per Menü lässt sich zudem der Fußball-Soundmodus auswählen, mit dem die Stimme des Kommentators besser hörbar sein soll. Hier ist eher der Wunsch Vater des Gedankens: Sicher ist eine Veränderung des Sounds hörbar, aber deutlich besser wird der Sound schon durch den kleinen Lautsprecher nicht. Auch wenn es eine charmante Idee ist, einen Beamer speziell für eine bestimmte Zielgruppe zu veröffentlichen: Viel mehr als ein Marketing-Gag ist es nicht. Die angeblich optimierten Szenarien lassen sich auch manuell einstellen. Den Werbe-Fokus auf Fußball hätte der Beamer gar nicht nötig, denn das Bild ist auch bei Filmen und Videogames tadellos.

Fazit

Der Beamer war für den Test mehrere Tage im Einsatz. Er zeigte bei Filmen, Spielen und Sportübertragungen keine Schwächen: Das projizierte Bild des Beamers ist gut, Full-HD-Inhalte werden gestochen scharf dargestellt. Auch die Helligkeit ist ausreichend und die dargestellten Farben wirken satt und intensiv. Das positive Ergebnis beim Bild wird allerdings von den lauten Lüftergeräuschen getrübt. Glücklicherweise reduziert sich dieser im Smarteco-Modus. Mit dem eingebauten Lautsprecher kann man sich auch ohne zusätzliches Audio-Equipment ganz ordentlich unterhalten lassen. Doch keineswegs „boomt der Sound wie in Stereo“, wie es Benq verspricht. Wenn überhaupt, dann ist der Klang mit einer kleinen externen Bluetooth-Box vergleichbar. Leider fehlt dem Gerät ein Linsenschutz. Beim Einsatz an einem festen Ort wird so Staub zum Problem, im mobilen Einsatz lauern durch den Transport des Geräts dagegen Kratzer. Die Vielzahl an verschiedenen Ein- und Ausgängen ist dagegen klasse, besonders gefällt uns die Möglichkeit, per USB einen Medienstick mit Strom zu versorgen.

Schon bei einem UVP von rund 600 Euro macht man mit dem TH683 von Benq nichts verkehrt. Der Marktpreis liegt inzwischen sogar deutlich darunter, was den Beamer zu einem sehr guten Deal macht.

Alternativen

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