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Asus Zenfone 5 im Test: schönes Design, aber zu teuer

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Mit dem Zenfone 5 zeigt Asus ein Mittelklasse-Smartphone mit Dualkamera und schickem Glasgehäuse. TechStage hat getestet, wie sich das Telefon schlägt.

Der Lieferumfang des Zenfone 5 ist prächtig. In der kleinen und blauen Box befindet sich so einiges, worauf sich der Nutzer nach dem Auspacken freuen darf. Dabei ist das Smartphone, etwas Lesematerial sowie die Anleitung für den Erstgebrauch und das Zubehör. Zu Letzterem zählen vor allem die Asus-eigenen Designer-Kopfhörer Zenear S mit Unterstützung für High-Res. Sie sind hochwertig verarbeitet und klingen gut. Ein 1 m langes Kabel mit USB-C und Netzgerät mit 10 W Leistung laden das Zenfone 5 schnell auf. Dabei ist außerdem ein Bumper, der das Telefon gegen Stöße und Stürze schützt. Für ein Mittelklasse-Smartphone ist das ordentlich viel Zubehör, andere Hersteller sind da sparsamer.

Asus Zenfone 5

Obwohl das Zenfone 5 (nicht zu verwechseln mit dem höherwertigen Modell Zenfone 5z) ein Smartphone aus der Mittelklasse ist, kann es optisch durchaus mit Top-Smartphones wie dem Galaxy S9 (Testbericht) oder Huawei P20 Pro (Testbericht) mithalten. So bestehen Vorder- und Rückseite aus widerstandsfähigem Glas. Der Metallrahmen in der Mitte verbindet beide Seiten miteinander und verleiht dem Gerät die nötige Stabilität. Die Verarbeitung ist tadellos; das Gehäuse ist fest zusammengeklebt und fühlt sich wertig an. Spaltmaße oder andere Unsauberkeiten sind nicht vorhanden. Die runden Seiten des Zenfone 5 gehen nahtlos in andere Elemente über, weshalb das Gehäuse mit 7,85 mm Tiefe und einem Gewicht von 155 g insgesamt handfreundlich erscheint.

Asus Zenfone 5

Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist etwas tiefer im Gehäuse eingelassen und auch ohne Hinsehen gut erreichbar. In unserem Test arbeitete der Sensor schnell und zuverlässig. Die auf der rechten Seite sitzenden Tasten sind aus Metall und bieten einen angenehmen Druckpunkt.

Asus Zenfone 5

Im Zenfone 5 sitzt ein Snapdragon 636 von Qualcomm. Der Prozessor mit seinen acht Kernen arbeitet mit einer Taktfrequenz von bis zu 1,8 GHz. Dazu verfügt das System über 4 GByte RAM. Trotz der mittelmäßigen Hardware, die seit ihrer Vorstellung nun fast ein Jahr auf den Buckel hat, arbeitet das Asus-Smartphone flüssig und verzögerungsfrei. In den gängigen Bewertungssystemen wie Antutu Benchmark erreicht das Zenfone 5 einen exzellenten Wert von 136.000. Damit liegt es in der Mittelklasse ganz weit vorne und überholt vergleichbare Smartphones wie das Xperia XA2 Plus (Testbericht) von Sony mit 71.000 oder das Samsung Galaxy A6+ (Testbericht) mit 67.000 Punkten. Doch wenn es einem nur um das Datenblatt geht, ist das Flaggschiff-Smartphone Pocophone F1 von Xiaomi (Testbericht) aktuell unschlagbar mit seinem Preis-Leistungs-Verhältnis: 260.000 Punkte im Benchmark für 369 Euro. Wie gesagt, es sind lediglich Zahlen; sie sagen quantitativ etwas aus, nicht qualitativ.

Asus Zenfone 5

Zurück zum Zenfone 5: Das Telefon hat einen Modus namens AI Boost. Dieser soll laut Asus auf die Methoden der künstlichen Intelligenz zurückgreifen, Ressourcen bündeln und schlussendlich die mehr Leistung für 3D-Spiele und rechenintensive Apps bereitstellen. Ob das System über eine Interferenzmaschine verfügt oder wie genau die KI-Komponente funktioniert, erklärt Asus nicht. Bei näherer Betrachtung der Ergebnisse mit und ohne AI Boost spielt die Funktion auch kaum eine Rolle: Die Leistungssteigerung liegt lediglich bei nicht signifikanten 2,41 Prozent. Darüber hinaus ist die Performance des Zenfone 5 für aufwendige 3D-Spiele ungenügend, die Wiedergabe ist stotternd. Selbiges gilt für Virtual Reality: Im Benchmark von Vrmark Professional Edition kommt es auf einen Punktwert von 670. Für die flüssige Wiedergabe müsste der Wert über 3800 liegen.

Asus Zenfone 5

Der Speicher des Telefons hat eine Größe von 64 GByte. Dem Nutzer stehen davon 45 GByte zur Verfügung. Das entspricht einem überdurchschnittlichen Anteil von 71 Prozent. Wer mehr braucht, setzt eine Speicherkarte im Format Micro-SD ein. Alternativ speist das Zenfone 5 auch eine zweite Nano-SIM-Karte. Den Speicher erweitern und zeitgleich eine zweite SIM nutzen geht allerdings nicht. Das klappt unter anderem mit dem Motorola Moto G6 (Testbericht). Eine im Test verwendete Micro-SDXC mit 400 GByte funktionierte einwandfrei. Welche Speicherkarte die beste für Android ist, haben wir ausführlich getestet: Kaufberatung & Test: Welche MicroSD-Karte für Android?

Asus Zenfone 5

Der fest eingebaute Akku des Zenfone 5 hat eine Kapazität von 3300 mAh. Bei moderater Nutzung hält das Asus-Smartphone etwa einen Arbeitstag durch und will danach für eine Stunde und 56 Minuten an die Steckdose, wobei 33 Prozent des Akkus schon nach 30 Minuten gefüllt sind. Im Test mit einem durchlaufenden Videostream über das WLAN und bei maximaler Display-Helligkeit hält das Zenfone keine acht Stunden aus, das ist 38 Prozent weniger, als beim Xperia XA2 Plus.

Auf dem Zenfone 5 ist Android in der veralteten Version 8.0 Oreo installiert, ein Update auf 8.1 Oreo oder Upgrade auf 9.X Pie ist nicht zeitnah in Aussicht. Offiziell soll das Upgrade aber folgen. Zumal die Erfahrung zeigt, dass Asus nicht der schnellste und zuverlässigste Hersteller ist, wenn es um Software-Aktualisierungen geht. Auch negativ: Der monatliche Sicherheits-Patch von Google wurde seit Juli nicht mehr aktualisiert.

Was gibt es sonst zu wissen? In das Internet geht das Zenfone 5 über schnelles WLAN und LTE. Für den Datenaustausch und das Musikstreaming steht Bluetooth 5.0 zur Verfügung, NFC ist dabei, genau wie der Empfang von UKW-Radio. Für die Wiedergabe von Musik stehen Duallautsprecher mit Stereoeffekt bereit. Sie sind klar und klaut. Empfang und Gesprächsqualität waren im Test hervorragend.

Asus Zenfone 5

Eines der hervorzuhebenden Punkte des Zenfone 5 ist das Display. Es misst 6,2 Zoll (ca. 16 cm) in der Diagonalen und löst mit Full-High-Definition+ auf, das sind 2246 × 1080 Pixel im schlanken 2,08:1 Format. Zugegeben: 2,4 Millionen Bildpunkte auf einem derart großen Bildschirm sind zwar nicht viel, aber dennoch ausreichend, wenn es man nicht gerade VR-Inhalte konsumieren möchte, für die das Telefon sowieso nicht ausgelegt ist. Für den Alltag genügt auch eine Bildschärfe respektive Pixeldichte von 401 Pixel pro Zoll (ppi).

Auch Asus ist auf den Trendzug aufgesprungen und verpasst dem Zenfone 5 eine Einkerbung –besser bekannt unter dem Begriff Notch. Im Wegschnitt der Anzeige sitzen Kamera, Lautsprecher und Sensoren für Helligkeit und Distanz. Die Ecken des Bildschirms sind zudem abgerundet, so kommt das Kante-zu-Kante-Design des Asus Zenfone 5 zustande, das den Rahmen auf ein Minimum reduziert und die Display-Fläche auf ein Maximum erhöht.

Asus Zenfone 5

Das Display hat eine überdurchschnittliche Helligkeit von 512 Candela pro Quadratmeter (cd/m2). Die Farben sind brillant und sehr realistisch, aber nicht übersättigt. Qualitativ ist das Display des Zenfone 5 vergleichbar mit dem IPS-LCD des Apple iPhone 8 Plus (Testbericht).

Die Dualkamera des Asus Zenfone 5 wirkt dagegen schon fast normal, wenn man die hochwertige Display-Komponente in Kontrast setzt. Die Aufnahmen sind grundsätzlich etwas dunkel und die Farben matt. Zudem mangelt es enorm an Schärfe, weshalb gut beleuchtete Objekte sogar etwas verwaschen wirken. Der Autofokus reagiert träge, arbeitet jedoch präzise, wenn das Motiv einmal scharfgestellt ist.

Die auf der Rückseite angebrachte Dualkamera kombiniert einen 12- und 5-Megapixel-Bildsensor miteinander. Die Assistenzkamera mit der niedrigeren Auflösung lässt sich zudem eigenständig für weitwinklige Bilder nutzen. Eine optische Bildstabilisatoren (OIS) hat die Kamera übrigens auch.

Gut gefallen hat uns die übersichtliche und selbsterklärende Kamera-Applikation. Trotz der vielen Funktionen wie HDR oder Bild mit weichem Hintergrund ist alles beschriftet und schnell zu finden.

Asus Zenfone 5

Blau

Asus Zenfone 5

Silber

Das Zenfone 5 ist ein solides Mittelklasse-Smartphone, allerdings ist die aufgerufene UVP von 399 Euro etwas zu hoch angesetzt. Optisch ein Hingucker, kann es auch technisch überzeugen und reicht für die Mehrheit der Nutzer aus, sofern 3D-Spiele und hohe Rechenkapazität nicht auf dem Tagesprogramm stehen.

Zu den Stärken zählt zudem das helle und brillante Display. In Sachen Akku und Software ist es schwach aufgestellt. Der Kauf könnte sich lohnen, wenn der Preis auf etwa 300 Euro fällt. Eine deutlich preiswertere Alternative mit mehr Leistung stellt das Pocophone F1 von Xiaomi dar.

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