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Asus ZenFone 4 Test: Mittelklasse, teuer und gute Dual-Kamera

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Insgesamt fünf Geräte umfasst die neue ZenFone-4-Serie von Asus. Wir haben uns das Zenfone 4 (ohne Namenszusatz) angeschaut, dass preislich unterhalb der Pro-Ausführung und oberhalb der Ausführungen Zenfone 4 Selfie Pro und ZenFone 4 Max liegt. Was das knapp 500 Euro teure Smartphone zu bieten hat, erfahrt Ihr in unserem Test.

Das ZenFone 4 hat optisch nichts mehr mit den früheren ZenFones zu tun, denen Asus seinerzeit ein aus der Masse herausstechendes Design verpasste. Schade eigentlich, denn das ZenFone 4 hat keine starke „Personality“ mehr, es ist nur ein weiteres Smartphone auf dem Markt, das sich dem gängigen Handy-Schönheitsideal bedient, das vom iPhone stark geprägt wurde. Das ist prinzipiell nichts Schlechtes, aber wer schon mal ein ZenFone 3 Deluxe (Testbericht) in den Fingern hatte, der wird sich wahrscheinlich auch fragen, warum Asus seine Eigenständigkeit in Sachen Design aufgegeben hat.

Waren wir beim ZenFone 3 Deluxe schwer begeistert von der Haptik, hält sich unser Begeisterung beim ZenFone 4 in Grenzen. Das 165 Gramm schwere Smartphone ist zwar gut verarbeitet und liegt mit seinen Abmessungen von 155,4 × 75,2 × 7,5 Millimeter und den abgerundeten Seiten keineswegs schlecht in der Hand. Vorn und hinten Glas und rundherum ein Metallrahmen, das ist jedoch schlicht nichts Besonderes und nicht vergleichbar mit dem eigenständigen Design und der Haptik des ZenFone 3 Deluxe.

Unterhalb des Bildschirms sitzt mittig ein Fingerabdrucksensor, der auch als Homebutton dient. Links und rechts davon sind zwei beleuchtete Android-Bedientasten mit haptischem Feedback untergebracht. Unten gibt es einen UBS-Type-C-Anschluss, das Mikrofon und einen Lautsprecher, der in Verbindung mit dem Lautsprecher oberhalb des Displays ein Stereopaar bildet. Lautstärkewippe und Powerbutton sind rechts, die Hauptkamera auf der Rückseite links oben. Zum Lieferumfang gehören neben Netzteil eine Schutzhülle und ein Kopfhörer.

Beim Prozessor fiel die Wahl auf einen Snapdragon-630-Chip, einen Octacore-Prozessor mit einem Maximaltakt von 2,2 GHz. Der Arbeitsspeicher ist satte 6 GByte groß. Der interne Speicher fasst 64 GByte und ist per microSDXC-Karte um bis zu 2 TByte erweiterbar. Außerdem gibt es 100 GByte bei Google Drive für 1 Jahr kostenlos. Wird eine Speicherkarte genutzt, ist der eine der beiden SIM-Kartenschächte belegt. Wer Dual-SIM-Funktionalität möchte, muss auf die Möglichkeit der Speichererweiterung verzichten. Im mobilen Internet unterstützt das ZenFone 4 LTE der Kategorie 13 mit bis zu 600 Mbit/s im Download, zumindest auf dem Papier. Ins WLAN geht das Handy nach 802.11 a, b, g, n und ac. Neben GPS gibt es auf Konnektivitätsseite noch NFC und Bluetooth 5.0. Neben einem fest verbauten 3300-mAh-Akku, der per Schnellladetechnologie QuickCharge 3 geladen wird, gehören noch Stereolautsprecher und ein Fingerabdrucksensor zur Ausstattung des Telefons.

Das 5,5 Zoll große Display des ZenFone 4 löst Full HD auf, also 1920 × 1080 Pixel. Asus verspricht bis zu 600 nits Helligkeit und in der Tat – der Bildschirm ist einer der hellsten, den wir in den letzten Monaten bei einem Smartphone gesehen haben. Geschützt wird das Display von an den Seiten leicht gekrümmtem 2.5D-Glass von Corning (Gorilla Glas). Farbdarstellung und Blickwinkelstabilität des Handys sind gut und das Panel reagiert präzise auf Eingaben.

Bild: Techstage

Mit seinem Snapdragon-630-Chip kommt das Zenfone 4 auf knapp 65.000 Punkte im AnTuTu-Benchmark. In der Praxis lief das Handy schnell und sehr flüssig, auch aktuelle Spiele wie Modern Combat 5, Real Racing oder Asphalt 8 waren mit hohen Grafikeinstellungen kein Problem. Der Fingerabdrucksensor reagiert ebenfalls schnell und zeigte sich zuverlässig. Was die Akkulaufzeit angeht, kamen wir auch bei reger Nutzung in der Regel über den Tag, komplett aufladen dauert um die 1 ½ Stunden. Das ZenFone 4 will mit Stereolautsprechern punkten, was jedoch nicht gelingt. Das Problem an der Sache ist dabei der Speaker oberhalb des Displays; der ist nämlich leiser, als der Lautsprecher am unteren Rand.

Asus preist das ZenFone 4 mit dem Slogan „We love photo“ an und da nimmt der Hersteller den Mund gar nicht mal zu voll, zumindest nicht, was die Hauptkamera angeht. Bei dieser handelt es sich um eine Dual-Kamera, eine Kombination aus 12-Megapixel-Kamera mit IMX362-Sensor von Sony mit 1,4 µm großen Pixeln und einer f/1.8-Blende und einer 8-Megapixel-Knipse mit 120-Grad-Weitwinkelobjektiv. Die Performance der Dual-Cam wird Asus zufolge von einem Qualcomm-Spectra-160-Bildsignalprozessor zusätzlich gesteigert, und auch das könnte durchaus hinkommen: Die Kamera reagiert bemerkenswert schnell und löst superflink aus. Zwischen beiden Kameras wechselt der Nutzer in der Kamera-App komfortabel.

Im Hauptkamera-Modus arbeiten beide Linsen aber auch zusammen. Asus verspricht dadurch – in Verbindung mit der PixelMaster Technologie – „einen blitzschnell reagierenden Phasenerkennungs- und Objektverfolgungs-Autofokus“, außerdem keine unscharfen und verwackelten Aufnahmen durch sowohl optische als auch elektronische Bildstabilisation und realistische Farben dank eines integrierten Farbkorrektursensors. Das ist auf den ersten Blick ziemlich viel Marketing-Blabla, bringt es aber recht gut auf den Punkt. Im Hauptkamera-Modus ist die Bildqualität auf hohem Niveau mit auffällig feinen Details und die Farbdarstellung sehr gut, ohne zu überzeichnet rüberzukommen. Wie schon erwähnt, reagieren Fokus und Auslöser sehr schnell und auch die Bildstabilisation bei Videos funktioniert sehr gut für eine Smartphone-Kamera. Zwar nimmt das ZenFone 4 auch in 4K-Auflösung auf (mit 30 fps, bei Full HD mit 60 fps), damit schienen der Bildsignalprozessor und die CPU allerdings etwas überfordert zu sein. Das Ergebnis waren Aufnahmen in schlechtere Qualität als in Full HD und Hänger in den Clips.

Die Weitwinkelkamera für sich genommen kann es bei Weitem nicht mit dem Hauptkamera-Modus, also der Kombination beider Kameras, aufnehmen. Die Qualität von Bildern und Videos ist sichtlich schwächer und in Low-Light-Szenarien empfiehlt die Kamera-App selbst wegen zu wenig Licht in den Hauptkamera-Modus zu schalten. Zurecht, wie unsere Testaufnahmen gezeigt haben. Auch die Frontcam mit ihren 8 Megapixel und einer f/2.0-Blende ist nichts Besonderes, liefert im Idealfall aber ansehnliche Ergebnisse. Die Kamera-App des ZenFone 4 ist übersichtlich aufgebaut und bietet einige Spielereien wie Zeitlupe, Zeitraffer oder 48-Megapixel-Bilder. Diese werden aus vier 12-Megapixel-Fotos zusammengesetzt.

Auf dem ZenFone 4 läuft Android 7.1.1 Nougat (Upgrade auf Android 8.0 Oreo wurde bereits angekündigt) mit Sicherheitspatch vom 01. August 2017 und ZenUI 4.0 on top. Dies beinhaltet sowohl optische als auch softwareseitige Änderungen und Anpassungen von Asus. Wie viel Mehrwert diese bieten, muss der Nutzer für sich entscheiden. Wirklich herausstechende Optionen haben sich uns keine gezeigt.

Zu den Features gehören beispielsweise zwei Spezialmodi, bei denen für bestimmte Apps eine PIN und eine maximale Nutzungszeit eingestellt werden können (Kindermodus) oder das User Interface für ältere Herrschaften übersichtlicher dargestellt, und auf die wichtigsten Funktionen beschränkt wird (Einfacher Modus). Hinter ZenUI-Schutz verbergen sich Möglichkeiten um seinen Standort schnell Familie oder Freunden mitzuteilen oder in Notfällen schnell einen SOS-Anruf oder eine SMS abzusetzen. Im Mobile Manager hingegen finden sich Optionen bezüglich der Datennutzung, zum Bereinigen des Systems und des Arbeitsspeichers und bezüglich Sicherheit und Berechtigungen.

ASUS ZenFone 4 ZE554KL schwarz

Schwarz

ASUS ZenFone 4 ZE554KL weiß

Weiß

Zwar hat uns die Hauptkamera des ZenFone 4 sehr gut gefallen, allerdings ist diese nicht auf dem Niveau aktueller Top-Modelle wie beispielsweise dem Galaxy S8 von Samsung (Testbericht) – und das Handy bekommt man mittlerweile im günstigsten Fall schon für knapp 500 Euro. Und so stellt sich die Frage, warum man eben soviel Geld für ein Handy ausgeben sollte, das prinzipiell zwar kein schlechtes Gerät ist – mit gutem und hellem Display, ordentlicher Performance, guter Kamera, schnellem Fingerabdruckscanner und großem RAM und Speicher –, einem Gerät wie dem Galaxy S8 aber in fast allen Bereichen unterlegen.

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