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Antec Mercury 120 im Test: Wasserkühlung mit Einzellüfter

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Die Mercury 120 ist eine Wasserkühlung mit einzelnem Lüfter und platzsparenden Radiator für kleinere Gehäuse. Wir klären im Test, ob das Konzept aufgeht.

Nachdem wir mit der Alphacool Eisbaer 280 (Testbericht) und der Corsair HydroSeries H115i (Testbericht) bereits komplette Wasserkühlungen mit doppeltem Lüfter getestet haben, widmen wir uns diesmal der Antec Mercury 120, einem Exemplar mit nur einem Lüfter.

Flüsterleise bei maximaler Kühlung – dieses Versprechen begegnete uns bereits bei den Wasserkühlungen von Alphacool und Corsair. Auch die Antec Mercury 120 macht da keine Ausnahme. Mit einem aktuellen Straßenpreis von rund 60 Euro kostet sie aber deutlich weniger, was auch der geringeren Größe geschuldet ist. Käufer bekommen die folgenden Features geboten:

  • Radiator aus Aluminium mit Kühlkörper aus Kupfer
  • Lüfter: 1x 120mm mit 900-1800 U/min und einer Lautstärke von 30 dbA
  • RGB-Beleuchtung (steuerbar per Motherboard)
  • PTFE-ummantelte Schläuche mit Nylon-Hülle
  • Halterung für Intel- und AMD-Prozessoren
  • Wärmeleitpaste (Tube)

Die Antec Mercury 120 besteht wie auch die beiden Wasserkühlungen von Corsair und Alphacool aus einem Pumpen-Header, den wir auf dem CPU-Sockel befestigen, einem Radiator inklusive Pumpe und zwei Schläuchen sowie dem Lüfter. Antec verspricht für die Schläuche eine Lebensdauer von 15 Jahren und eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion.

Die RGB-Beleuchtung besteht aus 30 LEDs auf dem Lüfter sowie weiteren LEDs auf der Pumpe selbst, wobei sich die Farbe der Pumpe je nach Temperatur des Prozessors verändert. Nutzer können die Beleuchtung der Lüfter per 12V-Header an das Motherboard anschließen. Der 120-mm-PWM-Lüfter verfügt laut Antec über eine Lebensdauer von 40.000 Stunden bei einer angenommenen Raumtemperatur von 25° Celsius.

Wer sich für die Antec Mercury 120 entscheidet, hat die Möglichkeit, sie auf verschiedenen Intel- und AMD-Prozessoren zu montieren. Der Hersteller legt der Verpackung die nötigen Bauteile zur Montage bei. Die Kühlung unterstützt folgende Sockel:

  • Intel: LGA 2066 / 2011-V3 / LGA2011 / LGA1366 / LGA1156 / 1155 / 1151 / 1150 / 775
  • AMD: TR4/ AM4 / AM3+ / AM3 / AM2+ / AM2 / FM2+ / FM2 / FM1

Ein großer Vorteil der Mercury 120 besteht beim Einbau im Vergleich zu Wasserkühlungen mit zwei Lüftern und einem entsprechend großen Radiator in der Größe: Weil diese Kühlung von Antec nur einen Lüfter benötigt, müssen wir im Gehäuse weniger Platz beim Einbau einplanen. Das war es dann aber auch schon mit den positiven Punkten, die wir zu dieser Wasserkühlung in Sachen Einbau zu berichten haben.

Die Backplate der Mercury 120 passte in unserem Fall nicht ganz exakt auf unser Mainboard, weshalb wir die Wasserkühlung nicht wie vorgesehen befestigen konnten.

Denn die Montage der Mercury 120 erweist sich im Vergleich mit anderer von uns getesteten Hardware als ziemlich fummelig. Das liegt vor allem daran, dass Antec die Bauteile für die Befestigung in diversen Einzelteilen ausliefert, die erst zusammengesetzt, angeschraubt und vor allem korrekt ausgewählt werden wollen. Die sparsame Anleitung hilft hier nur bedingt weiter.

Haben wir die Befestigung für unseren Sockel am Kühlkörper montiert, stehen wir vor dem nächsten Problem: der Backplate. Deren Löcher für die Mainboard-Schrauben sind nämlich so knapp platziert, dass es uns im Test nicht gelang, die Backplate passgenau an der Rückseite des Mainboards zu montieren. Zwar konnten wir den Kühlkörper trotzdem fest und sicher auf den Sockel schrauben – trotzdem sollte der Hersteller hier unbedingt nachbessern.

Ein kleiner Pluspunkt: Die Kühlung lässt sich in größeren Gehäusen montieren, ohne das wir das Mainboard extra ausbauen müssten. Allerdings fallen die Kühlschläuche und auch die Anschlusskabel der RGB-Beleuchtung ziemlich kurz aus – auch hier hätten wir uns etwas mehr Flexibilität gewünscht.

Trotzdem befindet sich der Aufwand beim Einbau der Mercury 120 noch im erträglichen Rahmen – von den besagten Ärgernissen bei der Passgenauigkeit abgesehen. Ungeübte Schrauber benötigen maximal 30 Minuten, um die Kühlung zu montieren; Experten haben den Einbau in der halben Zeit abgeschlossen. Antec legt übrigens ausreichend zusätzliche Schrauben bei, sodass man keine negativen Folgen durch eventuell verlustig gegangenes Material befürchten muss.

Die RGB-Beleuchtung des Lüfters und der Pumpe sieht nicht nur schick aus: Die Pumpen-LEDs verändern je nach Temperatur auch ihre Farbe.

Ist die Wasserkühlung ordentlich im Gehäuse und am Mainboard verbaut, geht es ans Eingemachte und die Frage: Was taugt die Mercury 120 in der Kühlpraxis? Um das zu klären, haben wir die Hardware bei einer bei einer durchschnittlichen Zimmertemperatur von 22 Grad Celsius sowohl im Leerlauf als auch unter Volllast im Stresstest laufen lassen. Nach rund 20 Minuten Laufzeit haben wir anschließend die Temperatur der CPU mithilfe des Programms Hwinfo gemessen. Das System (Intel Core i5 3750, AMD Radeon RX 480) erreichte dabei im Leerlauf folgende Temperaturwerte:

  • CPU-Temperatur bei 50 Prozent Lüfterleistung: 34 – 36 Grad Celsius
  • CPU-Temperatur bei 75 Prozent Lüfterleistung: 33 - 35 Grad Celsius
  • CPU-Temperatur bei 100 Prozent Lüfterleistung: 31 – 34 Grad Celsius

Unter Volllast im Stresstest ergaben sich leicht erhöhte Temperaturen:

  • CPU-Temperatur bei 50 Prozent Lüfterleistung (1300 RPM): 44 - 47Grad Celsius
  • CPU-Temperatur bei 75 Prozent Lüfterleistung (1950 RPM): 41 - 46Grad Celsius
  • CPU-Temperatur bei 100 Prozent Lüfterleistung (1970 RPM): 40 - 44Grad Celsius

Obwohl die Mercury 120 im Vergleich zu den beiden anderen von uns getesteten Wasserkühlungen lediglich mit der halben Lüfteranzahl läuft, überzeugte die Kühlleistung durchweg und lag selbst bei halber Lüfterleistung unter Last deutlich unterhalb der potentiell kritischen Temperaturgrenze von 70 Grad Celsius. Nach 20 Minuten erreichte unsere CPU eine maximale Temperatur von 47 Grad Celsius bei maximaler Last und halber Lüfterleistung.

In Sachen Geräuschentwicklung ordnet sich die Mercury 120 im oberen Mittelfeld ein: Bei voller Lüfterleistung arbeitet der Lüfter hörbar, allerdings nicht unerträglich laut. Er erreicht in einem halben Meter Abstand vom Gehäuse eine Lautstärke von durchschnittlich 37,1 Dezibel. Dieser Wert stieg in direkter Gehäusenähe auf 41,5 Dezibel. Bei halber Lüfterleistung verringerte sich die Lautstärke auf 29,8 Dezibel (50 Zentimeter Abstand) beziehungsweise 33,9 Dezibel (direkt am Gehäuse).

Haben wir die Mercury 120 in Bezug auf den Einbau und insbesondere die Backplate noch kritisiert, können wir uns ansonsten über die Verarbeitung dieser Antec-Wasserkühlung nicht beschweren. Der Hersteller hat rundum solide Teile verbaut, die einen hochwertigen Eindruck hinterlassen.

Während Radiator und Kühlkörper aus Metall (Aluminium beziehungsweise Kupfer) gefertigt sind, bestehen die Schläuche und der Lüfter aus Plastik. Die Flexibilität der Schläuche empfanden wir im Test als ausreichend, aber hier bleibt noch Luft nach oben.

Antec Mercury M120 (0-761345-10983-3)

Antec Mercury 120

Antec Mercury M120 RGB (0-761345-74012-8)

Antec Mercury M120 RGB

Obwohl die Antec Mercury 120 im Test bei der Kühlleistung trotz des einzelnen Lüfters durchaus mit größeren Wasserkühlungen mithalten konnte, fällt unser Urteil nicht nur positiv aus. Denn einige Kleinigkeiten trüben das ansonsten positive Gesamtbild.

Allen voran steht der Einbau – hier sollte Antec dringend nachbessern. Die Ungenauigkeiten bei der Backplate sind einfach ärgerlich und gestalten die Montage der Wasserkühlung ebenso unnötig fummelig wie die vielen Einzelteile, die erst zusammengesetzt und an den jeweiligen CPU-Sockel angepasst werden wollen.

Auch die etwas kurzen Schläuche fallen negativ ins Gewicht. Die Lautstärke der Lüfter liegt außerdem leicht über der vergleichbarer Wasserkühlungen. Sie bewegt sich zwar noch im erträglichen Bereich – selbst bei voller Lüfterleistung. Wer aber eine Kühlung für einen Silent-PC sucht, ist anderswo besser beraten.

An anderer, entscheidender Stelle weiß die Antec Mercury 120 aber durchaus zu überzeugen: Bei der reinen Kühlleistung braucht sich diese Wasserkühlung durchaus nicht vor größeren Modellen mit der doppelten Lüfterzahl zu verstecken. Auch die ansprechende Optik mit der schicken RGB-Beleuchtung weiß zu überzeugen.

Gaming-Enthusiasten, die eine sehr gute Wasserkühlung für kleines Geld suchen und die über die erwähnten kleinen Schwächen hinwegsehen können, machen mit der Mercury 120 von Antec definitiv nichts falsch. Wer einen besonders leistungsfähigen Prozessor mit hoher Wärmeentwicklung besitzt und Wert auf eine geringstmögliche Lautstärke legt, ist mit einer leisen Doppellüfter-Wasserkühlung allerdings besser bedient.

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