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Anker Soundcore Spirit Pro: günstige Sportkopfhörer

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Anker bewirbt die kabellosen Soundcore Spirit Pro als „absolut wasserdicht”, schweißfest und mit erstklassigem Klang. Im Test prüfen wir, ob die Sportkopfhörer diese Versprechen erfüllen.

Die Kopfhörer sind überraschend elegant. Im Testumfeld waren sie die günstigste Lösung, dennoch setzt Anker auf Aluminium und hochwertige Materialien. An den beiden Kopfhörer sind zwei Silikonkomponenten: Die Ohrstöpsel, Anker nennt sie „EarTips”, und die Flügel zum Befestigen, die „EarWings”. Der Hersteller legt jeweils sechs EarTips und EarWings in verschiedenen Größen bei.

Anker legt zusätzliche Ohrstöpsel und Flügel sowie ein Ladekabel, eine Tragetasche und eine Klammer bei.

Die beiden Kopfhörer verbindet ein relativ dünnes Kabel, deutlich dünner als etwa bei den Bose Soundsport Wireless (Testbericht). Daran befindet sich nicht nur eine Kabelfernbedienung samt Ladebuchse mit Micro-USB, sondern auch eine Einstellmöglichkeit, um das Kabel kürzer oder länger zu machen. Die flachen Seiten der Kopfhörer sind magnetisch und lassen sich so bequem vor dem Hals zusammenklippen. Sehr praktisch, so baumeln sie bei Nichtnutzung nicht unnötig herum.

Die Soundcore Spirit Pro sind Ankers Ansatz für schweißresistente und wasserdichte Kopfhörer. Sie kommen mit einer IP68-Zertifizierung, damit sind sie nicht nur gegen Staub geschützt, sondern lassen sich auch dauerhaft untertauchen. Das ist deswegen interessant, weil der Micro-USB-Anschluss nicht mit einer Kappe geschützt ist. In jedem Fall sind sie auch bei längeren Workouts gegen Schweiß geschützt und sind problemlos unter laufendem Wasser waschbar. Anker schweigt sich darüber aus, ob sich die Kopfhörer auch zum Schwimmen eignen - wir würden damit aber nicht in den Pool hüpfen.

Die Kopfhörer unterstützen keine Multipoint-Verbindung, zumindest im Test ließen sie sich immer nur mit einem Gerät nutzen.

Die beiden Kopfhörer lassen sich magnetisch zusammenstecken.

Dank der Silikonflügel sitzen die Kopfhörer fest im Ohr. Zusammen mit den Ohrstöpseln halten sie auch beim Sport, etwa Laufen oder Radfahren, stabil am Kopf.

Im Test konnten wir sie über einen längeren Zeitraum ohne Probleme tragen. Wichtig ist allerdings, dass man die Aluminiumkörper der Kopfhörer nach dem Einsetzen etwas dreht. Sie haben gegenüber dem Kabelanschluss jeweils eine kleine Plastiknoppe, die sich schmerzhaft ins Ohr bohren könnte. Diese kann man aber so drehen, dass sie nicht bemerkbar ist.

Gestört hat uns beim Sport aber das Kabel zwischen den Kopfhörern. Die Kabelfernbedienung auf der rechten Seite sorgt dafür, dass es in diese Richtung gezogen wird. Das Kabel lässt sich zwar hinten am Nacken verkürzen, insgesamt hat uns die Lösung beim Bose-Kopfhörer oder dem OnePlus Bullet Wireless (Testbericht folgt) gerade bei längeren Laufstrecken besser gefallen. Alternativ kann man das Kabel vor dem Körper mit einer mitgelieferten Klammer festmachen.

Die Kopfhörer liefern einen schönen, dynamischen Klang über das komplette Spektrum. Höhen sind ebenso gut zu hören wie der Bass, der zum Glück nicht überhandnimmt. Selbst bei sehr basslastigen Songs wie „The Weekend” von The Hills hört man den Rest des Songs noch immer sehr gut.

An der Kabelfernbedienung ist auf der Rückseite auch ein Anschluss zum Laden der Kopfhörer. Ein langer Druck auf "Plus" und "Abspielen" schaltet die verschiedenen Equalizer-Funktionen durch.

Eine App mit Einstellungsmöglichkeiten gibt es nicht, stattdessen ist ein Equalizer in das Headset verbaut. Ein gleichzeitiger langer Druck auf die Lauter- und die Abspielen-Taste aktiviert die verschiedenen Optionen. Das funktioniert überraschend gut: Der Equalizer verstärkt den Bass, was gerade beim Laufen für einen ziemlich guten Rhythmus sorgt. Dabei klingt aber selbst Klassik wie die „Habanera” aus Carmen ziemlich wuchtig und satt. Leider kann man nicht sehen, in welchem Modus der Kopfhörer ist, hier hilft nur ausprobieren.

Anker verbaut die aptX-Technologie von Qualcomm. Die meisten Smartphones der Oberklasse und oberen Mittelklasse unterstützen den Chipsatz, eine Übersicht gibt es auf dieser Seite.

Anmerkung: Klang ist immer subjektiv und von Ohr zu Ohr verschieden. Um die Kopfhörer dennoch vergleichen zu können, nutzen wir die Spotify-Playliste „Speaker Testing Tracks” von Cambridge Audio, in höchster Qualität lokal gespeichert. Im Blog erklären die Macher sehr gut, warum sich die gewählten Titel zum Testen von Kopfhörern und Boxen eignen.

Beim Mikrofon gibt es dagegen nichts zu meckern. Das funktioniert sehr gut, das Gegenüber hat uns selbst beim Radfahren deutlich verstanden.

Die Kopfhörer sind wahre Langläufer. In unserem Praxistest konnten wir bei voller Lautstärke gut 9:50 Stunden Musik hören. Anker selbst gibt zehn Stunden an, das kommt also gut hin. Gefühlt gingen die letzten 20 Prozent Akkuleistung deutlich schneller nach unten als die ersten 80. Die Kopfhörer spielen dann in regelmäßigen Abständen ein kurzes Signal.

Geladen ist das Headset in rund 40 Minuten. Das ist schneller als beim Bose Soundsport Wireless (Testbericht), allerdings wäre eine USB-C-Unterstützung hier ein echter Gewinn. Nicht nur lädt die schneller, mit einem USB-C-auf-USB-C-Kabel könnte man den Kopfhörer auch vom Smartphone aus aufladen.

Die Kopfhörer laden gleichmäßig auf, nach rund 40 Minuten waren sie im Test wieder voll.

Die Anker Soundcore Pro sind gute Sport- und Allround-Kopfhörer. Für den Preis liefern sie einen enorm ausgeglichen Klang mit der Option, den Bass stärker hervorzuheben. Das Einstellen des Kabels ist etwas nervig, gerade die Kabelfernbedienung könnte etwas weiter mittig sein. Auch ein dickeres Kabel wäre schön gewesen.

Alles in allem eignen sich die Kopfhörer aber sehr gut für Sportler, gerade für den Preis.

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