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Anker Soundcore Life Q30 im Test: ANC-Kopfhörer unter 80€

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Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung, langer Akkulaufzeit und ordentlichem Klang für unter 80 Euro. Das klingt nach einem zu guten Angebot. Hat der Anker Soundcore Life Q30 versteckte Schwachstellen?

Anker kennt man vor allem durch Powerbanks und Telefon-Zubehör. Der Hersteller hat aber noch mehr im Programm, darunter viele Kopfhörer. Interessant wird es für alle, die einen Over-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth und aktiver Geräuschunterdrückung suchen. Denn mit dem Soundcore Life Q30 liefert Anker ein neues Produkt, dass die Schwächen seines Vorgängers, des Anker Q20 (Testbericht) wett macht und dennoch überraschend günstig ist.

Der Anker Q30 steckt neben der Verpackung, in einer Box aus Kunststoff mit Stoff-Applikation. Neben dem Kopfhörer steckt darin auch ein Ladekabel, ein Klinkenkabel (3,5 mm auf 3,5 mm) und etwas Lesematerial. Der Kopfhörer lässt sich zusammenfalten, außerdem kann man die Ohrmuscheln seitlich drehen. Damit ist der Anker Q30 kompakt und gut zu verstauen.

Die Bedienung erfolgt über Knöpfe an den Ohrmuscheln. Links ist der Ein/Ausschalter, der USB-C-Anschluss sowie der Taster für die ANC-Modi. Rechts sitzt unten die Taste für Pause/Wiedergabe sowie die Klinkenbuchse und Tasten für Lauter und Leiser. Leider besitzt nur die Leiser-Taste eine Markierung, so dass man sich blind von dieser zu den anderen Knöpfen tasten muss. Ein kleines Manko: Der Anker Q30 pausiert die Wiedergabe nicht automatisch, wenn man den Kopfhörer abnimmt, das ist in dieser Preisklasse aber zu erwarten.

Das Pairing mit dem Smartphone funktioniert problemlos, ein langer Druck auf den Ein/Ausschalter wechselt in den entsprechenden Modus. Alternativ startet man die Kopplung per NFC. Neben der kabellosen Verbindung kann man den Anker Q30 über das mitgelieferte Kabel an einem PC oder einem Smartphone anschließen. Eine Verbindung per USB ist leider nicht möglich, der USB-C-Anschluss ist nur zum Laden des Kopfhörers vorgesehen.

Anker setzt konsequent auf Kunststoff, echtes Leder gibt es in dieser Preisklasse nicht. Das macht aber nichts, denn die Kopfhörer sind auch über einen längeren Zeitraum angenehm zu tragen. Sie sind groß genug, dass sie die Ohren sauber abdecken, ohne dass man bei zu langem Tragen schwitzt. Auch drückt der Bügel nicht.

Der Vorgänger bekam wegen seines flachen Klangs Kritik. Das hat Anker bei den Q30 deutlich verbessert. Die Kopfhörer haben einen voluminösen Klang, der vor allem den Bass bevorzugt. Dabei saufen die Mitten und Höhen aber nicht ab, auch wenn der Bass dennoch präsent bleibt. Die Kopfhörer sind wie gemacht für aktuelle, gut abgemischte Songs wie Taylor Swifts You Need To Calm Down. Ein weiteres gutes Klangbeispiel ist Da Rockwilder von Method Man und Redman. Der Song ballert mit voller Wucht aus den Kopfhörern, der Bass drückt auf die Ohren. Klanglich leiden Songs, die stark auf Gitarren setzen, etwa Thunderstruck von AC/DC. Ja, auch hier kommt der Bass gut durch, aber das Gitarren-Intro geht irgendwie unter. Auf der anderen Seite kann diese Betonung Songs komplett verändern. Fiddler On The Green von Demons & Wizards, etwa. Der Anker Q30 erzeugt einen Bassklang, der wie eine drohende Stimmung über dem kompletten Song hängt. Zusammen mit den Gitarren und dem eher sanften Gesang ist das eine interessante Variante des Lieds.

Wer möchte, der kann in der guten App am Equalizer drehen und das Klangbild anpassen, wer mit Bass gut auskommt, der muss dies aber gar nicht. Sprache, etwa Hörbücher oder Podcasts, sind auf dem Anker Q30 sehr gut zu hören. Das gilt auch für Telefonate. Die integrierten Mikrofone arbeiten wunderbar, das Gegenüber konnte uns im Test gut verstehen.

Anker Soundcore Life Q30 (6 Bilder)

Anker Soundcore Life Q30

Um es kurz zu sagen: Die Anker Q30 sind klanglich weniger ausgeglichen als etwa die Huawei Freebuds Studio (Testbericht) oder die Bose NC 700 (Testbericht). Dafür kosten sie aber auch nur ein Bruchteil. Für einen ANC-Kopfhörer unter 100 Euro ist der Ton sehr gut. Wer Hip-Hop oder Elektro hört, der wird mit den Kopfhörern seine Freude haben. Es fehlen allerdings viele der High-Res-Codecs, die teurere Lautsprecher mitbringen. Dazu gehört auch AptX. Die Latenz zu einem Video ist dennoch so gering, dass man problemlos Netflix und Co. ansehen kann.

Die Kopfhörer haben einen seitlichen Knopf, mit dem man die Geräuschunterdrückung in mehreren Modi durchschalten kann. Zur Verfügung stehen Normal (ANC aus), Noise Canceling (ANC An) und Transparency (Außengeräusche werden durchgeleitet). Die Geräuschunterdrückung ist dabei gut, allerdings hat man schnell das Gefühl, in einer Taucherglocke zu stecken. Über die App Soundcore kann man den ANC-Modus weiter anpassen, zur Auswahl stehen Verkehr, Indoor oder Outdoor.

Insgesamt leisten die Kopfhörer für den Preis eine gute Arbeit, gerade, wenn man in einem Büro oder einem lauteren Home-Office arbeitet.

Ohne Frage, hier können die Anker Q30 richtig punkten: Ohne ANC sollen die Geräte bis zu 60 Stunden laufen, mit ANC bis zu 40 Stunden. Das ist unglaublich, noch überraschender ist, dass wir im praktischen Betrieb durchaus an diese Zahlen kommen. Die Anker Q30 hielten in der Praxis locker zwei bis drei Tage exzessive Nutzung am Arbeitsplatz aus, bevor sie warnen, dass sie langsam leer werden. Sprich, normalerweise muss man sie wahrscheinlich nicht mehr als einmal die Woche aufladen. Das dauert dank USB-C-Anschluss zwischen 60 und 90 Minuten.

Die Anker Q30 besitzen einen UVP von 79 Euro, in Aktionen sind sie teilweise deutlich günstiger zu bekommen.

Anker macht mit den Q30 alles richtig. Zwar kann man von ihnen keine solchen exzellenten Klang wie von einem Sennheiser Momentum 3 (Testbericht) oder einem Sony WH-1000XM4 (Testbericht) erwarten, aber die Soundcore Life Q30 kosten weniger als 80 Euro. Dafür bekommt man einen soliden ANC-Kopfhörer, der bequem sitzt, etwas basslastig ist und der dank seines großen Akkus ein absoluter Langläufer ist.

Ja, der Kopfhörer tendiert zum Bass. Damit funktioniert er bei aktueller Pop-Musik aber ziemlich gut, auch ältere Hip-Hop oder sogar Rock-Songs lassen sich gut hören. Es gibt natürlich Geräte, die deutlich feinere Musik liefern – die kosten aber ein Vielfaches.

Alternativen zeigen wir in unserer Bestenliste zu ANC-Kopfhörern und im Artikel ANC-Kopfhörer unter 100 Euro: Das können Budget-Modelle.

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