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Anker Soundcore Infini Pro im Test: Dolby Atmos für 200 Euro

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Die Soundbar Anker Soundcore Infini Pro kostet unter 200 Euro und will dennoch dank Dolby Atmos, 120 Watt und Dolby-Vision-Passthrough mit den Großen mitspielen. Wir haben sie im Test.

Wer beim TV-Schauen Wert auf guten Klang legt, kommt um eine Soundbar kaum herum. Im Ratgeber Soundbars: Fetter Klang für flache TVs zeigen wir, worauf es beim Kauf ankommt. Toll und sehr günstig sind etwa 2.1-Soundbars mit externem Subwoofer (Kaufberatung). Hier haben wir uns bereits vier Modelle im Einzeltests ausführlich angeschaut. Welche die beste ist, verraten wir im Vergleich: 2.1-Soundbars mit kabellosem Subwoofer ab 130 Euro.

Glaubt man den vollmundigen Versprechen der Werbeindustrie, liegt die Zukunft des guten TV-Tons in Dolby Atmos. Hier soll der Klang nicht nur auf einer Ebene von allen Seiten kommen, sondern auch von oben. Für ein unkomprimiertes Signal müssen jedoch alle Komponenten zusammenspielen. Dazu gehört ein eARC-TV-Gerät mit HDMI-2.1-Ausgang (Kaufberatung UHD-TVs) und ein entsprechendes Audio-Ausgabe-Gerät. Eines der besten, aber mit 900 Euro sehr teuren, ist die Soundbar Sonos Arc (Testbericht).

Auch die Anker Soundcore Infini Pro brüstet sich auf ihrer Verpackung groß mit einer Dolby-Atmos-Unterstützung, kostet mit unter 200 Euro aber nur ein Bruchteil der Sonos Arc. Wir drehen sie im Test auf Anschlag und zeigen, ob sich der Kauf lohnt.

In der Anker Soundcore Infini Pro stecken zwei 3-Zoll-Subwoofer mit Bass-Reflex-Röhre, zwei 2,5-Zoll-Mitteltöner und zwei 1-Zoll-Tweeter für die Höhen. Zusammen kommen sie auf eine RMS-Ausgangsleistung von 120 Watt. Damit ist die maximale Lautstärke der Infini Pro mehr aus ausreichend, um auch große Wohnzimmer ohrenbetäubend zu beschallen. Als Eingänge bietet die Soundbar einen 3,5-Millimeter-Klinkenport, HDMI, einen optischen Port und Bluetooth 5.0. Der USB-Port auf der Rückseite lädt Geräte wie das Smartphone oder einen Fire TV Stick 4K (Testbericht).

Anker Soundcore Infini Pro (12 Bilder)

Kleine LEDs signalisierend den aktuellen Eingang.

Eine für viele sehr wichtige Funktion, die bei günstigen Einsteiger-Soundbars häufig fehlt, ist Dolby-Vision-Passthrough. Dabei gibt die Anker-Soundbar die über den HDMI-Eingang eingespeisten Bilddaten in voller 4K-Auflösung an ihren HDMI-Ausgang weiter.

Anker liefert eine Fernbedienung mit. Außerdem können Käufer die Soundcore-App mit der Soundbar verbinden. Die App bietet dann die gleiche Funktionalität wie die Fernbedienung.

Ein Alleinstellungsmerkmal für die Preisklasse ist Dolby Atmos, welches wir mit der UHD-Blu-ray Avengers: Infinity War testen. Das Dolby-Atmos-Audio-Erlebnis beeindruckt uns nicht besonders. Wo uns bei teuren Soundbars wie der Sonos Arc der Klang geradezu umhüllt und aus allen Richtungen zu kommen scheint, wirkt er bei der Anker Soundcore Infini Pro weniger voluminös.

Die Bassreflexröhre sorgt für ordentlich Wumms.

Das liegt auch daran, dass die Infini Pro das unkomprimierte Signal aus dem HDMI-2.1-Port nicht unterstützt und Dolby Atmos nur simuliert. Doch auch an einen HDMI-2.0-Port angeschlossen liefert die Sonos Arc ein immersiveres Klangerlebnis als die Infini Pro. Das überrascht bezüglich des massiven Preisunterschiedes kaum, ist aber bei direktem Vergleich sehr deutlich. Dennoch ist mit etwas Fantasie auch bei der günstigen Anker-Soundbar ein Sound von oben zu vernehmen. Nur fällt dieser simulierte Effekt gegenüber der Sonos Arc (Testbericht) eben ab. Wer Wert darauf legt, dass sich der Klang eindeutig hörbar auch in der Höhe abspielt, sollte besser sparen und zu einer hochwertigeren Soundbar greifen.

Trotzdem wertet die Infini Pro den üblicherweise flachen TV-Klang enorm auf. Die Dialoge sind klar von Sound-Teppich der Filmkulisse getrennt und gut zu verstehen. Das funktioniert im Modus Film bereits sehr gut. Im Modus Stimme regelt die Soundbar die Hintergrundgeräusche noch weiter herunter, auch leise Stimmen sind so gut verständlich.

Neben der einfachen Fernbedienung kann auch eine App die Soundbar Anker Soundcore Infini Pro steuern.

Bezüglich ihrer Bassleistung muss sich die Infini Pro vor teureren Soundbars nicht verstecken. Die zwei Subwoofer tauchen tief in die niedrigen Frequenzen ein und bringen so nicht nur das Trommelfell, sondern auch die Umgebung zum Vibrieren. Zwei Knöpfe auf der Fernbedienung regeln den Bass noch weiter herauf, aber auch herunter. Gerade die Nachbarn werden diese Option zu schätzen wissen. Über weitere Equalizer-Funktionen verfügt die Anker-Soundbar nicht.

Als Bluetooth-Box macht die Anker Soundcore Infini Pro eine passable Figur. Das akustisch beste Ergebnis erreichten wir dabei im Modus Musik mit eingeschalteter Surround-Simulation und leicht zurückgeschraubtem Bass. Trotzdem muss man auch hier ihre Leistung mit dem günstigen Preis in Relation stellen. Gerade in komplexen Liedern wie Blowback von The Kills oder Bohemian Rhapsody von Queen hat sie Probleme damit, die verschiedenen Klangebenen sauber voneinander zu trennen. Doch in erster Linie ist sie schließlich auch eine Soundbar, die den TV-Klang aufwerten soll. Wer eine gute Lösung für Bluetooth-Audio sucht, sollte sich zum Beispiel den 120-Watt-Lautsprecher Fender Montery (Testbericht) anschauen. Er ist etwas günstiger, optisch ein echter Hingucker und liefert einen deutlich besseren Klang.

Die 3,3 Kilogramm schwere Soundbar ist 93 Zentimeter lang, 12 Zentimeter tief und 6,5 Zentimeter hoch. Ein dunkelgrauer Stoff umzieht den Großteil der Infini Pro und schützt so die empfindlichen Membranen der Lautsprecher. Optisch ist sie unauffällig und sollte sich in die meisten Umgebungen gefällig integrieren. Anker legt ihr zwei anschraubbare Halterungen für die Montage an der Wand bei.

Etwas unglücklich: Die lang gezogene und sehr schmale Bedieneinheit sitzt oben, so dass man auf der Couch sitzend nicht erkennt, welcher Kanal aktuell eingestellt ist oder in welchem Wiedergabemodus sie sich befindet. Über diese Bedieneinheit kann der Käufer die Anker-Soundbar ein- und ausschalten, ihre Lautstärke festlegen und zwischen den Eingängen wechseln.

Für ihre Preisklasse bietet sie viele Anschlüsse.

Die Anker Soundcore Infini Pro kostete zum Marktstart etwa 240 Euro. Aktuell zahlen Käufer für sie 200 Euro. Allerdings ist sie im Angebot immer mal wieder für 170 Euro und weniger zu haben.

Die Anker Soundcore Infini Pro bietet für ihren günstigen Preis ein außergewöhnlich rundes Gesamtpaket. Besonders erwähnenswert sind die vielen Anschlüsse, Dolby-Vision-Passthrough, die dank 120 Watt sehr hohe Lautstärke und ihr passabler Klang. Simuliertes Dolby Atmos ist in ihrer Preisklasse ein Alleinstellungsmerkmal. Allerdings darf man davon nicht zu viel erwarten, im Vergleich mit teureren Dolby-Atmos-Soundbars fällt der immersive Klang deutlich ab.

Insgesamt erhält die Anker Soundcore Infini Pro besonders aufgrund ihres hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnisses eine Kaufempfehlung. Wer jedoch Wert auf Dolby Atmos legt, sollte auf eine hochwertigere Soundbar sparen. Richtig gut ist zum Beispiel die knapp 900 Euro teure Sonos Arc (Testbericht). Alle Informationen rund um Soundbars sammeln wir im Ratgeber Soundbars: Fetter Klang für flache TVs. Mit ab 50 Euro sehr günstig sind etwa 2.1-Soundbars mit externem Subwoofer (Kaufberatung). Vier günstige Wireless-Modelle stellen wir im Vergleich: 2.1-Soundbars mit kabellosem Subwoofer ab 130 Euro gegenüber.

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