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Amazon Fire HD7: günstiges Tablet für Gelegenheitssurfer

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Neben dem Fire HD6, das wir Anfang der Woche getestet haben, gibt es bei Amazon ebenfalls seit wenigen Tagen den größeren Bruder – das HD7. Sein Display ist in der Größe um ein Zoll (2,54 Zentimeter) gewachsen, außerdem gibt es Stereo- statt Mono-Lautsprecher. Bei einem Preis ab 119 Euro gibt es eigentlich nicht viel zu überlegen. Oder?

Die Kritik an der Optik des HD6 gilt uneingeschränkt auch für das HD7: Es ist dick, klobig und schwer. Es wiegt sogar noch ein wenig mehr als das HD6, allerdings fällt das nicht negativ ins Gewicht: Durch die größeren Abmessungen ist das Verhältnis zwischen Größe und Gewicht „gesünder“; es wirkt subjektiv nicht wie ein so schwerer Klumpen wie der kleine Bruder.

Bei der Materialauswahl hat sich Amazon ebenfalls auf die bekannten Pfade des HD6 begeben. Oben gibt es eine Scheibe aus weitgehend kratz- und bruchfestem Gorillaglas, der Rest ist schnödes, raues Plastik. Nicht schön, aber funktional. Leider ist die Rückseite des Tablets längst nicht so gut gegen Kratzer gefeilt wie die Front: Obwohl wir unser Testgerät immer in der Originalverpackung transporiert und es nur wenige Tage benutzt haben, zeigen sich schon einige Kratzer. Wen soetwas stört, der sollte besser gleich zu einem anderen Produkt greifen.

Nein, der Strich unterhalb des Amazon-Logos gehört nicht zum Design – er ist einer der vielen kleinen Kratzer, die unser HD7 trotz vorsichtiger Behandlung schon in den ersten Tagen abbekommen hat.

Während das kleine Modell noch so stabil wirkt, als könnte man Häuser daraus bauen, hinterlässt das HD7 einen etwas zerbrechlicheren Eindruck. Nein, nicht so wie ein iPhone 6 Plus, das man am liebsten nur mit Samthandschuhen anfassen möchte – dafür wirkt die Materialauswahl viel zu rudimentär. Aber während das HD6 auch bei intensivem Drücken und Drehen kein Knarzen oder Ächzen von sich gibt, knirscht es beim HD7 öfters mal im Gebälk. Nicht schlimm, aber ähnlich wie bei den Kratzern gilt auch hier: Wer empfindlich auf solche Details reagiert, muss sich eine Alternative suchen. Und vermutlich tiefer in die Tasche greifen.

Bei all der Kritik bleibt zu sagen: Das HD7 ist kein Plastik-Schrott. Es fühlt sich ordentlich an und liegt gut in der Hand. Aber man kann es nun mal nicht mit deutlich teureren Alternativen über einen Kamm scheren.

Während das HD6 bei der Darstellung von seiner kleinen Diagonale profitiert und damit ein sehr schönes Bild aufs Parkett legt, kann sich das HD7 nicht von der Konkurrenz absetzen. 1280 × 720 Pixel bei 7 Zoll entspricht einer Pixeldichte – und damit einer Schärfe – von 216 ppi. Das ist typisch für die Einsteigerklasse, wenngleich es aber auch Geräte mit niedrigeren Auflösungen gibt: Samsungs Galaxy Tab 3 7.0 Lite kommt bei ebenfalls 7 Zoll auf 1024 × 600 Pixel und damit auf 170 Pixel pro Zoll. Das ist ein No-Go. Die Schärfe des Amazon-Tablets (und der meisten Konkurrenten in diesem Preisbereich) ist okay, aber auch nicht überragend.

Mit dem bloßen Auge kann man die Pixel zwar nicht zählen, aber so knackscharf wie die Anzeige des HD6 ist das 7-Zoll-Display nicht.

Dafür ist die Anzeige vergleichsweise hell. Beim aktuellen spätsommerlichen Wetter lässt sich das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch ablesen, allerdings nur, wenn es nicht verschmiert ist: Im Gegensatz zu teureren Tablets sind Display-Panel und Touchscreen hier nicht laminiert, also fest miteinander verbunden. Stattdessen befindet sich eine dünne Luftschicht zwischen den Scheiben – hier bricht sich das Licht. Schön wäre es noch gewesen, wenn die minimale Helligkeit auf einen noch niedrigeren Wert eingestellt werden könnte: Im dunklen Schlafzimmer blendet es fast, wenn man vorm Einschlafen noch eine Serie gucken möchte.

Typisch für diese Preisklasse: Blickwinkel und Kontrast könnten besser sein. Doch die Blickwinkel sind gefühlt besser als beim kleinen Bruder. So kann man auch in einer kleinen Gruppe noch problemlos Youtube-Videos oder Fotos betrachten.

Insgesamt können wir gut mit der Anzeige leben. Na klar, sie ist kein Vergleich zu einem iPad Air oder einem Samsung-Tablet mit AMOLED-Bildschirm, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Gut gemacht, Amazon.

Auf dem Amazon Fire HD7 läuft das Amazon-eigene Fire OS, das auf Android 4.4 basiert, allerdings einige Einschränkungen mitbringt. Da Oberfläche und Programmauswahl exakt dem kleinen Bruder entsprechen, verweisen wir an dieser Stelle auf den Testbericht zum Amazon Fire HD6, wo wir auf die Besonderheiten näher eingegangen sind.

Das Gleiche gilt für den Abschnitt Filme und Serien. Amazons Tablets eignen sich besonders als Video-Player in Kombination mit dem Prime-Abo – alle wichtigen Details dazu finden sich ebenfalls im Testbericht des HD6.

Auch die inneren Werte – und damit auch die Leistung im Alltag – ist identisch zu denen des HD6. Kurz und knapp: Das HD7 reagiert flott und schnell und die Ausstattung ist dem Preis angemessen. Aber gerade, wer Filme und Fotos auch auf dem Tablet speichern möchte, sollte unbedingt den Aufpreis auf die Version mit 16 GByte Speicher zahlen: 8 GByte reichen einfach nicht. Da sind schon ohne installierte Apps nur gut 3 GByte frei.

Ganz schön kräftig: Die Lautstärke der Stereo-Lautsprecher hat uns positiv überrascht.

Entscheidender Unterschied zum kleinen Bruder: die Lautsprecher! Wie eingangs erwähnt, hat der HD6 ein kleines Lautsprecherchen, während das HD7 mit zwei ordentlichen Tröten um die Ecke kommt. Natürlich ist die Audio-Qualität vor allem bei der Wiedergabe von Musik nicht auf dem Niveau einer Stereo-Anlage. Aber die Wiedergabe von Filmen und Serien ist in überraschender Lautstärke möglich. Das wiederum passt perfekt zum Display: So kann eine kleinere Gruppe etwa im Zug problemlos auch mal eine Serie ansehen. Vorausgesetzt, die Gruppe hat ein eigenes Abteil. Ansonsten riecht's stark nach Ärger mit den Mitreisenden.

Obwohl das Android-Tablet von Amazon auf den ersten Blick ein echtes Schnäppchen ist – schließlich geht es bereits bei 119 Euro los – schraubt sich der Preis schnell nach oben. Ohne Werbung auf dem Lockscreen, damit sparen Kunden immerhin 15 Euro, und mit der größeren Speicherausstattung stehen 164 Euro auf dem virtuellen Kassenbon. Da muss doch noch mehr gehen!

Aktuell: Eher nicht. Grundsätzlich kommen die gleichen Alternativen wie für das HD6 in Frage: Das Acer Iconia One 7 und das Asus Memo Pad HD7. Sie sind bei vergleichbarer Ausstattung ein Stück günstiger als das HD7 und bringen eben echtes Android inklusive dem Google-eigenen Play-Store mit. Der Aufpreis im Vergleich zum HD6 bringt keine weiteren tollen Alternativen mit in die nähere Auswahl.

Nur, wer bereit ist, noch mehr Geld auf den Tisch zu legen, bekommt auch eine bessere Ausstattung. Eine spannende Alternative zum HD7 könnte der von den deutschen Buchhändlern und der Telekom aufgelegte Tolino Tab 8 werden: Er ist ab sofort für 199 Euro vorbestellbar und bringt ein etwas größeres Display (8 statt 7 Zoll), vor allem aber eine deutlich höhere Auflösung mit: Full-HD. Die Auslieferung soll im November beginnen. Ein Test steht aber noch aus.

Amazon Fire HD7 im Hands-On (9 Bilder)

Amazon Fire HD7

Die Oberfläche des Kindle Fire HD7 ist einfach aufgebaut, für erfahrene Android-Nutzer aber am Anfang etwas verwirrend. Nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt.

Das Amazon Fire HD7 ist ein typisches Tablet für die Nicht-Freaks. Wer permanent die neuesten Apps ausprobieren und tief im System herumfummeln möchte, sollte lieber zu einem Modell mit „echtem“ Android statt mit Fire OS greifen. Aber für Gelegenheitsnutzer, die mal das eine oder andere Spiel zocken wollen, zwischendurch mit der Verwandschaft skypen und ansonsten primär im Internet nach Fußballergebnissen, Nachrichten, dem TV-Programm oder E-Mails sehen, ist es gut geeignet – diese Nutzergruppe profitiert sogar noch von der einfachen Bedienung der Amazon-eigenen Oberfläche. Und, wie schon mehrfach gesagt: Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Wie beim kleinen Bruder kommen die multimedialen Fähigkeiten vor allem in Kombination mit Amazon Prime Instant Video zum Einsatz. Um die Kids im Auto zu bespaßen oder an verregneten Tagen im Urlaub mal einen Film zu sehen, gibt es wenig besseres.

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