TechStage
Suche

Ein Angebot von

Amazon Echo Plus im Test: super simpel und erschreckend gut

4
von  // 

Mit dem Echo Plus bringt Amazon eine neue Version des smarten Lautsprechers auf den Markt. Die Plus-Variante kommt mit einer integrierten ZigBee-Schnittstelle und eignet sich so ohne Umwege zur Steuerung von vielen Smart-Home-Geräten, etwa den hue-Lampen von Philips. Wir haben das Echo Plus mehrere Tage getestet und berichten, was der Einstieg zur Hausautomation alles kann.

Der Lieferumfang des neuen Echo Plus beinhaltet den smarten Lautsprecher inklusive passendem Netzteil und eine weiße Philips hue LED-Lampe mit E27-Gewinde. Das Doppelpack mit beigelegter LED ist eine zeitlich begrenzte Aktion und nicht dauerhaft erhältlich.

Der Echo Plus Lautsprecher sieht unscheinbar aus; man sieht ihm das smarte Innenleben nicht an. Auf den ersten Blick könnte es sich um einen x-beliebigen Bluetooth-Speaker handeln. Das runde Kunststoffgehäuse ist fast 24 cm hoch, der Durchmesser beträgt knapp 8,5 cm. Lediglich die LED-Effekte am oberen Gehäuserand und das hohe Gewicht von gut 950 Gramm fallen auf. Unser Testmodell ist schwarz, erhältlich ist der Echo Plus auch in silber und weiß.

Amazon Echo Plus schwarz inkl. Philips Hue LED

Echo Plus schwarz

Amazon Echo Plus silber inkl. Philips Hue LED

Echo Plus silber

Amazon Echo Plus weiß inkl. Philips Hue LED

Echo Plus weiss

Philips Hue White Single LED-Bulb E27 9.5W/827, 2er-Pack (729113-00)

Philips Hue Doppelpack

Der Echo Plus von Amazon ist ein echtes Multitalent. Wir nutzen den Lautsprecher natürlich auch, um Musik zu hören. Echo spielt die Musik, die auf dem Smartphone in Playlisten abgelegt ist sowie auch jeden Song der umfangreichen Amazon-Musik-Sammlung.

Außerdem gibt es Zugriff auf Radiosender, Hörbücher, eine Sammlung von Umgebungsgeräuschen wie Meeresrauschen, Nachrichten oder Witze. Die Wiedergabe erfolgt auf Zuruf. Was in der Fernsehwerbung fast schon unrealistisch einfach wirkt, funktioniert in der Praxis überraschend komfortabel. Kompatibel ist das System beispielsweise mit den Angeboten von Spotify, Amazon Music oder Audible.

Auch auf die letzten Fussball-Ergebnisse, aktuelle Verkehrsinformationen oder die Wettervorhersage greift Alexa zu. Zudem können wir sprachgesteuert Termine eintragen oder abfragen, Nachrichten schreiben oder uns beim Rechnen helfen lassen. Auch beim Übersetzen oder beim Anlegen von Listen hilft die KI. Natürlich hilft Alexa auch bei dem, was Amazon am liebsten ist: Bestellen von Produkten des Versandhändlers. Wir äußern nur einen Wunsch und Alexa erzählt, was für passende Artikel im Angebot sind und nennt den Preis. Wer die Frage, ob sie bestellen soll, mit ja beantwortet, bekommt Post von Amazon.

Sobald Alexa aktiv ist, leuchtet der LED-Ring auf der Oberseite.

Der große Unterschied zwischen Echo Plus und dem „normalen Echo“ ist der Smart-Home-Hub. Im Plus-Modell ist ein Zigbee-Hub integriert. LED-Leuchten wie Philips Hue lassen sich so ohne die ansonsten nötige Bridge in Betrieb nehmen, die einzeln etwa 50 Euro kostet. Das wiederum entspricht nahezu exakt dem Aufpreis von Echo Plus im Vergleich zu Echo, allerdings ist der Hue-Hub von Philips im Bundle mit LED-Leuchten teils günstiger zu bekommen.

Smart-Home-Geräte, die per Netzwerk erreichbar sind – etwa der Staubsauger-Roboter Neato Botvac D5, WLAN-Steckdosen, Lautsprecher von Sonos – funktionieren sowohl mit der Plus- als auch mit der normalen Version.

Die Soundqualität des Echo Plus bleibt zwar hinter anderen Funklautsprechern zurück, ist aber immnoch gut.

Die kostenlose App Amazon Alexa ist sowohl für iOS als auch für Android erhältlich. Wir haben im Test ein iPhone 6s benutzt und hatten keinerlei Probleme mit der Einrichtung. Das Einbinden des Echo Plus ins Netzwerk und die Nutzung der App funktioniert dank einer Mischung aus Tipps auf dem Display und der Stimme von Alexa aus dem Echo Plus erstaunlich einfach. Voraussetzungen sind ein aktiver Amazon-Prime-Account und ein funktionierendes WLAN inklusive Passwort. Die App selbst gibt in erster Linie Tipps zur Nutzung und bietet eine Übersicht über die Aktionen unseres Echo Plus.

Außerdem verwaltet man in der App kompatible Smart-Home-Geräte, die im Heimnetz erreichbar sind, fasst sie in Gruppen zusammen und gibt ihnen eindeutige Namen („Stehlampe im Wohnzimmer“). Unsere Hue-Birne erkannte der Echo Plus nach wenigen Sekunden. Die Steuerung per App und Zuruf klappen seit der Koppelung problemlos.

Mit ein paar Tricks unterstützt Alexa sogar Smart-Home-Geräte, die ab Werk eigentlich nicht vorgesehen sind, dabei helfen Open-Source-Tools wie HA-Bridge.

In der Praxis funktioniert der Echo Plus erstaunlich gut. Wir waren zunächst sehr kritisch und wollten der Werbung keinen Glauben schenken, aber die Erfahrungen sind nach mehreren Tagen sind durchweg positiv. Die Einrichtung des Systems ist sehr einfach; zudem machen Echo Plus und Alexa einen super Job. Neben den Assistenz-Diensten und der schier unerschöpflichen Musikvielfalt macht das System auch das Thema Smart Home schmackhaft.

Die Bedienung per Sprache ist zwar ungewohnt; nach kurzer Eingewöhnung will man es aber nicht mehr missen. Gerade am Anfang macht es viel Spaß, herauszufinden, was Alexa alles kann. Wie praktisch und selbstverständlich wir unseren Echo Plus nach wenigen Tagen finden, bemerken wir, als wir im Auto zum ersten Mal sagen „Alexa, nächster Titel“. Natürlich ohne Reaktion, denn Echo im Auto fehlt noch.

Auch Kinder haben Ihre Freude an Alexa. Musik abspielen war nie so einfach. Auch Witze oder Geschichten erzählt der Echo Plus bereitwillig. Was uns im Bezug auf Kinder allerdings noch problematisch erscheint, ist die Einkaufen-Funktion. Sie ist so einfach gestaltet, dass Junior demnächst mit Alexa auf Shopping-Tour geht. Das bedarf auf jeden Fall einer genauen Absprache – oder die Sperrung der Funktion in den Einstellungen.

Lichter oder Staubsauger per Sprache zu steuern bringt auf den ersten Blick nur überschaubare Vorteile, ist aber extrem bequem. Und es gibt einen echten Mehrwert: Weisen wir den Endgeräten zum Beispiel ein Stockwerk zu, ist es ganz einfach, alle Stromverbraucher oder Lichter dieses Stockwerks auf einmal auszuschalten. Fehlt also nur noch ganz viel Smart-Home-Hardware.

Mit sehr guten Bluetooth-Lautsprechern von Harman Kardon, Bose oder JBL kann der Echo Plus zwar nicht mithalten, aber die Audioqualität reicht für den alltäglichen Gebrauch in Küche oder Arbeitszimmer locker aus. Bei der Musikwiedergabe mittlerer Lautstärke überrascht der Speaker mit ausreichend Bässen und klaren Hochtönen, er ist am ehesten vergleichbar mit einem hochwertigen Radio.

Wer mit dem Echo Plus eine Party beschallen möchte, wird allerdings enttäuscht sein. Dafür fehlt dem kleinen Lautsprecher einfach der Wums. Wer volle Lautstärke und massig Bässe will, kann den Echo Plus aber einfach an eine Stereoanlage anschließen und deren Lautsprecher nutzen. Das klappt dank Klinke-Ausgang schnell und unkompliziert. Wer seine Musik immer über diesen Weg hört, greift besser direkt zum günstigeren Echo Dot.

Per Klinkestecker kann man den Echo Plus auch mit der Stereoanlage verbinden.

Wer ist denn so blöd und stellt sich freiwillig einen Spion ins Haus? Über diese Frage stolpern wir immer wieder im Zusammenhang mit smarten Lautsprechern. Und in der Tat, die Hardware wäre sicherlich ganz hervorragend dazu geeignet, mitzuhören.

In der Praxis machen wir uns nur überschaubar viele Sorgen. Zum einen haben Security-Spezialisten die Echo-Lautsprecher in der Vergangenheit mehrfach genau unter die Lupe genommen – und kein verdächtiges Verhalten. Zum anderen dürften diese Produkte in den nächsten Jahren einen kräftigen Boom auslösen – der sofort vorbei wäre, könnte man den Anbietern ungebührliches Verhalten nachweisen.

Ein gewisses Restrisiko bleibt natürlich. Wer nicht auf den Komfort einer Sprachsteuerung verzichten möchte, kann die Echos aber einbremsen – etwa mit einer Traffic-Begrenzung im Heimnetz. Dafür sind allerdings tiefgehende Netzwerkkenntnisse vonnöten.

Für den Echo Plus und die „Alexa-Welt“ gibt es diverses Zubehör. Direkt passend zum Lautsprecher gibt es beispielsweise eine Bluetooth-Fernbedienung, mit der die Steuerung der Musikwiedergabe mit Tasten statt per Sprachbefehl möglich ist – und dank eingebautem Mikrofon kann man sie sich direkt vor den Mund halten und Befehle geben, wenn die Umgebung für die im Echo Plus integrierten Mikrofone zu laut ist. Außerdem gibt es diverse LED-Leuchten, WLAN-Steckdosen, um etwa Stehlampen oder Standby-Verbraucher zu schalten und so weiter.

Amazon Alexa-Sprachfernbedienung

Fernbedienung

Philips Hue White and Color Ambiance Single LED-Bulb E27 10W (592984-00)

Hue RGBW

Philips Friends of Hue Go (71460/60/PH)

Hue Go

(Kein Produktbild vorhanden)

Hue Pendelleuchte

TP-Link HS100, Funksteckdose (HS100(EU))

Steckdose

Alexa und der Echo Plus haben uns positiv überrascht. Das Amazon-System funktioniert derart präzise und unkompliziert, dass nun ein Echo Plus und ein paar WLAN-Leuchtmittel ganz weit vorn auf unserer Weihnachtswunschliste stehen.

Muss es unbedingt das Plus-Modell sein? Wer sich mit Hue-Leuchten ausstatten möchte, fährt damit gut und spart sich mit dem Hue-Hub ein zusätzliches Gerät. Solange Amazon eine LED-Leuchte mit ins Paket legt, ist das ein guter Deal. Ansonsten heißt es rechnen, was günstiger ist. Fakt ist: Die Nutzung von Alexa macht nur halb so viel Spaß, wenn keine Smart-Home-Geräte verfügbar sind. Wir rechnen schon aus, was es kostet, sämtliche Lampen und Steckdosen zu automatisieren.

Der größte Haken ist wohl die Sorge vor Spionage – und obwohl Amazon in diesem Punkt bislang nichts nachzuweisen war, bleibt diese Sorge sicherlich berechtigt. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen möchte.

Amazon Echo Plus schwarz

Echo Plus schwarz

Amazon Echo Plus silber

Echo Plus silber

Amazon Echo Plus weiß

Echo Plus weiß

Philips Hue White Single LED-Bulb E27 9.5W/827, 2er-Pack (729113-00)

Philips Hue Doppelpack

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige