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Aldi-Smartphone im Test: HTC Desire 816

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Ende Februar hat HTC auf dem Mobile World Congress das Desire 816 vorgestellt. Es ist das diesjährige Flaggschiff-Produkt der Mittelklasse-Reihe Desire und hat Ausstattungsmerkmale, die wir bereits aus der hochwertigeren One-Reihe kennen.

Die technischen Daten des Mittelklasse–Smartphones aus Taiwan sind außerordentlich gut – für ein Desire. Eines der Highlights ist definitiv das 5,5-Zoll große Display mit HD-Auflösung, allerdings kein Full-HD. Auch erwähnenswert sind die nach vorne gerichteten BoomSound-Lautsprecher, die aus der One-Reihe bekannt sind. Als Prozessor kommt ein 1,6 GHz schneller Snapdragon 400 von Qualcomm mit vier Rechenkernen zum Einsatz; dazu gibt es 1,5 GByte RAM. Auch bei den beiden Kameras hat HTC nicht gespart: Die primäre Kamera schießt Fotos mit 13 Megapixeln, auf der Front sitzt eine 5-Megapixel Kamera. Einzig der Akku könnte etwas größer sein – auch wenn er mit 2.600 mAh die gleiche Kapazität hat wie der im One (M8).

Unser Testgerät wurde zwar in einer nichts sagenden weißen Box ohne spannendes Zubehör geliefert. Aber wenn Ihr das Desire 816 kauft, bekommt Ihr natürlich einen anständigen, bedruckten Karton samt USB-Netzadapter, Micro-USB-Kabel und HTC-Stereo-Headset. Dazu gibt’s noch etwas Papierkram. Das war’s.

Widmen wir uns nun dem eigentlichen Produkt. Das HTC Desire 816 ist den den Farben Meridian Grau, Glossy Blau und Weiß verfügbar. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Smartphone aus der hochwertigeren One-Reihe – aber eben aus Kunststoff statt aus Metall. Beim Design hat HTC nichts neues gewagt: Es ist sehr minimalistisch. Die Front besteht überwiegend aus dem 5,5-Zoll-Display, darunter befindet sich ein kleines HTC-Logo. Das Display-Oberflächenverhältnis beträgt 67,7%. Außerhalb des Anzeigebereichs gibt es keine kapazitiven Tasten; das Desire 816 wird über Software-Tasten bedient. Über und unter dem Display sitzen die BoomSound-Lautsprecher. Diese unterscheiden sich äußerlich etwas von anderen HTC Smartphones mit BoomSound. HTC setzt hier nicht auf einen Lautsprecher-"Grill", sondern auf jeweils sieben horizontal angeordnete Öffnungen. Ist mal was anderes und sieht schön aus, finden wir. Ansonsten gibt es auf der Front natürlich noch die 5-Megapixel-Kamera und eine Benachrichtigungs-LED. Auf der linken Seite befinden sich die Lautstärke Wippe und die Standby/An-/Aus-Taste. Die rechte Seite ist bis auf einer länglichen Öffnung für die nanoSIM Karte und eine microSDXC-Speicherkarte ohne Elemente. Auf der unteren Seite sitzt der microUSB Anschluss; oben haben der 3,5-mm-Kopfhöreranschluss und ein kleines Mikrofon ihren Platz gefunden. Bei der Rückseite geht der Minimalismus weiter: Neben der 13-Megapixel-Kamera und einer LED befindet sich dort nur noch ein – in Relation zur Gehäusegröße – kleines HTC Logo in unauffälligen Weiß. HTC setzt beim Desire 816 wieder auf ein Unibody Gehäuse. Der Akku ist für den Endkunden nicht zu erreichen.

Glänzendes Plastik: Sieht nicht schlecht aus, wirkt aber empfindlich.

Das HTC Desire 816 liegt gut in der Hand. Das liegt vor allem daran, dass es im Vergleich zu anderen aktuellen Phablets mit 78,7 mm nicht allzu breit ist. Die BoomSound Lautsprecher ziehen das Smartphone aber sehr in die Länge. Der folgende Größenvergleich zeigt, wo sich das Desire 816 im Vergleich zu anderen aktuellen Phablets einreiht – unabhängig von den technischen Daten. Mit 5,5-Zoll hat es das kleinste Display, ist dafür aber auch das leichteste und schmalste Gerät im Vergleich.

HTC Desire 816 im Größenvergleich
Phablets Breite Höhe Dicke Masse Display-Größe
Samsung Galaxy Note 3 79,2 mm 151,2 mm 8,3 mm 168 g 5,7 Zoll
Sony Xperia Z Ultra 92 mm 179 mm 6,5 mm 212 g 6,4 Zoll
HTC One max 82,5 mm 164,5 mm 10,3 mm 217 g 5,9 Zoll
Nokia Lumia 1520 85,4 mm 162,8 mm 8,7 mm 209 g 6 Zoll
Nokia Lumia 1320 85,9 mm 164,2 mm 9,8 mm 220 g 6 Zoll
HTC Desire 816 78,7 mm 156,6 mm 7,99 mm 165 g 5,5 Zoll

Trotz des glänzenden Kunststoffs wirkt das Desire 816 nicht billig. Aufgrund des Polycarbonat-Gehäuses fühlt sich das Smartphone vor allem im Vergleich zum One aber auch nicht sehr hochwertig an. Das Gerät ist akzeptabel verarbeitet. Die geschlossene Struktur sorgt dafür, dass nennenswerte Spaltmaße nicht vorhanden sind. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt und sind gut erreichbar. Die Klappen für die Nano-SIM- und die microSDXC-Karte lassen sich schnell und problemlos öffnen und schließen optimal. Als etwas nervig erweist sich die Länge des Smartphones dann doch, denn eine Einhand-Bedienung ist selbst mit einer großen Hand nur in der Theorie möglich. Es kommt dabei aber oft zu kniffeligen Situationen, in denen man das Smartphone fallen lassen könnte und die Kontrolle verliert. Zwei Hände zum Bedienen des Desire 816 sind Pflicht.

Im Desire 816 arbeitet ein Quad-Core-Prozessor von Qualcomm. Der Snapdragon 400 läuft mit 1,6 GHz. Mit 1,5 GByte RAM ist die Arbeitsspeicherausstattung für ein Gerät im Mittelklasse-Segment sehr gut. Die starke Hardware wirkt sich natürlich positiv auf die Performance aus, denn das Desire 816 arbeitet sehr schnell und zuverlässig. Es gibt weder lange Ladezeiten noch nervige Ruckler. Auch aufwändigere Spiele machen keine Probleme. Ähnliches gilt für die Browser: Neben der HTC-eigenen Internet-App ist Google Chrome vorinstalliert. Beide laden Internetseiten blitzschnell.

Das Desire 816 wird mit der aktuellen Android-OS-Version 4.4.2 KitKat ausgeliefert, darüber liegt die HTC-eigene Benutzeroberfläche Sense 6.0. Zu Android im Allgemeinen müssen wir nicht viel sagen; Ihr kennt den Aufbau: Es gibt Homescreens, die man mit Widgets belegen kann, eine zentrale Benachrichtigungsleiste für verpasste Anrufe, neue Nachrichten und Mitteilungen sowie ein Menü mit allen Anwendungen. HTC Sense 6.0 ist uns bereits vom Flaggschiff-Smartphone One (M8) bekannt. Das Design wurde überarbeitet. Es ist im ganzen System flach gehalten und wirkt angenehm dezent. Viele Applikationen bieten durch Sense 6.0 mehr Funktionen, ein Beispiel ist die Kamera-App.

Die Kameras gehören zu den Features, die HTC zu Werbezwecken verwendet. "Für Fotoliebhaber wird ein Traum wahr", verspricht der Hersteller auf der offiziellen Produktseite. Die Hauptkamera löst 13 Megapixel auf. Das ist im Mittelklasse-Segment einmalig. Auch bei der Frontkamera lockt ein hoher Wert: 5 Megapixeln. Die Daten versprechen einiges, allerdings: Megapixel sind nicht alles. Aber in diesem Fall hält das Gerät, was sein Datenblatt verspricht. Die 13-Megapixel Kamera schießt scharfe und natürliche Fotos. Die Farbwiedergabe ist sehr gut. Typisch für Smartphone-Kameras: Sobald es etwas dunkler wird, taucht das Bildrauschen auf. Da hilft auch die LED nicht. Mit diesem Problem haben aber auch High-End-Smartphones zu kämpfen. Auch die Frontkamera ist lobenswert: Die 5-Megapixel Kamera ist perfekt für Videotelefonie und Selbstportraits. Die Kamera-Applikation ist nach einer kurzen Eingewöhnung sehr übersichtlich und bietet erfreulich viele Einstellungsmöglichkeiten.

Die 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite schießt ordentliche Bilder. Die Foto-LED ist allerdings etwas schwachbrüstig.

Das IPS-LCD ist 5,5-Zoll groß und löst 1280 × 720 Pixel auf. Die Pixeldichte beträgt 267ppi. Die Pixeldichte – und damit die Schärfe der Darstellung – liegt zwar unter der "magischen" 300, die Anzeige wird jedoch keinesfalls verpixelt oder unscharf. Ein Full-HD Display wäre bei 5,5-Zoll dennoch angebrachter. Ansonsten können wir nicht meckern, was das Display angeht: Die Farben sind stark, aber nicht übersättigt, und die Anzeige ist blickwinkelstabil. Für angemessenen Schutz sorgt kratzresistentes Gorilla Glass von Corning.

Während bei High-End-Smartphones in dieser Größe inzwischen durch die Bank Full-HD-Displays zum Einsatz kommen, muss sich die Mittelklasse mit 720p begnügen. Wirklich schlecht ist das nicht.
Löcher statt Grill: Hinter dieser Aussparung sitzt der gleiche Lautsprecher wie beim großen Bruder, dem One M8.

Bei den BoomSound-Lautsprechern auf der Front des 816 handelt es sich um die gleichen, die im neuen One (M8) zum Einsatz kommen. Damit sind sie 25% lauter als die, die HTC im ersten One (M7) verbaut hat. Die Stereo-Lautsprecher sind konkurrenzlos: Sie liefern einen Sound in einer für Smartphones ungewohnt bemerkenswerten Qualität und Lautstärke. Natürlich mangelt es im Vergleich zu einer fetten Heimkinoanlage an Bass, aber für ein Handy … Respekt.

Empfang und Sprachqualität sind in Ordnung. Im Test sind uns keine Besonderheiten aufgefallen. Es gab während des Anrufens weder Probleme durch Störgeräusche noch Echos oder Verbindungsabbrüche. Auch die Internetverbindung war stets über WLAN und/oder das Mobilfunknetz erreichbar.

Im Desire 816 liefert ein 2.600mAh starker Akku den nötigen Strom. Dieser ist durch das geschlossene Design nicht ohne spezielles Werkzeug erreichbar. Der Akku ist einer der wenigen Punkte, an denen wir das 816 kritisieren müssen: Er ist schlichtweg zu klein für das Gerät. Man kommt mit einer moderaten Nutzung gerade so durch den Tag. Bei uns macht es im Test auch schon mal am Abend schlapp. Moderate Nutzung heißt: Viel Internet und viel Messaging, dazu ein bis zwei Telefonate. E-Mail, Twitter, etc. laufen dabei so gut wie immer.

Mit dem Desire 816 hat HTC Android-Smartphone mit hervorragender Hardware auf den Markt gebracht. Es ist ein großes und schönes Telefon mit einer starken Kamera, qualitativ hochwertigen und kräftigen Lautsprechern und hat eine exzellenten Performance. Abzüge müssen Nutzer in Sachen Displayauflösung und Akku in Kauf nehmen.

Alles in allem können wir das Desire 816 problemlos weiterempfehlen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man ein Smartphone dieser Größe sucht. Wer nach einem großen Smartphone oder kleinen Phablet in der Klasse um die 350 Euro sucht, der sollte sich das Desire 816 näher anschauen.

Das aktuelle Angebot bei Aldi macht den Deal noch etwas besser: Ab nächsten Donnerstag ist es bei Aldi Nord für 299 Euro ohne Vertrag zu haben.

Familientreffen: Die HTC-One-Serie (rechts) setzt auf Alu-Gehäuse, die Desire-Modelle tragen buntes Plastik.

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