Akaso CS300 im Test: Outdoor-Kamera mit Solarpanel | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Akaso CS300 im Test: Outdoor-Kamera mit Solarpanel

von  // 

Die Akaso CS300 bietet für 95 Euro alles, was man von einer Outdoor-Cam erwartet – sogar ein Solarpanel. Das macht sie zur günstigsten Kamera dieser Kategorie. Ein Problem gibt es trotzdem.

Nachtsicht, Full-HD-Aufnahmen, Zwei-Wege-Audio, wasserfest und mit Bewegungssensor – das gehört zum Standard bei Outdoor-Überwachungskameras, wie unser Vergleichstest zeigt. Die Akaso CS300 setzt dem Ganzen noch eines drauf und bietet ein Solarpanel zur autarken Stromversorgung im Bundle. Damit stellt sie sich der Ring Stick Up Cam (Testbericht) für rund 160 Euro, die ebenfalls auf Solarstrom setzt. Der große Unterschied: Die Akaso-Kamera kostet mit Panel gerade einmal 95 Euro. Und dennoch ist sie mit Sprachassistenten wie Amazon Alexa und Google Assistant kompatibel – dazu später mehr. Wir haben getestet, ob sich die günstige Outdoor-Cam wirklich lohnt.

Die Akaso CS300 betreibt man mit Akku oder Solarpanel

Für die Inbetriebnahme benötigt die Kamera die App Akaso Smart. Die gibt es kostenlos für Android und iOS. Nach dem Anlegen eines Nutzerkontos – E-Mail-Adresse und Passwort reichen – geht es direkt mit der Einrichtung los. Der sehr gut in deutsche Sprache übersetzte Quick Start Guide hilft im Zweifelsfall, wenn etwas unklar ist. Grundsätzlich muss man einfach nur auf Gerät hinzufügen klicken, dann auf die Optionen Sicherheitssensor und Sicherheitskamera. Im Anschluss will die App das WLAN- und WLAN-Passwort wissen und zeigt dann einen QR-Code an, den man vor die Kamera hält. Danach ist die Einrichtung abgeschlossen.

Akaso CS300 Setup (10 Bilder)

Drei Probleme können dennoch auftreten: Erstens gibt die Akaso CS300 keinen Ton von sich, wenn man sie einschaltet. Die Status-LED auf der Vorderseite muss rot blinken, erst dann ist die Kamera bereit für den Verbindungsauba. Zweitens überprüft die App bei der Einrichtung nicht, ob das WLAN-Passwort korrekt ist. Ist das falsch, beginnt die gesamte Einrichtungsprozedur noch einmal von vorne. Drittens verbindet sich die Kamera nur im 2.4 GHz-Netz. Das ist bisweilen aber so stark ausgelastet, dass es zu einem trägen Verbindungsaufbau zur Kamera oder gar zu Fehlern kommen kann.

Zur einfachen Wandmontage von Kamera und Solarpanel liefert Akaso ungewöhnlich viel Zubehör mit. Als Halterungen stehen drei Modelle zur Auswahl – zwei zum Schrauben, eins zum Kleben. Für die Schraub-Variante liegen der Kamera zudem Schrauben, Dübel und ein Bohrkopf bei; letzteres ist sehr ungewöhnlich, aber schön zu sehen. Die Dübel sind allerdings wie bei der Heimvision HMD2 (Testbericht) von minderer Qualität und sollten gleich in den Plastikmüll wandern. Das Solarpanel ist mit einem rund zwei Meter langem Mikro-USB-Kabel ausgestattet. Die Länge wird in den meisten Fällen wohl reichen, um das Panel in sonniger Lage anzubringen.

Die Akaso-Kamera ist mit Passiv-Infrarot-Sensor (PIR), Lautsprecher, Mikrofon und Kameramodul mit Full-HD-Auflösung, also 19020 × 1080 Pixeln ausgestattet. Für die Nachtsicht kommen drei Infrarot-LEDs (IR) zum Einsatz.

Die App ist die Kommandozentrale der CS300. Hier haben Nutzer Zugriff auf Grundfunktionen wie Alarmeinstellungen oder das Hinzufügen der Cam in Smart Homes mit Alexa oder Google Assistant. Letzteres ermöglicht beispielsweise, dass man die Kamera auf Sprachbefehl aktiviert oder sich das Bild auf einem Bildschirm – etwa einem Echo Show (Testbericht) – anzeigen lässt.

Die Akaso CS300 im Detail (6 Bilder)

In den Grundfunktionen legt man fest, ob die Kamera ihr Bild auf dem Kopf anzeigen, das Bild mit einem Wasserzeichen versehen oder die Audio-Aufnahme unterbunden werden soll – das eignet sich vor allem, wenn man selbst im Garten ist und nicht will, dass die eigene Stimme aufgenommen wird. Die weiteren Einstellungen bieten das Teilen des Kamerazugriffs mit Freunden und Familie sowie die Aktivierung einer Personenerkennung. Die ist hilfreich, wenn die Kamera Menschen und nicht Tiere oder oder im Wind bewegte Pflanzen bemerken soll. Der Praxistest zeigt: Die Erkennung funktioniert einwandfrei, der PIR-Sensor registriert Bewegungen unmittelbar. In unserem Testlauf waren zehn von zehn richtig, die Nachbarskatze löst hingegen keinen Alarm aus.

Die Kamera ist mit einem 6.000 mAh starkem Akkus ausgestattet. Das reicht in aller Regel für eine Laufzeit von zwei bis drei Monaten. Akaso selbst nennt 15 Minuten Betrieb pro Tag, das Entspricht rund 15 ausgelösten Alarmen. In unserem Testlauf gingen rund zwei bis drei Prozent Akku für 20 Auslösungen verloren – die Herstellerangaben kommen also in etwa hin.

Das Ausblenden oder Ausschwärzen von Bildbereichen ist nicht möglich. Entsprechend eignet sich die Kamera nur dort, wo sie auch keinen öffentlichen Raum filmt.

Bei Tageslicht ist die Bildqualität befriedigend bis ausreichend. Der Himmel ist überbelichtet und überstrahlet mangels ordentlicher Bilddynamik komplett weiß. Bäume, Büsche & Co. haben matschige Texturen aufgrund fehlender Bildschärfe. Das Ergebnis reicht dennoch für die Erkennung von Personen – also etwa das Gesicht – ist aber im Vergleich zur Eufycam 2c (Testbericht) oder Ring Stick Up Cam (Testbericht) deutlich schlechter. Die Bildqualität entspricht günstigeren Mitbewerbern wie der Heimvision HMD2 (Testbericht).

Aufnahmen bei Tageslicht sind farbneutral, aber sehr verwaschen.

Nachtaufnahmen sind hingegen hell und detailreich. Auch in gut zehn Meter Entfernung lassen sich noch ausreichend viele Feinheiten erkennen, obwohl wie bei den Aufnahmen bei Tageslicht Texturen eher matschig ausfallen. Das Ergebnis sind verschwommene Gesichtszüge, die eine Identifizierung schwierig machen – die Personenerkennung der Kamera funktioniert dennoch.

Nachtaufnahmen sind stark überbelichtet, aber brauchbar. Eine IR-LED hätte es statt den drei integrierten auch getan.

Entgegen aller Erwartung machen dafür Mikrofon und Lautsprecher eine gute Figur. Der Lautsprecher gibt die eigene Stimme auf eine Entfernung von gut fünf Metern klar und ausreichend laut wieder, um etwa mit einem Postboten zu sprechen. Gleiches gilt für das Mikrofon in andere Richtung.

Zum Speichern von Aufnahmen bietet der Hersteller entweder einen Micro-SD-Slot für Karten bis maximal 128 GByte, die man direkt in die Kamera steckt, oder seinen eigenen Cloud-Service. Von letzterem raten wir aber dringend ab, denn die Datenschutzerklärung von Akaso unterliegt dem Recht der Volksrepublik China und in keinster Weise der DSGVO. Wer hier seine Videos der Cloud anvertraut, geht entsprechend auch das Risiko ein, dass beispielsweise die chinesische Regierung darauf zugreift.

Wer seine Aufnahmen bei Akaso in der Cloud speichert, muss sich bewusst sein, dass die Daten den Gesetzen der Volksrepublik China unterliegen und entsprechend weiterverarbeitet werden können.

Die Sicherung von Aufnahmen direkt auf einer Micro-SD-Karte ist zwar etwas sicherer, dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass jemand aus Fernost mitschneidet. Schade eigentlich, denn die Akaso CS300 wäre eine tolle Kamera für einen äußerst atraktiven Preis. So ist sie bestenfalls zur Vogelschau empfehlenswert.

Für gerade einmal 95 Euro macht die Akaso CS300 technisch fast alles richtig. Die Bewegungserkennung funktioniert hervorragend, Bild- und Audioqualität sind ausreichend bis gut, die Nachtsichtfunktion ist sogar sehr gut und die Kombination aus großem Akku und Solarpanel machen die Kamera zu einer runden Sache.

In Hinblick auf den Datenschutz kann man die Kamera aber nicht empfehlen. Wer sich darauf einlassen will, dass chinesische Interessensgruppen die eigenen Videoaufnahmen im Zweifelsfall weiterverarbeiten, der darf sich die Kamera ansehen. Für alle anderen gilt: Finger weg! Wer auf seine eigene Sicherheit bedacht ist und entsprechende Aufnahmen im Zweifelsfall auch rechtlich verwerten will, sollte sich Alternativen ansehen. In unserem Vergleichstest: Outdoor-Kameras mit Akku haben wir entsprechende Modelle verglichen.

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben