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Aerogarden Harvest im Test: Smarter Garten für Geduldige

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Stündliche Bewässerung, drei Beleuchtungs-Modi und Nährstoffanzeige – der Aerogarden wirkt durchdacht. Wir testen, was er wirklich leistet.

Wer in Innenräumen ganzjährig Gemüse und Kräuter züchten will, benötigt ein entsprechendes Setup. Für den einfachen Einstieg gibt es All-in-One-Lösungen, sogenannte Indoor-Gärten. Diese bieten mit Beleuchtung, Wasserbehälter und Samenkapseln alles, was man braucht. Eine Einführung in das Thema geben wir im Ratgeber Smarte Indoor-Gärten: Gemüse & Kräuter im Haus züchten.

Nachdem Emsa Smart Garden 3 (Testbericht), Bosch Smartgrow 3 (Testbericht) und Prêt à Pousser Lilo (Testbericht) nicht überzeugen konnten, ist der Aerogarden an der Reihe. Ob er ein gutes Ergebnis liefert, haben wir knapp drei Wochen lang getestet.

Der Aerogarden Harvest besteht aus zwei Einheiten: einer Bodenplatte mit Eingabefeld und einem Aufsatz. Das Eingabefeld warnt beispielsweise vor niedrigem Wasserstand und fehlenden Nährstoffen, indem die LEDs mit der englischsprachigen Beschriftung Add Water oder Add Nutritient aufleuchten. Die Taste Select ermöglicht die Einstellung der Beleuchtungsdauer, die Taste Reset den Neustart von Beleuchtung und Bewässerung – etwa, wenn der Harvest Wasser oder Nährstoffe benötigt.

Der Aufsatz besteht aus Wasserschale, Wasserpumpe und Vollspektrum-LED-Beleuchtung. Wenn die Pflanzen größer werden zieht man die Beleuchtungseinheit mit einem Teleskoparm auf bis zu 30 Zentimeter aus. Das ist im Vergleich zu den Modellen von Bosch und Emsa deutlich komfortabler – hier liegen Steckmodule zur Erhöhung der Beleuchtung bei. Auch sind es gut fünf bis zehn Zentimeter mehr als beim Lilo oder Smartgrow 3 und bietet mehr Platz für das Pflanzenwachstum.

Der Harvest besteht aus zwei Komponenten. Das spart Zeit beim Aufbauen

Der Aerogarden Harvest ist gut verarbeitet. Optisch und haptisch wirkt er aber eher wie ein billiger Blumenkasten aus dem Baumarkt. Bosch, Emsa und Prêt à Pousser legen deutlich mehr Wert auf das Design – aber das ist natürlich Geschmackssache.

Der Pflanztopf des Harvest bietet Platz für sechs Pflanzkapseln, bei den Modellen von Bosch, Emsa und Prêt à Pousser sind es nur drei. Die Kapseln kosten im 6-er-Set zwischen 7,50 Euro für Blumen und Kräuter und 45 Euro für Tee. Alternativ gibt es bei diversen Händler Anzuchtstopfen für die eigene Pflanzenzucht. Dabei kosten etwa 100 Stück rund 30 Euro bei Amazon.

Für unseren Tast haben wir einen Harvest im Set mit Pflanzkapseln und eine Flasche Nährstoffe bestellt. Das Starterset kostet rund 25 Euro mehr. In unserem Paket liegen Anzuchttöpfe für Minze, Thymian, Thai-Basilikum, italienischem Basilikum, krauser Petersilie und Dill bei.

Das Eingabefeld ist leicht verständlich und funktional

Anders als die Geräte von Bosch & Co. hat der Aerogarden Harvest keine App, sondern bildet alle relevanten Daten direkt am Gerät ab. Eine leicht verständliche Anleitung liegt dem Harvest bei. Die braucht man zwar nicht für den Aufbau, sie bietet aber zusätzliche Tipps zur Anzucht. Der Harvest besteht wie erwähnt aus zwei Komponenten und muss im Vergleich zu den anderen Modellen nicht in mehreren Schritten zusammengebaut werden. Das macht den Aufbau einfach: Man verbindet Bodenplatte und Pflanzschale mit einem Kabel und setzt die Pflanzkapseln ein. Im Anschluss schließt man den Harvest an den Strom an. Das Standardprogramm startet automatisch und aktiviert die Beleuchtung für 18 Stunden pro Tag. Für die anfängliche Aufzucht von Kräutern empfiehlt der Hersteller eine 24-Stunden-Beleuchtung. Die aktiviert man mit einem Klick auf Select im Eingabefeld.

Die Pflanzschale fasst rund einen Liter Wasser. Das reicht in der Aufzucht gut zwei Wochen und entspricht dem Fassungsvermögen des Bosch Smartgrow 3 und des Emsa Smart Garden 3. Das Modell von Prêt à Pousser fassen rund 500 Milliliter pro Topf weniger. Für die Befüllung entfernt man die Plastikklappe auf der Oberseite der Schale und füllt das Wasser bis zur markierten Stelle. Jede Stunde bewässert der Harvest die Pflanzen für rund drei Sekunden. Das überschüssige Wasser tropft im Anschluss wieder ab. Bei den Modellen von Emsa und Prêt à Pousser schwimmen die Pflanzen dauerhaft im Wasser. Das kann zu Schimmelbildung führen.

Unser Thai-Basilikum wächst kräftig an, die anderen fünf Pflanzen keimen allerdings noch gar nicht

Für die Aufzucht bietet der Harvest drei Beleuchtungs-Modi – 16, 18 oder 24 Stunden. Unser Test-Harvest zieht seit rund 20 Tagen Pflanzen mit 24-Stunden-Beleuchtung. Das Ergebnis ist in dieser Zeit ernüchternd. Während beim Smart Garden 3 (Testbericht) innerhalb von 48 Stunden oder beim Lilo (Testbericht) in sechs Tagen kleine Pflänzchen zu sehen waren, hat der Aerogarden erst eine von sechs Pflanzen zum Sprießen gebracht. Mit rund drei Zentimetern Höhe ist diese noch nicht wirklich groß. Laut Hersteller schafft der Harvest innerhalb von 35 Tagen ein erntereifes Ergebnis. Daran glauben wir nicht, der Harvest braucht deutlich mehr Zeit.

Im Gegensatz zu den Modellen von Bosch, Emsa und Prêt à Pousser verzichtet der Harvest auf eine zugehörige App. Ist das ein Nachteil? Nein, denn die Apps der anderen Hersteller sind eher ein Buch mit Tipps für Heimgärtner als eine smarte Erweiterung. Die Bedienung des Gartens erfolgt über die Tasten Lights on/off, Select und Reset. Hier schaltet man den Harvest ein, beziehungsweise aus, reguliert die Beleuchtungsdauer und startet den Zyklus mit dem Reset-Button neu. Letzterer ist notwendig, wenn neue Nährstoffe nachgefüllt werden. Das kommt rund alle zwei Wochen vor, eine Flasche ist für einen kompletten Wachstumszyklus ausgelegt. Wer etwas spart, kommt aber auf gut zwei Zyklen. Alle Informationen zeigt das Produkt von Aerogarden auf der Steuereinheit an. Ist zu wenig Wasser im Behälter, blinkt eine LED. Fehlen Nährstoffe, leuchtet eine andere LED auf – mehr braucht es nicht.

Wer exakt die gleichen Informationen dennoch auf dem Smartphone will, muss sich den Aerogarden Bounty für rund 300 Euro zulegen. Dieses Modell spiegelt die Informationen des Gartens auf einer App für Android und iOS und bietet Platz für neun Pflanzen sowie ein LED-Display statt einer analogen Steuereinheit.

Die UVP des Harvest liegt bei 150 Euro. Unser Testmodell mit Kräutern und Nährstoffen stammt vom Händler indoorgardenshop.eu und kostet dort rund 200 Euro. Es geht aber auch günstiger wie der Preisvergleich zeigt.

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Das Konzept des Aerogarden Harvest wirkt trotz der erhöhten Zeit für das Pflanzenwachstum im Vergleich zu den anderen getesteten Gärten durchdacht und ausgereift. Der Indoor-Garten informiert, wenn er Wasser oder Nährstoffe benötigt. Zudem bietet er für die verschiedenen Stadien des Pflanzenwachstums unterschiedliche Beleuchtungszyklen. Die LED-Beleuchtung finden wir durchdachter als beim Wettbewerb. Sie bietet drei Beleuchtungsmodi und verlängert sich ohne Steckmodule auf bis zu 30 Zentimeter. Gegenüber den Modellen von Emsa und Bosch ist das deutlich komfortabler.

Schade: Wie beim Emsa Smartgarden 3 (Testbericht), Bosch Smartgrow 3 (Testbericht) oder Prêt à Pousser Lilo (Testbericht) fehlt dem Harvest ein Höhensensor. Dieser warnt im Normalfall, wenn die Pflanzen zu nah an die LEDs kommen. So einen Sensor bietet bisher nur der 300 Euro teure Bosch Smartgrow 6. Wer ein Verbrennen der oberen Blätter seiner Pflanzen verhindern will, muss also täglich auf den Topf schauen. Das empfehlen wir, sobald die Pflanzen rund fünf Zentimeter groß sind. Dann sind es nur noch rund drei Zentimeter bis zur LED.

Wer damit leben kann, bekommt für rund 100 Euro einen guten Indoor-Garten, der sich leicht bedienen lässt und eine Option zur eigenen Pflanzenzucht bietet.

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