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Actioncam Yi Discovery im Test: günstige Zweit-Kamera

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Preise unter 50 Euro für eine 4K-Actioncam klingen sehr verlockend, aber gibt es dafür ein brauchbares Produkt? Wir haben die neue Yi Dicovery getestet und zeigen ihre Stärken und Schwächen.

Das Design der Discovery ist, bis auf den Schriftzug, mit dem der teureren Yi 4K (Testbericht) identisch. Auf den ersten Blick fallen die beleuchtete Auslösetaste auf der Oberseite, der MicroSD-Kartenslot und die Micro-USB-Schnittstelle auf der rechten Gehäuseseite ins Auge. Rückseitig hat die Yi einen berührungsempfindlichen 2-Zoll-Monitor verbaut. Auf der Unterseite befindet sich die Klappe zum Öffnen des Akkuschachtes. Der 900-mAh-Akku ist bei Auslieferung noch nicht eingesetzt. Das Kameraobjektiv mit einer Blende von f/2,4 und einem Blickwinkel von 150 Grad ragt acht Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Die 67 Gramm leichte Kamera fühlt sich, verglichen mit einer GoPro Hero5 Black (Testbericht), sehr empfindlich an. Bei Druck verformt sich das Gehäuse und knarzt. Die Verarbeitung und die Touch-Empfindlichkeit des Monitors sind in Ordnung.

Zum Lieferumfang gehören nur die Kamera und ein kurzes Micro-USB-Kabel.

Außer der Kamera und einem kurzem Micro-USB-Kabel gehört kein weiteres Zubehör zum Lieferumfang der Yi Discovery. Weder Netzteil, Speicherkarte oder wasserdichtes Gehäuse sind im Paket enthalten. Wer die Kamera schützen will, bekommt passendes Zubehör im Handel. Ein passendes Unterwassergehäuse kostet allerdings mit 40 Euro fast so viel, wie die Kamera selbst. Bei den meisten anderen günstigen Kameras ist der Lieferumfang deutlich üppiger.

Die Discovery ist offiziell als 4K-Video-Kamera deklariert. Zwar nimmt sie tatsächlich in 4K auf, dann allerdings nur mit einer interpolierten Auflösung und einer absolut unbrauchbaren Bildrate von 20 Bildern pro Sekunde. Weit interessanter sind deshalb die Auflösungen 1440p mit 30 fps und 1080p mit 60 fps. Wem schon 720p ausreichen, der kann sogar mit bis zu 90 Bildern pro Sekunde aufnehmen und diese Videos anschließend für Zeitlupen-Szenen nutzen.

Die Yi Discovery sieht unspektakulär aus.

Die Fotos der Yi mit haben eine native Auflösung von acht Megapixeln. Das ist zwar verhältnismäßig wenig, trotzdem sind die Ergebnisse durchaus brauchbar. Wer die Kamera als Dashcam einsetzt, profitiert von den integrierten Video-Loop-Funktion. Ist diese aktiviert, werden bei laufender Aufnahme automatisch die ältesten Daten auf der Speicherkarte gelöscht, sobald der Platz auf der Karte knapp wird. Dies ermöglicht es die Kamera permanent laufen zu lassen, ohne alte Dateien von Hand löschen zu müssen. Zeitraffer-Videos macht die Discovery ebenfalls auf Knopfdruck. Für Fotos stehen eine Selbstauslöser- und eine Burst-Funktion zur Verfügung. Einstellungen erfolgen entweder direkt über den Touchscreen-Monitor oder per App am Smartphone.

Testaufnahmen der Yi Discovery

Die Yi-App steht kostenlos für iOS und Android zur Verfügung. Die Einrichtung ist einfach und innerhalb von zwei Minuten erledigt. In der App stehen sowohl die Foto- und Video-Einstellungen als auch eine Galerieansicht zur Verfügung. Die Bedienung ist intuitiv und macht keinerlei Probleme. Wer seine Aufnahmen unterwegs bearbeiten und verschicken will, überträgt sie per App auf sein Smartphone. Allerdings geht die Nutzung von WLAN zu lasten der Akkulaufzeit, weshalb wir empfehlen, die Einstellungen per Touchscreen zu ändern und die Drahtlosverbindung zu deaktivieren. Dass sich Smartphone und Kamera nach dem Start der App nicht automatisch verbinden, nervt. Bei jedem Start der App müssen wir erneut auswählen, mit welcher Kamera wir arbeiten wollen. Sind die Geräte erst miteinander verbunden, klappt diese Verbindung erfreulich gut. Funkabbrüche haben wir im Test nicht festgestellt.

Der berührungsempfindliche Monitor ermöglicht eine komfortable Bedienung.

Die Discovery ist, nicht zuletzt auf Grund des Touch-Monitors, sehr komfortabel zu bedienen. Nach dem Einschalten dauert es gut acht Sekunden, bis die Kamera einsatzbereit ist. Das ist zwar etwas zu langsam für spontane Schnappschüsse, aber ansonsten verschmerzbar.

Die Qualität der Aufnahmen ist insgesamt erfreulich gut. Die Farben sehen natürlich aus, und der Dynamikumfang ist ausreichend. Lediglich die fehlende Stabilisierung der Videos macht sich negativ bemerkbar. Kleine Wackler und zitternde Hände sind deutlich sichtbar und stören das ansonsten ordentliche Videobild.

Der austauschbare Akku ist derzeit noch nicht bei deutschen Händlern gelistet.

Selbst die Aufnahmen bei stark bewölktem Himmel sind noch brauchbar. Sobald es dann allerdings richtig dunkel wird, kommt die Yi an ihre Grenzen. Die Bilder verwackeln und es tritt Bildrauschen auf. Für die Preisklasse unter 50 Euro ist das aber nicht verwunderlich.

Die Tonqualität der Videos ist mittelmäßig. Solange die Umgebungsgeräusche nicht zu laut sind, ist der Ton immerhin noch brauchbar. Bei Wind und lauten Geräuschen ist die Qualität ungenügend. Für ruhige, stationäre Aufnahmen nutzen wir die Einstellung 1440p mit 30 Bildern je Sekunde. Für rasante Action-Videos empfehlen wir 1080p mit 60 fps. Durch die höhere Bildrate wirkt das Ergebnis wesentlich harmonischer.
Der austauschbare Akku unserer Test-Kamera hält bei aktiviertem WLAN etwa 70 Minuten lang durch. Bei deaktiviertem WLAN sind nochmal 20 bis 30 Minuten mehr drin.

Yi Technology Discovery Action Cam

Yi Discovery

Yi Technology YSJB03 Unterwassergehäuse

UW-Gehäuse

Insgesamt hat uns die Yi Discovery mit ihrem guten Preis-Leistungsverhältnis positiv überrascht. Wer auf eine Bildstabilisierung, gute Tonqualität und 4K-Auflösung verzichten kann, bekommt eine einfach zu bedienende Actioncam mit guter Bildqualität für weniger als 50 Euro. Wegen der niedrigen

Anschaffungskosten eignet sich die Yi sowohl für Einsteiger, als auch als Zweitgerät oder Drittgerät für Profis. Braucht man für eine Szene mehrere Blickwinkel, kann man durch den Einsatz der Low-Budget-Kamera ordentlich Geld sparen. Für den Preis einer GoPro Hero6 Black (Testbericht) bekommt man aktuell sieben Yi Discoverys.

Wer die Kamera direkt am Körper tragen will und eine möglichst hohe Auflösung braucht, der sollte tiefer in die Tasche greifen und sich beispielsweise eine GoPro Hero5 Black zulegen. Diese machen brauchbare 4K-Videos, verfügen über eine Videostabilisierung und sind ohne zusätzliches Gehäuse wasserdicht.

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