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Abalo: Cash für Anzeigen, aber (noch) nicht in Deutschland

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Abalo heißt ein österreichisches Startup-Unternehmen, das Nutzer für das Betrachten von Werbung mit barer Münze belohnen will: Bis zu 15 Euro kassieren Android-Nutzer pro Monat, wenn sie ihren Lock-Screen gegen Anzeigen eintauschen.

Von der Idee erinnert mich das ein wenig an die Pay-for-Surf-Anbieter, die Anfang des Jahrtausends das Internet überschwemmt haben. Man installiert ein Programm, das einem oberhalb des Browserfensters Anzeigen einblendet – und bekommt dafür ein wenig Geld. Denn das Unternehmen hinter dieser Software teilt seine Einnahmen mit dem User, der sich den Bannern aussetzt.

Abalo scheint diese Idee wieder aufgegriffen zu haben und kombiniert sie mit Amazons Angebot, die hauseigenen Kindle-Tablets günstiger zu verkaufen, wenn der Nutzer Werbung auf dem Lockscreen akzeptiert. Nur, dass es bei Abalo eben keine ausgewählte Hardware verbilligt gibt, sondern dass sich quasi jedes Android-Smartphone zur tragbaren Litfaßsäule aufrüsten lässt. Die kostenlose Abalo-App wird aus dem Play Store installiert, man richtet ein Konto ein und verrät – natürlich – ein paar persönliche Daten inklusive Interessen, tauscht das Hintergrundbild des Smartphones gegen ein Live-Wallpaper aus und kassiert. So weit die Theorie.

In der Praxis klappt die Einrichtung tatsächlich in Minutenschnelle. Ein Konto ist schnell angelegt und mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer verknüpft. Und dann sollen sie kommen, die Anzeigen. Bis zu 27 Mal am Tag. Für jeden Blick auf die Werbung und das anschließende Entsperren des Smartphones gibt es 1,8 Cent. Macht 48,6 Cent pro Tag, oder 13,61 Euro in vier Wochen. Gar nicht schlecht: Dafür gibt es schon ein kleines Internet-Paket beim Provider. Oder 13 Kaffees bei McDonalds.

Doch bei uns sprudelt das Geld nicht. In vier Tagen haben wir gerade einmal eine Anzeige präsentiert bekommen, und die war nur ein Test. Seit Anfang der Woche haben wir also ganze 1,8 Cent kassiert – und dafür zumindest eine Hand voll persönlicher Daten preisgegeben und auf jeden Fall eine zusätzliche App auf dem Smartphone installiert. Abalo selbst sagt dazu, dass sich das Unternehmen in Deutschland derzeit noch in der Launch-Phase befindet "und daher tatsächlich noch nicht so viele Anbieter wie angestrebt vertreten sind". In Österreich sei das Angebot schon deutlich weiter ausgebaut.

Zusätzliche Kritik finden wir in Foren: Die App soll den Akku vergleichsweise schnell leer saugen. Laut Abalo wurde die App "energieschonend" entwickelt. In unserem Test taucht die Anwendung ebenso wie der Live-Hintergrund tatsächlich nicht in der Liste der großen Stromfresser auf – aber wenn es mal wirklich relevant viele Anzeigen in Deutschland gibt, testen wir das gerne noch mal selbst.

Bis dahin fliegt Abalo leider wieder vom Handy. Denn für ein paar Cent im Monat ist es mir das nicht wert. Wenn daraus tatsächlich mal mehrere Euros werden, sehe ich mir die App aber gerne noch einmal an.

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