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ACME Doorbell: Smarte Video-Klingel für 75 Euro

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Die Türklingel von ACME verspricht Push-Nachrichten, Live-Videos, Aufnahmen und hat einen separaten Funk-Gong. Wir haben die günstige Klingel getestet.

Wer smarte Türklingen kennt, stößt bei der Recherche meist zuerst auf die Doorbell 2 der Amazon-Tochter Ring (Testbericht). Mittlerweile gibt es entsprechende Produkte von diversen Herstellern, oft zu deutlich niedrigeren Preisen. Die ACME Doorbell ist im Vergleich zur Ring über 50 Euro billiger – respektive knapp 40 Prozent. In unserem Test zeigen wir, welche Vor- und Nachteile die ACME-Klingel hat.

Wer wissen will, was vor seiner Haustüre passiert, braucht eine Gegensprechanlage oder eine Kamera – und dann muss er sogar in der Wohnung sein. Smarte Klingeln mit WLAN sind nicht nur günstiger als klassische Türsprechanlagen, sondern übertragen den Druck auf den Klingelknopf weltweit per Push-Nachricht auf verbundene Smartphones – und stellen auf Wunsch auch eine Sprach- oder Videoverbindung her.

Die ACME Doorbell bietet Kamera, Mikrofon, Lautsprecher, IR-Nachtsicht und Bewegungssensor

Die ACME Doorbell besteht aus Klingel mit Kamera und Bewegungssensor, Gong für die Steckdose und Wandhalterung. Für Android und iOS gibt es die kostenlose App Smart Life. Sie ist eine Open-Source-Universal-App für vor allem günstige Smart-Home-Geräte – mehr dazu später. Zusätzlich ist die Klingel darüber auch mit Alexa, Google Assistant, IFTTT oder einer Apple Watch verknüpfbar. Die App zeigt den Live-Stream der Videoklingel an und benachrichtigt per Push-Nachricht, wenn Besucher kommen.

App herunterladen, Schritte bei der Einrichtung befolgen und Kamera montieren: Die ACME Doorbell ist rasch einsatzbereit. Ohne feste Montage ist das Produkt in fünf Minuten startklar, wer schraubt, bohrt und anschließt, ist dennoch nach einer Stunde durch. Im Detail bedeutet das: Nachdem die App auf dem Smartphone ist, führt sie durch fünf Konfigurationsschritte.

Zuerst möchte die App eine E-Mail-Adresse oder Handynummer zur Registrierung wissen. Wahlweise gibt man noch seinen Standort (Land) sowie ein Login-Passwort oder eine Entsperrgeste für die App ein. Im Anschluss löst man den Akkudeckel von der Kamera und steckt den mitgelieferten Akku rein. Die Kamera startet innerhalb von einer Minute und eine Status-LED auf der Vorderseite fängt an zu blinken. Nun ist die Klingel bereit für die Einrichtung.

Die Drittanbieter-App Smart Life ist nicht hübsch, aber funktional

In der App klickt man am rechten oberen Rand auf das Pluszeichen, dann auf den Menüpunkt Sicherheitssensor und dann auf Sicherheitskamera. Danach fordert die App die Eingabe des WLAN-Passworts und zeigt einen QR-Code auf dem Display an. Diesen hält man gut 20 Zentimeter vor die Kamera der Doorbell. Sobald die Kamera einen Signalton abgibt, sind App und Klingel verbunden.

Im nächsten Schritt geht es an die Montage der Kamera vor der Haustür Sollte das Signal nicht bis zur Tür reichen, haben wir in unserem Ratgeber Besseres WLAN: Repeater oder WLAN-Mesh? Produkte zusammengestellt, die das WLAN-Signal verstärken. Zur Montage bietet die Klingel zwei Alternativen. Eine dritte Alternative haben wir uns ausgedacht. Das ist auch die Einfachste: Die Halterung der Cam kann man mit einem doppelseitigen Klebeband festmachen. Das schützt zwar nicht vor Diebstahl, die Cam informiert aber, wenn sie bewegt wird – ein bisschen Schutz ist also doch da. Wer auf Nummer sicher gehen will, montiert die Doorbell mit Dübeln und Schrauben; beides ist aber nicht im Lieferumfang enthalten. Wer möchte, kann auch die bestehende Klingel ersetzen. Hier ist technisches Know-how gefragt, die Anleitung der Kamera verweist ausdrücklich auf die Montage durch einen Elektriker.

Wer sich selbst traut, muss erst einmal den alten Klingeltaster entfernen. Die Kabel kommen an die entsprechende Vorbereitung der ACME-Halterung. Die Klingel arbeitet mit 8 bis 24 Volt AC; das liefert ein normaler Klingeltrafo. Allerdings: Die vorhandene Türklingel funktioniert danach nicht mehr und muss aus dem Stromkreis ausgebaut werden.

Der Steckdosen-Gong ist laut und hat eine große Reichweite

Für die akustische Benachrichtigung zuhause ist fortan der mitgelieferte Funk-Gong zuständig. Er bimmelt ausreichend laut, dass man in Innenräumen die Kamera durch gut zwei Wände oder auf eine Entfernung von 30 Metern hört. Der Gong kommt einfach an eine Steckdose. Dann drückt einmal den WLAN-Button auf der Seite des Steckers und die Verbindung zur Klingel steht.

Die Doorbell besitzt eine HD-Kamera, zwei IR-LEDs für Nachtsicht, einen Lautsprecher, ein Mikrofon, einen Bewegungssensor (PIR) sowie die Klingeltaste. Der PIR-Sensor erkennt Personen auf drei bis vier Metern Entfernung und sendet eine Push-Meldung ans Smartphone, wenn jemand vor der Tür auftaucht – dafür muss man noch nicht einmal klingeln. Zusätzlich gibt es eine Benachrichtigung, wenn jemand auf den Taster drückt. Beide Meldungen kann man bei Bedarf ausschalten.

Der Eingang für den Micro-USB ist auf der Rückseite der Klingel

Über die App kann man mit Besuchern sprechen, manuell Videos und Schnappschüsse aufnehmen sowie hören, was in der Nähe der Klingel passiert. Zudem bietet die App eine Reduzierung der Bildqualität von HD auf SD – das macht maximal Sinn, wenn das heimische 2,4-GHz-Netz sowieso schon ausgelastet ist oder man Traffic sparen will. Die Einstellungen der App ermöglichen zuletzt noch das Teilen des Zugriffs mit vertrauten Telefonnummern oder E-Mail-Adressen sowie das Drehen des Bildes um 180 Grad.

Die Doorbell zeichnet Videos in HD auf. Das ist nicht wirklich üppig, reicht für den Einsatzzweck aber aus. Die deutlich teurere Ring Doorbell 2 (Testbericht) filmt in Full-HD. Die Aufnahmen der ACME-Klingel bei Tag liefern ein klares Bild und zeigen Besucher ab gut vier Metern Entfernung ausreichend scharf.

Die HD-Aufnahmen der Doorbell sind ausreichend scharf

Bei Nacht sorgen die zwei integrierten IR-Leds für ausreichend Licht, um ebenfalls ein klares Bild zu liefern. Bis die Video- und Sprachverbindung steht, vergehen nach dem Druck auf den Taster etwa 10 Sekunden; dabei ist es egal, ob das Smartphone im WLAN hängt oder per LTE mit dem Internet verbunden ist. Der Blickwinkel der Doorbell ist mit 160 Grad identisch zur Ring. Zum Vergleich: Das menschliche Auge sieht bei 180 Grad, die Videos der Klingel nehmen entsprechend einen ordentlichen Radius auf.

Das Mikrofon der Doorbell überträgt Geräusch aus der unmittelbaren Nähe. In unserem Test waren das gut vier bis fünf Meter. Der Lautsprecher der Klingel verbreitet seinen Ton ebenfalls im gleichen Abstand.

Die ACME Doorbell bietet Kamera, Mikrofon, Lautsprecher, IR-Nachtsicht und Bewegungssensor

Die Kamera filmt mit einer Auflösung von 1280 × 720 Pixeln, also nur HD. Der Akku hält rund 70 Tage, also etwas mehr als zwei Monate – wenn die Klingel nicht mit der Stromversorgung verbunden ist.

Die ACME-Klingel speichert keine Daten online, sondern überträgt nur das Live-Bild in die Smart-Life-App. Wer aufnehmen möchte, kann eine Micro-SD-Karte mit maximal 64 GByte in die Klingel stecken. Das reicht für knapp 300 Minuten Aufnahme. Ist die Speicherkarte voll, löscht das System die ältesten Videos. Mit eingesetzter Speicherkarte kann man per App auch die Aufnahmen einsehen. Nachteil dieser Lösung ohne Cloud: Stiehlt jemand die Kamera, sind auch die Aufnahmen weg.

In Hinblick auf die abgegebenen Daten und den Zugriff auf die Kamera verweist ACME auf seiner Website auf den Datenschutz nach DSGVO:

Die DSGVO dient dem Schutz grundlegender Recht von Datensubjekten in der EU auf Privatheit und den Schutz der personenbezogenen Daten und wir bestätigen, dass unsere Plattform für die Bewertung der Konformität zur DSGVO bereit ist.

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Die ACME Doorbell ist ein solides Produkt und bietet für ihren geringen Preis alles, was man von einer smarten Türklingel erwarten kann – vorausgesetzt, man kann auf seinen bisherigen Gong verzichten. Montage und Einrichtung über die App Smart Life funktionieren problemlos. Die Laufzeit der integrierten Akkus ist mit über zwei Monaten gut, aufgeladen sind sie in unter einer Stunde.

Weniger gefallen uns die Aufnahmequalität und die App zur Klingel. Die Bilder in HD sind in Ordnung und machen ihren Job – zeitgemäß ist die geringe Auflösung aber nicht mehr. Bei der App hat ACME einfach nur gespart. Hier bedient man sich an einem bestehenden Open-Source-System und verzichtet auf eigene Updates und Sicherheits-Patches. Immerhin: Einmal über Smart Life konfiguriert, kann man seine Klingel weiter über IFTTT, Alexa oder Google Assistant vernetzen. Wie man das plant und auch andere Smart-Home-Geräte anbindet, haben wir in unserem Ratgeber Smart Home: Wer richtig plant, spart bis zu 50% zusammengefasst.

Unterm Strich ist die ACME mit ihrem Funkgong eine tolle Zweitklingel für Einliegerwohnung oder Gartenhaus. Wer seinen bisherigen Klingeltaster ersetzen möchte, fährt mit dem Ring-Produkt besser: Dann funktioniert der alte Gong nämlich weiter.

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