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86-Zoll-Monster für 1700€: LG 86UN85006LA TV im Test
Pro und Contra
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • HDMI 2.1
  • Sehr gutes Bilddarstellung
  • Langweilige Optik
  • Zu groß für SD-Inhalte
Rating:
  • 5.0
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Der mit 86 Zoll unglaublich große LG 86UN85006LA kann neben 4K, Airplay und nativen 100 Hz dank HDMI 2.1 auch unkomprimiertes Dolby Atmos. Dabei ist er mit unter 1700€ durchaus bezahlbar.

Wo LG zum Beispiel im Smartphone-Sektor zwar stets innovativ, aber eher weniger erfolgreich agiert, ist es im TV-Bereich eine Macht. Nicht nur kommen alle in Fernsehern eingebauten OLED-Panels von LG. Der Hersteller bietet bezogen auf die gebotenen Features attraktive Preis-Leistungs-Verhältnisse. Das gilt auf dem Papier auch für den hier getesteten LG 86UN85006LA.

Für seinen aufgerufenen Preis von derzeit etwa 1700 Euro gibt es kein größeres Modell als diesen 86-Zoll-Riesenfernseher. Noch dazu wartet er mit aktueller 2020er-Technik auf. So hat er ein natives 100-Hertz-Panel und gibt unkomprimierten Dolby-Atmos-Sound über HDMI 2.1 aus. Damit ist er sogar schon bereit für die neue Konsolen-Generation von Sony und Microsoft. Mehr Infos zu dem Thema gibt es in unserer großen Kaufberatung UHD-TVs: 4K-Fernseher ab 250 Euro . Wir haben den LG 86UN85006LA im Rahmen unserer Themenwelt Fernseher getestet.

Im ausgeschalteten Zustand sind Fernseher optisch wegen ihrer großen Schwarzfläche selten attraktiv. Das gilt ganz besonders für den LG 86UN85006LA. Schließlich ist der mit seiner massiven Diagonale von 86 Zoll (ca. 218 Zentimeter deutlich größer als die allermeisten anderen Fernseher, die üblicherweise in Wohnzimmern herumstehen.

Wer sich überlegt, einen derart ausufernden TV zu kaufen, braucht Platz. Hier ist entsprechende Vorplanung gefragt. In unserem Fall sollte der 86-Zoll-Fernseher seitlich an eine Dachschräge passen, aber auf der anderen Seite noch genügend Platz für den Esstisch lassen. Dafür durfte das Sideboard nicht höher als 25 Zentimeter sein. Die Lösung: Zwei Betonsteine vom Bauhof mit einem darüber liegendem zwei Meter langem Brett aus dem Baumarkt. Darauf hat der Fernseher mit seiner Länge von 194 Zentimetern geradeso Platz. Mit Standfüßen ist er 118 Zentimeter hoch und 33 Zentimeter tief.

Wer will, kann ihn über eine optional erhältliche Halterung auch an der Wand befestigen, diese muss aber sein Gewicht von 44 Kilogramm erstmal tragen. Ohne Füße hat er eine Größe von 194×112×9,5 Zentimetern. Damit ist er deutlich dicker als die meisten anderen aktuellen Fernseher mit einer geringeren Bildschirmdiagonale.

An der Verarbeitungsqualität gibt es wenig zu meckern. Sein gut zwei Zentimeter dicker Rahmen, die Rückseite und die Standfüße bestehen aus einem matt lackierten Metall. Dabei tragen die Standfüße kaum auf und geben dem Fernseher trotz seiner Größe eine gewisse Leichtigkeit. Trotzdem bietet der LG 86UN85006LA weder bezüglich seines Designs noch seiner Verarbeitung irgendwelche nennenswerten Highlights, einige würden ihn gar bieder nennen. In dem Punkt merkt man ihm den vergleichsweise günstigen Preis durchaus an.

Bezüglich seiner Anschlüsse setzt der LG 86UN85006LA abgesehen von der HDMI-2.1-Fähigkeit überwiegend auf Standardkost. Als Tuner kommen DVB-T/-T2/-C/-S/-S2 HEVC (H.265) zum Einsatz. Als Videoeingänge bietet er 2x HDMI 2.1 (eARC, HDCP 2.3), 2x HDMI 2.0 (HDCP 2.3) und Komponenten-Ports (YPbPr). Audio gibt er über die Lautsprecher, per optischem Anschluss oder über Bluetooth 5.0 aus. Außerdem gibt es drei USB-A-Ports, einen CI+-1.4-Schacht für das Dekodieren von terrestrischem HD-Fernsehen und einen LAN-Stecker. Über ein WLAN-Modul verbindet er sich mit dem heimischen Netzwerk. Einen Klinkenstecker für den Anschluss von kabelgebundenen Kopfhörern oder einer Stereoanlage sucht man vergebens. Wer kabellos Bildinhalte auf den Fernseher streamen will, kann dafür Apple Airplay 2, Miracast oder einen DLNA-Client nutzen.

Die Funkfernbedienung MR20GA liegt vielen aktuellen LG-Fernsehern bei. Ihre Besonderheit: Sie kann wie eine schnurlose Maus nur durch Bewegung im Raum einen Mauszeiger navigieren. Das funktioniert sehr gut und hilft vor allem bei der Eingabe von Nutzernamen und Passwörtern. Ihre Ergonomie ist angemessen. Sie liegt gut in der Hand. Zudem ist ihre Tastenanordnung logisch und auch blind gut zu erfühlen. Dabei bildet das Cursor-Pad mit einem leicht vertieften, druckempfindlichen Drehrad in dessen Mitte das Herzstück. Mit ihm ist der Großteil der Bedienung möglich. Die Laut-/Leisetasten kommen in der Form von einem Minus und einem Plus, was ebenfalls das blinde Erfühlen erleichtert. Negativ fällt uns lediglich der zu große LG-Knopf über dem Cursor-Pad auf. Dieser wird gelegentlich versehentlich gedrückt und aktiviert die LG-eigene Sprachsteuerung, die beim besten Willen keiner braucht, da sie unzuverlässig funktioniert und so keinen brauchbaren Mehrwert bietet.

LG nutzt für beinahe alle seine Fernseher WebOS, so auch im LG 86UN85006LA. Installiert ist Version 5.1. Das Betriebssystem legt nach dem Drücken der Home-Taste auf der Fernbedienung seine Menüs in Kacheln am unteren Bildschirmrand über den eigentlich Fernsehinhalt. Das sieht schick aus und die Navigation funktioniert schnell und selbsterklärend. In den Kacheln sind die wichtigsten Apps bereits vorinstalliert. Dazu gehört Netflix und Prime Video, für beide Streaming-Dienste gibt es zudem eine eigene Taste auf der Fernbedienung. Wer will, kann den Amazon Sprachassistent Alexa mit einem längeren Druck auf die Prime-Video-Taste aktivieren. Außerdem gibt es unter anderem Sky Ticket, Dazn, ZDF, Youtube, Disney+ (Ratgeber) , Apple TV, Rakuten, Joyn und einen Webbrowser. Über den LG Content Store können weitere Apps nachinstalliert werden. Darunter Google Play Filme, Reelgood und Sky Q. Außerdem findet man dort jede Menge Spiele-, Fitness-, Streaming- und Unterhaltungs-Apps. Die Auswahl kann nicht annähernd mit der im Google Playstore mithalten. Dennoch ist hier über die Jahre ein beachtliches Portfolio gewachsen, die wichtigsten Streaming-Dienste sind abgedeckt.

Im Einstellungsschnellmenü gibt es unter anderem direkten Zugriff auf verschiedene Bild-, Klang- und Netzwerkoptionen. Richtig umfangreich wird es in den allgemeinen Einstellungen. Dort geht es tief zum Beispiel in die Bildeinstellung hinein. In den Bildmodi können Kontrast, Helligkeit, Schärfe, Farbton, Farbtiefe, Farbtemperatur und einiges mehr angepasst werden. Im Audiomenü unter anderem die DTV-Einstellungen und die digitale Audioausgabe. Eine Auswahl der Menüs zeigen wir in der Bildergalerie.

Intern baut LG zwei 10-Watt-Lautsprecher ein. Sie arbeiten anständig und bieten für ihre geringe Leistung ein erstaunlich rundes Klangbild. Wer jedoch auch nur ein wenig audiophil veranlagt ist, wird nach mehr verlangen. Einen guten Überblick bietet unser Ratgeber Soundbars: Besserer Klang am TV .

Für den Test der Dolby-Atmos-Funktionalität schließen wir die Premium-Soundbar Sonos Arc (Testbericht) am HDMI-2.1-Port mit eArc an. Stimmt nun auch noch der Zuspieler und liefert ein unkomprimiertes Dolby-Atmos-Signal, schwirrt der Klang dem Zuhörer nur so um die Ohren. Zwar ist der Unterschied zu komprimiertem Dolby Atmos nicht riesig, aber für die meisten durchaus deutlich.

Das riesige 86 Zoll LCD-Panel mit Direct-Lit löst mit 4K auf. Das bedeutet, dass die Hintergrundbeleuchtung der einzelnen Pixel aus LEDs auf der gegenüberliegenden Seite des Panels kommt. Auch deswegen bildet der LG 86UN85006LA kein Clouding, also keine hässlichen dunklen Schatten auf weißen Flächen, der Xiaomi Mi TV 4s (Testbericht) litt etwa darunter. Das Display ist matt. Lichtquellen im Rücken des Zuschauers reflektiert es dennoch zuweilen unschön.

Als Bildverbesserer bietet es HDR, Dolby Vision IQ, HLG Pro und HDR 10 Pro. Außerdem ist es in der Lage, 100 Hertz nativ und 200 Hertz interpoliert dazustellen.

Für verschiedene Videoinhalte bietet LG vorkonfigurierte Bildmodi wie Kino, Sport und Spiel an. Dabei erkennt der Fernseher in den meisten Fällen zuverlässig den Bildinhalt und passt das Bildmenü auf Wunsch an. Für UHD-Inhalte empfehlen wir einen Bildabstand von drei bis sechs Meter. Bei Full-HD sollte man nicht näher als vier Meter an das Gerät heranrücken, sonst könnten Pixel erkennbar sein. Bildinhalte mit geringerer Auflösung sehen unter einem Abstand von sechs Metern matschig aus. Grundsätzlich sollte man SD-Inhalte mit dem LG 86UN85006LA meiden.

Für die Größe ist ein ordentlicher Bildprozessor wichtig, sonst treten unnötige Artefakte auf. Der von LG genutzte Alpha7 der dritten Generation verrichtet einen ordentlichen Dienst. Er kommt bei LG auch in dessen Premium-OLED-Linie zum Einsatz. Gerade hochauflösendes Quellmaterial mit HDR-Unterstützung wirkt geradezu brillant. Auch Full-HD-Inhalte sehen hervorragend aus. Liegt das Bildmaterial jedoch nur in 720p oder niedriger vor, zeigen sich wegen der Größe des TVs klare Cluster und unschöne Kanten. SD-Fernsehen macht so keinen Spaß.

Insgesamt bietet er eine ordentliche Helligkeit und wegen Direct-Lit eine sehr gleichmäßige Verteilung. Wir messen in der Praxis bis zu 290 cd/m². Bei Bluray-HDR-Inhalten über eine PS4 geht die Helligkeit in einzelnen Bereichen auch mal bis zu 340 cd/m² hoch. Das ist ebenfalls ein guter Wert. Trotzdem kommt der LG 86UN85006LA bauartbedingt nicht an die enormen Helligkeits-Peaks von 750 cd/m² bei OLED-Geräte wie dem Sony KD-65AG9 (Testbericht) heran.

Er benötigt durchschnittlich knapp 250 Watt. Das könnte einigen zu viel sein, geht aber gemessen an der hohen Bildfläche in Ordnung. Der Stromverbrauch liegt damit in etwa auf dem Niveau eines 65-Zoll-OLED-Geräts.

Der LG 86UN85006LA ist ein massiges TV-Monster! Wer sich für ihn entscheidet, benötigt zunächst einmal ausreichend Platz. Mit fast 45 Kilogramm ist er zudem richtig schwer. Seine Optik und seine Verarbeitung sind dem günstigen Preis angemessen.

Punkten kann der LG 86UN85006LA vor allem bei HDR-Inhalten in 4K, die zudem über den HDMI-2.1-Anschluss an einer hochwertigen Dolby-Atmos-Soundbar wie der Sonos Arc (Testbericht) hängen. Mehr zum Audio bei Fernsehern in unserem Ratgeber Soundbars: Besserer Klang am TV . Fantastisch sieht außerdem Fußball aus. Auch in Full-HD ist hier mit einem Abstand von etwa fünf Metern deutlich mehr zu erkennen als bei kleineren Geräten. Nicht zu empfehlen ist der Fernseher allen, die überwiegend SD-Inhalte anschauen oder näher als drei Meter am Gerät sitzen.

Wer deutlich weniger ausgeben will, kann sich zum Beispiel den Sharp Aquos LC-70UI7652E (Testbericht) anschauen. Der ist zwar „nur“ 70 Zoll groß, kostet aber auch weniger als 800 Euro.

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