60-Euro-Beamer Blitzwolf BW-VP7 mit Miracast im Test | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

60-Euro-Beamer Blitzwolf BW-VP7 mit Miracast im Test

von  // 

Der Blitzwolf BW-VP7 bietet angeblich 5000 Lumen, beherrscht den drahtlosen Verbindungsstandard Miracast und kostet nur gut 60 Euro. Wir haben ihn getestet.

Als wir uns vor wenigen Wochen den Blitzwolf BW-VP5 (Testbericht) genauer anschauten, waren wir vor allem von zwei Dingen überrascht: Zum einen, dass der nur gut 60 Euro teure Beamer ein erstaunlich gutes und helles Bild liefert. Zum anderen überraschte uns das große Leserinteresse am Billig-Beamer. Anscheinend müssen es nicht immer teure Kurzdistanzbeamer (Vier im Vergleichstest) oder gar 4K-Beamer (Marktübersicht) sein. Grund genug, nun den vergleichbar günstigen Blitzwolf BW-VP7 unter die Lupe zu nehmen. Wir schauen, wie er sich gegen den guten Blitzwolf BW-VP5 schlägt.

Der Blitzwolf BW-VP7 kommt mit den Maßen von 12×15×13 Zentimetern und ist damit ein ganzes Stückchen kleiner als der VP5. Das liegt auch daran, dass er diesmal das Netzteil auslagert. Beim VP5 ist es in das Gehäuse integriert. Es gibt den VP7 in den Farben Weiß und Schwarz. Unsere schwarze Variante besteht komplett aus mattem, fingeradruckabweisendem Kunststoff. Die Front wirkt dabei gebürstet. Das verlneeiht dem Beamer eine gediegene Erscheinung.

Auf der Front gibt es neben der Linse, die etwas kleiner ist als die Linse des VP5, einen Infraroteingang. Zusammen mit dem Infraroteingang an seiner Rückseite reagiert das Modell sehr zuverlässig auf die mitgelieferte Fernbedienung. Der VP5 hat nur einen Infrarotsensor und reagiert weniger zuverlässig.

Auf der oberen Seite sitzt das Fokusrad. Es ist leicht nach innen versetzt und etwas schwerfälliger als beim VP5. Dafür besitzt der VP7 eine komplette Steuereinheit, die auf Wunsch die Fernbedienung ersetzt. Den VP7 kann man ausschließlich über dessen Fernbedienung nutzen. Weiter bietet der VP7 einen hochklappbaren Haltegriff aus Gummi. Dieser macht einen besseren Eindruck als der Haltegriff des VP5, der aus Kunstleder besteht.

Blitzwolf BW-VP7 (26 Bilder)

Im Lieferumfang des Blitzwolf BW-VP7 liegt auch ein HDMI-Kabel bei.

Die Ports auf der Rückseite des VP7 sind identisch mit den Ports auf der Rückseite des VP5. Dort sitzt ein Klinkenstecker für den Anschluss von Kopfhörern, ein HDMI-Port, eine USB-A-Buchse sowie ein Slot zur Aufnahme von Micro-SD-Karten. Der Beamer unterstützt auf Micro-SD-Karten und USB-Sticks die Video-Formate avi/mpg/ts/mov/mkv/mp4/vob/rmvb/flv, die Audioformate MP3/ACC/FLAC/M4A/M4R/OGG und die Bildformate JPEG/BMP/PNG. Außerdem gibt es auf der Rückseite einen Eingang für den Stromanschluss.

Auf der Unterseite gibt es neben dem Stativgewinde eine Öffnung, welche den Luftstrom zu Kühlung ansaugt. Die Platzierung ist etwas ungünstig. So kann man den BW-VP7 zum Beispiel im Betrieb nicht auf ein Kissen stellen, da er trotz kleiner Füßchen sonst Gefahr läuft, zu überhitzen.

Der Blitzwolf BW-VP7 bietet eine Auflösung von 800×480 Pixeln, das ist weniger als beim VP5 mit seinen 1280×720 Pixel. Das sieht man vor allem dann deutlich, wenn man etwa im Browser eines angeschlossenen Notebooks eine Webseite öffnet. Besonders Schriften sind sehr verpixelt und kaum noch zu lesen. Bei Bewegtbild ist die geringe Auflösung etwas weniger schlimm. Dennoch bietet der VP5 hier mehr. Zur Helligkeit des VP7 gibt Blitzwolf auf seiner Webseite 5000 Lumen an. Dass dies maßlos übertrieben ist, weiß jeder, der den Preis des Billig-Beamers sieht und sich etwas mit Projektoren auskennt. Schon beim Blitzwolf BW-VP5 schummelt der Hersteller und gibt 3800 Lumen an. Extrem schade und ein Grund dafür, dass chinesische Produkte in Deutschland einen schlechten Ruf genießen.

Die Helligkeit des BW-VP7 auf der linken Seite ist nicht so hoch wie die Helligkeit des BW-VP5 auf der rechten Seite.

Vergleicht man die Lumen, könnte man davon ausgehen, dass der VP7 heller ist als der VP5. Das Gegenteil ist der Fall. Der VP5 überstrahlt den VP7 deutlich. Auch bezüglich der Farben hat der VP5 die Nase vorne. Diese wirken auf dem VP7 weniger lebendig als auf dem VP5.

Bezüglich des Mindestabstands gibt es zwischen den beiden Projektoren keinen Unterschied. Wer ein scharfes Bild will, muss mindestens einen Abstand von 115 Zentimeter zur Projektionsfläche einhalten. Dann kommt das Bild auf eine Diagonale von etwa einen Meter. Bei einem Abstand von 235 Zentimetern vergrößert sich das Bild auf zwei Meter. Weiter weg sollte man aufgrund der geringen Helligkeit auch bei einem komplett abgedunkelten Raum nicht gehen.

Positiv überrascht uns die Lüfterlautstärke des Blitzwolf BW-VP7. Diese ist zwar steht deutlich zu hören, aber nicht annähernd so laut und weniger hochfrequent als beim BW-VP5.

Das Miracast-Menü.

Toll finden wir die Integration des drahtlosen Bildübertragungsstandards Miracast. Dafür erstellt der VP7 ein eigenes WLAN, in welches man sich mit seinem mobilen Endgerät einloggt. Viele Geräte wie die Smartphones von Samsung, Sony, Huawei und Xiaomi werden unterstützt, aber längst nicht alle. So klappt die Verbindung im Test mit einem Samsung Galaxy S20 Ultra (Testbericht) auf Anhieb. Mit einem Google Pixel 5 (Testbericht) hatten wir keinen Erfolg. Welche Geräte den Standard unterstützen, listet die WiFi-Alliance hier auf. Übrigens erlaubt der Blitzwolf BW-VP7 auch die Bildübertragung von iPhones per Kabel.

Der 5-Watt-Mono-Lautsprecher sitzt auf der rechten Seite des Blitzwolf BW-VP7. Er bietet eine ähnlich durchschnittliche Performance wie die zwei 3-Watt-Lautsprecher des VP5, kann allerdings nicht per Bluetooth angesprochen werden. Bei der eher schlechten Klangqualität ist das nicht wirklich schlimm. Schon für wenig Geld gibt es gute BT-Boxen wie unser Ratgeber Die besten Bluetooth-Speaker bis 100 Euro zeigt.

Das Bildmenü des Blitzwolf BW-VP7.

Das Menü des VP7 ist umfangreicher als das Menü des VP5. Zunächst sollte man die Systemsprache von Englisch auf Deutsch stellen. Insgesamt stehen neun verschiedene Sprachen zur Auswahl. Außerdem können Nutzer bezüglich des Bildes Kontrast, Helligkeit, Farbe, Schärfe, Farbtemperatur, Zoom-Stufen und Rauschreduktion bestimmen. Beim Ton stehen verschiedenen Effekte, ein simulierter Surround-Klang (der nichts bringt) und eine Balance (die nichts bringt) zur Wahl. Außerdem gibt es unter anderem einen Ausschalt-, Einschalt- und Einschlaf-Timer. Im Gegensatz zum VP5 gibt es beim VP7 auch die Möglichkeit, das Bild um 180 Grad zu drehen, um den Beamer kopfüber zu montieren. Eine digitale Trapezkorrektur fehlt bei beiden Modellen.

Der Blitzwolf BW-VP7 kostet bei Banggood (Kauflink) mit dem Gutscheincode BGDG8681 63 Euro, verschickt wird aus China. Die Lieferzeit kann damit gerne sechs Wochen betragen. Der in unseren Augen etwas bessere Blitzwolf BW-VP5 kostet bei Banggood (Kauflink) mit dem Gutschein-Code BGLZQNB562 gut 60 Euro aus Spanien oder Tschechien.

Der im Folgenden eingebundene Preisvergleich zeigt alternative günstige Beamer:

Der Blitzwolf BW-VP7 ist ein Beamer, den es im Grunde nicht braucht. Das liegt vor allem an der starken Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Denn der Blitzwolf BW-VP5 (Testbericht) kostet vergleichbar viel, bietet aber die deutlich hellere, schärfere und farbenfrohere Bilddarstellung. Allerdings ist der BW-VP7 im Betrieb etwas ruhiger und bietet Miracast. Das ist in unseren Augen aber kein Grund zwingend zum BW-VP7 zu greifen. Miracast lässt sich für wenige Euro mit einem Stick nachrüsten und die höhere Lautstärke mit angeschlossenen Boxen überstrahlen. Insgesamt bietet der Blitzwolf BW-VP5 das rundere Gesamtpaket und vor allem das für seinen vergleichbaren Preis bessere Bild.

Wer etwas mehr Geld investieren möchte, sollte sich unseren Budget-Beamer-Vergleich: Was kann ein 50-Euro-Projektor? durchlesen. Richtig praktisch und gut sind Kurzdistanz-Beamer, die wir im Vergleichstest: Vier Kurzdistanz-Beamer auf dem Prüfstand unter die Lupe nehmen.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben