Voxelab Proxima 8.9 4K
Pro und Contra
  • tolles Druckbild
  • großer Bauraum
  • hohe Geschwindigkeit
  • teuer
  • laute Lüfter
  • Löcher in der Druckplattform
  • 4.0

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Die in Deutschland wenig bekannte 3D Druckmarke Voxelab bietet zur Black-Friday-Week einen großen Resin-Drucker mit sattem Preisnachlass an. Techstage hat den Proxima 8.9 4K getestet und verrät, was der Drucker mit Monochrom-Display kann.

Der Resin-Drucker Voxelab Proxima 8.9 4K lockt mit 4K-Monochrom-LCD-Bildschirm, hoher Präzision und langer Lebensdauer. Ausgestattet ist er mit einem Bauvolumen von überdurchschnittlichen 192 x 120 x 200 mm, Rechtecklichtquellen für schonenderes und präziseres Drucken und einem soliden Design mit Linearführungen.

Der Proxima 8.9 ist ein klassischer Resin-Printer mit einem neuen Mono 4k Display. Er reiht sich in unserer Themenwelt 3D Druckern zwischen den Anycubic Mono X (Testbericht) und Elegoo Mars (Testbericht) ein. Da die Auswahl an neuen SLA-Druckern mit Monochrom-Display groß ist, fragen wir uns ob der Proxima 8.9 mit den Big-Playern Anycubic und Elegoo mithalten kann.

Dies ist der erste Test, bei dem Techstage neue einheitlichere Modelle (inklusive unseres neuen Druck-Maskottchens) und Harze verwendet, um genauere Unterschiede und Stärken der einzelnen Drucker hervorzuheben und um eine bessere Kaufentscheidung zu ermöglichen.

Zuerst die wichtigen technischen Daten des Herstellers:

  • Bauvolumen: 192 x 120 x 200 mm 
  • 4K-Monochrom-Display (8,9-Zoll) mit einer Auflösung von 3840 x 2400 Pixeln 
  • Eine neue Rechtecklichtquelle sorgt angeblich für gleichmäßigere Ausleuchtung und weniger Wärme auf dem LCD-Bildschirm. 
  • Zwei-Linear-Schienen verbessern die Bewegungsstabilität entlang der Z-Achse 
  • Die Druckgeschwindigkeit wurde um 50 % erhöht: Der verbesserte 4K-Mono-LCD-Bildschirm verbessert die Lichtdurchlässigkeit und erlaubt so eine kürzere Belichtungsdauer. Bei einer Schichtdicke von 0,05 mm beträgt die Druckgeschwindigkeit 17-25 mm/h. 
  • Integriertes FEP-Foliendesign: FEP-Folie wird durch 12 Schrauben an der Harzwanne befestigt und ist einfach zu ersetzen. 
  • Als Schneide-Software sind ChituBox und Voxelprint im Lieferumfang enthalten

So gut das auch klingt – was bedeutet das in der Praxis? Hier unser Resümee:

Der Druckraum des Proxima 8.9 ist überdurchschnittlich groß. Einen vergleichbar großen Bauraum haben nur etwa der Anycubic Mono X (Testbericht) mit 192 x 120 x 245 mm und der Elegoo Saturn mit 192 x 120 x 200 mm.

Das Monochrom-Display erlaubt in der Praxis tatsächlich eine höhere Auflösung und schnellere Druckzeiten. Auch die Lebensdauer ist besser als bei RGB-Displays. Voxelab gibt konkret eine Lebensdauer von 2000 h an. Zum Vergleich: RGB-Displays halten häufig nur 500 h. Die Druckgeschwindigkeiten, die der Proxima 8.9 4k erreicht, sind sehr ordentlich und SLA-Druckern mit RGB-Display deutlich überlegen.

Das 4k-Mono-Display, die Auflösung von 3840 x 2400 Pixel und die doppelte Linearschienenführung sind zwar gut, allerdings fast schon Standards bei Großraum-SLA-Druckern. Inwieweit die neuartige Rechtecklichtquellen-Verteilung für bessere Druckergebnisse sorgt, zeigt sich erst in der Praxis.

Aufbau und Inbetriebnahme sind beim Proxima 8.9 4k ruckzuck erledigt. Alles auspacken, Drucker anschließen und die Bauplattform justieren, fertig. Der Vorgang dauert nur etwa 10 Minuten. Das mitgelieferte Zubehör besteht aus zwei Spachteln, zwei Paar Handschuhen und fünf Resin-Filtern. Ein nettes Extra ist der mitgelieferte USB-Stick, welcher nicht nur schick aussieht, sondern auch richtig schnell ist. Atemschutz und Resin sind nicht beigepackt.

Das Wannensystem des Druckers hat neben einer Maximal-Markierung eine praktische Führung zum punktgenauen Einsetzen des Behälters. Nach der Montage der Resin-Wanne benutzten wir zunächst ein für den Test vom Hersteller zur Verfügung gestelltes Resin. Leider ist dieses Harz ungewohnt stark reaktiv und so kommt es bei den ersten Drucken noch zu Problemen wegen Überbelichtung.

Alternativ probieren wir deshalb schwarzes und transparentes Resin von Anycubic aus, was dann gleich deutlich besser funktioniert. Der Proxima 8.9 4k arbeitete die von uns erstellten Modelle problemlos ab und erzielte dabei gute bis sehr gute Ergebnisse. Die fertigen Testdrucke finden sich in der Bilderstrecke. Die Druckqualität mit dem herstellereigenen Harz sollte ebenfalls gut sein – wenn man denn die korrekten Settings herausfindet. Mehr dazu in den Kritikpunkten zum Drucker.

Die Slicing-Software Voxelprint hinterlässt einen positiven Eindruck. Sie ist logisch aufgebaut und hat eine praktische Cleaner-Funktion. Mit der kann man Reste in der Wanne aushärten, um sie anschließend problemlos zu entfernen. Eine Komplettreinigung nach einem Fehldruck ist so unnötig. Die auf dem USB-Stick mitgelieferte Software ist insgesamt bedienerfreundlich und stabil in der Anwendung. Alternativ funktioniert auch die bekannte und beliebte Freeware Chitobox. Die kostenlose Software hat die benötigten Druckerprofile von Voxelab bereits gespeichert.

Eine Besonderheit des Druckers ist der Wartungsintervall-Reminder, der dem Nutzer Bescheid gibt, wenn die FEP Folie gewechselt werden sollte. Außerdem zählt der Drucker die Belichtungen mit, ähnlich dem Auslöserzähler einer Kamera.

Nun kommen wir zu den Kritikpunkten. So gibt es leider keinen mitgelieferten bzw. vorinstallierten Belichtungstest, mit dem man die perfekten Belichtungseinstellungen finden kann. So bleibt nur aufwändiges Herumprobieren, denn bisher gibt es kaum Erfahrungsberichte, anhand deren man sich orientieren könnte.

Ein weiteres No-Go: Zwar gibt der Hersteller eine maximale Druckauflösung von 0,025 mm an, mit der Hersteller-Software ist diese Auflösung allerdings gar nicht einstellbar. Außerdem sind die im Gerät integrierten Lüfter wie bei fast allen 3D-Druckern zu laut.

Einen Punkt, den wir absolut nicht nachvollziehen können, ist die Gestaltung der Druckplattform. Mittig auf der Bauplattform sind vier Bohrungen für die Halterung. Diese Löcher werden bei den Drucken mit Harz gefüllt und verbleiben dann als Unebenheiten auf dem Boden der Modelle. Das hätte man auch deutlich besser lösen können – selbst bei Budget-Drucker ist uns dieses Problem noch nie untergekommen.

Den Proxima 8.9 gibt es aktuell nur im Herstellershop oder etwa beim chinesischen Onlineshop Banggood. Dort kostet der Drucker 608 Euro. Aus unserer Sicht ist dieser Preis etwas zu hoch angesetzt. Im deutschen Amazon-Shop des Anbieters ist das Modell aktuell leider nicht aufgeführt. Dort ist lediglich das kleinere Modell Proxima 6.08 mit 2K Monochrom-Display für 160 Euro zu finden. Direkt beim Anbieter ist das Gerät aktuell zum Aktionspreis von 400 Dollar verfügbar, was wiederum sehr verlockend ist.

Der Voxelab Proxima 8.9 kommt ordentlich verpackt beim Kunden an und ist zudem vorbildlich verarbeitet. Das Druckbild ist mit den korrekten Settings sehr gut und die Technik im Praxistest absolut zuverlässig. Wer einen SLA-Drucker mit großem Bauraum sucht, sollte das Modell unbedingt in die engere Wahl miteinbeziehen.

Der überdurchschnittlich hohe Preis, die hohe Lautstärke der Lüfter und das Fehlen eines Belichtungstests geben allerdings Punktabzug. Auch die Bohrlöcher in der Druckplatte hinterlassen einen faden Beigeschmack.

Obwohl der Proxima 8.9 4K insgesamt gut abschneidet, können wir ihn nur bedingt empfehlen. Zum einen erscheint uns der reguläre Preis definitiv zu hoch, zum anderen ist das Gerät aktuell nur direkt beim Hersteller oder über Banggood erhältlich.

Eine vergleichbare Ausstattung, ein mindestens ebenbürtiges Druckbild und einen ähnlich großen Druckraum gibt es beim Anycubic Mono X (Testbericht) schon deutlich günstiger. Wer auch mit kleinerem Bauraum auskommt, kommt sogar noch deutlich billiger davon. Hier empfehlen wir aktuell den Creality Halot One(Testbericht), welcher regulär für 180 Euro zu haben ist. Aktuell ist der Halot sogar schon ab 140 Euro erhältlich.

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