TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Qidi X-Pro
  • 4.0

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

Diebstahlschutz ab 6 Euro: Fahrradschlösser und GPS-Tracker für E-Scooter, E-Bikes und Fahrräder

Ratgeber ferngesteuerte Autos: Schneller Spaß ab 30 Euro

Auto, Boot, Drohne, Flieger & Roboter: Abgefahrenes RC-Spielzeug bis 50 Euro

NAS als Multimedia-Server: Musik, Videos und Bilder auf Fernseher und Smartphone streamen

Der Qidi X-Pro ist zwar schon länger erhältlich, wir haben den Drucker mit Dual Extruder und Direct-Drive trotzdem getestet. TechStage zeigt, ob sich die Anschaffung lohnt.

Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt 3D-Drucker. Hier finden sich Ratgeber wie 3D-Drucker: Alle wichtigen Informationen für den Einstieg oder die Kaufberatung zu den 15 günstigsten FDM-Druckern. Zudem bieten wir dort Vergleichstests und Einzeltests. Zuletzt mussten die XL-Modelle Tronxy X5SA Pro (Testbericht), Sapphire Plus (Testbericht) und der fertig aufgebaute Creality CR-200B (Testbericht) beweisen, was sie können. Auch Resin-Drucker wie der Anycubic Mono X (Testbericht) oder der Elegoo Mars (Testbericht) mussten zeigen, was sie in der Praxis leisten.

In diesem Test geht es nun wieder um einen klassischen Filament-3D-Drucker mit Dual-Extruder. Der Qidi X-Pro ist derzeit nicht im Preisvergleich gelistet, aber Banggood führt das Modell und hat uns den Drucker für den Test zur Verfügung gestellt. Mit dem Code BGd33856 kostet der Drucker aus dem tschechischen Lagerhaus aktuell 453 Euro.

Ausstattung

Beim Quidi X-Pro handelt es sich um einen FDM-Drucker mit geschlossenem Gehäuse und Dual-Extruder in XY-Core-Bauweise. Das bedeutet, dass die beiden Druckköpfe sich auf der x- und y-Achse bewegen und das Druckbett entlang der z-Achse läuft. Beide Druckköpfe sind mit einer 0,4-mm-Nozzle und einem Direct-Extruder ausgestattet und so sitzen die Fördermotoren für das Filament direkt oberhalb der Druckköpfe. Im Vergleich zum Bowden-Extruder, der das Filament durch einen Schlauch in den Druckkopf schiebt, ist etwa die Verarbeitung von TPU weniger problematisch. Die maximale Temperatur der Druckköpfe beträgt 240 °C, womit der X-Pro neben PLA auch beispielsweise für PETG geeignet ist.

Trotz des hohen Gewichts von knapp 22 kg und Abmessungen von satten 55 x 45 x 55 cm (B/T/H) inklusive Kunststoff-Haube und Filament-Spulen, beträgt der nutzbare Bauraum maximal 23 x 15 x 15 cm. Dies ist sowohl der XY-Core-Bauweise als auch dem zweiten Extruder geschuldet.

Das auf 100 °C beheizbare Druckbett ist mit einer magnetischen Auflage versehen und auf der Rückseite mit der z-Achse verbunden. Zur Bedienung am Drucker kommt ein farbiger 4,3-Zoll-Touchscreen zum Einsatz. Der Druckraum ist durch eine LED beleuchtet.

Zur Übertragung der Druckdaten stehen ein USB-Port, LAN und WLAN zur Verfügung. Im Test haben wir unsere Modelle alle mit dem im Lieferumfang enthaltenen USB-Stick übertragen. Auf dem Stick ist auch die Qidi-Slicing-Software enthalten, welche letztlich eine abgewandelte Form des kostenlosen Programms Cura ist. Im Test haben wir sowohl die Qidi-Software als auch die aktuelle Version von Cura benutzt.

Wird ein Druck ungeplant unterbrochen, beispielsweise durch einen Stromausfall, kann dieser nach erneutem Einschalten fortgesetzt werden. Auf Filament-Sensor und Auto-Leveling muss man beim X-Pro verzichten.

Inbetriebnahme

Der X-Pro kommt zu 99 % fertig montiert beim Kunden an. Nach dem Auspacken müssen lediglich die Transportsicherungen entfernt, der Bauteillüfter aufgeschraubt und die magnetischen seitlichen Scheiben und der Deckel aufgesetzt werden. Zusätzlich werden zwei Schläuche zwischen Extruder und Filament eingesetzt. Diese dienen zur sauberen und zuverlässigen Materialführung.

Anschließend folgt das manuelle Leveling mithilfe eines Sheets, welches ebenfalls zum Lieferumfang gehört. Alternativ funktioniert auch ein einfaches Blatt Papier. Der X-Pro fährt während des Einstellungsprozesses insgesamt drei Punkte ab. Zum Korrigieren des Abstands zwischen Nozzles und Druckbett sind insgesamt drei Stellschrauben an der Unterseite der Heizplatte zuständig. Aufgrund der kleinen Druckfläche geht das in Ordnung. Bei einer größeren Fläche hätten wir uns auf jeden Fall vier Stellschrauben gewünscht, um eine wirklich exakte Ausrichtung hinzubekommen.

Druckqualität

Nach dem Leveling laden wir die Extruder mit den zwei beigepackten Spulen PLA-Filament und starten den ersten Test-Druck. Diesen müssen wir allerdings nach etwa einer Stunde abbrechen, da eines der Filamente gebrochen ist – ein Filament-Sensor hätte dies erkannt und den Druck gestoppt. So aber müssen wir neu starten. Da das beigelegte PLA extrem spröde ist, ersetzen wir beide Spulen durch privat genutztes PLA. Der nächste Versuch, ein auf dem USB-Stick gespeicherter zweifarbiger Würfel, gelingt mit dem ausgewechselten Material auf Anhieb. Das Ergebnis ist zwar noch nicht zu 100 Prozent perfekt, aber insgesamt ordentlich.

Als Nächstes drucken wir eine zweifarbige Figur, welche wir jeweils mit der Qidi-Software und mit Cura bearbeitet haben. Die beiden Druckergebnisse haben zwar ebenfalls noch Verbesserungspotenzial, hinsichtlich der unveränderten Standard-Settings sind wir aber zufrieden.

Anschließend drucken wir den klassischen Benchy, ein kleines Boot, welches als Stresstest für FDM-Drucker gedacht ist. Da wir das kleine Schiffchen nur einfarbig drucken, machen wir jeweils einen Test mit dem linken sowie dem rechten Extruder. Beide Ergebnisse sind aus unserer Sicht voll zufriedenstellend. Zwar gibt es auch hier noch Verbesserungspotenzial, dies ist allerdings eine Frage der Slicing-Einstellungen. Der X-Pro macht auf jeden Fall einen guten Job.

Was uns beim Test des X-Pro hervorragend gefällt, ist die geringe Lautstärke während des Druckvorganges. Zwar sind die Lüfter von Druckkopf und Netzteil immer zu hören, im Vergleich zu anderen Druckern arbeitet das Gerät aber geradezu im Flüster-Modus. Zwar ist bei mehrstündigen Druckjobs auch alle halbe Stunde mal ein kurzes Aufheulen des Netzteil-Lüfters zu registrieren, im normalen Betrieb ist der Qidi aber nicht lauter als ein einfaches PC-Netzteil. Das hat dazu geführt, dass wir während der Tests mehrfach befürchteten, der Druckvorgang wäre abgebrochen – dies war allerdings nie der Fall. Der X-Pro ist insgesamt einfach deutlich leiser als etwa der kürzlich getestete Anycubic Vyper (Testbericht) oder andere Drucker. Ähnlich leise arbeitete (ohne Tuning) bisher nur der Qidi X-Plus (Testbericht).

Preis

Im Preisvergleich ist der Qidi X-Pro derzeit nicht gelistet. Bei Banggood ist der Drucker aktuell als Flash-Deal für 470 Euro aus einem Lagerhaus in Tschechien erhältlich. Dieser Preis gilt allerdings nur für wenige Tage. Mit dem Code BGd33856 gibt es den Drucker (ebenfalls zeitlich begrenzt) für 453 Euro. Dank der Lieferung innerhalb der EU fallen keine weiteren Gebühren an.

Der Preis ist zwar nicht günstig, für einen fertig aufgebauten Drucker mit Gehäuse und Dual-Extruder ist er aber gerechtfertigt.

Alternativ zeige wir hier eine Liste der beliebtesten Filament-3D-Drucker unter 500 Euro.

Fazit

Der Qidi X-Pro ist insgesamt ein guter Dual-Extruder-Drucker. Insbesondere das mit Standard-Settings ordentliche Druckbild und die niedrige Lautstärke haben im Test überzeugt. Wer einen Drucker mit Direct-Extruder und zwei Druckköpfen sucht, bekommt hier ein vernünftiges Gerät, welches innerhalb weniger Minuten einsatzfähig ist.

Zwar fehlen Auto-Leveling-Funktion und Filament-Sensor, aber diese Features sind aus unserer Sicht verschmerzbar. Wer nicht darauf verzichten will und keine Lust auf händisches Leveln hat, sollte sich den Single-Extruder-Drucker Anycubic Vyper (Testbericht) ansehen. Neben der echten Auto-Leveling-Funktion sind hier auch Filament-Sensor und ein größerer Bauraum vorhanden.

Wer sich den X-Pro anschafft, braucht allerdings viel Platz und muss sich mit einem verhältnismäßig kleinen Bauraum zufriedengeben. Wer plant große Objekte zu Drucken, sollte sich stattdessen unseren Ratgeber Größer drucken ohne Aufpreis: Riesen-3D-Drucker ab 199 Euro ansehen.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.