3D-Drucker Qidi X-Max im Test: Fertig aufgebaut und zuverlässig

Qidi X-Max
Pro und Contra
  • kein Zusammenbau nötig
  • hohe Geschwindigkeit und gutes Druckbild
  • verarbeitet auch exotisches Filament
  • hoher Preis
  • kein Auto-Leveling, kein Filament-Sensor
  • Türrahmen verdeckt die Druckplatte
  • 4.5

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Der fertig montierte FDM-Drucker X-Max von Qidi lockt mit großem Bauraum und großer Filament-Auswahl. TechStage hat den Drucker mit geschlossenem Gehäuse in der Praxis getestet und verrät, ob sich die Anschaffung lohnt.

Der Hersteller Qidi setzt ganz auf fertig aufgebaute 3D-Drucker mit geschlossenem Gehäuse. Statt stundenlangem Basteln ist hier Auspacken und Losdrucken angesagt. Das Modell X-Max ist nicht nur größer als der Qidi X-Plus (Testbericht) oder der Dual-Extruder-Drucker Qidi X-Pro (Testbericht), er kann dank zusätzlichem Hochtemperatur-Extruder auch exotische Filamente wie Nylon verarbeiten. Den Drucker hat uns der Onlineshop TomTop zur Verfügung gestellt. Ob sich der Mehrpreis im Vergleich anderen Druckern lohnt, zeigen wir in diesem Einzeltest.

Dieser Artikel gehört zu unserer Themenwelt 3D-Drucker. Hier finden sich neben konkreten Einzeltests auch unsere Bestenliste und Ratgeber zu FDM- und Resin-Druckern.

Beim Qidi X-Max handelt es sich um einen komplett fertig aufgebauten XY-Core-Drucker mit geschlossenem Gehäuse. Für die Bewegungen auf X- und y-Achse ist hier der Druckkopf verantwortlich. Die x-Achse wird beim X-Max von zwei Motoren angetrieben, was zu einer verbesserten Qualität bei hoher Geschwindigkeit sorgen soll. Die Bewegungen auf der z-Achse übernimmt das beheizte Druckbett. Als Druckmaterial dient Filament mit einem Durchmesser von 1,75 mm. Der Standard-Druckkopf arbeitet mit einer 0,4-mm-Nozzle. Die Schichthöhe ist zwischen 0,1 und 0,5 mm einstellbar. Als Druckgeschwindigkeit gibt Qidi über 100 mm/s an – das ist zwar selbstbewusst, aber realistisch.

Die maximale Druckgröße ist mit 30 x 25 x 30 cm überdurchschnittlich groß und übertrifft die Bauräume der bisher getesteten Drucker des Herstellers. Das gilt auch für das Gewicht von 38 kg und die ausladenden Außenabmessungen von 65 x 55 x 60 cm. Der geschlossene Bauraum ist ideal für Filament wie ABS, welches für einen erfolgreichen Druck eine gleichbleibende, hohe Raumtemperatur benötigt.

Zur Steuerung kommt ein farbiger Touchscreen zum Einsatz. Die Druckdaten gelangen entweder mithilfe des mitgelieferten USB-Sticks, dem USB-Kabel oder WLAN auf den X-Max. Filament-Sensor und automatische Leveling-Funktion hat der Drucker nicht an Bord.

Zu den Besonderheiten des Druckers zählt, dass sich die Filament-Rollen sowohl außen als auch im Gehäuse befestigen lassen. Die Lagerung im Gehäuse ist besonders dann sinnvoll, wenn Filament wie Nylon zum Einsatz kommt. Nylon und PLA-Filamente sind bekannt dafür, dass sie Feuchtigkeit besonders schnell aufnehmen, was die Druckeigenschaften negativ beeinflusst.

Ungewöhnlich ist, dass Qidi den X-Max mit zwei verschiedenen Druckköpfen ausliefert. Während der Standard-Druckkopf für die Verwendung mit PLA, Wood, ABS oder TPU vorgesehen ist, dient der Hochtemperatur Druckkopf für Materialien mit höherem Schmelzpunkt. Dazu zählen etwa Nylon, Carbon oder PETG.

Der Qidi-Drucker kommt weder in Einzelteilen noch als vormontierter Bausatz zum Kunden, sondern fix und fertig aufgebaut. Statt zu schrauben und sich mit ungenauen Anleitungen auseinanderzusetzen, kann man nach dem Auspacken und dem Entfernen der Transportsicherungen direkt loslegen. Die Vorbereitung für die Inbetriebnahme dauern nur etwa fünf Minuten.

Für den Versand ist der Drucker samt Deckel und Zubehör großzügig in Styropor gepolstert. Neben dem Drucker und einer ausreichend guten Anleitung gehören noch eine Spule PLA-Filament, etwas Werkzeug, ein paar Ersatzteile, ein Metallspachtel und der zweite Druckkopf zum Lieferumfang. Zusätzlich packt der Hersteller eine zweite Kunststoffauflage für das magnetische Druckbett bei.

Das Gehäuse des X-Max besteht zwar nur aus Kunststoff, trotzdem wirkt der Drucker dadurch deutlich professioneller als Selbstbau-Drucker mit frei hängenden Kabeln und offen zugänglichen Platinen. Die Verarbeitung ist insgesamt ordentlich, auch das an zwei Seiten geführte Druckbett hinterlässt einen stabilen Eindruck. Die mechanischen Teile sind alle sehr solide gearbeitet und die Haftung vom magnetischen Druckbett ist äußerst zuverlässig.

Nur ein Punkt am X-Max nervt! Bei geschlossener Fronttür ist das Druckbett in der Ausgangsposition nur von unten zu sehen. Schuld daran ist der breite Rahmen um das Sichtfenster. Abhilfe schaffen ein Blick durch den Kunststoffdeckel oder das Öffnen der Tür.

Für den ersten Test-Druck muss der X-Max nach dem Entfernen der Transportsicherungen lediglich mit Filament gefüttert werden. Dazu nutzen wir die Filament-Halterung auf der Oberseite. Grund hierfür ist die Tatsache, dass für die innere Spulenhalterung eine vernünftige Filament-Führung fehlt. Diese kann man sich bei Bedarf aber problemlos selbst drucken – die Vorlage ist kostenlos erhältlich. Das Aufheizen des Druckkopfs geht angenehm fix und deutlich schneller als bei den meisten FDM-Druckern.

Bei unserem X-Max war der Abstand zwischen Druckauflage und Nozzle bereits perfekt eingestellt. Grundsätzlich sollte man das aber prüfen, um Probleme beim Druck zu vermeiden. Die in der Anleitung beigelegte Leveling-Karte ist dabei ein hilfreiches Gimmick, insbesondere für Einsteiger.

Als Erstes muss der Drucker mit PLA zeigen, was er kann. Die auf dem USB-Stick gespeicherte Test-Datei ist zwar technisch gesehen wenig anspruchsvoll, dafür drucken wir sie mit sehr hoher Geschwindigkeit. Die erreichten 200 mm/s liegen dabei deutlich über der Herstellerangabe (schneller als 100 mm/s). Zum besseren Verständnis: Viele Hersteller geben die maximale Druckgeschwindigkeit mit 60 mm/s an.

Das Ergebnis des Turbo-Druckvorgangs überrascht. Trotz hohem Tempo zeigt sich ein gleichmäßiges und feines Druckbild. Das sähe bei gleicher Geschwindigkeit, einem detailreichen Test-Druck und anspruchsvollerem Filament wie PETG stimmt anders aus, aber grundsätzlich zeigt es, dass der Qidi X-Max schnell ist.

Für die folgenden Tests nutzen wir selbst vorbereitete 3D-Dateien und eine Geschwindigkeit zwischen 35 und 120 mm/s. Die Qidi-Slicing-Software überrascht mit guten Grundeinstellungen und einer übersichtlichen Oberfläche. Auf das in der Regel von uns eingesetzte Cura können wir so ganz verzichten. Die Ergebnisse mit Standard-Filamenten wie PLA und PETG sehen allesamt hervorragend aus. Nicht perfekt, aber gut bis sehr gut. Selbst der Test mit einer Schichtdicke von 0,05 funktioniert. Einzelne Layer sind dann kaum mehr zu erkennen. Hier musste die Druckgeschwindigkeit allerdings auf 35 mm/s gedrosselt werden Auffällig ist die extreme Haftung des Druckbetts. Die Drucke haften fast schon zu gut auf der Kunststoff-Oberfläche und sind nur mit sanfter Gewalt herunterzubekommen.

Die Lautstärke des X-Max ist bei geschlossener Fronttür zwar nicht flüsterleise, aber gut erträglich. Am lautesten sind wie so oft die Lüfter von Netzteil und Druckkopf. Bei offener Tür und abgenommener Kunststoffhaube ist der Drucker ähnlich laut wie andere Drucker.

Der Druckkopf-Wechsel für den Probedruck mit ABS erweist sich als wenig anspruchsvoll. Das Prozedere dauert selbst ohne Übung keine zehn Minuten. Bei den ersten Tests mit dem stabilen aber nicht ganz unproblematisch druckbaren Filament zeigt sich ein dann plötzlich ein Haftungsproblem. Dieses ist dann allerdings auf das von uns verschmutzte Druckbett zurückzuführen. Mit gereinigter Druckauflage haftet auch das ABS sehr ordentlich. Dank dem geschlossenen Gehäuse und der gleichbleibenden Temperatur im Druckraum verzieht sich das Objekt auch nicht, so wie wir das von offenen Druckern kennen.

Da unsere bestellten Test-Filamente inklusive des Nylons erst kurz vor Veröffentlichung angekommen sind, laufen die abschließenden Tests noch. Fotos der Druckergebnisse werden wir in den nächsten Tagen nachreichen.

Alles in allem hinterlassen die Drucke mit dem X-Max einen positiven Eindruck. So gute bis sehr gute Ergebnisse mit Standard-Einstellungen sind unserer Erfahrung nach außergewöhnlich selten. Der Nutzer kann sich so voll auf die Drucke konzentrieren, anstatt sich mit Hardware oder Software-Settings herumschlagen zu müssen.

Mit einem Preis von knapp 1050 Euro ist der Qidi X-Max nicht günstig, was für einen fertig zusammengebauten Drucker allerdings normal ist. Hinsichtlich der guten Druckergebnisse und der Tatsache, dass sich sogar Nylon verarbeiten lässt, erscheint uns der Preis gerechtfertigt.

Unser Testgerät wurde uns vom Onlineshop TomTop zur Verfügung gestellt. Hier ist der Qidi X-Max schon für knapp 920 Euro mit Lieferung aus dem deutschen Lager erhältlich.

Der Qidi X-Max ist der ideale Drucker für alle, die sich aufs Drucken und nicht auf den Drucker konzentrieren wollen. Solide Hardware, einfache Bedienung und eine vernünftige Software gepaart mit hoher Geschwindigkeit und schönem Druckbild rechtfertigen auch die verhältnismäßig hohen Anschaffungskosten.

Lediglich die fehlende Auto-Leveling-Funktion und der fehlende Filament-Sensor stören uns angesichts des hohen Preises. Die Tatsache, dass man bei geschlossener Türe nur die Druckbettunterseite sieht, nervt, kann den positiven Gesamteindruck aber nicht trüben.

Wer auch mit weniger Bauraum auskommt, sollte sich alternativ den günstigeren Qidi X-Plus (Testbericht) ansehen. Der Qidi X-Pro (Testbericht) ist dann besser geeignet, wenn zwei Filament-Sorten gleichzeitig genutzt werden sollen. Wem die fertig aufgebauten Drucker zu teuer sind, der bekommt auch mit dem günstigeren Ender 5 einen zuverlässigen FDM-Drucker in XY-Core-Bauweise. Weitere Einzeltests, wie die vom günstigen Artillery Hornet (Testbericht) finden sich in der Themenwelt 3D-Drucker. Hier stellen wir auch Resin-Drucker wie den Creality Halot One (Testbericht) vor.

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