3D-Drucker Monoprice MP Mini Delta V2 im Test: klein, leise, ab 170 Euro

Monoprice MP Delta Mini V2
Pro und Contra
  • sofort einsatzbereit
  • kompakte Abmessungen
  • Sehr benutzerfreundlich
  • kleiner Bauraum
  • Heizbett nur bis 60 Grad
  • Fiepsen bei hohem Drucktempo
  • 4.5

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Den MP Mini Delta v2.0 gibt es momentan schon ab knapp 170 Euro in deutschen Onlineshops. Monoprice verspricht einen kompakten und flüsterleisen 3D-Drucker mit Autoleveling und WLAN-Anbindung. Das klingt verführerisch, also hat Techstage der Neuauflage des kleinen Delta-Druckers auf den Zahn gefühlt.

Wir halten regelmäßig Ausschau nach 3D-Druckern, die auch Einsteigern einen direkten Weg zum ersten gelungenen Druckobjekt bieten. In der Anschaffung sollte so ein Modell günstig sein und außerdem eine einfache Bedienung erlauben. Vor allem soll er ohne große Vorkenntnisse oder gar Tuning-Maßnahmen sofort einsatzbereit sein.

Der Monoprice MP Mini Delta v2.0 ist ein fertig aufgebauter Plug&Play-Drucker und mit seinem kleinen Bauraum von 110 x 110 x 120 mm ein wahres Kleinod.

Bei der vom Hersteller angegebenen Betriebslautstärke von 30dB könnte der kleine 3D-Drucker in Delta-Bauweise direkt auf dem Schreibtisch stehen bleiben, während man arbeitet. Mit einem Gewicht von 3,5 kg, einer Höhe von 45 cm und dem praktischen Tragehenkel ist er schnell weggeräumt oder wieder aufgebaut. Die Grundvoraussetzungen für einen perfekten Desktop-3D-Drucker hat der Monoprice MP Mini Delta v2.0, jetzt muss er in der Praxis nur noch gute Ergebnisse liefern.

Der Test des Monoprice MP Mini Delta v2.0 gehört zur Themenwelt 3D-Drucker. Hier zeigen wir etwa Einzeltests von 3D-Druckern, wie dem Ender 5 Pro (Testbericht), dem Flashforge Adventurer 3 (Testbericht) oder dem Artillery Hornet (Testbericht). Auch unsere Ratgeber und Vergleichstests zu Filament- und Resin-Druckern sind dort zu finden.

Der Monoprice MP Mini Delta v2.0 ist ein Delta-Drucker. Am meisten verkauft werden jedoch kartesische 3D-Drucker, gefolgt von den XY-Core-Druckern. Der weitaus kleinere Anteil sind die Delta Drucker. Bei den kartesischen Druckern hat jede Achse mindestens einen eigenen Motor, der den Druckkopf und das Druckbett, in jeweils eine Richtung hin und her bewegt. Bei einem Delta-Drucker ist der Druckkopf hingegen an drei Armen befestigt, die durch Auf- und Abwärtsbewegungen Druck und Gegendruck auf den Druckkopf ausüben und ihn somit hin- und herschieben. Die Höhe wird aufgebaut in dem alle drei Arme mit jeder Schichterhöhung gleichzeitig weiter nach oben fahren.

Der Bauraum von kartesischen Druckern ist in alle drei Raumachsen ähnlich groß. Der Bauraum von Delta-Druckern ist in der horizontalen x- und y- Ebene immer kreisförmig und in Relation zur Z-Höhe kleiner. Für Objekte mit großer Höhe und schmale Breite bzw. Tiefe sind Delta Drucker somit ideal geeignet. Durch ihre Bauweise können Delta-Drucker sehr viel schneller als etwa ihre kartesischen Brüder, in gleichbleibender Qualität drucken.

Der Monoprice MP Mini Delta v2.0 ist mit einer Bauraumhöhe von 120 mm und einer kreisförmigen Bauraumfläche von gerade einmal 110 mm ein echter Mini-Drucker, trotzdem hat er die Ausstattung eines ausgewachsenen Modells. Neben einer automatischen Leveling-Funktion sind ein benutzerfreundliches Farb-Display und WLAN mit an Bord.

Beim automatischen Leveling fährt der Druckkopf zu Beginn jedes Druckes drei Punkte am äußeren Rand des Kreises ab. Druckknöpfe unterhalb des Bettes registrieren den Anpressdruck des Druckkopfes. Dadurch erkennt der Drucker den Nullpunkt des jeweiligen Druckbereiches und weiß, wo die erste Schicht platzieren muss. In der überarbeiteten Version 2 hat Monoprice außerdem das Display zu Gunsten der Benutzerfreundlichkeit überarbeitet. Er ist zwar noch immer sehr klein, dennoch kann man es mit dem mitgelieferten weißen Touch-Pen gut bedienen. Ein weiteres Upgrade ist die WLAN-Funktion des Druckers, die nun die kabellose Übertragung der Druckdaten erlaubt.

Der Monoprice MP Mini Delta v2.0 kommt ordentlich und sicher verpackt an. Der empfindliche Druckkopf, ist mittels eines Kartons zusätzlich während des Transports gesichert. Mit dem Tragehenkel ist der kleine Drucker mit seinem massiven Rahmen aus Aluminium und Stalblech schnell aus der Packung herausgezogen. Nun wird die Druckkopf-Transportsicherung entfernt, das Netzkabel eingesteckt und der Filamenthalter an einer Strebe seitlich vom Drucker eingehakt.

Jetzt folgt die optionale Einrichtung der WLAN-Anbindung. Im Gegensatz zu einigen der bisher getesteten Druckerhat sich der Mp Mini Delta v2.0 sofort und problemlos mit dem WLAN-Netz verbunden.

Die Inbetriebnahme des Druckers entspricht genau dem, was man bei einem Plug&Play-Produkt erwartet. Anschalten, Filament laden, die mitgelieferte SD-Karte einschieben, eine Testdatei auswählen und sofort los drucken.

Die Düse und das Heizbett erreichen in nur knapp zwei Minuten die gewünschte Drucktemperatur, danach richtet der Druckkopf sich aus und beginnt mit dem Auto-Leveling. Nachdem er die drei Punkte abgefahren hat, startet umgehend der Druckvorgang. So einfach hatten wir das nicht erwartet. Die fertig aufgebauten Drucker im Einsteigersegment sind in den letzten Monaten deutlich besser geworden. Schon die Erfahrungen mit den Modellen Qidi X-Max (Testbericht) und Flashforge Adventurer 3 (Testbericht) haben uns positiv überrascht.

Eigenen 3D-Objekte werden mit der mitgelieferten kostenlosen Slicer-Software Cura bearbeitet und gedruckt. Der Slicer, wie der Name schon sagt, schneidet das 3D Modell in Schichten, berechnet die Wege der Druckdüse und passt das Modell dem mechanischen Aufbau des Druckers an. In Cura ist bereits ein Profil für den Monoprice MP Delta Mini v2.0 vorinstalliert. Sobald die Software startklar ist, wählt man unter Voreinstellungen die Rubrik Drucker und sucht unter „unvernetzte Drucker hinzufügen“. Unter Monoprice wählt man dann den MP Delta Mini v2.0 aus. Danach sieht man schon die runde Bauplattform in Cura und kann per Drag&Drop die Druckdateien hinein laden. Im Test benutzen wir größtenteils die voreingestellten Druckeinstellungen von Cura

Die Bedienung ist einfach und bequem. Dank der WLAN-Anbindung entfällt auch das Umstecken von SD-Karte oder USB-Stick, was bei häufiger Nutzung durchaus praktisch ist.

Die Verarbeitung des kleinen Druckers ist gut. Der massive Rahmen und die einzelnen Komponenten hinterlassen einen ordentlichen Eindruck. Die Lautstärke während des Druckvorganges ist tatsächlich erfreulich niedrig und der Drucker somit leiser als die meisten anderen Drucker. Als flüsterleise würden wir den Drucker trotzdem nicht bezeichnen. Insbesondere bei hohen Druckgeschwindigkeiten tritt neben den hörbaren Lüftern ein unangenehmes Fiepen auf.

Vier Testdateien haben wir gedruckt, drei davon sind sehr gut geworden. Ein guter Schnitt. Starke Überhänge bei Testdatei 4, dem Hampelmann, machten dem Monoprice MP Mini Delta v2.0 dann doch zu schaffen. Mit besseren Softwareanpassungen, wie der Reduzierung der Geschwindigkeit oder dem Hinzufügen von Stützstrukturen, sollte man das Problem aber in den Griff bekommen.

Testweise wurde außerdem zweimal das Modell von Big Ben gedruckt. Geslict in Cura; einmal mit 60mm/s Druckgeschwindigkeit und einmal mit 20mm/s Druckgeschwindigkeit. Beide Varianten wurden bis zu Ende gedruckt, leider waren die feinen Spitzen an den Ecken und auf der Spitze bei beiden Versuchen mit überschüssigem Filament verklebt oder einfach nicht sauber gedruckt.

Unsere Fehlersuche ergab: Zum einem ist das Modell schlichtweg zu klein skaliert für sehr saubere Ergebnisse. Zum anderen dürften bessere Retract Einstellungen, langsamere Geschwindigkeiten und vielleicht der Verbau eines stärkeren Lüfters Abhilfe schaffen. Nachdem der Hotendkühler auch gleichzeitig Bauteilkühler ist, vermuten wir eine unzureichende Abkühlung des frisch ausgepressten heißen Filamentes. Langsamere Geschwindigkeiten könnten helfen, denn sie bedeuten auch längere Kühlzeiten für das heiße Filament.

Zur Erklärung: Retract bedeutet, dass der Drucker beim Standortwechsel Filament zurückzieht, um zu verhindern, dass kein heißes Filament aus der Düse heraus sickert und Fäden zieht. Falsche Retract-Einstellungen erzeugen hauchdünne Filamentfäden oder insgesamt unsaubere Drucke.

Zusätzlich druckten wir ein großes Modell mit schwarzen ABS. ABS ist ein mittelschwierig zu verarbeitendes Filament, dass hitzebeständiger und stabiler als PLA ist. Es neigt aber auch stark zum Schrumpfen, dadurch kann sich das Modell, während des Druckens, von der Bauplattform lösen, oder es treten Spannungsrisse im Modell auf. Obwohl das Heizbett anstatt der erforderlichen 100-110 Grad nur 60 Grad leistet, haftete der Druck überraschend gut auf dem Druckbett. Aber ohne Bauraum Einhausung gab es, wie erwartet, starke Spannungsrisse in dem verhältnismäßig großen Bauteil. Sehr kleine Teile in ABS könnten mit dem Monoprice MP Delta Mini v2.0 aber gut funktionieren. Dennoch empfehlen wir für diesen Drucker nur PLA, PLA+ und PETG. PLA+ und PETG sind zwar etwas teurer aber stabiler als PLA. PETG ist zudem verformungsstabil bis zu einer Temperatur von 70 Grad.

Momentan gibt es den Monoprice MP Mini Delta v2.0 für knapp 170 Euro zu kaufen. Bei dem Preis kann nicht mal seiner direkten Konkurrenz dem Flsun Q5 mithalten. Dieser hat zwar einen breiteren Bauraum, dafür kostet er aber auch ein Drittel mehr. Der Monoprice MP Mini Delta v2.0 ist momentan der günstigste Delta Drucker. Der Preis erscheint uns fair und angemessen.

Der Monoprice MP Mini Delta v2.0 ist ein sehr einfach zu bedienender 3D-Drucker ohne komplizierte Montage. Die meisten Einstellungen erledigt er dank Automatischem Leveling selbst und dort, wo man selbst Justierungen vornehmen muss, hilft das gut strukturierte Layout der Touchscreen-Bedienfläche.

Wer nicht viel Platz zur Verfügung hat und ein kleiner Bauraum ausreicht, ist der kleine Delta-Drucker von Monoprice eine gute Wahl. Neben der ordentlichen Verarbeitung und der intuitiven Bedienung hat im Test auch die Druckqualität überzeugt.

Eine ähnlich unkomplizierte Inbetriebnahme bieten sonst nur andere Fertig-Drucker. Etwas ausladender als der Monoprice, aber trotzdem noch verhältnismäßig kompakt, wäre etwa der Flashforge Adventurer 3 (Testbericht). Die Drucker von Qidi haben in der Praxis zwar ebenfalls überzeugt, sie sind allerdings deutlich teurer.

Weitere Einzeltests zu FDM- und Resin-Drucker gibt es in der Themenwelt 3D-Drucker. Hier gibt es außerdem allgemeine Ratgeber zu kostenlosen Druckvorlagen, der Erstellung von Lithonphane-Drucken oder etwa den Vergleichstest von neun Sorten weißem PLA-Filament.

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