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Creality Halot One
Pro und Contra
  • erstklassige Druckqualität
  • günstig
  • unproblematisches Handling
  • keine Möglichkeit die Haftung zu prüfen
  • nur 2K-Auflösung
  • beigelegte Software ist unübersichtlich
  • 4.5

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Der SLA-Drucker Halot One von Creality lockt mit monochromen 2K-Display und einem budgetfreundlichen Preis von knapp über 200 Euro. TechStage hat ihn getestet und verrät, warum sich die Investition lohnt.

Resin-Drucker punkten mit einer deutlich höheren Druckauflösung als klassische 3D-Drucker mit Filament. Nachteile sind der kleinere Bauraum und die insgesamt höheren Kosten. Bereits seit 2019 faszinieren uns die Harz-Drucker mit toller Druckqualität. Kamen anfänglich noch RGB-Displays für die punktgenaue Belichtung zum Einsatz, werden inzwischen monochrome (schwarz-weiß) Displays verwendet. Diese waren bisher nur in den teuren Top-Modellen verfügbar. In diesem Einzeltest muss nun der mit knapp 200 Euro verhältnismäßig günstige Creality Halot One mit seinem monochrom-Display zeigen, was er in der Praxis leistet. Das Gerät für den Test hat uns der Onlinehändler Tomtop zur Verfügung gestellt.

Mehr zu den Unterschieden der beiden Druck-Techniken haben wir in einem Ratgeber zusammengefasst.

Der Creality Halot One kommt sicher verpackt und ausreichend gut gepolstert beim Kunden an. Neben dem Drucker samt Druckplattform und Schutzhaube gehören ein Netzkabel, zwei Innensechskantschlüssel, eine Kurzanleitung, ein Spachtel und ein Pinsel sowie ein USB-Stick zum Lieferumfang. Auch eine Handvoll Resinfilter und ein Blatt zum Leveln sind beigelegt.

Auf geeignetes Resin für den Drucker hat Creality beim Lieferumfang verzichtet. Das ist sinnvoll, da das Material immer nur für einige Monate haltbar ist. Schade ist allerdings, dass auch keinerlei persönliche Sicherheitsausrüstung beigepackt ist. Wer direkt loslegen will, sollte sich deshalb UV-reaktives Harz, FEP-Masken und Einweghandschuhe bestellen. Welches Material sich anbietet, zeigt etwa unser Ratgeber Fünf Standard-Resins im Vergleich. Weiteres praktisches Zubehör zum Thema Resin-Druck zeigen wir in einem eigenen Ratgeber.

Der Aufbau des Halot One ist in wenigen Minuten erledigt. Die Verarbeitung ist tadellos, der Drucker wirkt aufgeräumt und wirkt ausreichend hochwertig. Nach dem Auspacken und Entfernen der Transportsicherungen wird lediglich die Druckplattform aufgeschraubt und gelevelt. Das klappt dank Anleitung, beigelegten Leveling-Sheet und der ordentlichen Menüstruktur problemlos. Nun wird die Resin-Wanne aufgesetzt und mit den beiden seitlichen Schrauben fixiert. Nach dem Auffüllen des Tanks mit Resin kann der erste Test starten.

Das Datenblatt des Creality Halot One ist auf den ersten Blick wenig spektakulär. Der Drucker mit den Abmessungen von 221 x 221 x 404 mm und einem Gewicht von 7,1 kg bietet einen maximalen Bauraum von 127 x 80 x 160 mm. Das für die punktgenaue Belichtung kommt ein monochromes 2K-Display (5,96 Zoll) mit einer Auflösung von 1620 x 2560 zum Einsatz. Dieses Schwarz-Weiß-Display schluckt weniger UV-Licht als RGB-Displays und erlaubt erheblich kürzere Belichtungszeiten, was ein höheres Drucktempo ermöglicht. Auf diese Technik setzt etwa der Anycubic Mono X (Testbericht), der im Test sehr gut abgeschnitten hat. Außerdem ist die Lebensdauer der monochromen Displays deutlich höher als dies bei Nutzung von RGB-Panels der Fall ist. Zum Vergleich, der 2019 getestete Elegoo Mars (Testbericht) nutzt ein 5,5“ großes RGB-Display, hat allerdings eine höhere Auflösung von 2560 x 1440 Pixel. Hier ist der Halot One eher mit dem Longer Orange 30 (Testbericht) mit seinem RGB-2K-Display vergleichbar. In der Theorie bietet der Drucker also nur eine abgespeckte Auflösung. Wie sehr sich das auf das Endergebnis auswirkt, zeigen wir im Laufe des Tests.

Zur Bedienung setzt Creality auf einen farbigen 5-Zoll-Touchscreen und eine übersichtlich aufgeräumte Menüstruktur. Die Druckdaten gelangen per USB-Port oder WLAN auf den Holot One.

Zum Slicen legt der Hersteller eine Creality-Slicing-Software auf dem USB-Stick bei. Im Test kann diese allerdings nicht mit intuitiver Bedienung überzeugen und so nutzen wir stattdessen die uns vertraute Software Lychee von Mango 3D. Diese ist übersichtlicher und bietet deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten.

Statt eines einfachen Stabes, welcher als Druckvorlage auf dem USB-Stick gespeichert ist, muss der günstige Drucker direkt beim ersten Druckversuch in die Vollen gehen und ein fein strukturiertes Modell einer Kathedrale belichten. Das verwendete Modell hatten wir zuvor von Thingiverse kostenlos heruntergeladen.

Da unser selbst erstelltes Druck-Profil eine hohe Hubgeschwindigkeit nutzt, sind wir nach dem Start des ersten Druckvorganges unsicher, ob dies nicht vielleicht zu viel des Guten war. Laut Berechnung soll die vor Details strotzende Kathedrale nach etwa viereinhalb Stunden fertig sein – bei einer Schichtdicke von 0,05 mm und einer Belichtungszeit von 2,1 Sekunde für das verwendete Anycubic Craftsman Resin in der Farbe Apricot. Zum Vergleich: Die Resin-Drucker der ersten Generation, wie der Anycubic Photon (Testbericht) oder der Elegoo Mars (Testbericht), brauchten wegen der deutlich längeren Belichtungszeit je nach Einstellungen zwischen 10 und 13 Stunden.

Um sicherzugehen, dass das belichtete Harz ordentlich an der Druckplattform haftet, pausieren wir den Druckvorgang nach etwa 30 Minuten. Unsere Erwartung, dass die Druckplattform nun ganz nach oben fährt, wird allerdings enttäuscht. Bei den bisher getesteten Resin-Druckern ist dies der einzige Weg, den Druckvorgang zu überprüfen. Beim Halot One bleibt die Plattform allerdings einfach stehen und eine Überprüfung der Haftung ist nicht möglich. So bleibt nur das Fortsetzen des aktuellen Druck-Jobs und Daumen drücken.

Nach Ablauf der Zeit wird es spannend – hat der Druck funktioniert oder gibt es Probleme? Der erste Eindruck ist positiv. Die Kathedrale hängt komplett an der Druckplatte. Nach dem Abtropfen des überschüssigen Harzes, einem Waschgang und dem Nachhärten in der Wash&Cure-Station Creality UW-01 (Testbericht) entfernen wir die Kathedrale vorsichtig von der Plattform und überprüfen das Endergebnis.

Das Druckbild des Creality Halot One ist nicht nur gut, es übertrifft unsere Erwartungen bei Weitem: Eine derart gute Druckqualität haben wir bisher selten erreicht und keinesfalls von einem günstigen Einsteigerdrucker mit 2K-Display erwartet. Selbst die kleinsten Details an der Kathedrale sind gelungen und bei genauem Hinsehen gut zu erkennen. Sowohl die Handläufe in gefühlter Haardicke als auch die feinen Strukturen der prunkvollen Rundfenster sind ohne Fehler belichtet und ausgehärtet. Fehlerhafte Stellen können wir am Modell der Größe 130 x 60 x 75 mm trotz intensiver Suche nicht entdecken.

Ob dies ein Glückstreffer war? Wir starten gleich einen neuen Durchgang und drucken das Modell erneut. Nach knapp fünf Stunden ist der zweite Versuch gewaschen und nachgehärtet. Zwar hatten wir bei diesem Mal leichte Haftungsprobleme, was zu einem leichten Anheben der Ecken führt, allerdings ist selbst dieser nicht perfekt gelaufene Versuch noch besser als die Version, die wir mit dem Anycubic Photon in mehr als der doppelten Zeit zustande bringen. Insbesondere bei extrem feinen Details schneidet der Holo One deutlich besser ab. Bei weiteren kurzen Tests bekommen wir die Haftung durch eine ordentliche Reinigung der Druckplatte und das erneute Leveln wieder in den Griff.

Der Creality Halot One kostet zum Testzeitpunkt laut Preisvergleich knapp 200 Euro und ist damit zwar teurer als die Resin-Drucker der ersten Generation, in Bezug auf die gute Druckqualität und das hohe Drucktempo erscheint uns der Preis fair und angemessen.

Beim Onlineshop Tomtop kostet der Drucker mit Lieferung aus einem Lager in Deutschland sogar nur knapp 170 Euro.

Der Halto One von Creality hat uns positiv überrascht und alle Erwartungen in Sachen Druckbild und Geschwindigkeit übertroffen. Auch wenn das niedrig aufgelöste Display und der günstige Preis ein abgespecktes Anfängergerät vermuten lassen, setzt sich der Drucker im Ranking problemlos vor alle Resin-Drucker mit RGB-Display. Wer auf der Suche nach einem unproblematischen Resin-Drucker mit einer erstklassigen Druckqualität ist, macht mit dem Halot One alles richtig. Dank des fairen Preises eignet sich das Gerät aber nicht nur für Einsteiger, sondern auch als Ersatz- oder Zweitdrucker.

Obwohl das Endergebnis stimmt, muss die reduzierte Display-Auflösung im Vergleich zu anderen Druckern erwähnt werden. Auch die fehlende Möglichkeit, die Haftung zu überprüfen, muss genannt werden.

Lediglich wer mehr Platz für seine Drucke benötigt, muss sich nach einer Alternative wie dem teuren Anycubic Mono X (Testbericht) umsehen. Wer weniger investieren will, greift beispielsweise zum Anycubic Photon (Testbericht). Hier kommt allerdings ein RGB-Display mit den genannten Nachteilen zum Einsatz. Wer noch auf der Suche nach einer Wash&Cure-Maschine ist, sollte sich die Creality UW-01 (Testbericht) näher ansehen. Mehr Informationen zu den erhältlichen Harzen gibt es im Artikel Resin für 3D-Drucker: Flexibel, extra stabil oder abwaschbar. Das wichtigste Zubehör für Resin-Drucker ist in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

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