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Zwölf Outdoor-Smartphones im Vergleichstest (2019)
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Zwölf Outdoor-Smartphones haben unseren Testparkour durchlaufen. Unser Vergleichstest zeigt ihre Stärken und Schwächen.

Immer mehr "normale" Smartphones sind gegen Spritzwasser oder gar gegen Eintauchen geschützt. Braucht es da überhaupt noch dedizierte Outdoor-Smartphones? Ja! Denn wer wirklich viel draußen unterwegs ist, der wird die längere Akkulaufzeit, die robuste Hülle oder die integrierten Zusatzfunktionen schätzen.

Die von uns getesteten Outdoor-Smartphones teilen sich grob in zwei Kategorien: Geräte bekannterer Hersteller wie CAT, Crosscall oder Samsung und China-Handys weniger bekannter Hersteller wie Ulefone oder Cubot. Letztere sind in der Regel um einiges günstiger, aber nicht zwangsläufig schlechter ausgestattet und weniger robust. Hier die von uns getesteten Smartphones im Überblick:

Outdoor-Smartphones versprechen Robustheit und so sehen sie oft aus: Klobige und schwere Geräte die das Gefühl vermitteln, man könne mit dem Auto darüber fahren, ohne dass dabei Schäden entstehen. Die optischen Ausnahmen ist das Vernee V2 Pro (Testbericht) , das sich fast „normales“ Smartphone präsentiert. Es besitzt jedoch wie seine Konkurrenten im Testfeld eine IP68-Zertifizierung. Die erste Ziffer dieser Schutzklasse steht für „Staubdicht & vollständiger Schutz gegen Berührung“, die Zweite für „Schutz gegen dauerndes Untertauchen in eineinhalb Meter Tiefe“.

Einige Flaggschiff-Smartphones haben ebenfalls eine IP68-Zertifizierung. Wo liegt also der Unterschied zwischen einem waschechten Outdoor-Handy und einem High-End-Smartphone, das ebenfalls gegen Wasser und Schmutz in bestimmtem Maße geschützt ist? Vom Hersteller als Outdoor-Smartphone gekennzeichnete Geräte sind gegen Stöße und gegen das Herunterfallen um einiges besser geschützt als normale Handys.

Eine so aussagekräftige Zertifizierung wie die IP-Schutzklasse gibt es dafür jedoch nicht. Bei manchen Smartphones ist schlicht davon die Rede, dass der Hersteller entsprechende Falltests durchgeführt hat, bei anderen kommt gerne mal die Militärnorm MIL SPEC 810G ins Spiel. Diese ist ohne weitere Informationen vom Hersteller jedoch nicht aussagekräftig. Zwar umfasst MIL SPEC 810G eine große Anzahl an Testmethoden – unter anderem extreme Temperaturen, Vibrationen und Beschleunigungskräfte betreffend. Welche Tests genau durchgeführt und bestanden wurden, verraten Hersteller in der Regel nicht.

Bei den von uns getesteten Smartphones mit angepriesener Militärnorm MIL SPEC 810G sagt beispielsweise die Bullit Group beim Land Rover Explore (Testbericht) genau, was Sache ist: Das Handy hält Temperaturveränderungen zwischen minus 30 und plus 65 Grad aus, ist vibrationsbeständig nach Kategorie 4 (die Fahrten im Gelände abdeckt) und beständig gegenüber Feuchtigkeit und Salznebel. Auch CAT macht bei seinen Smartphones etwas nähere Angaben zu den nach Militärnorm MIL SPEC 810G durchgeführten Tests, mehr dazu in den Einzeltests.

Bei unseren praktischen Tests haben wir die Kandidaten Schmutz und Staub in größerem Maße ausgesetzt, mehrmals längere Zeit in Wasser eingetaucht und mehrere Falltests auf Asphalt und Feldwegen durchgeführt. Keines der Handys nahm dabei ernsthaften Schaden, Kratzer und Schrammen bleiben bei mehreren Stürzen aus circa eineinhalb Meter allerdings natürlich nicht aus.

Keines der von uns getesteten Smartphones hat einen übermäßig starken Prozessor, trotzdem bieten die meisten Geräte eine zufriedenstellende Leistung. Ausnahmen sind das Ulefone Armor X (Testbericht) und das Galaxy Xcover 4 (Testbericht) , bei beiden Handys läuft das ganze System spürbar zähflüssig. Interessanterweise bietet das Smartphone mit dem schlechtesten Ergebnis im Antutu-Benchmark noch eine recht ordentliche Performance: Beim Cubot King Kong (Testbericht) hat der Hersteller die Software anscheinend perfekt auf die Hardware angepasst. Eine gute Systemleistung konnten wir beim Vernee V2 Pro (Testbericht) , dem CAT S61 (Testbericht) dem und dem Land Rover Explore (Testbericht) beobachten. Von beiden Letztgenannten darf man das auch erwarten, es handelt sich um die teuersten der von uns getesteten Handys. Der absolute Gewinner ist das Crosscall Trekker X4 (Testbericht) . Kein Wunder, handelt es sich dabei doch um das jüngste Handy im Vergleich, das auf die aktuelle CPU-Generation setzt.

ProduktS41S60S61Action X3Trekker X4CS40Galaxy Xcover 4ExploreArmor 2Armor XV2 ProKing Kong
HerstellerCATCATCATCrosscallCrosscallCyrusSamsungLand RoverUlefoneUlefoneVerneeCubot
Auflösung1920 x 10801280 x 7201920 x 10801280 x 7201920 x 10801280x7201280 x 7201920 x 10801920 x 10801440 x 7202160x10801280x720
SchutzwertIP68, MIL-STD-810GIP68, MIL-STD-810GIP68, MIL-STD-810GIP68, MIL-STD-810GIP68, MIL-STD-810GIP68, MIL-STD-810GIP68, MIL-STD-810GIP68, MIL-STD-810GIP68IP68IP68IP68
GPSA-GPS, GLONASS, BeiDouA-GPS, GLONASS, BeiDouA-GPS, GLONASS, Galileo, QZSSA-GPS, GLONASS, BeiDouA-GPS, GLONASS, BeiDou, GalileoA-GPS, GLONASSA-GPS, GLONASS, BeiDouA-GPS, GLONASS, BeiDouA-GPS, GLONASSA-GPS, GLONASSA-GPS, GLONASSA-GPS
Gewicht218 g223 g250 g213 g250 g190 g172 g232 g213 g256 g259 g246 g
Akku / wechselbar5000 mAh / -3800 mAh / -4500 mAh / -3500 mAh / -4400 mAh / -3000 mAh / -2800 mAh / ✔4000 mAh / -4700 / -5500 mAh / -6200 mAh / -4400 mAh / -
UKW-Radio
BesonderheitWärmebildkameraWärmebildkamera, Entfernungsmesser, Erweiterungssystem X-LinkErweiterungssystem X-Link, 4K-ActioncamExterner Zusatzakku mit besserem GPS
Antutu-Wert60 13844 00090 00043 000141 00040 00036 00094 00062 00045 00075 00020 000
Laufzeit2 Tage1 Tag2 Tage2 Tage2 - 3 Tage2 Tage1 Tag2 Tage (mit Zusatzakku: 4 Tage)2 bis 4 Tage2 bis 4 Tage2 bis 3 Tage2 Tage
USB-AnschlussMicro-USBMicro-USBUSB-C 2.0USB-C 2.0USB-C 3.1USB-C 2.0Micro-USBUSB-C 2.0USB-C 2.0Micro-USBUSB-C 2.0Micro-USB
Klinkenbuchse

Einige Outdoor-Smartphones warten mit ungewöhnlichen Features auf. Untypisch für ein solches Handy ist beispielsweise ein Fingerabdruckscanner, wie er beim Vernee V2 Pro (Testbericht) und dem Ulefone Armor 2 (Testbericht) vorhanden ist. Das Crosscall Action-X3 (Testbericht) hat ein interessantes Feature namens X-Link. Es handelt sich dabei um ein Magnetsystem zum Verbinden mit kompatiblem Zubehör. Auf der Rückseite des Smartphones gibt es eine entsprechende Magnetfläche, über die das Handy unter anderem mit einer Ladestation für Zuhause (X-Dock), am Fahrrad und einer Autohalterung (X-Car) verbunden werden kann.

Dieses X-Link-System nutzt Crosscall auch beim Trekker X4 (Testbericht) , entsprechend lassen sich einmal gekaufte Produkte auch weiternutzen. Dieses Smartphone besitzt zudem eine der besten Videokameras im Umfeld. Kein Wunder, Crosscall möchte laut eigenen Angaben den klassischen Action-Cams Konkurrenz machen. Mit einer GoPro Hero 7 (Testbericht) oder der Osmo Action (Testbericht) kann das Smartphone aber nicht mithalten. Dennoch, wie das Video zeigt, ist die Kamera des Smartphones durchaus für Sportler brauchbar:

Was ungewöhnliche Features angeht, stechen auch das Land Rover Explore (Testbericht) und das CAT S61 (Testbericht) deutlich aus dem Testfeld heraus. Beim Explore gibt es diverses Zubehör, das magnetisch an der Rückseite haftet. Unter anderem gibt es einen Zusatzakku, der zum Lieferumfang gehört und die Laufzeit des Gerätes signifikant erhöht. Die Zweitbatterie rüstet dann gleich noch eine stärkere GPS-Antenne nach. Das CAT S61 hingegen hat unter anderem ein Barometer, ein Thermometer, ein Hygrometer und einen Luftqualitätssensor eingebaut, außerdem hat das Handy einen Laser zur Distanzmessung. Das CAT S60 hat als Special Feature eine Wärmebildkamera.

In Sachen Akkulaufzeit punktet das Land Rover Explore mit seinem im Lieferumfang befindlichen Zusatzakku, mit dem der Nutzer einige Tage in der Wildnis fernab von Steckdosen verbringen kann. Die Produkte von Crosscall lassen sich ebenfalls mit einem externen Akku, der über das X-Link-System verbunden wird, unterwegs neu aufladen. Die anderen Smartphones halten bei normaler Nutzung zwischen zwei und drei Tage durch. Die Ausnahme ist das Xcover von Samsung, das nach einem Tag wieder ans Ladegerät muss. Es hat im Tests die kleinste Kapazität, dafür lässt sich der Akku einfach wechseln – ein seltenes Feature bei aktuellen Smartphones.

Ein Ersatz für den Fotoapparat ist keines der von uns getesteten Outdoor-Smartphones. Was die Kameraqualität angeht, haben uns das Land Rover Explore (Testbericht) , das Crosscall Trekker X4und das CAT S61 noch mit am besten gefallen. Die schlechteste Qualität bietet das Ulefone Armor 2 (Testbericht) und das Cubot King Kong (Testbericht) .

Bezüglich Farbdarstellung und Blickwinkelstabilität bot keines der von uns getesteten Smartphones Anlass zu größerer Kritik. Was die maximale Helligkeit und die Auflösung angeht, gibt es jedoch größere Unterschiede. „Nur“ HD-Auflösung gibt es beim Crosscall Action-X3, dem Cyrus CS40, dem CAT S60, dem Samsung Galaxy Xcover 4, dem Cubot King Kong und dem Ulefone Armor X. Full-HD-Auflösung gibt es beim CAT S41, dem Ulefone Armor 2,dem Verne V2 Pro, dem CAT S61 und dem Land Rover Explore. Interessanterweise leuchten ebendiese höher auflösenden Handys deutlich stärker als die HD-Fraktion und eignen sich somit besser für die Nutzung in direktem Sonnenlicht.

Auf vielen der von uns getesteten Outdoor-Smartphones läuft mit Android 7 ein nicht mehr ganz taufrisches Betriebssystem. Dies ist beim Crosscall Action-X3, beim CAT S41, beim Ulefone Armor 2, beim Cyrus CS40, beim Galaxy Xcover 4 und beim Cubot King Kong der Fall. Das CAT S60 läuft sogar noch mit Android 6. Beim Land Rover Explore hingegen hat der Hersteller ein Update auf Android 8 Oreo versprochen. Mit Android 8.1 Oreo sind das Vernee V2 Pro, das CAT S61, das Crosscall Trekker X4 und das Ulefone Armor X ausgestattet.

Wann und ob die Geräte Android 9 Pie erhalten, steht aber in den Sternen. Leider sind die Hersteller nicht gerade kommunikativ, ob, wann und welche Geräte das Update auf die aktuellste Android-Version erhalten.

Optisch und softwareseitig nimmt keiner der Hersteller größere Änderungen am Grundbestriebssystem von Google vor. Bei einigen Smartphones gibt es spezielle Outdoor-App-Stores und teils spezielle Programme mit für den Outdoor-Einsatz besonders nützlichen Features. Einen wirklich großen Mehrwert sahen wir bei keinem der Handys aus unserem Testparkour.

Für ein brauchbares Outdoor-Smartphone muss man nicht übermäßig viel Geld auf den Tisch legen. Ein gutes Beispiel dafür ist das nur knapp 110 Euro teure Cubot King Kong (Testbericht) , das schon die elementar wichtigen Kriterien eines Outdoor-Handys erfüllt.

Wer ungewöhnliche Features wie einen andockbaren Akku mit zusätzlicher GPS-Antenne oder einen Luftqualitätssensor und einen Laser zur Distanzmessung möchte, der muss schon etwas mehr Geld in die Hand nehmen: Das Land Rover Explore (Testbericht) gibt es aktuell ab circa 330 Euro, das CAT S61 (Testbericht) ab knapp 750 Euro.

Besonders interessant ist der Preisverfall seit dem letzten Artikel. Das Land Rover Explorer ist beispielsweise um die Hälfte billiger, was es gerade dank des mitgelieferten großen Akkus für Outdoor-Fans interessant macht. Andere Geräte, etwa das CAT S61 bleiben im Gegensatz erstaunlich preisstabil.

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