Yamaha, Denon, Sony & Co.: Darum brauchen Audio-Receiver eARC, WLAN und Dolby Atmos

Denon AVC X3700H

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Ein AV-Receiver ist das Herzstück der Wohnzimmertechnik – aber worauf kommt es dabei überhaupt an? Wir erklären, was so ein Mehrkanal-Verstärker heute können muss und warum man aufrüsten sollte.

Früher gab es die Hifi-Anlage – entweder als Kompaktanlage mit Kassettendecks, CD-Spieler, Radio und Lautsprechern im Paket oder als Verstärker mit Stereo-Lautsprechern. Mit zunehmender Digitalisierung und der Verbreitung des Heimkinos hat sich das längst geändert. Wer etwas auf sich und guten Sound in den eigenen vier Wänden hält, kommt ohne einen ordentlichen AV-Receiver nicht mehr aus. Wir erklären, warum das so ist und was man beim Kauf beachten muss.

Der Name AV-Receiver kommt ursprünglich aus der Zeit, als Hifi-Anlagen noch eingebaute Radio-Empfänger hatten – daher der Name Audio-Video-Empfänger. Heute gibt es zwar immer noch AV-Receiver mit eingebauten UKW-Radio-Empfängern, immer häufiger werden die aber durch digitale Pendants wie DAB+ oder schlicht Internet-Radio ersetzt oder zumindest ergänzt. Entsprechend handelt es sich heute eigentlich eher um AV-Umwandler – sie nehmen Eingangssignale in meist digitaler Form auf und geben sie verbessert und verstärkt, aber auf Wunsch auch unverändert weiter.

Im Prinzip ist ein moderner AV-Receiver die Schaltzentrale, um verschiedene Multimedia-Geräte miteinander zu verbinden. Wurde früher der Fernseher als Bindeglied für alle möglichen Zuspieler genutzt, übernimmt diese Aufgabe heute der AV-Receiver. Der einfachste Grund: Die modernen Schaltzentralen haben mehr digitale HDMI-Ein- und Ausgänge als ein durchschnittlicher Fernseher und passen so besser zum modernen Wohnzimmer.

Denn darin befindet sich immer mehr Technik wie Spielekonsolen (Ratgeber: Die Next-Gen-Konsolen), Streaming-Sticks (Bestenliste), Streaming-Boxen (Bestenliste), Beamer (Bestenliste), Blu-ray-Player und Fernseher (Ratgeber 4K-TVs). Zusätzlich kommen auch analoge Anschlüsse nicht zu kurz. Je nach Preisklasse und damit verbundener Ausstattung können auch Plattenspieler, Tapedeck und der alte CD-Player angeschlossen werden. Der moderne AV-Receiver ist ein echter Alleskönner.

Wer den Sound von Flachbildfernseher oder Beamer verbessern oder Surround-Sound haben will, kann entweder zur Soundbar oder zu AV-Receiver plus Lautsprechern greifen. Soundbars wie die Sonos Beam (Testbericht) sind einfach installiert, sie können je nach Preis guten Klang und überraschend dreidimensionalen Sound zaubern.

Wer zu diesem Thema mehr wissen will, sollte sich unseren Artikel Soundbars: Fetter Klang für flache TVs (Ratgeber) oder die Tests in der Themenwelt Soundbars durchlesen. AV-Receiver können allerdings wesentlich mehr: Sie bieten mehr und zusätzliche andere Anschlüsse für Zuspieler, der Nutzer ist im Vergleich zur Soundbar frei in der Lautsprecherwahl und Surround-Sound klappt unterm Strich mit „echten“ Lautsprechern statt digitalen Audiotricks immer noch etwas besser.

Es wurde bereits angedeutet: AV-Receiver bieten mit einer meist deutlich höheren Anschlussmenge und -vielfalt wesentlich mehr Handlungsfreiraum für den Nutzer. Während die Soundbar meist nur ein Anhängsel des Fernsehers ist, stellt der AV-Receiver die Steuerzentrale für alle Zu- und Abspieler dar. Zudem beherrscht ein guter AV-Receiver normalerweise deutlich mehr Sound- und Videoformate sowie -verbesserungen, während sich Soundbars oft auf wenige wichtige Formate beschränken.

Neben diesen Sound-Verbesserungen ist außerdem ein anderer Vorteil entscheidend: Alle vernünftigen Mehrkanal-Hifi-Verstärker verfügen über Einmessfunktionen, mit denen automatisch Frequenz- und Laufzeitanpassung für jeden einzelnen Lautsprecher vorgenommen werden. Damit passt sich der Klang dem Raum an – und nicht umgekehrt, etwa durch anstrengendes Umstellen von Möbeln. Außerdem ist der Nutzer bei Verwendung eines AV-Receivers in der Wahl der Lautsprecher weitgehend frei und kann diese auch später noch problemlos austauschen.

Grundsätzlich benötigen die meist schwarzen oder silbernen „Kästen“ mehr Platz. Sie müssen so aufgestellt werden, dass die im Betrieb produzierte Abwärme möglichst störungsfrei abgeführt werden kann. Außerdem wiegen (und kosten) sie zusammen mit Lautsprechern meist deutlich mehr als eine Soundbar. Allein der AV-Receiver ist kaum kleiner als eine Mikrowelle und wiegt gut 10 bis 15 KG. Dazu kommen bis zu elf Lautsprecher und ein oder zwei Subwoofer. Ohne diese Tiefbassmonster kommt ein ordentliches Heimkino heute nicht mehr aus. Die Lautsprecher müssen verteilt im Raum positioniert und normalerweise verkabelt werden, auch wenn es mittlerweile gute kabellose Systeme gibt.

Ein weiterer Nachteil: Wird ein AV-Receiver im Betrieb gefordert, verbraucht er meist spürbar mehr Strom als Soundbars – das kann schon mal in den höheren dreistelligen Watt-Verbrauch gehen. Nicht zuletzt sind solche Schaltzentralen im Schnitt teurer als Soundbars und Lautsprecher kommen da noch hinzu. Und ganz ehrlich: Die vielen Anschlüsse verwirren Laien schnell – wer blickt da noch durch? Mehr dazu später im Artikel.

Das lässt sich pauschal nicht beantworten, da es auf Ausstattung und Hersteller ankommt. Grundsätzlich darf als Faustformel aber davon ausgegangen werden, dass ein guter Einstiegs-AV-Receiver eines Markenherstellers um 400 Euro kostet. Dazu kommen für ein qualitativ gutes Lautsprecher-Einstiegsset für 5.1-Raumklang noch einmal rund 400 Euro. Bessere Mehrkanal-Verstärker kosten schnell gut und gerne 800, 1200 oder mehr Euro. Es gibt sogar Geräte im fünfstelligen Eurobetrag – dem Hobbyenthusiasten sind hier - tiefe Taschen vorausgesetzt - kaum Grenzen gesetzt.

Das bedeutet nicht, dass es immer mindestens 800 Euro sein müssen. Wer weniger ausgeben will, wird mit Abstrichen auch fündig und ein günstiges System ist immer noch besser als gar keins. Wer etwas mehr Geld ausgeben kann, sollte allerdings darüber nachdenken, erst AV-Receiver und vielleicht ein Lautsprecher-Paar zu erstehen und die Anlage später Stück für Stück zu erweitern. Wer direkt eine billige Soundbar oder Komplettanlage kauft und später damit nicht mehr zufrieden ist, muss alles neu kaufen. Auch hier ist der Wahrheitsgehalt eines bekannten Sprichwortes nicht ganz von der Hand zu weisen: Wer (zu) billig kauft, kauf zweimal.

Neben ausreichendem Platz für Verstärker und Lautsprecher (nie in ein zu knappes Regal pressen, da dann die warme Luft nicht mehr abgeführt werden kann!) sollten weitere Grundlagen der Akustik beachtet werden. So muss die Leistung von AV-Receiver und Lautsprechern zur Raumgröße passen, für guten Klang sollte diese nicht zu gering sein. Oftmals geben die Hersteller da Hinweise bei ihren Produkten, meist aber eher bei Lautsprechern oder Subwoofern. Außerdem sollten sich Interessenten darüber im Klaren sein, dass das, was sie als Musikgenuss bezeichnen, gerade in einer Mietwohnung als Lärmbelästigung empfunden werden kann. Dort freut es nicht jeden, wenn das Haus beim neuesten Blockbuster bebt.

Außerdem sollte der Raum für das Heimkino zumindest grundlegend akustisch sinnvoll nutzbar sein. Zwar können moderne AV-Receiver ihre Tonausgabe auf die Klangbeschaffenheit des Raums anpassen, das klappt sogar recht gut. Allerdings funktioniert das nur in den Grenzen der Physik, zaubern können AV-Receiver nicht. Mehr zu diesem Thema haben wir in unserem Ratgeber Heimkino beschrieben.

Besitzt man bereits Lautsprecher, ist neben ausreichender Leistung für die zu beschallende Raumgröße zudem darauf zu achten, dass sowohl die Gesamtleistung des Receivers als auch die Leistung pro Endstufe im Receiver ausreichend zur Leistung der Lautsprecher dimensioniert ist.

Ein AV-Receiver, der ständig am Limit spielt, verschleißt schneller und hat weniger Kontrolle über die Lautsprecher. Darunter leidet der Klang. Als Fausformel gilt: Nicht zu viel Leistung schädigt Lautsprecher und Verstärker, sondern zu wenig. Voraussetzung ist natürlich ein vernünftiger Umgang: Hörbares Übersteuern und das Anschlagen der Lautsprechermembranen ist sicherlich keine Aufforderung, noch weiter aufzudrehen.

Grundsätzlich verfügen Mehrkanal-Verstärker über zahlreiche digitale und analoge Ein- und Ausgänge. Die wichtigsten davon sind heute HDMI-Anschlüsse. Die meisten Receiver stellen Nutzern vier bis acht HDMI-Eingänge und ein oder zwei HDMI-Ausgänge zur Verfügung. Teurere Modelle bieten hier bisweilen noch mehr. Viele Hersteller kennzeichnen Ausgänge, indem sie die Bereiche um die Anschlüsse gepunktet darstellen. Eingänge und oft auch Anschlüsse, die gleichzeitig Ein- und Ausgang sind, werden nicht von gepunkteten, sondern optisch von leeren Flächen eingefasst. Ein Beispiel für einen Ausgang sind Lautsprecher, Eingänge sind für Zuspieler wie Blu-ray-Player oder Settop-Boxen. Gleichzeitig Ein- und Ausgang sind etwa die wichtigen eARC-HDMI-Anschlüsse (ARC – Audio Return Chanel), bei denen Bild und Ton etwa an einen Fernseher ausgegeben werden, der Ton aber gleichzeitig zurückgeschickt wird. So kann der Fernseher-Ton ohne zusätzliches Kabel über die Heimkino-Anlage ausgegeben werden.

Die zweite Anschluss-Kategorie, die ein AV-Receiver haben muss, sind Ausgänge für Lautsprecher. Die meisten AV-Receiver haben heute Anschlüsse für 5.1-Systeme (Hauptlautsprecher links und rechts, Center-Lautsprecher in der Mitte für bessere Sprachverständlichkeit und Surround-Lautsprecher mindestens auf Höhe des Zuhörer-Kopfes. Viele Modelle bieten zudem zusätzlich Rear-Lautsprecher an, die hinter den Zuhörern platziert werden (7.1). Weitere Anschlüsse etwa für Hight-Speaker in der Zimmerdecke und einen zweiten Subwoofer (etwa 9.2) sind immer verbreiteter, kosten aber extra.

Wichtig bei HDMI-Ein- und Ausgängen ist die Spezifikation der HDMI-Ports. Wer moderne Spielekonsolen darüber betreiben oder hochauflösende 3D-Video- oder Audiosignale nutzen will, sollte auf HDMI 2.1 achten. Damit werden 4K-Auflösung in 120 Hertz und sogar 8K in 60 Hertz latenzfrei durch den Receiver an den Fernseher geschleift. Spieler freuen sich über weitere Features wie ALLM (Automatic Low Latency Mode). Zudem sollte ARC oder besser eARC für die gleichzeitige Wiedergabe von Bild und Ton mit hohen Datenraten vorhanden sein. Nützlich ist zudem HDMI-CEC (Consumer Electronics Control), mit dessen Hilfe sich per HDMI-1.3-verbundene Geräte (oder höher) mit nur einer Fernbedienung steuern und koppeln lassen. Dann wird etwa der Fernseher automatisch eingeschaltet, wenn der Blu-Ray-Player seine Arbeit aufnimmt.

Funktion HDMI 1.4 HDMI 2.0 HDMI 2.1
Bandbreite 10,2 GBit/s 18 GBit/s 48 GBit/s
Auflösung, maximal Full-HD mit 60 Hz, UHD mit 24 Hz Full-HD mit 48 Hz, UHD mit 60 Hz UHD mit 120 Hz, 8K mit 60 Hz
Dynamic HDR ✔️
Static HDR ✔️ ✔️ ✔️
Variable Refresh Rate (VRR)  ✔️
Auto Low Latency Mode (ALLM) ✔️
eARC ✔️
ARC ✔️ ✔️

Grundsätzlich sollten HDMI-Kabel immer einen höheren Übertragungsstandard als das „schlechteste“ Gerät haben. Soll ein 60-Hertz-Fernseher angesteuert werden, kann das ein abwärts-kompatible HDMI-2.1-Kabel problemlos. Andersherum bleibt der Bildschirm ggf. schwarz oder die Wiedergabe ist auf niedrige Hertz-Zahl begrenzt, wenn Zuspieler oder Fernseher mehr wollen, aber etwa ein 2.0-Kabel verwendet wird.

Wer seinen alten CD-Spieler anschließen will, sollte auf passende optische Anschlüsse (Toslink) achten. Für einen Plattenspieler benötigen Interessenten einen Phono-Anschluss mit Erdung, alte Spielekonsolen wie eine Nintendo Wii verlangen nach analogen Videoanschlüssen wie Composite- oder Component-Eingängen. Je nach Preiskategorie ist das bei aktuellen Receivern kein Problem. Zur Not können in den meisten Fällen passende Adapter für Abhilfe sorgen. Oft ermöglichen einige Lautsprecher-Ausgänge Multiroom-Funktionalität, etwa, um im Nebenzimmer ebenfalls Musik zu hören. Weitere optionale Anschlüsse sind Trigger, IR in/out oder sogar serielle Schnittstellen, wobei letztere immer seltener werden und hochpreisigen Modellen vorbehalten sind.

Bei Trigger-Ausgängen handelt es sich um 3,5-Millimeter-Klinke-Anschlüsse, die 12-V-Spannung führen. Darüber können beispielsweise motorbetriebene Beamer-Leinwände automatisch ausgefahren werden, wenn der entsprechende Kanal am Verstärker aktiviert wird. IR-Ein- und Ausgänge erlauben die Steuerung des Receivers per Infrarot-Fernbedienung, obwohl er etwa im Schrank versteckt ist und das IR-Signal blockiert wird. Hier angeschlossen können dann IR-Empfänger nach außen verlegt werden, die die Signale an den Verstärker weiterleiten.

Serielle Schnittstellen erlauben die Integration des AV-Receivers in ältere Hausautomationssysteme. Heute wird das aber normalerweise über den LAN-Anschluss realisiert, über die außerdem Firmware-Updates aufgespielt werden und Audio-Streaming möglich ist. Alternativ beherrschen moderne Mehrkanal-Verstärker WLAN zum Streamen von Audio-Inhalten über Anbieter wie Spotify, Amazon Music oder Apple Music sowie Internet-Radio-Dienste. Da manche Verstärker-Modelle auch noch UKW-Radio empfangen können, verfügen solche Modelle zusätzlich über einen Antennenanschluss. Auch Chinch-Anschlüsse gibt es bisweilen. Smartphones lassen sich zudem oft per Bluetooth oder AirPlay 2 verbinden.

Lautsprecher sind normalerweise passiv, sie benötigen also einen Verstärker, um Ton hervorzubringen. Die entsprechende Leistung liefert der AV-Receiver. Subwoofer benötigen allerdings normalerweise deutlich mehr Leistung als Lautsprecher. Entsprechend benötigen Verstärker, die passive Subwoofer vernünftig ansteuern sollen, viel Leistung, was die Geräte teuer macht. Daher haben sich aktive Subwoofer durchgesetzt, die mit eingebautem Verstärker ausgestattet sind. Diese dürfen nicht zusätzlich verstärkt werden, daher werden sie an Pre-Out-Anschlüsse angeschlossen. Alternativ lassen sich so oft auch weitere Endstufen anschließen, um zusätzliche Lautsprecher in das System integrieren oder mehr Leistung generieren zu können.

Gesteuert werden die Receiver normalerweise zusätzlich zu Bedienknöpfen an Gerät und Fernbedienung über das Smartphone. Zusätzlich sind häufig Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Google Assistant oder Apples Siri mit an Bord, mit denen sich die Grundfunktionen der Geräte per Sprache steuern lassen. Multiroom-Wiedergabe via Spotify Connect, Sonos, Google Chromecast und Amazon Prime Music oder proprietäre Lösungen wie Heos und Bluesound von Marantz und Denon (gehören beide zu Konzernmutter Sound United) gehören heute schon fast zum „guten Ton“. Gerade bei den proprietären Systemen muss alles aus einer Hand kommen, Hersteller-übergreifend kann es zu Problemen kommen.

Zumindest eine zweite Zone, also etwa im Nebenraum stehende Lautsprecher, können über nahezu alle halbwegs aktuellen Verstärker angespielt werden. Manche Funktionen lassen sich später noch nachrüsten – etwa durch Streaming-Sticks wie Amazon Fire 4K oder Apple TV. Die bringen dann auch Musikdienste wie Spotify, Deezer, Tidal und Co. auf die Ohren, sofern das der Receiver nicht können sollte. Normalerweise gehört das aber bei modernen AV-Receivern zum Standard-Repertoire, ab der unteren Mittelklasse auch in High-Res wie mit WAV-, FLAC- oder ALAC-Daten. Mehr zum Nachrüsten von Airplay 2, Spotify und Co. haben wir in einem Ratgeber zusammengefasst.

Codecs sind Algorithmen, die Audio- oder Videosignale digital kodieren und dekodieren. Im AV-Receiver wandelt ein Codec digitale Signale in sicht- und hörbare Inhalte um und gibt sie über Lautsprecher und Abspieler wie Fernseher oder Beamer aus.

Interessenten sollten vor dem Kauf schauen, ob das gewünschte Modell alle benötigten Sound- und Videocodecs mitbringt. Die wichtigsten Audioformate sind dabei Dolby Atmos und DTS:X sowie das weniger verbreitete, aber sehr gute Auro-3D, das vorwiegend bei Marantz und Denon eingesetzt wird.

Wichtige Videocodecs sind Dolby Vision, dynamisches HDR 10 und hohe Auflösungen sowie Bildfrequenzen. HDR 10+ wird derzeit kaum unterstützt. Oftmals können AV-Receiver Bildmaterial selbstständig hochskalieren, etwa Full-HD auf 4K (Upscaling). Das spart Umschaltzeiten und Konfigurationen am Fernseher oder Beamer, ist heute aber nur noch teureren Modellen vorbehalten.

Weitere Beispiele für Bildverbesserung sind Farbkorrektur und Deinterlacing, etwa um Leerzeilen alter Videoaufnahmen zu entfernen. Modernde Fernseher und Beamer können aber vieles davon heute sowieso. Bei höherpreisigen Modellen ab 500 Euro sollte alles andere enthalten sein, zumindest bei Geräten ab Erscheinungsjahr 2020.

Interessenten sollten sich vor dem Kauf überlegen, welchen Audio-Standard sie für Raumklang nutzen wollen, da gerade die mit unterschiedlichen Lautsprechern umgesetzt werden und jeder AV-Receiver eigene Stärken und Schwächen hat. Für besonders umfangreiche Lautsprecherinstallationen ist zudem die ausreichende Anzahl der Vor- und Endstufen im AV-Receiver wichtig.

Bisweilen weisen Verstärker mehr Vor- als Endstufen auf, um bei Bedarf per zusätzlicher Endstufe die Kanal-Anzahl später erhöhen zu können. Grundsätzlich wird für jeden Lautsprecher ein Endstufen-Kanal benötigt, normalerweise bieten aktuelle Receiver fünf bis 13 Kanäle. Sieben ist derzeit ein guter Mittelweg.

Die beste Anlage klingt nicht gut, wenn zu viele Störfaktoren im Raum vorhanden sind. Das lässt sich in einem Wohnraum aber normalerweise nicht verhindern. Moderne AV-Receiver kommen daher mit digitalen Klangoptimierern bis hin zur Raumvermessung mit anschließender Laufzeitkorrektur und zahlreichen anderen Helfern.

Diese stammen meist von den führenden Firmen Audyssey oder Dirac und nennen sich etwa MultEQ XT oder Dirac Live. Je nach Qualität und Ausführung gibt es dafür (meist enthaltene, aber auch zusätzliche) Einmessmikrofone, bisweilen geschieht das sogar über das Smartphone und für Dirac wird ein PC oder Laptop benötigt.

Der Receiver versucht dann, einzelne Frequenzen so zu steuern, dass brummige Bässe und überspitze Höhen vermieden werden. Zudem dürfen Nutzer selbst per Equalizer nachsteuern.

Grundsätzlich gilt: Hauptsächlich Lautsprecher, aber auch der Spielraum und AV-Receiver machen den Klang, darum sollten Lautsprecher, aber auch AV-Receiver in den eigenen vier Wänden probegehört werden. Und zwar genau dort, wo sie später auch stehen sollen. Was der beste Klang ist, hängt zudem von den eigenen Ansprüchen und der gehörten Musik ab. Denn während Dubstep ohne Subwoofer nur halb so viel Spaß macht, schwören Liebhaber von klassischer Musik auf neutralen, klaren Klang und Classic Metal verlangt nach mehr Mitten. Wer bereits Lautsprecher hat und die auch weiter nutzen will, kann mit der Wahl des richtigen AV-Receivers zudem besondere Klang-Chrakteristiken ausgleichen oder verstärken. Ähnliches gilt für den Raum, in dem die Anlage spielt.

Generell wird Yamaha ein ausgeprägter Hochton und gute Sprachverständlichkeit nachgesagt. Durch spezielle Audioprogramme wie Surround AI können etwa Dialoge hervorgehoben werden, in anderen Szenen wird mehr auf andere Lautsprecher fokussiert. Marantz ist für wärmeren Klang bekannt, spitzer Hochton wird eher entschärft. AV-Receiver des Herstellers gelten als besonders geeignet für audiophile Musikliebhaber, die auf druckvollen Stereo-, aber auch Mehrkanalbetrieb stehen. Denon liegt klanglich zwischen Yamaha und Marantz, mit Tendenz eher zum Konzernbruder Marantz (Denon und Marantz gehören zu Sound United). Vorteile sind weiterhin die im Schnitt fürs Geld hohe Anzahl an Endstufen, außerdem beherrscht Denon Auro 3D. Hersteller NAD gilt beim Klang als sehr räumlich, gleichzeitig aber druckvoll und leistungsstark, was zu optimaler Kontrolle der Lautsprecher führt. Viele halten das Einmessverfahren von NAD außerdem für mit am besten am Markt.

Es gilt: Probieren über Studieren! Wer bislang nicht fündig geworden ist, sollte einen Blick auf Händler wie Amazon werfen - hier gibt es fast nichts, was es nicht gibt.

Ein gutes Heimkino-System hat man jahrelang, da sollte man sich vor dem Kauf mit der Materie beschäftigen. Zumindest, um zu wissen, was einen erwartet, wenn man sich nicht an Ratschläge, wie die aus diesem Artikel hält. Dabei ist natürlich festzuhalten, dass längst nicht jeder Interessent die gleichen Anforderungen und Ansprüche hat – mancher wird mit der Teufel-Surroundanlage für 350 Euro glücklich, andere nicht einmal mit einem zusammengestellten System für 3500 Euro.

Wer einige Grundlagen berücksichtigt, wird lange Spaß an seiner Anlage haben – sofern er sie wegen der aktuellen Lieferschwierigkeiten aufgrund von Corona und Ukraine-Krise denn bekommt. Wer weitere Informationen rund um das Heimkino sucht, wird in unserem Artikel Das braucht man wirklich für gutes Heimkino fündig.

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