WLAN-Verstärker, Repeater oder Mesh: So bekommt man das beste WLAN

Ratgeber besseres WLAN: Repeater oder WLAN-Mesh?

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Was tun, wenn das WLAN lahmt? Ein WLAN-Verstärker kann helfen, Wifi Mesh ist sogar noch besser. Wir klären Fragen und geben Kauftipps.

WLAN ist essenziell für die meisten Wohnungen und Büros. Egal, ob Smartphones, Fernseher oder Tablets, Kabel können nur selten sinnvoll überall hin gezogen werden. Umso wichtiger ist es, eine vernünftige WLAN-Abdeckung in der Wohnung zu haben.

WLAN Repeater sind einfach nachzukaufen und erweitern bestehende WLANs: Sie versorgen ein oder mehrere Zimmer ohne großen Aufwand. Reicht ein Repeater nicht, können auch mehrere Geräte zum Einsatz kommen. Das allerdings hat Einfluss auf den Datendurchsatz, mehr dazu in den Nachteilen der Repeater.

Ein großer Vorteil ist die einfache Konfiguration. Die auch als Range Extender bekannten Produkte koppeln sich in fast allen Fällen durch einen Druck mit der WPS-Taste mit dem zugehörigen Router. Das ist einfach und geht schnell. Alternativ bringen die meisten Geräte eine web-basierte Konfiguration mit weiteren Funktionen mit.

Die Kosten sind überschaubar. Schnäppchen gibt es zeitweise schon unter 15 Euro, die taugen aber ziemlich wenig, wie unser Test eines 11-Euro-Gerätes zeigte. Wer kann, der sollte einen Repeater kaufen, der zum Router passt. Meist dürfte das ein AVM-Produkt wie der Fritz Repeater 1200 AX (Testbericht) sein, Telekom-Kunden sollten sich aber den Speed Home WLAN (Testbericht) ansehen. Dann bekommt man meist automatisch Mesh-Funktionen (siehe weiter unten).

Da WLAN-Verstärker ein Standard-Protokoll nutzen, muss man aber nicht zum Hersteller des Routers greifen. Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn man draußen einen Access Point aufstellen will, vielleicht den TP-Link EAP110 (Testbericht). Oder man will einen besonders leistungsfähigen Repeater wie den Netgear EAX20 (Testbericht). Eine gute Anlaufstelle ist unsere Bestenliste WLAN-Repeater oder der Beitrag über WLAN im Garten.

Die einfachsten Geräte nutzen das gleiche Frequenzband sowohl für die Verbindung zwischen Router und Repeater als auch für die Kommunikation mit Endgeräten. Als Faustregel gilt daher: Jeder Repeater halbiert die verfügbare Bandbreite. Bei smarten Dual-Band-Repeatern ist der Verlust (bei geschickter Konfiguration) nicht so stark wie bei Single-Band-Repeatern. Am meisten Leistung bleibt bei teuren Tri-Band-Repeatern erhalten, hier muss aber auch der Router mitspielen.

„Dumme“ WLAN-Repeater übernehmen den Netzwerknamen (SSID) des WLAN-Routers nicht automatisch, sie eröffnen ein neues Netzwerk. Strahlt der WLAN-Router beispielsweise die SSID „Harry“ aus, funkt der Repeater unter „Harry-REP“. Das Problem: Endgeräte bleiben möglichst lange mit dem aktuellen Netzwerk verbunden, um Verbindungsabrüche zu vermeiden. So kommt es vor, dass sich etwa ein Smartphone nicht mit „Harry-REP“ verbindet, obwohl dieses einen besseren Empfang bietet. Neuere Endgeräte sind hier besser, dennoch ist ein Wechsel nicht garantiert.

Beim Wechsel zwischen Router-WLAN und Repeater (Roaming), also zwischen „Harry“ und „Harry-REP“, reißt der Datenfluss jäh ab: Ton und Bild eines Video-Calls setzen aus, Video-Streams ruckeln. Je nach Konfiguration kommt es vor, dass das Endgerät beim Wiederverbinden eine andere IP erhält, das würde etwa auch Online-Banking oder ähnliche Web-Anwendungen negativ beeinflussen.

Mesh-Lösungen sollen die Nachteile von Repeatern ausgleichen und versprechen eine bessere Abdeckung. Ziel ist eine lückenlose, schnelle, unterbrechungsfreie Netzwerkversorgung bis in die hintersten Ecken - kurzum: ein besseres WLAN.

Die Mesh-Funktionen sind leider nicht konkret definiert, sondern eher eine Sammlung an Funktionen, von denen Hersteller mehr oder weniger einbauen. Ein Mesh sollte aber folgende Dinge können:

  • Eine SSD für alle Geräte. Ein klassischer WLAN Verstärker / Repeater baut ein eigenes WLAN auf, das zwar den gleichen Namen wie das Haupt-WLAN tragen kann, aber technisch von diesem getrennt ist. Das führt beispielsweise dazu, dass ein Smart-Home-Gerät im Repeater-WLAN die Steuerungs-App im Haupt-WLAN nicht erreichen kann. Bei einem Mesh sind alle WLAN-Access-Points ein Teil des gleichen Netzwerkes und können verbundene Endgeräte untereinander kommunizieren lassen.
  • Zentrale Steuerung, verteilte Knoten: Ein WLAN Mesh wird von einer zentralen Haupteinheit gesteuert, meist ist das zugleich der Router oder ein Modem. Meldet sich ein neuer Knoten im Netzwerk an, kopiert er die Einstellungen automatisch vom Hauptgerät und übernimmt die komplette Konfiguration
  • Roaming für Clients: Ein Client, also ein Smartphone, Tablet oder ein Smart-Home-Gerät, kann sich im WLAN bewegen und unterschiedlichen Mesh-Knoten verbinden, ohne dass die Verbindung abbricht und sich der Client neu anmelden muss. Das kann bei Videocalls oder Streams zu kurzen Aussetzern führen, größtenteils bemerkt man aber keinen Wechsel.

Diese Punkte sollte jedes Wifi-Mesh erfüllen. Überdies bastelt jeder Hersteller noch an eigenen Standards und liefert diverse Optimierungen.

Neben einem Hauptknoten, meist ein Router mit WLAN, benötigt man einen kompatiblen Mesh-Satelliten. Die meisten Anbieter bieten Pakete an, neben dem Hauptgerät liegen einer oder mehrere Satelliten im Karton. Leider gibt es kaum Anbieter, die Modems in ihre Mesh-Router integrieren, die AVM Fritzbox (Vergleich) oder Systeme wie der Telekom Speedport Smart 4 (Testbericht) sind da die Ausnahme. So braucht man oft noch ein zusätzliches Modem vor dem eigentlichen Mesh-System. Der Vorteil ist, dass diese Modems selbst wenig können müssen, die Hauptarbeit erledigen die (meist deutlich besseren) Mesh-Systeme.

Nein, zumindest nicht, wenn man die volle Funktion möchte. Es gibt zwar Bestrebungen, über 802.11S gemeinsame Grundlagen zu schaffen, derzeit sind WLAN Meshs aber eher geschlossene Gesellschaften. Teilweise kann man selbst bei einem Hersteller nur Produkte einer bestimmten Baureihe nutzen. Andere, beispielsweise AVM, bauen grundlegende Mesh-Funktionen in alle WLAN-Produkte ein.

Hinter den Kulissen wird der durch das Haus wandernde WLAN-Surfer im besten Falle blitzschnell in die jeweils beste Funkstation eingebucht, damit er an allen Stellen optimalen WLAN-und-Internet-Empfang genießen kann. Das heißt, sein Surfgerät macht einen smarten Netzwechsel, sobald nötig und sinnvoll.

Vor allem jüngere Smartphones gehören zu den intelligentesten WLAN-Endgeräten, die teils auch schon die dazu nötigen IEEE-Standards beherrschen. Im Zusammenspiel mit Mesh-Systemen, die nicht minder smart sein sollten, wird dann vor allem folgendes möglich: Das System jongliert das Smartphone von einer Funkstation zur nächsten, sobald die Funkstärke der alten Station deutlich niedriger wird als jene der Neuen. Das nennt man AP-Wechsel, AP steht für Access Point.

Als grobe Faustregel gilt: Access-Points funken im 2,4 GHz Band weiter als im 5 GHz Band. Außerdem dringt WLAN-Strahlung bei 2,4 GHz besser durch Wände und Decken als bei 5 GHz. Im Zweifel wird daher das hinterste Zimmer mit 2,4 GHz besser versorgt als mit 5 GHz. Dafür surft man auf 5 GHz meist viel schneller als auf 2,4 GHz, so lange das Endgerät bei 5 GHz genug Signal-Stärke und Signal-Qualität bekommt. Ein Mesh-System hat also ständig komplizierte Entscheidungen zu treffen: Wie lange soll es das Endgerät im schnellen 5 GHz Modus lassen? Ab wann soll es das WLAN-Gerät in das langsamere, aber Reichweiten-stärkere 2,4 GHz-Band herunterschalten?

Schaltet das System zu oft und zu agil zwischen Access-Points und WLAN-Bändern, erhöht es die Chancen auf Schaltfehler, Schaltpausen und gar Verbindungsabrisse zwischen Smartphone und Mesh-Station. Schaltet es zu selten, dann entsteht beim User der Eindruck, dass es viel zu oft und viel zu lange in den untersten Gängen bei 2,4 GHz klebt und nicht schnell genug Speed bekommt, wenn die Signal-Situation eigentlich schon wieder viel besser wäre.

Hier müssen die Software-Entwickler, von AVM bis Zyxel, schwere Entscheidungen treffen, wie agil oder wie stabil sie Ihre Mesh-Systeme beim nächsten Firmware-Update einstellen sollen. Außerdem müssen die Mesh-Programmierer mit den Grenzen ihrer Hardware klarkommen, denn permanente Optimierungen bringen Last auf die CPU. Schon deshalb können reaktionsschnelle Mesh-Systeme nicht auf einer beliebig billigen oder beliebig alten Hardware laufen.

Die meisten Hersteller empfehlen den Einsatz von drei bis fünf Mesh-Knoten. Im privaten Umfeld sollte das genügen, um selbst große Häuser und Gärten abzudecken. Die höchste Leistung hat ein WLAN Mesh, wenn jeder der Satelliten direkt mit dem Hauptknoten kommunizieren kann. Sind einzelne Satelliten zu weit entfernt, können sie die Daten zwar über andere Satelliten schicken, dann leidet aber die Leistung etwas. Wer einen besonders großen Bereich abdecken möchte, der sollte vielleicht eher in Wifi-6-Systeme investieren. Neben der verbesserten Reichweite haben sie dank des höheren Datendurchsatzes mehr Puffer, falls es zu Engpässen kommt. Alternativ kann man entferntere Satelliten über LAN oder Powerline mit dem Hauptknoten verbinden.

Als der Hype um WLAN-Mesh im Frühling 2017 begann, sind mit Linksys Velop (Testbericht) und Netgear Orbi RBK50 (Testbericht) die ersten echten Tri-Band-WLAN-Mesh-Systeme auf den deutschen Markt gekommen. Das dritte Band liegt meist im oberen 5 GHz Bereich und dient fast immer der System-internen Verbindung der einzelnen Mesh-Stationen. Diese Funkverbindung soll das Verlegen von LAN-Kabeln, etwa zwischen dem zentralen Modem-Router und seinen diversen Mesh-Satelliten sparen.

Nach der internen Koppelung können die jeweiligen Mesh-Funker ihre WLAN-Endgeräte dann über das untere 5 GHz Band und über das schmale 2,4 GHz Band mit Internet und anderen Daten versorgen. Drei-Band-Systeme sind etwa Asus Zen Wifi AX (Testbericht), D-Link Covr-2200 (Testbericht), Zyxel Multy U AC2100 (Testbericht) oder seit 2019 erstmals auch von AVM der Fritz Repeater 6000 (Testbericht). Bei den Tri-Band-Geräten schlägt sich dieses Feature hauptsächlich in einem höheren Durchsatz und einem höheren Preis nieder. Kurz, die Geräte sind High-End, kosten aber auch.

Die meisten günstigen Systeme, etwa das Amazon Eero 6 (Testbericht), TP-Link Deco M4 (Testbericht) oder Speedport Smart 4 (Testbericht) ist ein Dual-Band-Mesh. Statt eines dedizierten Rückkanals in einem 5-Ghz-Band läuft der Datenverkehr im "normalen" WLAN. Dank der Intelligenz im Netzwerk verliert man aber deutlich wenige Durchsatz als bei einem klassischen Repeater. Gerade die Geräte mit Wifi-6 bieten hier einen sehr guten Kompromiss, wobei auch das sehr günstige TP-Link Deco M4 im Test überzeugen konnte. Damit bekommt man zwar "nur" Wifi-5, dafür kostet ein Set mit Hauptknoten und zwei Satelliten knapp 104 Euro.

Neben bekannten Netzwerkherstellern tummeln sich hier auch Amazon oder Google. Das Eero-System von Amazon (Testbericht) oder Google Nest Wifi (Testbericht) sind an sich keine schlechten Systeme. Man muss sich allerdings damit anfreunden, dass alle Daten bei Amazon oder Google liegen - denn die Konfiguration läuft nur per Cloud. Wer damit kein Problem hat, der bekommt tatsächlich ein paar schicke Netzwerkkomponenten.

Am meisten tut sich derzeit bei Wifi-6 aka 802.11 ax. Der Funkstandard unterstützt mehr Geräte gleichzeitig, bietet höhere Geschwindigkeiten und eine große Reichweite. Wifi-6 ist damit nicht nur für alle interessant, die viele WLAN-Produkte nutzen (etwa für Multiroom-Systeme) oder mehrere hochauflösende Video-Streams im Netzwerk übertragen möchte. Die Tabelle zeigt es, der Durchsatz ist gerade auf 5 GHz sensationell gut.

Ein anderer spannender Einsatzzweck für Wifi-6-Geräte ist für Multimedia-Nutzer und kleinere Unternehmen. Die meisten neuen Produkte, darunter die sehr gute AVM Fritzbox 6660 Cable (Testbericht ) oder der ebenfalls sehr gute Asus GT-AX11000 G (Testbericht) bringen nicht nur schnelles WLAN mit, sondern haben mindestens einen LAN-Port mit 2,5 GBit/s. Damit lassen sich etwa schnellere NAS-Geräte ins Netzwerk bringen. Gerade wer mit großen Dateien arbeitet, etwa Videos oder Fotos im RAW-Format, profitiert von einem hohen Datendurchsatz.

Dabei bewegen sich die Geräte langsam vom richtig hohen Preisbereich in den mittleren Bereich. Das Amazon Eero 6 (Testbericht) kostet im Zweierpack knapp 300 Euro und gefiel im Test überraschend gut. Auch AVM springt inzwischen auf den Wifi-6-Zug auf, neben neuen Fritzboxen gibt es etwa den AVM Fritz Repeater 6000 (Testbericht) - der aber allein fast so viel kostet wie das Set von Amazon. Dafür arbeitet er aber wunderbar mit bestehenden AVM-Produkten zusammen und bietet so einen Upgrade-Pfad hin zu Wifi-6.

Wer die entsprechende Netzwerkleistung in seinen Endgeräten nachrüsten möchte, dem empfehlen wir zwei Workshops. Im Artikel Notebook für 13 Euro auf Wifi-6 aufrüsten zeigen wir, wie sich viele Laptops kostengünstig mit den neuen Funkmodulen nachrüsten lassen. Im Beitrag Wi-Fi 6 am PC ab 33 Euro nachrüsten erklären wir die Prozedur für Desktop-PCs.

Wer nur im hintersten Zimmer das WLAN ein bisschen aufpeppen will, dem reicht möglicherweise ein einfacher WLAN-Repeater. Die Übersicht zu aktuellen Geräten haben wir hier in unserer Kaufberatung zusammengestellt.

Wer die Kosten nicht scheut und ein großes Haus, ein Büro oder ein Hotel mit etlichen Zimmern und mehreren Etagen lückenlos mit einem hohen WLAN-Speed bis in die hinterste Ecke versorgen möchte, sollte sich ein Mesh-System ansehen. Einige Tri-Band-Lösungen sind technisch sehr gut, kosten allerdings entsprechend. Gerade bei einer Neuinstallation, wenn keine Kabel möglich sind, kann sich ein Mesh lohnen. Anbieter wie Netgear haben zudem eine Pro-Lösung im Markt, mit der Hotels, Gaststätten oder Büros mit WLAN versorgt und einfach verwaltet werden können.

Eine weitere Alternative ist das Legen von Gigabit-Netzwerkkabeln, die dann dedizierte Access Points ins LAN einbinden. So eine Lösung ist zwar kein explizites Mesh-System, aber man bekommt viel WLAN-Power für wenig Geld. Wer schon eine moderne Immobilie mit Cat-7-Vollverkabelung in allen Räumen hat, oder so etwas selber verlegt, kann sich für wenig Geld ein Profi-WLAN ins Heim legen.

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