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WLAN für Homeschooling und Homeoffice verbessern

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Videocalls für Schule und Arbeit zeigen schnell die Schwächen im eigenen WLAN. TechStage zeigt, wie man das bestehende WLAN verbessern und mit neuen Produkten aufrüsten kann.

Für das WLAN gibt es mehrere Probleme, wenn die ganze Familie plötzlich komplett von zu Hause arbeitet oder in die Schule geht. Denn auch wenn die meisten WLAN-Router ein paar hundert Endgeräte verkraften, gehen sie dann in die Knie, wenn mehrere Endgeräte gleichzeitig viel Bandbreite durch Videocalls belegen. Die Lösung sind entweder eine knallharte Priorisierung oder mehr Access-Points, die die Last im lokalen Netzwerk übernehmen.

Der Artikel erscheint im Rahmen unserer Themenwelten Homeoffice und WLAN . Dort geben wir nicht nur Tipps zur Ausstattung im Homeoffice , wir zeigen auch Tablets fürs Homeschooling und haben eine große Auswahl an WiFi-6-Routern und WLAN-Mesh getestet.

Bevor man neue Hardware anschafft, sollte man in seinen aktuellen Router blicken. Zunächst schadet es nie, die Firmware auf ein Update zu prüfen und die aktuellste Version zu installieren. Anschließend lohnt sich ein Blick in die Priorisierung von Anwendungen. Die meisten aktuellen Router haben diese Funktion integriert. Über das sogenannte Quality of Service kann man bestimmten Geräten oder einzelnen Diensten Priorität gegenüber anderen Produkten einräumen. Anders gesagt: Der Arbeitslaptop sollte mehr Ressourcen bekommen als das Smart-TV oder der Streaming-Lautsprecher. Bei der Fritzbox versteckt sich die Funktion im Bereich “Internet - Filter - Priorisierung”.

Wie viel sich hier herausholen lässt, hängt leider stark vom jeweiligen Router ab. Manche bieten granulare Einstellungen, bei denen sich enorm viel Einstellen lässt. Andere haben nur grobe Programmkategorien integriert, die sehr großflächig handeln. Dennoch schadet es nicht, ein wenig an den Einstellungen zu drehen. Mehr zu dem Thema haben die Kollegen von heise+ in den Artikeln Datenfluss mit der Fritzbox verbessern: Weniger Hänger dank Priorisierung oder Schlaue Vorfahrtsregelung veröffentlicht.

Quality of Service hat allerdings auch Grenzen. Vor allem mit der eigentlich guten End-to-End-Verschlüsselung oder mit VPN-Verbindungen kommt es da zu Problemen, schlicht, weil der Router nicht in den Datenstrom hineinsehen kann.

WLAN-Repeater (Themenwelt) wirken auf den ersten Blick als einfachste Lösung. Einstecken, Pairing-Knopf drücken, bessere WLAN-Abdeckung. Das Problem der meisten dieser Geräte ist der sogenannte Rückkanal. Die Repeater müssen nicht nur die Kommunikation zum Endgerät, etwa Handy oder Laptop, abwickeln, sondern die Daten dieses Gerätes zum Router weiterschicken. Gerade bei den günstigen Produkten sorgt das für einen krassen Einbruch der Leistung, als Richtwert kann man etwa 50 Prozent des Durchsatzes nehmen. Das wird noch mal schlimmer, wenn mehrere Geräte zugreifen, etwa, weil zwei Arbeitsgeräte über den Repeater ins Web wollen. Dual-Channel-Repeater sind hier meist intelligenter, dennoch sollte man nicht zu viel erwarten.

Nervig ist zudem, dass es den Geräten an Intelligenz fehlt. Die meisten Repeater, Extender oder WLAN-Verstärker spannen einfach ein WLAN auf, dass dem des eigentlichen Netzwerkes ähnelt. Es findet aber kein Abgleich mit dem Router statt. Endgeräte wie Smartphones sehen zwei gleich klingende Netzwerke und verbinden sich mit dem jeweils stärkeren. Das kann an den Schnittstellen zu Problemen führen und dazu, dass das Endgerät ständig hin- und herwechselt. Zudem werden interne Dienste nicht immer durchgeleitet. Smart-Home-Komponenten oder Dienste wie Apple-Play, Spotify Connect oder Chromecast funktionieren unter Umständen mit Repeatern nicht.

Wenn es schon ein Repeater sein soll, dann raten wir, diesen zumindest per LAN-Kabel mit dem Router zu verbinden. Das sorgt für einen deutlich besseren Durchsatz und mehr Bandbreite für alle Nutzer. Wenn das nicht möglich ist, sollte man eher zu einem WLAN-Mesh oder Powerline tendieren.

Repeater mit mehr Intelligenz, das ist vielleicht die einfachste Erklärung für WLAN-Mesh. Bei diesem Konzept bauen mehrere WLAN-Access-Points ein Netzwerk auf, in der Mitte sitzt ein Mesh-Controller (meist der Router). Die einzelnen Access Points verbinden sich mit diesem Controller und erhalten von ihm alle Informationen zum WLAN (Name, Kennwort, Verschlüsselung, Priorisierung usw.). Die Endgeräte sehen nur noch ein großes Netzwerk, auf welchem Access Point sie sich befinden, ist egal. Die zweite große Stärke von Mesh ist ihre Geschwindigkeit. Vor allem schnelle Tri-Band-Mesh-Systeme haben einen separaten Datenkanal, der nur für die interne Kommunikation genutzt wird. Damit sind sie deutlich flinker als etwa ein Repeater.

Nachteile gibt es aber auch: Das schnelle Tri-Band-Mesh ist teuer. Dual-Band-Systeme sind günstiger, ihnen fehlt aber der dedizierte Funkkanal zwischen den Systemen, entsprechend sind sie etwas langsamer. Sie sind dennoch intelligenter als viele einzelne Repeater. Mesh-Systeme sind zudem größtenteils geschlossene Umgebungen. Sprich, nur wenn die Produkte vom gleichen Hersteller (und teilweise der gleichen Produktlinie) stammen, funken sie miteinander.

Für Deutschland nimmt AVM eine Sonderrolle ein. Der Hersteller der weitverbreiteten Fritzboxen bietet ebenfalls eine Mesh-Funktion. Diese lässt sich auch mit den günstigen Repeatern nutzen, sie stattet diese Geräte mit mehr Intelligenz aus. Wer also ein Fritzbox-WLAN aufbohren will, der sollte diese unbedingt per Mesh anschließen, nicht als normalen Repeater. Mehr dazu gibt es bei heise+ im Artikel 20 Fritz-Tipps: Wie Sie mit Mesh, Apps & Co. Ihr WLAN verbessern .

TechStage hat zahlreiche Mesh-Systeme getestet und in der Themenwelt WLAN-Mesh gesammelt. Darunter sind auch die Produkte von AVM, etwa das AVM Fritz WLAN-Mesh-Set 7590 und 1750E (Testbericht) . Aber auch die Lösung der Telekom, den Telekom Speedport Pro (Testbericht) haben wir uns angesehen. Wer mehr Style sucht, der sollte einen Blick auf Ubiquitis Amplifi HD (Testbericht) werfen. Noch mehr Geräte zeigen wir im Ratgeber WLAN-Mesh-Systeme im Vergleich: Von AVM bis Zyxel .

Wenn die Wände der Wohnung einen Strich durch eine gute WLAN-Versorgung machen, dann hilft möglicherweise die Powerline-Technik. Diese ist auch unter den Namen PLC oder PowerLAN bekannt und nutzt das Stromnetz der Wohnung, um darüber Daten zu übertragen. Das funktioniert inzwischen mit überraschend hohen Geschwindigkeiten. Im Test des Devolo Magic 2 WiFi next (Testbericht) kamen wir auf Werte zwischen 480 MBit/s und 211 MBit/s.

Powerline ist aber stark von der Qualität des Stromnetzes abhängig. Im Bekanntenkreis haben wir mehrere Powerline-Tester. Bei einigen scheitert die Technik komplett, andere haben damit ihr komplettes Haus verkabelt und sind sehr zufrieden. Die Technik hat auch ein paar Einschränkungen. Zunächst sollte man die Produkte des gleichen Herstellers verwenden, wenn man das PowerLAN ausbaut. Es gibt zwar Standards, aber die Produkte der gleichen Hersteller arbeiten einfach besser zusammen. Zweites reicht Powerline maximal bis zum Zähler. Wer also im Keller einen separaten Stromzähler hat, der kann nicht einfach eine Powerline von der Wohnung dorthin legen.

Powerline setzt inzwischen oft auf WLAN-Access-Points, die direkt in den Steckdosen stecken. Diese wiederum bringen meist Mesh-Funktionen mit, so dass man mit einem Gerät Datenleitungen über Strom und Luft legen kann. Noch mehr Information zu dem Thema liefert der Vergleichstest: Sechs Powerline-WLAN-Adapter ab 80 Euro .

Egal ob über die Luft oder die Stromleitung, der Knackpunkt bleibt meist der sogenannte Rückkanal, also die Kommunikation der Endpunkte und Access Points mit dem Router und untereinander. Die beste und stabilste Lösung dafür sind LAN-Kabel. Gigabit-Kabel sind vergleichsweise günstig, kaum gegen Störung anfällig und einfach anzustecken. Das Problem ist aber, wenn die Kabel unsichtbar verlegt werden sollen.

Wer in einer Mietwohnung wohnt, der muss sich überlegen, ob und wie er diese Kabel verlegen kann. Modernere Wohnungen haben möglicherweise ein System bereits integriert, es gibt Lösungen, in denen man LAN, TV und Telefonbuchsen flexibel austauschen kann. Im Eigentum dagegen lohnt sich wahrscheinlich die Installation in der Wand oder hinter Fußbodenleisten.

Hat man mehrere LAN-Anschlüsse zur Verfügung, öffnet sich ein breites Angebot an WLAN Access Points. In den letzten Jahren sind viele Techniken, die bislang dem Unternehmenseinsatz vorbehalten waren, in den Consumer-Bereich gerückt. Diese bringen nicht nur eine sehr gute Leistung und zahlreiche Funktionen mit, sie lassen sich zentral steuern und administrieren. Beispiele dafür sind etwa die Unifi-Geräte von Ubiquiti oder der WiFi-6 Access Point Zyxel NWA110AX (Testbericht) . Aber auch viele Repeater lassen sich auf einen Access-Point-Modus umstellen, etwa der Netgear EAX20 (Testbericht) . Dann verlieren sie zumindest den Nachteil der geringen Geschwindigkeit, das separate WLAN bleibt allerdings.

Hier lohnt dann unserer Meinung nach doch der Aufpreis auf ein System, das sich zentral verwalten lässt. Denn dann hat man nicht nur einen richtig guten Überblick übers WLAN, es kommen auch Business-Funktionen wie Roaming und einen nahtlosen Wechsel von einem Access Point zum anderen quasi kostenlos mit dazu. Und wer sein WLAN nicht aus einer Cloud heraus verwalten will, der findet meist ein lokal installierbares Verwaltungssystem. Bei Ubiquiti etwa kann man dieses auf einer starken NAS, einem Raspberry Pi oder einem Mini-PC laufen lassen. Mehr dazu bei heise+ im Artikel Unifi Mesh-WLAN-Controller mit Docker einrichten und verwalten .

Sollte man aktuell überhaupt noch ein WiFi-5-System kaufen? Jetzt, wo doch WiFi-6 schon vor der Tür steht? Die ehrliche Antwort darauf ist leider nur ein "Kommt drauf an". Wenn man bereits jetzt die Vorteile von WiFi-6 nutzen möchte und etwa ein entsprechendes Smartphone oder das Notebook günstig aufgerüstet (Ratgeber) hat , dann her damit. WiFi-6 ist nicht schlechter als WiFi-5, im Gegenteil. Die Systeme sind schnell, sie können deutlich mehr Endgeräte gleichzeitig bedienen und ihnen gehört die Zukunft.

Das heißt aber nicht, dass man seine jetzige Infrastruktur sofort wegschmeißen sollte. Es gibt genügend sehr gute, schnelle und vor allem bezahlbare Systeme auf Basis von WiFi-5. Und um die bestehende Systeme auszubauen, sind sie in jedem Fall gut genug.

Unser Tipp für eine günstige WiFi-6-Umgebung ist derzeit der Honor Router 3 (Testbericht) . Honor versucht mit aller Macht in den Markt zu drücken, das ist vor allem für die Kunden gut. Denn sie bekommen mit dem Router 3 ein sehr gutes Gerät zu einem fast schon unverschämten Preis (zum Zeitpunkt des Artikels kostete der Router knapp 40 Euro). Zwei der Router lassen sich über die Funktion Link+ miteinander koppeln und zu einem Mesh aufbauen. Ja, es fehlt ein Modem, aber wer das separat hat, der bekommt derzeit kein WiFi-6-Gerät günstiger.

WLAN klingt einfach, wird aber spätestens dann komplex, wenn mehrere Clients gleichzeitig möglichst viel Bandbreite benötigen. Hat man die Möglichkeiten der Router-Software ausgeschöpft, dann hilft meist nur noch ein besser verteiltes Netzwerk. Zusätzliche Access Point können die Last besser verteilen, für eine bessere WLAN-Abdeckung sorgen und das System insgesamt verbessern.

Zwei Schwachpunkte gibt es: Die Verbindung der Access Points mit dem Router und anschließend die Internetverbindung. Wie schnell der Provider einen Zugang legen kann, oder ob man diesen einfach upgraden kann, das hat man meist nicht im Griff. An der internen Verbindung kann man dagegen schrauben. LAN-Kabel sind die beste Wahl, Powerline kann, abhängig vom Stromnetz, ebenfalls sehr gut funktionieren. WLAN Mesh, Dual- und vor allem Tri-Band sind inzwischen ordentlich schnell und benötigen keinen Kabel. Nur einfache Repeater sollte man möglichst nicht mehr nehmen, hier sind die Nachteile einfach zu groß. Noch mehr WLAN zeigen wir in der Themenwelt WLAN und im Artikel Testsieger: Die besten WLAN-Router und Mesh-Systeme .

Wenn das WLAN läuft, was braucht man dann noch fürs Homeoffice? In unserem großen Ratgeber perfektes Homeoffice zeigen wir Mäuse , Tastaturen, Hubs, Tische und mehr. Im Artikel Smart, hell & schick zeigen wir das richtige Licht für den Arbeitsplatz daheim. Und für die Schule daheim helfen wir beispielsweise bei der Suche nach einem Drucker und zeigen Tablets fürs Homeschooling .

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