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Werkstatt-Ratgeber: Die perfekte Schleifmaschine
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Das Abschleifen von bearbeitetem Holz ist unerlässlich, doch die Auswahl an verschiedenen Schleifmaschinen ist groß. TechStage zeigt, wofür Band-, Schwing- oder Exzenterschleifer am besten geeignet sind.

In der Vergangenheit haben wir schon Themen wie Werkzeuge für die Nerd-Werkstatt (Ratgeber) , mobile Lötkolben (Vergleichstest) oder günstige Airbrush-Systeme (Ratgeber) behandelt. Weitere DIY-Projekte und Gadgets gegen Langeweile (Ratgeber) haben wir ebenfalls bereits vorgestellt. So spannend diese teils kuriosen Themen auch sind, viele Dinge sind nur mit einer gut ausgestatteten Hobby-Werkstatt umsetzbar. Und dort gehört neben den am besten geeigneten Sägen (Ratgeber) auch eine Schleifmaschine hin.

Beim Schleifen tragen kleine scharfkantige Schleifkörper Material von der Oberfläche des Werkstücks ab. Wie effektiv sie das machen, richtet sich nach der verwendeten Körnung des Schleifpapiers und der Bewegung, die das Schleifgerät ausführt. Je größer diese ist, desto höher ist auch der Abtrag.

Ein weiterer Punkt bei der Entscheidung zur richtigen Schleifmaschine ist die Form der Schleifplatte. Runde Schleifteller können sich zwar drehen und so effektiver arbeiten, gelangen jedoch nicht in Ecken und sind aufgrund der Drehbewegung schwerer zu führen. Die Frage, ob Netz- oder Akkubetrieb ist eine Frage des Budgets. Bei häufigem Einsatz lohnt sich aus unserer Sicht die teurere Akku-Lösung.

Wenn der Weg des Schleifkorns entscheidend für den größtmöglichen Abtrag ist, ist der Bandschleifer klar im Vorteil. Jedes einzelne Schleifkorn, das sich auf dem Schleifband befindet, wird auf der gesamten Schleiffläche über die Oberfläche des Werkstückes gezogen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass das genutzte Schleifpapier deutlich größer als die Auflagefläche des Bandschleifers ist. Während bei anderen Schleifgeräten das Schleifpapier dreimal gewechselt werden muss, nutzt der Bandschleifer von vornherein etwa die dreifache Größe an Schleifpapier. Dadurch kann länger durchgängig gearbeitet werden.

Die geradlinige Bewegung des Schleifbandes hat jedoch auch einen Nachteil. Ohne eine zeitgleiche seitliche Bewegung entstehen lange und tiefe Schleifrillen. Der Bandschleifer ist daher zwar ein sehr effektiver Schleifer, jedoch nur für grobe Arbeiten mit einem hohen Abtrag gedacht.

Genau betrachtet ist eine Schärfmaschine mit Schleifband einem Bandschleifer sehr ähnlich. Nur befindet sich hier das Band oberhalb und dient dem Schärfen von Werkzeugen. Selbiges ist aber auch mit einigen Bandschleifern möglich. Diese besitzen eine glatte Oberseite und können auf dem Kopf liegend auf den Tisch oder der Werkbank befestigt werden. Der Tacklife Bandschleifer 600W bringt hierfür sogar die benötigten Schraubzwingen gleich mit.

Was der Bandschleifer fürs Grobe ist, ist der Schwingschleifer fürs Feine. Seine Schleiffläche bewegt sich nur in kleinen schwingenden Bewegungen. Das verringert zwar den Abtrag, durch die kreisende Bewegung entstehen jedoch weniger Schleifspuren, wodurch mit einem Schwingschleifer glattere Oberflächen möglich sind.

Da der Schwingschleifer eine recht große und eckige Grundfläche besitzt, können mit ihm einerseits größere Flächen geglättet, andererseits aber auch Innenecken geschliffen werden.

Die meisten Schwingschleifer besitzen zur Befestigung des Schleifpapiers eine Klettfläche, was äußerst praktisch ist und für eine exakte Anlage des Schleifmittels sorgt. Das passende Schleifpapier kann auf Dauer aber ganz schön ins Geld gehen. Daher sollte man darauf achten, dass der Schwingschleifer zusätzlich Klemmen besitzt, die auch passend zugeschnittenes Schleifpapier von der Rolle festhalten können.

Ebenso wichtig ist der angegebene Schwingkreisdurchmesser. Für einen guten Abtrag sollte dieser etwa 2 mm betragen. Gerade bei günstigen Modellen fehlt diese Angabe gänzlich. Der Bosch PSS 250 AE erfüllt alle wichtigen Punkte. Er besitzt eine interne und gut funktionierende Absaugung, nimmt Schleifpapier durch Klettung und Klemmen auf und erreicht mit einem Schwingkreisdurchmesser von 2 mm einen guten Abtrag.

Lange Bewegungen sorgen für einen guten Abtrag, kurze kreisende für eine saubere Oberfläche. Der Exzenterschleifer kombiniert beides und ist daher ein wahres Multitalent.

Sein runder Schleifteller wird durch einen sich drehenden Exzenter in Schwingungen versetzt, was für kleine kreisende Bewegungen sorgt. Zeitgleich beginnt sich der Schleifteller zu drehen und die Schleifkörner vollziehen große Bewegungen für einen guten Abtrag.

Um mit dem Exzenterschleifer wirklich effektiv zu arbeiten und zeitgleich eine glatte Oberfläche erzielen zu können, erfordert es allerdings etwas Feingefühl. Mit zu wenig Druck wird nur wenig Material abgetragen und der Exzenterschleifer tanzt über die Oberfläche. Bei zu viel Druck wird jedoch die drehende Bewegung ausgebremst, was den Abtrag ebenso minimiert.

Ein großer Nachteil des Exzenterschleifers ist sein runder Schleifteller. Das Runde muss ins Eckige funktioniert beim Schleifen leider nicht. Der Exzenterschleifer ist daher nur für Außenflächen ohne Absätze geeignet.

Ein Exzenterschleifer ist nicht so leicht zu führen, daher ist ein zweiter Handgriff, wie ihn Makita BO5041 oder Bosch PEX 400 AE besitzen ein gutes Kaufargument. Dabei stets auf einen Schleiftellerdurchmesser von 125 mm achten. Das ist von der Größe absolut ausreichend und passendes Schleifpapier ist sehr günstig zu bekommen.

Das Delta besitzt nach dem milesischen System zwar den Zahlenwert 4, sieht als Großbuchstabe aber wie ein Dreieck aus. Und genau das definiert den Deltaschleifer - er besitzt eine dreieckige Schleiffläche und kann somit perfekt Innenecken ausschleifen.

Von der Schleifbewegung her arbeitet der Deltaschleifer wie ein Schwingschleifer. Damit hält sich der Schleifabtrag zwar in Grenzen, dafür ist er in Ecken unschlagbar.

Als Schleifmaus oder Multischleifer bezeichnet man eine Mischung aus einem kleinen Schwingschleifer und einem Deltaschleifer. Die Grundfläche ist am hinteren Ende breiter, was die Schleiffläche vergrößert. Vorne läuft er jedoch wie ein Delterschleifer spitz zu, wodurch die Schleifmaus auch Innenecken ausschleifen kann.

Bei einer Schleifmaus nutzt sich an der Spitze das Schleifpapier sehr schnell ab. Gut, wenn man dieses an der Spitze separat gewechselt werden kann. Das Schleifpapier der Black & Decker Mouse besitzt dafür zwei zusätzliche Spitzen mit und selbst die Spitze der Grundplatte kann gegen einen kleinen Schleiffinger ausgetauscht werden.

Ob eckig oder rund, die meisten Schleifgeräte können eines richtig gut - Flächen schleifen. Bei Profilen und Rillen sind sie jedoch gänzlich überfordert. Genau dafür hat beispielsweise Bosch den Schleifroller oder Bürstenschleifer erfunden, den der Autor bereits in der Prototypenphase ausprobieren durfte.

Schleifroller nutzen statt flachem Schleifpapier eine Rolle auf der ringsherum Schleiflamellen sitzen. Diese kleinen Streifen passen sich dem Untergrund an und schleifen sogar dünne Rillen aus. Die Rollen sind mit unterschiedlichen Abmessungen erhältlich und eignen sich für Arbeiten in Zwischenräumen und in an unzugänglichen Stellen. Wer beispielsweise sein altes Holztor oder seine Fensterläden abschleifen und überholen möchte, ist mit dem Schleifroller gut beraten.

Abgesehen von einigen speziellen Werkzeugen ist die Auswahl an Schleifmaschinen für den Hobbybedarf gar nicht so groß. Es gibt Bandschleifer, Schwingschleifer, Exzenterschleifer und Deltaschleifer in verschiedenen Formen.

Einen Bandschleifer braucht nur derjenige, der regelmäßig dicke Balken oder große Flächen schleifen muss. Für einfachere Schleifarbeiten ist ein Exzenter- oder Schwingschleifer absolut ausreichend. Wobei der Schwingschleifer zwar einen geringeren Abtrag erzielt, aber leichter zu führen ist.

Für feinere Schleifarbeiten sollte zusätzlich ein Deltaschleifer zur Verfügung stehen, der auch Ecken ausschleifen kann. Alternativ eignet sich hierfür aber auch ein Oszillationswerkzeug mit Schleifaufsatz. Der Schleifroller ist zwar praktisch, er wird in der Praxis allerdings selten benötigt.

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