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Sie sind klein, laut und versprühen echtes Rocker-Flair – Die Bluetooth-Boxen der Kultmarken Marshall und Fender. TechStage vergleicht drei beliebte Rockstar-Modelle.

Bluetooth-Boxen gibt in allen Formen, Farben, Größen und natürlich Preisklassen. Dabei muss guter Klang nicht einmal teuer sein, wie unser Ratgeber Die besten Bluetooth-Speaker bis 100 Euro zeigt. Aber Bluetooth-Speaker können mehr sein als auf ihren Klang reduzierte Brüllwürfel. Wählt der Käufer die richtige Marke, sind sie ein Statement. So sind etwa die Bluetooth-Lautsprecher der legendären Hersteller für Bühnenverstärker Fender und Marshall nicht weniger als eine Verbeugung an die Hochzeiten des Gitarrenrocks. Schließlich prägte ihr markanter Sound mit Bands wie Deep Purple, Hendrix und The Doors eine ganze Generation. Doch während Marshall bereits seit vielen Jahren den kommerziellen Audio-Markt mit Kopfhörern wie dem MID A.N.C. (Testbericht) und Lautsprechern bedient, ist Fender dort praktisch ein Neuling.

In diesem Vergleichstest stellen wir die drei Bluetooth-Speaker in Verstärker-Optik Fender Monterey (Testbericht), Fender Newport (Testbericht) und Marshall Kilburn II (Testbericht) gegenüber und zeigen, welcher am besten rockt.

Egal für welchen der drei Bluetooth-Speaker man sich entscheidet, sie sind allesamt gut bis sehr gut verarbeitet und bieten jede Menge Details, die bewusst an die legendären Gitarrenverstärker der Hersteller erinnern sollen. Besonders auffällig ist dies beim Fender Monterey, der dem Verstärker Fender Mustang GTX 100 in vielen Designelementen stark ähnelt. Dazu zählt die markante Bauform mit Lederoptik, Stoffbespannung und dem kultigen Fender-Schriftzug. Aber auch die typischen Drehregler auf der Oberseite tragen zum hohen Wiedererkennungswert bei. Den bekannten Kippschalter samt dunkelblauer Leuchte überträgt Fender von seinen Gitarrenverstärkern auf die Bluetooth-Box. Wo beim echten Verstärker der Anschluss für das Gitarrenkabel sitzt, befindet sich beim Monterey der 3,5-mm-Klinkenport. Die optische und funktionelle Verwandtschaft zum großen Verstärker erzeugt gerade bei Kennern einen wohlig warmen Retro-Charme.

Die Verarbeitung des Fender Monterey ist auf allerhöchstem Niveau. Der wertige Eindruck wird durch das hohe Gewicht des Monterey von fast sieben Kilogramm noch verstärkt. Das integrierte Netzteil trägt maßgeblich zum massiven Gesamtgewicht bei. Einen Akku für die mobile Nutzung hat er als einziger im Bunde nicht. Alle Einstellräder, Taster und Kippschalter besitzen angenehme Druckpunkte. Der Kippschalter erzeugt beim Umlegen ein befriedigendes Gefühl.

Auch die Verarbeitung des 1,5 Kilogramm schweren Fender Newport ist gut, kann aber nicht mit der des Monterey mithalten. Dies ist aber wenig verwunderlich, spielt der Newport doch in einer deutlich geringeren Preisklasse als der Monterey. Trotzdem gefällt er uns dank der Mischung aus viel mattem Kunststoff und silbernem Metallgitter gut. Noch besser als im schlichten Schwarz gefällt er uns in seinem bunten Farbvariationen. So erinnert etwa die Farbe Sonic Blue an den blaugrünen Surfrock-Look Fenders ikonischer Gitarren. Auch Dacota Red findet sich als Farbton bei einigen Instrumenten des Herstellers.

Ähnlich dem Monterey bringt Fender beim Newport ebenfalls die Bedienelemente an der Oberseite an. Auch sie erinnern an die kultigen Gitarrenverstärker des Herstellers. Die drei Drehregler für Lautstärke, Bass und Höhen fühlen sich wunderbar an und verleiten beim Musikhören zum schnellen Anpassen des Klangs an die eigenen Hörvorlieben. Der direkte Zugriff auf die Klangeigenschaften ist nicht nur in dieser Preisklasse, sondern bei Bluetooth-Speakern im Allgemeinen eine echte Ausnahme, die wir dem Retro-Rocker hoch anrechnen. Zudem setzt Fender wieder auf den befriedigenden Kippschalter zum Ein- und Ausschalten sowie auf gute Taster unter anderem für das Pairing. Auch die kultige blaue Leuchte ist wieder mit von der Partie.

Weniger gefällt uns das uninspirierte Netzteil, welches wirkt wie von jedem x-bliebigen China-Gadget. Ihm hätte etwas mehr Liebe etwa in Form eines stoffummantelten Kabels gutgetan. Dennoch ist das insgesamt Meckern auf hohem Niveau. Gerade für seinen erschwinglichen Preispunkt bietet der Montery eine hervorragende Optik und gute Verarbeitung.

Der Marshall Killburn II gefällt uns ebenfalls sofort. Er orientiert sich optisch an den kultigen Verstärkern aus dem eigenen Haus. Mehr noch: Mit der Kunstlederoptik, dem auffälligen Metallgitter an seiner Front und den gegen Kratzer geschützten Ecken wirkt er fast schon wie eine maßstabsgetreue Verkleinerung seiner Vorbilder. Dank der hochwertigen Materialien sticht der Marshall Killburn II markant aus dem sonst eher Kunststoff-lastigen Bluetooth-Speaker-Einheitsbrei hervor.

Die drei Drehregler auf seiner Oberseite bestimmen wie schon bei den Fender-Boxen die Lautstärke, den Bass und die Höhen. Auch sie fühlen sich extrem gut an. Dabei schaltet der Lautstärkeregler wie beim großen Verstärker die Bluetooth-Box ein und aus. Ein kleiner Taster ist für das Pairing verantwortlich. Zehn kleine LEDs indizieren den Akkuladestand. Praktisch finden wir den breiten Trageriemen an seiner Oberseite. Marshall integriert das Netzteil in das Gehäuse. Das ist an sich gut, allerdings erhöht es das Gesamtgewicht des Speakers auf stolze 2,5 Kilogramm. Das schränkt die mobile Nutzbarkeit des mit IPX2 gegen Spritzwasser geschützten Speakers etwas ein.

Der Fender Monterey (Testbericht) bietet den besten Klang der drei Retro-Rocker. Das ist im Grunde wenig verwunderlich. Schließlich hat er mit seinen Maßen von 34 x 25 x 13 Zentimeter das größte Volumen und auf dem Papier mit einer RMS-Leistung von 120 Watt die meiste Power. Fender lässt insgesamt vier Treiber zusammenarbeiten, von denen sich jeweils zwei Hochtöner und zwei Tieftöner die Arbeit aufteilen. Die Klangqualität ist mächtig und steigt auf Wunsch in ohrenbetäubende Lautstärken. Dabei ist es erstaunlich, wie klar die Treiber bei maximaler Lautstärke bleiben.

Dank seines hohen Gewichts überträgt sich sein massiver Bass gut ein seine Umgebung. Der Fender Monterey besitzt auf der Rückseite einen Shape-Schalter, der grundlegend zwischen einer Neigung zum Bass und einer Neigung zu Höhen wechselt. Durch die schiere Leistung des Monterey sind Bässe schön klar und sehr kraftvoll. Darüber hinaus bietet der Fender Monterey mit Bluetooth 4.2 samt aptX, 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss und Stereo-Cinch-Eingang eine beachtliche Anschlussvielfalt.

Ein Kritikpunkt ist der sehr gerichtete Sound des Monterey. Genau hier zeigt sich der größte Nachteil des Speakers gegenüber Hifi-Systemen mit getrennten Lautsprechern. Zwar bietet der Bluetooth-Speaker im Vergleich zum Fender Newport Stereoklang, ein Sound-Wechsel von links nach rechts ist aufgrund des schmalen Gehäuses dennoch kaum vernehmbar.

Der Fender Newport (Testbericht) ist mit seinen Maßen von 18 x13 x 7,5 Zentimetern und einer RMS-Leistung von 30 Watt der kleinste und schwächste Lautsprecher in diesem Vergleichstest. Dennoch gefällt uns sein warmer und in seiner Preisklasse vergleichsweise kräftiger Klang ausgesprochen gut. Er wirkt gerade bei Rock-Klassikern fein abgestimmt und webt einen wohligen Klangteppich, untermalt mit klaren Bässen. Die Bässe beeindrucken uns bezogen auf die kompakten Maße des Newports. Auch bei höheren Lautstärken bleibt das Klangbild klar. Dennoch stellt der Lautsprecher seine Interpreten immer auf eine sehr enge Bühne. Die zwei Treiber und der einzelne Hochtöner sitzen für eine breite Klangwiedergabe schlichtweg zu nah aneinander.

Der Marshall Kilburn II (Testbericht) kommt mit zwei 20-Watt-Class-D-Verstärkern für den Tieftonbereich plus zwei weitere mit je sechs Watt für die Hochtöner. Damit sollen sich laut Hersteller sagenhafte 100 Dezibel Schalldruckpegel in einem Meter Abstand erzielen lassen. Zur besseren Einordnung: So viel schafft nicht mal so manche ausgewachsene HiFi-Box. Tatsächlich bringt es der Marshall Kilburn II auf eine beachtliche Gesamtlautstärke. Dabei fällt zusätzlich positiv auf, dass ihm das von den meisten anderen Bluetooth-Speakern bekannte „Pumpen“ DSP-gesteuerter Limiter auch bei hohen Abhörpegeln fremd ist.

Trotzdem ist der Höreindruck insgesamt durchwachsen. Der Bass-Potentiometer betont lediglich den Oberbass und ist nicht frei von Nebenwirkungen. So leiden unter seinem exzessiven Einsatz der für die natürliche Stimmwiedergabe so wichtige Mitteltonbereich. Häufig wirkt es bei aufgedrehtem Bass, als stünden die Sängerinnen und Sänger wie hinter einem Vorhang. Auch die Höhen sind nicht sonderlich brillant. Wer es jedoch laut mag, ist mit dem Klang des Marshall Kilburn II gut bedient.

Der Fender Newport ist der günstigste Retro-Rocker im Vergleichstest. Er kostet knapp unter 100 Euro. Der Fender Monterey befindet sich mit 150 Euro im preislichen Mittelfeld. Der Marshall Kilburn II ist mit gut 200 Euro der teuerste im Bunde. Allerdings wechselte er in der Vergangenheit zu Aktionen schon für 160 Euro den Eigentümer.

Wer beim Kauf einer Bluetooth-Box Wert auf Retro-Style legt, findet in den Lautsprechern von Fender und Marshall optisch herausragende Modelle. Jeder von ihnen ist gut bis sehr gut verarbeitet und bildet nicht nur im Wohnzimmer ein gern gesehenes Designelement. Dabei finden wir das Design des Marshall Kiburn II dank seiner kompakten Form, dem schickem Metallgrill, dem großen kultigen Logo auf dessen Mitte, den abgerundeten und extra verstärkten Ecken und dem auffälligen Tragegriff am gelungensten. Dem steht der Fender Monterey in kaum etwas nach. Auch er gefällt uns dank der hochwertigen Materialien und der nahen optischen Verwandtschaft zum Fender-Mustang-GTX 100-Verstärker extrem gut. Hier fällt der kleine Fender Newport vor allem wegen des Einsatzes von viel Kunststoff etwas ab. Das ist wohl vor allem seinem günstigen Preis geschuldet. Trotzdem sieht er besser aus als die meisten anderen Bluetooth-Boxen seiner Preiskategorie.

Bezüglich des Klangs gibt es mit dem Fender Monterey (Testbericht) einen klaren Gewinner. Der Lautsprecher bietet klanglich die höchste Durchschlagskraft. Gerade Rock-Klassikern mit vielen musikalischen Ebenen löst er fein auf. Dabei spricht er genau auf Einstellungen des Bass' und der Höhen an. Sein vielleicht größter Nachteil: Aufgrund des fehlenden Akkus benötigt er einen Netzanschluss und ist so eigentlich nur für Räume und nicht für den Outdoor-Einsatz geeignet. Beeindruckt hat uns der Marshall Kilburn II (Testbericht), der trotz deutlich geringerer Maße beinahe die gleich hohe Lautstärke erreicht, ohne den Klangteppich zu verzerren. Allerdings reagiert er nicht so sauber auf das Verstellen des Bass- und Höhen-Potenziometers. An letzter Stelle steht im Klangvergleich der Fender Newport (Testbericht). Aber das ist meckern auf hohem Niveau. Er erzeugt einen Klang wie kaum ein anderer Bluetooth-Speaker für unter 100 Euro.

Insgesamt schlagen sich alle drei Retro-Rocker ausgesprochen gut. Jeder hat in seinem Bereich seine Alleinstellungsmerkmale. Der Fender Newport ist einer der besten Bluetooth-Speaker für unter 100 Euro. Der Fender Monterey bietet für den Heimeinsatz einen außergewöhnlich guten und kräftigen Sound. Der Marshall Kilburn II bietet sich dank Akku und Spritzwasserfestigkeit, aber vor allem wegen der sehr hohen maximalen Lautstärke für Außeneinsätze an.

Weitere hervorragende Lautsprecher im unteren Preissegment zeigen wir in unserem Ratgeber Die besten Bluetooth-Speaker bis 100 Euro. Die besten Boxen für den Außeneinsatz vergleichen wir in 11 Outdoor-Lautsprecher mit Bluetooth im Vergleich.

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