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Vorsicht, Geld weg: Kickstarter & Co. sind keine Shops

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Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo erfreuen sich großer Beliebtheit: Man kann dort Gadgets ordern und Start-Ups unterstützen. Doch manchmal gehen Pläne nicht auf. Die Investoren tragen das Risiko.

Ich bin ein großer Freund von Crowdfunding-Plattformen – das sieht man beispielsweise an unserem neuen Video-Format CrowdSalat , in dem ich mich alle zwei Wochen auf die Suche nach coolen Gadgets mache. Und ich backe auch fleißig mit: Es geht einfach, macht Spaß und man bekommt Gadgets vor allen anderen. Zumindest in der Theorie.

Denn immer wieder einmal gehen Projekte in die Hose. Dinge lassen sich so nicht produzieren (oder nicht zum angedachten Preis), technische Hürden sorgen für Verzögeriungen, ein Streit trennt das Team hinter der Idee – und Ende. Was viele vor dem „Kauf“ nicht bedenken: Kickstarter & Co. sind keine Shops. Man muss Crowdfunding-Plattformen eher als Quelle für Risikokapital sehen. Wer Geld investiert, bekommt hier aber üblicherweise keine Unternehmensanteile, sondern das neue Produkt. Und wenn das Projekt stirbt, bekommt er nichts. Auch nicht sein Geld zurück.

In anderen Fällen sieht es drastischer aus. Ein ähnliches, fast zeitgleich gestartetes Kickstarter-Projekt droht zu zerfallen. Die Mini-Drohne Zano war einst das erfolgreichste europäische Projekt auf Kickstarter – über 2,3 Millionen Pfund (3,3 Millionen Euro) kamen zusammen, über 12.000 Menschen haben Zano vorab unterstützt.

Die Auslieferung sollte im Januar 2015 erfolgen. Im September wurden die ersten der Geräte in homöopathischen Dosen an die Käufer ausgeliefert – mit katastrophalem Feedback. Nun geht die Meldung durch die Medien, dass der Geschäftsführer und Chefentwickler sein Unternehmen verlässt. In der Kommentar-Sektion auf Kickstarter kocht und brodelt es: 12.000 Menschen bangen um ihr Geld.

Es kommen Rufe, Fragen und natürlich auch Schreihälse nach oben. Sammelklagen werden angedroht, andere wollen ihr Geld zurück – und stellen fest: Das geht nicht. Kickstarter und Indiegogo sind nunmal keine Online-Shops, sondern Investment-Plattformen. Ein Kommentator schrieb so schön: „Man sollte nur das Geld investieren, auf das man verzichten kann.“ Es ist also wie mit Aktien.

Indiegogo bietet Projekt-Gründern an, ihren Unterstützern eine Versicherung gegen Ausfall zu offerieren. Beim E-Bike Sondors / Storm habe ich das einmal gesehen. Das Fahrrad sollte 500 Dollar kosten, die Versicherung 120 – wer sie bucht, bekommt sein Geld zurück, wenn er das Produkt nicht spätestens drei Monate nach dem versprochenen Zeitraum erhalten hat.

Die wenigsten Kampagnen bieten solche Versicherungen. Sie sind einfach teuer. Okay, das muss ja eh der Kunde berappen – aber der hat unter Umständen nichts davon. So wurde das Sondors-Bike im Laufe der Kampagne immer schwerer (von zunächst 45 lbs auf 58,5 lbs) – ohne, dass die Versicherung einspringt. Aus technischen Gründen hätte der Hersteller vermutlich auch einen schwächeren Motor (10 statt den versprochenen 33 km/h), einen schwächeren Akku oder ein anderes Material verwenden können. Holz statt Alu.

Machen kann der Käufer daran nichts – auch dann nicht, wenn er die Versicherung gezahlt hat.

In einer gewissen Art und Weise sind Crowdfunding-Plattformen für die Käufer, pardon, für die Investoren, ein Glücksspiel. Nur dass es hier eben um Gadgets geht und nicht um Geld. Sicherheit, Rücktrittsrecht oder Garantie gibt es nicht.

Versteht mich nicht falsch: Ich will Crowdfunding nicht verteufeln. Selbst wenn der 3D Pocketcopter nicht mehr bei mir ankommen sollte, werde ich weiter für tolle Projekte backen. Schließlich habe ich andere tolle Sachen bekommen, etwa KnowRoaming oder die iDoorBell. Aber man sollte einfach ein bisschen vorsichtig sein. Dinge, die sich zu gut anhören, gibt es kaum – und Projekte, die von bekannten Unternehmen kommen, dürften eher fertig werden als Hobby-Basteleien einer Schülergruppe, die plötzlich mit Millionen-Beträgen hantieren muss. Oder darf.

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