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Titel-Smarte-E14-RGBW-LED-Vergleich

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Sind Decken- und Stehleuchten mit smartem Licht aufgerüstet, folgen die kleinen Lampen. Mit LED-Kerzen für den E14-Sockel integriert man auch die Wand- und Beistellbeleuchtung ins Smart Home. Wir vergleichen sechs Modelle ab 16 Euro.

Wer sein Zuhause zum Smart Home aufschlauen möchte, fängt meist mit dem Licht an. Als Allrounder für die Grundbeleuchtung sind smarte RGBW-Leuchtmittel für den E27-Sockel eine gute Wahl. Doch in kleinere Lampengehäuse passen sie nicht hinein. Dort kommen üblicherweise schlanke Kerzen mit E14-Fassung zum Einsatz. Sie sind ebenfalls als smarte Version erhältlich. Alle Freiheiten in der Lichtgestaltung hält man sich offen, wenn man auch in diesem Fall zu farbfähigen Lampen greift.

Die Auswahl an Modellen, die nicht nur im weißen, sondern auch im RGB-Spektrum leuchten, ist allerdings nicht groß. Daher stellen wir hier sechs empfehlenswerte Produkte vor, die sich prima als Ergänzung zur Grundbeleuchtung und als Deko-Licht in Wand- und Beistellleuchten eignen.

Der Artikel erscheint in unserer Themenwelt Smart Home, in der wir zuletzt Homematic IP (Testbericht) als Komplettsystem getestet haben. Licht haben wir uns im Artikel 5 Zigbee-RGB-Leuchtmittel im Vergleich oder 6 smarte Leuchtmittel von billig bis Hue unter die Lupe genommen. Noch günstiger wird es mit guten smarten Leuchtmitteln ab 7.50 Euro (Test). Außerdem aktualisieren wir regelmäßig unseren Artikel zu den besten Heizkörper-Thermostaten (Vergleich) und helfen Anfängern mit unserem Ratgeber: Smartes Licht für Einsteiger (Ratgeber).

Philips Hue White & Color Ambience

Genau wie beim Vergleich der größeren E27-Modelle eröffnet bei den E14-Kerzen die Marke Philips Hue den Vergleich. Sie ist der Platzhirsch bei smartem Licht, weil sie angesichts des Marktstarts im Jahr 2012 schon lange dabei ist und inzwischen das größte Sortiment bietet. Zum Angebot gehören Glühbirnen, LED-Streifen, Fertigleuchten für drinnen und draußen sowie Schaltzubehör. In unser Anwendungsszenario passt die E14-Kerze mit dem Beinamen White & Color Ambience.

Die Leuchtdioden geben sowohl kühles und warmes Weiß als auch RGB-Farben wieder. Das ist die teuerste LED-Konfiguration von Philips Hue. Laut der Preisempfehlung des Herstellers ist mit rund 60 Euro zu rechnen. Bei einem Maximalverbrauch von 5,3 Watt leuchtet die Lampe mit bis zu 470 Lumen. Das ist für diese Lampenkategorie üblich und genügt, um kleinere Bereiche gezielt auszuleuchten oder stimmungsvoll in Szene zu setzen.

Im Unterschied zu den meisten anderen smarten Leuchtmitteln kann die aktuelle Modellgeneration der Hue-Kerzen Schaltsignale mit zwei statt nur einem Funkstandard empfangen. Bluetooth und ZigBee stehen zur Auswahl. Was ist besser? Das kommt darauf an. Im Bluetooth-Betrieb reicht das Smartphone als Steuergerät. Der Umweg über eine Steuerzentrale ist nicht nötig, deren Kauf und Einrichtung erübrigt sich deshalb. Das ist prima für Einsteiger, die schnell und einfach loslegen wollen. Allerdings ist der Funktionsumfang eingeschränkt. Ambitionierte Nutzer werden die Steuerung durch Szenen und Schaltzubehör sowie außerhalb des Zuhauses und auch die Einbindung in Automationsplattformen fürs Smart Home vermissen. Wer auch diese Funktionen verwenden möchte, greift zum zweiten verfügbaren Funkstandard.

ZigBee kennt die genannten Einschränkungen nicht und kann sogar mehr. Denn anders als bei Bluetooth ist eine Mesh-Funktion verfügbar. Sie ist automatisch eingeschaltet und sorgt dafür, dass alle Lampen das Funksignal an alle anderen ZigBee-Komponenten des Systems weiterreichen. Das vermeidet Funklöcher. Wie alle ZigBee-Leuchtmittel brauchen allerdings auch die von Hue eine Steuerzentrale, die die Schaltsignale vom Smartphone und WLAN-Router ans Ziel transportiert. Das ZigBee-Gateway namens Hue Bridge kostet 60 Euro (UVP) und verlängert die Einrichtung etwas.

Die Inbetriebnahme gleicht der von ZigBee-Leuchtmitteln anderer Hersteller: Das Leuchtmittel in die Fassung schrauben, das Gateway mit Strom und WLAN-Router verbinden und den Anweisungen in der Hue-App für Android und iOS folgen. Zwar muss man zwingend ein Cloud-Konto anlegen, trotzdem funktionieren App und Leuchtmittel auch lokal, selbst wenn das Internet ausfällt. Für den Bluetooth-Betrieb gibt es eine Extra-App von Philips. Gateway und Cloud-Konto sind nicht nötig.

Für die Bedienung ist die jeweilige App ebenfalls die zentrale Anlaufstelle. Die Grundfunktionen gehen einfach von der Hand. Ein Schieberegler ändert die Helligkeit, ein Colorpicker führt wahlweise zur gewünschten Farbnuance oder Farbtemperatur.

Vorprogrammierte Farbszenen zu aktivieren, ist auch ein Klacks. Kaum komplexer ist es, sich individuelle Lichtstimmungen zu gestalten. Das macht Spaß und führt vor allem bei Philips zu tollen Ergebnissen, denn die Software versteht es prima, Farbverläufe automatisch auf alle Leuchtmittel im Raum zu verteilen.

Ambitionierte Nutzer erschließen sich in einer größeren Lernkurve auch die vielen weiteren Komfortfunktionen. Im Bereich Routinen können sie vielfältige Automatiken anlegen. Diese bewirken zum Beispiel, dass das Licht an- oder ausgeht, wenn man das Zuhause verlässt oder betritt. Sehr praktisch ist auch die automatische Dimmfunktion für sanftes Aufwachen und Einschlafen. Ein- und Ausschalt-Countdowns sind ebenso verfügbar wie Automatiken mit dem optionalen Bewegungssensor aus dem Hue-Zubehörsortiment. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, mit der Zusatzsoftware Hue Sync (Ratgeber) sowie einem HDMI-Adapter für TV-Zuspielgeräte die Helligkeit und Farbe von Philips-Leuchtmitteln mit dem Bild- und Tonsignalen von Videos und Musik abzugleichen. Mittels der Hue Sync Box (Ratgeber) klappt das inzwischen auch für externe HDMI-Zuspieler wie Blueray-Player. Kein anderer Hersteller bietet derart umfassende Entertainment-Lichtfunktionen.

Alternativ zur App oder Zeitschaltplan lässt sich die E14-Kerze von Hue durch verschiedene Funkschaltermodelle und mit den Sprachdiensten von Alexa, Google Assistent und Siri bedienen. Das klappt wie bei allen smarten Leuchtmitteln nur bei einer aktiven Stromverbindung, der herkömmliche Schalter muss also immer an sein. Nur dann kann der Funkchip auf Schaltsignale warten. In diesem Ruhemodus verbraucht das Leuchtmittel moderate 0,2 Watt. Zusammen mit Wiz liefert Philips den niedrigsten Standby-Wert dieses Vergleichs. Das fällt allerdings nur bei sehr großen Installationen ins Gewicht, da auch die Messwerte der anderen Vergleichsteilnehmer völlig akzeptabel ausfallen.

Weil Philips zu Apples HomeKit-Plattform kompatibel ist, ist eine weitere Komfortfunktion namens „Adaptives Licht“ verfügbar. Dabei handelt es sich um eine Schaltautomatik, die die Farbtemperatur des Lichts im Laufe des Tages von aktivierendem Kaltweiß am Morgen in entspannendes Warmweiß am Abend ändert. Die Anschlussfähigkeit an diverse Smart-Home-Plattformen und Drittanbieter-Apps von einer sehr regen Community ist generell ein großer Vorteil von Philips Hue. Die dafür nötige Softwarepflege rechtfertigt zusätzlich den hohen Preis der Komponenten.

Wem es zu teuer ist, immer zu Original-Leuchtmittel von Hue zu greifen, der kann sein System kostengünstig ergänzen, indem er erschwinglichere Leuchtmittel, die ebenfalls mit ZigBee funken, in seine Hue Bridge einbindet. Dafür kommen gleich vier Vergleichsteilnehmer in Betracht: Ikea, Tint, Paulmann und Innr. Dann sind allerdings manche Funktionen eingeschränkt, etwa für Hue Sync.

Vorteile

  • Zwei Funkstandards für Einsteiger und ambitionierte Nutzer
  • Große Auswahl an Lichtsteuerfunktionen
  • Umfangreiches System bietet viele Ausbauchancen
  • Exklusive Entertainment-Funktionen für Gaming, TV und Musik
  • Integration in sehr viele andere Smart-Home-Systeme möglich

Nachteile

  • Sehr viel teurer als Marktdurchschnitt
  • Längere Einarbeitung für vollen Funktionsumfang

Innr Smart Candle Colour

Der niederländische Hersteller Innr teilt sich das Heimatland mit Philips Hue und setzt beim größten Teil des Sortiments ebenfalls auf ZigBee. Allerdings gibt er seine Produkte zu viel günstigeren Preisen ab. Das gilt auch für das RGBW-Leuchtmittel Smart Candle Colour. Die E14-Kerze kostet nur ein Drittel dessen, was Philips Hue für das vergleichbare Modell verlangt. Dabei sind die Hardware-spezifischen Leuchteigenschaften nahezu identisch. Bei einem Maximalverbrauch von 6 Watt bietet das Innr-Produkt eine Spitzenhelligkeit von 470 Lumen und gibt Farben mit dem CRI-Wert 80 genauso naturgetreu wieder. Zwar ist der Standby-Verbrauch mit 0,4 Watt doppelt so hoch, fällt aber nicht aus dem Rahmen.

Ein Betrieb ohne ZigBee-Gateway ist nicht möglich. Die E14-Kerze braucht zwingend eine Bridge als Bindeglied zum Heimnetzwerk. Innr hat ein eigenes Modell zum Preis von 60 Euro am Start. Weil es demnächst einen Nachfolger erhält, ist das Original momentan aber nicht im Handel verfügbar. Vorhandene Exemplare funktionieren dennoch weiter. Alternativ lassen sich die Leuchtmittel an der Hue-Bridge anlernen. Das gilt auch für die Steuer-App, die unter Android und iOS läuft, obwohl sie seit 2019 kein Update mehr erfahren hat. Auch für sie plant Innr in Kürze einen großen Aufschlag.

Im Praxistest ließ sich die Innr Smart Colour Candle mit den bestehenden Versionen von Bridge und App einwandfrei in Betrieb nehmen und bedienen. Die Ersteinrichtung setzt zwingend das Anlegen eines Cloud-Kontos bei Innr voraus. Im laufenden Betrieb lässt sich das System aber auch bedienen, wenn der Kontakt zum Internet und damit zu den Cloud-Servern des Herstellers mal abreißt.

Den Kopplungsprozess startet man per Schaltfläche in der App. Anschließend findet die Bridge das Leuchtmittel auf Anhieb und fügt es dem Netzwerk hinzu. Die App bietet die typischen manuellen Steuerfunktionen. Manuell lässt sich das Licht ein- und ausschalten, dimmen, in RGB-Tönen färben oder mit einer Farbtemperatur von 1800 bis 6500 Kelvin versehen. Ferner umfasst die App zeitgesteuerte Automatiken, die sich nach der Uhrzeit oder Sonnenaufgang und Sonnenuntergang richten. Anders als bei Hue und anderen Herstellern gibt es keine Ausschalt-Countdowns und vorprogrammierte Farbszenen. Extras wie einen Musik-Sync und eine circadiane Rhythmik, die die Farbtemperatur im Tagesverlauf automatisch angleicht, sieht Innr ebenfalls nicht vor.

Auf eine Sprachsteuerung verzichtet Innr jedoch nicht. Darauf reagiert die Innr Smart Colour Candle, wenn man den Skill für Amazon Alexa und die Action für Google Assistant installiert.

Insgesamt ist die Steuerung damit sehr auf einen Basis-Umfang beschränkt. Dass der Hersteller mehr Komfortfunktionen bieten kann, zeigt er mit der Smartphone-Anwendung für sein neues WLAN-Sortiment, das aber noch keine E14-Kerze umfasst. Dort sind auch vorprogrammierte Farbszenen und Funktionen für sanftes Einschlafen und Aufwachen am Start. Die WLAN-App bietet immerhin eine Kostprobe dafür, wie künftig auch die ZigBee-Leuchtmittel von Innr zu bedienen sein dürften.

Einsteiger, die aktuell keine Innr-Bridge ergattern, können ZigBee-Leuchten des Herstellers trotzdem nutzen – zum Beispiel als günstige Ergänzung zum Philips-System an einer Hue-Bridge. Darüber lassen sie sich wie ein normales Hue-Leuchtmittel koppeln. Außerdem stehen fast alle der umfangreichen Funktionen der Hue-App zur Verfügung. Nur in Hue-Entertainment kann man keine Fremdprodukte einbinden. An Apple HomeKit reicht Hue die Innr-Leuchtmittel ebenfalls nicht weiter.

Vorteile

  • Erschwingliche Kosten
  • Gute Leuchteigenschaften
  • Großes Sortiment für viele Lichtszenarien
  • Als günstige Ergänzung zum Hue-System geeignet

Nachteile

  • ZigBee-Infrastruktur steht vor Generationswechsel
  • Einsteiger können derzeit nur Drittanbieter-Gateway erwerben
  • Bestehender ZigBee-App fehlen viele Komfortfunktionen

Tint Candle White+Color

Tint ist eine Marke des deutschen Herstellers Müller-Licht und wegen ihrer Preis-Aktionen bei Discounter-Supermärkten bekannt geworden. Die Produktqualität der ZigBee-Leuchtmittel ist aber alles andere als „billig“. Sie liegt auf dem Niveau bekannterer Hersteller. Das farbfähige E14-Modell Tint Candle White+Color positioniert sich wie das Innr im preislichen Mittelfeld dieses Vergleichs.

Das Tint-System ist vor allem für den Start in die smarte Beleuchtung interessant. Einsteiger können es nämlich rasch und einfach in Betrieb nehmen, weil sie die Leuchtmittel nicht zwingend per Gateway, App und Cloud-Konto einrichten und bedienen müssen. Stattdessen geht das auch mit per Fernbedienung, also einer Kulturtechnik, die jeder TV-Nutzer beherrscht. Die Bedienhilfe ist allerdings optionales Zubehör und kostet 25 Euro. Mit ihr lassen sich bis zu 50 Leuchtmittel managen.

Für die erste Kontaktaufnahme hält man die ZigBee-Fernbedienung nahe an das eingeschraubte und eingeschaltete E14-Leuchtmittel. Mit einer Tastenkombination startet man den Kopplungsprozess und stellt eine dauerhafte Verbindung her. Ist das erledigt, lässt sich mit der Fernbedienung die Tint Candle White+Color ein- und ausschalten, dimmen, färben und mit einer Farbtemperatur versehen.

Eine ringförmige Schaltfläche, die einen Farbkreis symbolisiert, erleichtert eine präzise Farbwahl. Wer Farbe und Helligkeit nicht immer manuell einstellen möchte, wählt mit einer von sechs Tasten eine vorprogrammierte Lichtszene mit den Namen Arbeitslicht, Sonnenuntergang, Party, Romantik, Nachtlicht und Lagerfeuer aus. Gekoppelte Leuchtmittel lassen sich zu einer von drei Gruppen bündeln, damit man nicht jedes Leuchtmittel einzeln zu schalten braucht.

Wer sich darüber hinaus eine Zeitsteuerung, Sprachbedienung, Fernbedienung außer Haus und Sensorautomatiken mit Geräten anderer Hersteller wünscht, kommt mit der Fernbedienung nicht aus. Dann muss wie bei allen ZigBee-Leuchtmittel auch ein entsprechendes Gateway samt App her. Tint hat keine Steuerzentrale und Anwendung dafür im Programm. Wegen des gemeinsamen Funkstandards lassen sich die Tint-Leuchtmittel aber mit den ZigBee-Gateways anderer Hersteller koppeln. Kompatibel ist Tint zum Beispiel zu den Schaltzentralen von Philips Hue, Telekom Magenta SmartHome. Amazons Echo-Lautsprecher mit ZigBee-Hub sind ebenfalls eine Option.

Im Praxistest haben wir die Tint Candle White+Color mit einer Hue-Bridge verbunden. Für das Philips-System ist sie eine prima Ergänzung, weil sie viel weniger kostet als das Original-Leuchtmittel. Wir konnten die Tint-Kerze bequem verbinden, manuell steuern und in Szenen integrieren – so als wäre sie ein normales Hue-Produkt. Auch viele automatische, sensor- und zeitgesteuerte Schaltungen funktionieren. Wie üblich lässt sich das Fremdleuchtmittel von Tint nicht in Hue-Entertainment integrieren und an Apple HomeKit durchreichen.

Ferner gilt: Firmware-Updates für Tint-Leuchtmittel darf man nicht erwarten. Dass auch Dritt-Gateways diese einspielen, ist gemäß ZigBee-Standard theoretisch möglich, in der Praxis aber noch nicht angekommen.

Vorteile

  • Einsteigerfreundlich dank Fernbedienung statt Gateway-Zwang
  • mit vielen anderen Systemen kompatibel
  • Großes Sortiment
  • Erschwingliche Preise

Nachteile

  • Fernbedienung kostet extra
  • Richtig smart nur mit Fremd-App und -Gateway

Paulmann Smart Home ZigBee LED-Kerze 6,3W E14 RGBW

Der deutsche Hersteller Paulmann hat neben diversen herkömmlichen Leuchtmitteln und Beleuchtungssystemen auch welche für das Smart Home im Programm. Ein kleines Sortiment funkt mit Bluetooth, ein größeres mit ZigBee. Zu letzterem zählt unser Testgerät. Die LED-Kerze liegt im preislichen Mittelfeld dieses Vergleichs und bietet die gleichen Lichteigenschaften wie die meisten Testkandidaten. Bei einem maximalen Verbrauch von 6,3 Watt leuchtet die RGBW-Kerze mit bis zu 470 Lumen. Die hohe Farbtreue und der geringe Standby-Verbrauch tanzen ebenfalls nicht aus der Reihe. Dafür hat Paulmann den Korpus bis zu einem Zentimeter kürzer konstruiert. Bei sehr kleinen Leuchtengehäusen kann das einen Unterschied machen. Wo andere Lampen nicht mehr hineinpassen, ist diese vielleicht gerade kurz genug.

Genau wie das Tint-Modell ist auch das von Paulmann einwandfrei für Einsteiger geeignet. Auf Wunsch lässt es sich ebenfalls ohne ZigBee-Gateway, App und Cloud-Konto einrichten und bedienen. Darauf kann man jedenfalls verzichten, wenn man die optionale ZigBee-Fernbedienung von Paulmann für 30 Euro dazu kauft.

Die Fernbedienung erlaubt vieles, was sonst eine App regelt. Damit lässt sich die ZigBee-Lampe von Paulmann ein- und ausschalten, dimmen, färben und in der Farbtemperatur variieren. Mit einer Taste wechselt man schnell zwischen RGB- und weißem Licht. Mehrere Lampen lassen sich in einer von drei Gruppen bündeln und dann auf einmal schalten. Vorprogrammierte Szenen wie bei Tint gibt es nicht. Dafür aktiviert die Paulmann-Fernbedienung auf Tastendruck eine Farbverlaufsschleife, in der das Licht immer wieder automatisch zwischen Rot, Grün und Blau wechselt.

Für alle weiteren smarten Funktionen benötigen Nutzer der ZigBee-Lampen von Paulmann allerdings doch ein Gateway. Dann lassen sich Sprachbefehle, Zeitschaltpläne, Sensorautomationen, die Gruppensteuerung mit Komponenten anderer Marken und die Fernsteuerung außer Haus nachrüsten.

Unter eigenem Namen bietet Paulmann jedoch keine Steuerzentrale an. Stattdessen hat er sich mit den Herstellern Abus, Steinel und Schellenberg zusammengetan. Das Quartett vertreibt unter der Marke „SmartFriends“ ein ZigBee-Gateway samt App. Das ist zum Preis von 150 Euro nicht nur recht kostspielig, sondern in der Smart-Home-Welt auch kaum verbreitet.

Wer mehr Auswahlfreiheit bei kompatiblen Komponenten möchte, greift daher lieber zu einem populäreren Dritthersteller-System. Laut Paulmann verstehen sich die E14-Kerze und andere ZigBee-Leuchtmittel des Herstellers zum Beispiel mit den Schaltzentralen von Philips Hue, Mediola, Ikea sowie Amazons Echo-Lautsprechern mit eingebautem ZigBee-Hub.

Wir haben Paulmanns ZigBee-LED-Kerze mit dem Tradfri-Gateway ausprobiert. Es lässt sich auf Anhieb verbinden, manuell bedienen und in Zeitschaltpläne einbinden – so als wäre es ein Leuchtmittel von Ikea selbst.

Vorteile

  • Kompakte Bauform für kleine Leuchtengehäuse
  • Geht einfach per Fernbedienung statt Gateway und App
  • Option auf smarte Funktionen durch Integration in Dritthersteller-Systeme
  • Gutes Verhältnis von Preis und Leistung

Nachteile

  • Fernbedienung kostet extra
  • Gateway der Markenpartner ist teuer und exotisch
  • Richtig smart nur mit Fremd-App und -Gateway

Ikea Tradfri LED-Leuchtmittel E14 600 lm

Die Tradfri-Lampe von Ikea ist der exotischste Vergleichsteilnehmer. Sie ist eine Art Hybrid. Denn sie bietet die gleichen Maße und Leuchteigenschaften wie das größere Ikea-Modell aus dem Vergleich von E27-Lampen. Doch statt einer schlanken Kerzenform hat die Tradfri-Lampe einen ausladenden, kolbenförmigen Korpus. Deshalb eignet sie sich für einen Einsatz etwa in Tischleuchten mit E14-Schraubgewinde, braucht aber etwas mehr Platz unter dem Schirm als üblich. Der Mehrwert ist die höhere Maximalhelligkeit von 600 Lumen. Das entspricht einer 50 Prozent höheren Helligkeit als bei den anderen Lampen in diesem Vergleich. Mit einem CRI-Wert von 90 ist sogar die Farbtreue noch etwas höher.

Gleichzeitig gehört das Modell zu einem Preis von 20 Euro zu den günstigsten smarten Markenlampen mit RGBW-Leuchtdioden. Auch das nötige ZigBee-Gateway zum Preis von 30 Euro reißt kein Loch ins Budget. Zusätzlich in den Einkaufskorb gehört noch eine zehn Euro teure Funkfernbedienung, da jedes Leuchtmittel im Ikea-System einem Steuergerät zugeordnet sein muss.

Nicht unüblich für Ikea-Produkte ist die Inbetriebnahme im Vergleich zu anderen Anbietern einen Tick aufwendiger. Denn dafür muss man das Batteriefach der Funkfernbedienung öffnen und einen Knopf zu drücken, während man den Sender in die Nähe des Leuchtmittels hält. Nur dann lässt sich das die E14-Lampe in der Ikea-App zum System hinzufügen.

Der Handsender bietet dank fünf Tasten viele Grundfunktionen, sodass man nicht zwingend die App im Praxisbetrieb braucht. Damit lassen sich verknüpfte Leuchtmittel ein- und ausschalten und dimmen. Außerdem ermöglicht die Fernbedienung, die Farbtemperatur zu ändern und durch Vollfarben zu wechseln.

Für die App namens Ikea Home smart für Android und iOS gilt das Gleiche. Sie kann aber noch mehr. Zusätzlich bietet sie drei verschiedene Zeitschaltpläne. Damit lassen sich die Lampen morgens zu einer bestimmten Zeit starten („Sonnenaufgang“), ausschalten, wenn man außer Haus ist („Unterwegs“) und zu einer bestimmten Tageszeit für eine gemütlichere Stimmung dimmen („Hell und Dunkel“).

Vorprogrammierte Farbszenen bietet die App nicht an. Eigene Szenen mit gewünschter Helligkeit und Farbnuance kann man aber schon erstellen. Wer möchte, bindet Rollos, Steckdosen und Lautsprecher (Ikea Symfonisk als Regal- und Lampenlautsprecher) von Ikea in die Szenen ein, damit sie gemeinsam mit der programmierten Lichtstimmung starten. Alternativ zur App-Schaltfläche lässt sich eine Szene auch mit einem physischen Shortcut Button starten, der zum Preis von 6 Euro äußerst günstig ist. Wer nicht per App oder Schalter steuern möchte, verknüpft Sprachbefehle mit Alexa, Google oder Apple HomeKit.

Das ist auch die einzige Möglichkeit, das Ikea-System außerhalb des Heimnetzes aus der Ferne zu steuern. Die Steuer-App von Ikea selbst sieht nur eine lokale Steuerung vor. Ikea hält nämlich keine Cloud-Infrastruktur, mit der sich ein Fernzugriff ermöglichen ließe. Aus Sicht der Datensparsamkeit ist das natürlich ein Vorteil für die Privatsphäre.

Das ergibt eine solide Basis an Steueroptionen. Andere Hersteller bieten aber mehr Komfortfunktionen und Extras. Außerdem fällt negativ auf, dass sich nur 20 Farben bzw. Farbtemperaturen einstellen lassen, während andere Apps in der Regel die freie Wahl einer von theoretisch 16 Millionen RGB-Farben mit einem Colorpicker ermöglichen.

Vorteile

  • Sehr günstig
  • Viel heller als andere E14-Lampen
  • Gute Farbwiedergabe
  • Lokal und anonym nutzbar

Nachteile

  • Handsender für Inbetriebnahme nötig
  • Wenige Zusatzfunktionen in der App
  • Vergleichsweise kleines Lichtsortiment

Wiz Colors E14

Obwohl Wiz wie Philips Hue zum Signify-Konzern gehört, fährt die Marke keine Hochpreisstrategie. Im Gegenteil: Die RGBW-Lampe von Wiz ist der günstigste Teilnehmer unseres E14-Vergleichs. Deswegen kann das Modell aber nicht weniger. Die Helligkeit liegt auf dem gleichen Niveau, die Farbtreue angesichts von CRI 90 sogar über dem Durchschnitt. Der Standby-Verbrauch von 0,2 Watt gehört zu dem niedrigsten Werten. Damit zieht das Leuchtmittel viel weniger als das E27-Modell von Wiz. Der wichtigste Unterschied zu den anderen Vergleichslampen: Die Wiz-Kerze hat einen WLAN-Chip eingebaut. Daher braucht sie keine extra Schaltzentrale, sondern kann direkt mit dem Router funken. Das ist prima für Einsteiger, die sich so wenig Einrichtungsaufwand wie möglich machen wollen.

Um die Wiz Colors E14 in Betrieb zu nehmen, reicht es, sie in die Leuchtenfassung zu schrauben und mit der App zu verbinden. Sie ist in wenigen Sekunden zum System hinzugefügt. Erst umständlich ein persönliches Konto beim Hersteller anzulegen, ist nicht nötig. Wer die Cloud-Option überspringt, erhält lediglich eine anonyme Benutzer-ID. Sie ermöglicht einen Fernzugriff und die Kopplung mit Alexa, Google Assistant und vielen Automationsplattformen. Die Autorisierung bei den Diensten erfolgt per Code-Abfrage.

Es gibt nur wenige Gründe, warum man sich trotzdem ein Cloud-Konto zulegen sollte. Einer ist die Möglichkeit, die Konfiguration zu sichern. Bei anonymer Nutzung sind alle Einstellungen futsch, wenn man die App löscht. Auch Familienmitgliedern kann man nur über die Cloud Zugriff auf die Steuerung geben.

Sympathiepunkte kostet es Wiz, dass der Hersteller kein eigenes Benutzermanagement betreibt, sondern auf Logins von neugierigen Drittanbietern wie Facebook, Google und Yandex setzt. Dagegen super: Selbst, wenn das Internet mal ausfällt und der Kontakt zum Cloud-Konto abreißt, lässt sich das Wiz-System innerhalb des WLAN-Heimnetzes noch einwandfrei bedienen.

An den Steuerfunktionen ist nichts auszusetzen. Wiz-Leuchtmittel lässt sich in der leicht bedienbaren App für Android und iOS einzeln oder in Gruppen ein- und ausschalten sowie dimmen. Auf Wunsch bestimmen Benutzer Farbton, Farbtemperatur, Helligkeit und wie sich die Leuchten nach einem Stromausfall verhalten sollen. Vorprogrammierte Farbprofile erleichtern die Szenenerstellung. Darüber hinaus ersparen zeitgesteuerte Pläne das manuelle Schalten.

Ein nützliches Extra ist der Urlaubsmodus. Damit lassen sich alle Schaltpläne auf Knopfdruck aussetzen. Dadurch gehen die Lampen in Abwesenheit nicht sinnlos an, außerdem simulieren sie auf Wunsch die Anwesenheit von Bewohnern.

Darüber hinaus ist eine Funktion für circadiane Rhythmik integriert. Ist sie aktiviert, lassen die Lampen Bewohner morgens mit kühlem Licht besser erwachen und mit warmem Licht abends leichter entspannen. Anders als bei Philips Hue ist keine Zusatzsoftware nötig. Weitere Bedienoptionen sind eine Fernbedienung und ein Bewegungssensor aus dem Wiz-System. Dadurch lässt sich das System sehr flexibel steuern. Einzige kleiner Schatten im ansonsten schönen Bild: Wir vermissen einen Ausschalt-Countdown.

Vorteile

  • Äußerst günstige Markenlampe
  • Wegen WLAN keine Bridge nötig
  • Hohe Farbtreue
  • Geringer Standby-Verbrauch
  • in viele Systeme integriert

Nachteile

  • Cloud-Konto nur über Drittanbieter mit teilweise geringem Privatsphäre-Schutz

Fazit

Der Vergleich zeigt, dass auch bei smarten RGB-Lampen mit E14-Fassung Philips Hue längst nicht mehr qualitativ alternativlos ist. Die Auswahl an Modellen anderer Hersteller ist zwar nicht so groß wie bei den gebräuchlicheren E27-Lampen, aber auch bei den kleineren Modellen gibt es genügend gute Optionen.

Für Einsteiger sind die RGB-Kerzen von Tint und Paulmann zu empfehlen. Sie lassen sich besonders einfacher einrichten, weil sie nur mit einer Fernbedienung zu koppeln sind. Wer Lust auf mehr bekommt, kann sie aber für zusätzliche smarte Funktionen immer noch mit einem ZigBee-Gateway und einer App von Drittherstellern verbinden. Alternativ eigenen sie sich auch als günstige Ergänzung zum Hue-System. Wegen des gleichen Funkstandards sind sie mit der Steuerzentrale von Philips kompatibel. Dadurch lassen sie sich mit fast allen der umfangreichen Funktionen des Marktführers bedienen.

Als Schnäppchen-Ergänzung fürs Hue-System kommt auch die E14-Lampe von Ikea infrage. Dank eines eigenen Gateways kann man aber auch innerhalb des Tradfri-Systems bleiben und ganz unabhängig von Hue eine smarte Lichtinstallation aufbauen. Das Tradfri-Leuchtmittel bietet den weiteren Vorteil, dass es heller leuchtet als die schmaleren E14-Kerzen im Vergleich.

Wiz ist der einzige Anbieter, der für die uneingeschränkte, smarte App-Steuerung keine Schaltzentrale voraussetzt, weil die farbfähige LED-Kerze mit WLAN funkt. Die Steuer-App kann sehr viel und ist sogar anonym ohne Cloud verwendbar. Und das alles zum günstigsten Preis dieses Vergleichs. Ein echter Kauftipp

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