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Hochdruckreiniger
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TechStage hat drei Hochdruckreiniger von Greenworks, Scheppach und Kärcher getestet und verglichen. Wir zeigen, wie sich günstige, mobile und Markengeräte in der Praxis unterscheiden.

Beim Kauf eines Hochdruckreinigers stellt sich die Frage, was man eigentlich benötigt und wie viel Geld man investieren sollte. Preise, Leistung und Ausstattung der Geräte sind sehr unterschiedlich und so haben wir getestet, wie sich die Modelle Greenworks GDC40, Scheppach HCE1450 und Kärcher K5 unterscheiden.

Der TÜV Süd beispielsweise empfiehlt für Hochdruckreiniger in Privathaushalten einen Mindestdruck von 100 bar und eine Wasserabgabemenge ab 360 Liter pro Stunde (6 Liter pro Minute). Geräte mit 150 bar sollten demnach mindestens 420 Liter pro Stunde verbrauchen.

Dieser Vergleichstest findet im Rahmen unserer Themenwelt DIY statt. Hier finden sich beispielsweise Ratgeber zu Themen wie Powerstations, Farbsprühsysteme oder Tools für die Werkstatt. Auch Kaufberatungen zu Sägen, Schleifgeräten oder Multitools sind in dieser Kategorie untergebracht.

In diesem Vergleich stellen wir uns die Frage, wie groß die Unterschiede von verschieden teuren Hochdruckreinigern im Alltagsgebrauch ausfallen.

Das mittelpreisige Gerät, der Greenworks GDC40, ist ein Exot unter den Hochdruckreinigern. Es funktioniert fernab von Wasseranschluss und Steckdose. Akku und Ladegerät müssen hier einzeln bestellt und ausgepackt werden. Für den Aufbau wird lediglich der Wassertank anhand eines Schnellverschlusses auf die Grundeinheit aufgesetzt und die Hochdrucklanze mit dem Schlauch verbunden. Vor dem Test muss der Akku geladen und der Wassertank befüllt werden. Der Preis für das Test-Bundle beträgt knapp 300 Euro.

Das mit Abstand günstigste Modell unserer Testgeräte ist der Scheppach HCE1450 für gerade einmal 50 Euro. Dieser Hochdruckreiniger wird in dieser Form so nur von verschiedenen Discountern vertrieben. Der kompakte blaue Hochdruckreiniger kommt zusammen mit einem Flächenreiniger. Vor der Inbetriebnahme müssen zunächst der Griff (mit 2 Schrauben) und eine Kupplung für den Wasserschlauch angeschraubt werden. Nun folgt die Montage von Hochdruckschlauch und der Hochdrucklanze. Nach dem Anschluss an Strom- und Wassernetz, ist das Gerät einsatzbereit.

Das Markengerät unseres Vergleichs ist ein Standard Kärcher K5 inklusive des optional erhältlichen Flächenreinigers (Terrassenreinigers) T350. Das Set ist so für etwa 350 Euro erhältlich. Der Kärcher kommt ebenfalls nur vormontiert beim Kunden an. Hier müssen zunächst die beiden Reifen montiert und insgesamt vier Anbauteile angesteckt und teilweise festgeschraubt werden. Anschließend folgen die Montage der Wasserschlauchkupplung, des Hochdruckschlauchs und der Lanze. Der Zusammenbau ist überraschenderweise aufwendiger als bei den anderen beiden Geräten. Nach dem Anschluss an Strom- und Wassernetz, ist auch der Kärcher einsatzbereit.

HerstellerGreenworksScheppachKärcher
ModellGDC40HCE1450K5 Standard
maximaler Druck70 bar110 bar145 bar
Wassermenge300 l/h450 l/h500 l/h
Schlauchlänge6 m10 m8 m
Gewicht8 kg7 kg14 kg

Der Greenworks GDC40 kommt lediglich mit einer Standard-Sprühlanze und Reinigungsmittelaufsatz zum Kunden. Im Test verwenden wir das Bundle mit Ladegerät und Akku; das Gerät ist allerdings auch einzeln erhältlich. Ein Dreckfräser oder Flächenreiniger gehören nicht zum Lieferumfang.

Beim günstigen Scheppach HCE1450 vom Discounter ist neben der klassischen Hochdrucklanze noch ein Terrassenreiniger mit zwei rotierenden Düsen beigepackt. Außerdem gehört eine zweite Standarddüse inklusive Reinigungsmitteltank zum Lieferumfang.

Der Kärcher K5 wird mit Standard-Lanze und zusätzlichem Dreckfräser ausgeliefert. Im Gegensatz zu den anderen Geräten ist hier eine wassergekühlter Motor an Bord, was längeres Arbeiten (über einer Stunde) ermöglicht. Auch ein spezielles Hochdruckreinigungsmittel gehört zum Lieferumfang. Dieses wird anders als bei günstigen Geräten nicht erst in der Lanze beigemischt, sondern kommt in eine Halterung direkte am Hochdruckreiniger. Das zusätzliche Gewicht der Reinigungsflüssigkeit muss also nicht vom Nutzer gehalten werden. Bei großflächigen Arbeiten ist dieses geringere Gewicht von Vorteil. Zusätzlich haben wir uns den optionalen Terrassenreiniger T350 bestellt. Für die im Aufsatz rotierenden Wasserdüsen liegen insgesamt drei verschiedene Düsendurchmesser für unterschiedliche Wassermengen bei. Wir haben im Test die aufgeschraubten Standarddüsen verwendet.

Zunächst probieren wir den mobilen Greenworks GDC40 aus. Dieser Akku-Hochdruckreiniger ist mit 70 bar das schwächste der drei Geräte, insofern sind unsere Erwartungen gedämpft. Akustisch ist die Version zunächst nicht von anderen Modellen zu unterscheiden; direkt nach dem Einschalten am Hauptschalter ertönt das klassische Brummen eines Hochdruckreinigers. Das Geräusch stoppt nach einigen Sekunden, dann ist der Druck aufgebaut und wir können loslegen. Sobald wir den Auslöser betätigen, setzt sich auch die Pumpe wieder in Gang und das Wasser schießt aus der Lanze.

Die Kraft der 70 bar ist dabei nicht zu unterschätzen. Die Steinplatten in Einfahrt und Terrasse lassen sich auch damit reinigen. Allerdings muss der Abstand zwischen Wasserdüse und Boden verhältnismäßig klein sein. Bis auf etwa 5 bis 8 cm müssen wir heran, bevor sich das dunkle, dreckige Grau wieder in eine saubere und helle Oberfläche verwandelt. Mit dem angetrockneten Dreck auf dem Fahrrad und Rasenmäher hat der GDC40 keine Probleme. Lediglich an schwer verschmutzten Stellen müssen wir den Arbeitsvorgang mehrmals wiederholen. Da es keine Möglichkeit gibt zusätzliches Reinigungsmittel zu verwenden, bleibt hier auch keine andere Möglichkeit.

Mit knapp 6 Metern Länge ist der Schlauch zwischen Hochdruckreiniger und Lanze gerade so ausreichend. Das Umsetzen mithilfe des großen Tragegriffs ist zwar problemlos möglich, allerdings nervt es, da wir bei der Reinigung einer größeren Fläche immer wieder pausieren müssen. Der Wassertank mit seinen 20 Litern ist nach etwa 10 Minuten geleert und muss nachgefüllt werden – theoretisch ist auch der Anschluss ans Wassernetz möglich. Etwa einen halben Tank später, nach gut 15 Minuten, geht dann auch der Akku (Kapazität: 2,5 A) zuneige. Eine Möglichkeit den Hochdruckreiniger direkt an die Steckdose anzuschließen, besteht leider nicht und so muss zunächst der Akku geladen werden, was gut eine Stunde lang dauert.

Der Scheppach HCE1450 muss als Nächstes zeigen, was er kann. Nach dem Einschalten baut dieses Gerät ein paar Sekunden lang Druck auf, bevor wir loslegen können. Die Lautstärke ist mit dem GDC40 vergleichbar. Als Erstes kommt der Standardaufsatz zum Zuge. Die vom Hersteller angegebenen maximal 110 bar sind spürbar stärker als das, was der GDC40 zu bieten hat. Der Dreck auf den Terrassenplatten löst sich bereits aus einer Entfernung von gut 10 cm und so schaffen wir ein deutlich höheres Arbeitstempo als mit dem Akku-Reiniger. Die Terrassenumrandung befreien wir ebenfalls von Dreck und Moos. Hier fällt auf, dass wir bei diesem Druck aufpassen müssen, damit wir die rissige Mauer nicht beschädigen und die Farbe abspülen. Gleiches gilt beispielsweise für Holzmöbel. Wer diese mit über 100 bar reinigt, muss genügend Abstand einhalten, um die Oberfläche und Lackierung nicht zu beschädigenden. Mit angetrockneten Schlammresten auf dem Fahrrad hat der HCE1450 keine Probleme und löst diese in nur einem Arbeitsgang. Mit den Teerresten tut sich aber auch dieses Modell schwer. Selbst dann, wenn wir den Abstand zwischen Objekt und Düse verringern. Da helfen auch der Reinigungsmittelaufsatz mit speziellem Hochdruckreiniger und der mit knapp 10 Metern großzügige Arbeitsbereich nicht weiter.

Auf zum Test des Terrassenreinigeraufsatzes, der dem Lieferumfang beiliegt. Der große Vorteil dieser Aufsätze ist eine verhältnismäßig große Reinigungsfläche und die Tatsache, dass Wasser und Dreck nicht unkontrolliert durch die Gegend spritzen. Das Ergebnis ist allerdings nur befriedigend. Zwar spült der Flächenreiniger ebenfalls jede Menge Dreck vom Boden, das Endergebnis kommt nicht an den Standardaufsatz heran. Selbst nach mehrmaligem Bearbeiten einer Stelle bekommen wir ein insgesamt schlechteres Ergebnis als mit der Sprühlanze. Bei schweren Verschmutzungen kann der Flächenreiniger des Scheppach-Hochdruckreinigers nicht überzeugen. Mit dem Standardaufsatz sind wir aber zufrieden, auch wenn die Reinigung großer Flächen damit deutlich länger dauert als mit dem Flächenreiniger. Nach etwa 60 Minuten, sollte dem Gerät eine Pause gegönnt werden, um den Motor der Pumpe nicht zu überhitzen. Für kleine Terrassen, den eigenen Parkplatz oder die Reinigung von Fahrrädern ist das locker ausreichend.

Als Letztes kommt der teure K5 von Kärcher zum Einsatz. Und das liegt nicht daran, dass wir uns das Markengerät bis zum Schluss aufgehoben haben. Der erste K5 kam schlicht defekt bei uns an. Das Gerät hat nach dem Zusammenbau und den Anschluss ans Stromnetz keinen Mucks von sich gegeben. Immerhin hat der Austausch problemlos innerhalb weniger Tage funktioniert.

Der Kärcher baut zunächst lautstark Druck auf, bevor er einsatzbereit ist. Anders als bei den anderen beiden Geräten kann beim Kärcher der Druck direkt an der Lanze reguliert werden. Da wir zunächst Steinplatten bearbeiten, nutzen wir den maximalen Druck von 145 bar; die haben es in sich. Das Reinigungsergebnis ist zwar mit den anderen Geräten vergleichbar, allerdings ist ein deutlich höherer Abstand zwischen Lanze und Boden möglich. Mehr Abstand bedeutet gleichzeitig einen breiteren Wasserstrahl und somit eine größere Fläche. Das Arbeiten mit dem K5 geht in der Praxis so mehr als doppelt so schnell wie mit dem Scheppach oder Greenworks Hochdruckreiniger. Bei empfindlichen Oberflächen (Lack, Holz oder rissiges Mauerwerk) muss man beim K5 allerdings aufpassen. Wer hier mit der maximalen Kraft und zu wenig Abstand arbeitet, riskiert Beschädigungen. Bei der Reinigung von Pkw empfehlen die Hersteller beispielsweise knapp 80 bar. Um diese zu erreichen, muss der Druck an der Düse reduziert werden und genügend Abstand eingehalten werden.

Der optional nutzbare Dreckfräser konzentriert den Wasserstrahl auf einen kleinen sich rotierenden Punkt und hat so noch mehr Kraft als der Standardaufsatz. Allerdings ist er für besonders hartnäckige Verschmutzungen gedacht und weniger für große Flächen. Hier ist der Terrassenreiniger T350 deutlich besser geeignet.

In der Praxis fallen bei der Nutzung des Flächenreinigers zwei Dinge auf. Zum einen ist die Reinigung mit dem Aufsatz um Welten besser als beim Modell von Scheppach, zum anderen dämpft der Aufsatz den Lärm spürbar. Der T350 lässt sich bequem wie ein Besen hin und her bewegen und arbeitet dabei sehr gründlich. Um die Steinplatten sauber zu bekommen ist tatsächlich nur ein einzelner Arbeitsgang notwendig. Die Schlauchlänge von 8 Metern ist aus unserer Sicht in Ordnung, aber nicht übermäßig großzügig.

Wie sehr sich die Leistung von Markengerät und Discount-Hochdruckreiniger unterscheiden zeigt folgendes Foto. Hier wurden die Fliesen zunächst mit dem Flächenreiniger des Scheppach HCE1450 gereinigt (mehrfach!) und anschließend wurde einmal mit dem K5-Flächenreiniger nachgearbeitet.

Der Scheppach HCE1450 ist so nur beim Discounter verfügbar. Im Preisvergleich haben wir deshalb den stärkeren Scheppach HCE2400 mit bis zu 180 bar verlinkt. Dieser kostet rund 30 Euro mehr als das billige Einsteigergerät.

Alternativ zeigen wir die beliebtesten und die günstigsten Hochdruckreiniger ab 100 bar.

Insgesamt sind wir mit der Leistung aller Geräte zufrieden. In Sachen Aufbau, Lautstärke und Handling unterscheiden sich die drei Modelle kaum. Die Unterschiede liegen im Detail.

Selbst die 70 bar des mobilen Greenworks GDC40 reichen aus, um Dreck und Moos von Fliesen, Steinplatten oder Gartenwerkzeug zu entfernen. Im Zweifel sind hier allerdings mehrere Arbeitsgänge notwendig. Für extremere Verschmutzungen ist die Leistung hingegen zu gering. Außerdem muss man für die volle Leistung extrem nah an das Objekt heran, was gleichzeitig eine kleinere Arbeitsfläche bedeutet. Für große Flächen wird also viel Zeit benötigt, was bei einer Akkulaufzeit von nur knapp 15 Minuten problematisch ist. Aus unserer Sicht sind Akku-Hochdruckreiniger deshalb nur für spezielle Anwendungsfälle geeignet. Neben dem Bereich Camping ist das Gerät beispielsweise auch für Bewohner einer Wohnung ohne Wasseranschluss im Freien praktisch. Wer seinen Balkon oder das Fahrrad nach der Radtour eben mal von Dreck befreien will, ist mit dem GDC40 gut aufgestellt. Für Hausbesitzer sind Hochdruckreiniger mit Netzanschluss aber deutlich besser geeignet.

Der Scheppach HCE1450 schlägt sich im Vergleich erstaunlich ordentlich; zumindest mit dem Standardaufsatz und im Hinblick darauf, dass er nur ein Sechstel der anderen Modelle kostet. Der Wasserdruck reicht zwar aus, um auch hartnäckigen Dreck wegzubekommen, dazu muss der Abstand zwischen Düse und Objekt allerdings verhältnismäßig gering sein. Bei leichten Verschmutzungen trifft das nicht zu, hier ist man mit dem Scheppach ähnlich schnell wie mit dem stärkeren Markengerät. Der Scheppach-Flächenreiniger für die Terrasse ist wegen der geringen Leistung jedoch nur bei leichten Verschmutzungen zu gebrauchen. Wer nur hin und wieder eine kleine Fläche oder einzelne Gegenstände reinigen muss, der kommt selbst mit diesem Low-Budget-Modell gut zurecht. Für große Flächen und den regelmäßigen Einsatz sind die Leistung und die maximale Einsatzdauer, bevor der Motor abkühlen muss, zu gering. Hier empfehlen wir mindestens ein stärkeres Gerät des Herstellers, hier ist zumindest der Wasserdruck höher, was eine größere Flächenleistung bedeutet.

Wer seinen Hochdruckreiniger oft einsetzen und dabei auch größere Flächen bearbeiten will, der sollte aus unserer Sicht tiefer in die Tasche greifen und einen Reiniger mit höherem Druck und wassergekühltem Motor kaufen. Zwar mussten wir unser erstes Gerät von Kärcher umtauschen, die hervorragende Leistung des K5 hat uns dann allerdings überzeugt. Insbesondere bei großen Flächen und extremen Verschmutzungen ist man mit dem starken Kärcher besser beraten. Besonders beeindruckt hat uns die gute Reinigungsleistung des T350-Terrassenreinigers. Dieser ermöglicht eine gründliche Reinigung großer Flächen in kürzester Zeit. Den Dreckfräser haben wir nur testweise benutzt, da uns bereits die Leistung der Sprühlanze ausgereicht hat. Auf die Zugabe von Reinigungsmittel konnten wir beim K5 verzichten, da der Wasserdruck alleine für unsere Anwendungen völlig ausgereicht hat. Wem der K5 zu teuer ist, der sollte sich alternativ den etwas günstigeren K4 ansehen. Dieser hat zwar knapp 10 bar weniger Druck, allerdings verfügt auch dieses Gerät bereits über einen wassergekühlten Motor für mehrstündige Einsätze.

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