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Vergleichstest: die besten 360-Grad- und VR-Kameras

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360-Grad-Aufnahmen sind beeindruckend und kinderleicht zu erstellen – die richtige Kamera vorausgesetzt. Die Preise der sogenannten VR-Kameras sind inzwischen auf einem Consumer-freundlichen Niveau angekommen. Wir helfen bei der Wahl der passenden Kamera und verraten wo die Unterschiede liegen und ob sich der Kauf lohnt.

Die Kosten für 360-Grad-Kameras sind in den letzten Jahren immer weiter gesunken. Vor etwa zwei Jahren gab es noch kein Modell für unter 400 Euro. Inzwischen sind sehr günstige Modelle aus China für deutlich unter 100 Euro erhältlich.

Der Preisbereich der von uns getesteten Modelle bewegt sich zwischen 147 und 469 Euro. Hintergrund ist, dass die besonders günstigen Kameras eine schlechte Auflösung haben und wir einen vernünftigen Support bevorzugen. Unser Testfeld ist deshalb, bis auf die Xiaomi Mijia 360, bei deutschen Händlern erhältlich.

KameraInsta360 nanoKodak PixPro SP360 4KLG 360 CamMagicsee P3 360Nikon KeyMission 360Ricoh Theta SSamsung Gear 360 (2017)Xiaomi Mijia 360360fly 4K
Auflösung3040 × 15202880 × 28802560 × 12803040 × 15203840 × 21601920 × 10804096 × 20483456 × 17282880 × 2880
Aufgenommener Bereich in Grad360 × 360360 × 235360 × 360360 × 360360 × 360360 × 360360 × 360360 × 360360 × 240
interner Speicher--4 GByte--8 GByte--64 GByte
externer Speichermicro SDmicro SDmicro SDmicro SDmicro SD-micro SDmicro SD-
Akku800 mAh1250 mAh1200 mAh1500 mAh1050 mAh1200 mAh1160 mAh1600 mAh1780 mAh
Akku austauschbarneinjaneinjajaneinneinneinnein
WasserdichtneinSpritzwasserschutzneinneinja, eingeschränktneinneinja bis 3mja bis 9m
Software füriOSAndroid, iOS, Mac, WinAndroid, iOS, Mac, WinAndroid, iOSAndroid, iOSAndroid, iOSAndroid, iOSAndroid, iOSAndroid, iOS
Upload ohne Bearbeitung möglichja – Livestreams möglichja (bei Verwendung nur einer Kamera)janeinjaja – Livestreams möglichja – Livestreams möglichjaja – Livestreams möglich

Die Unterschiede in der Videoqualität sind erheblich. Die getestete Kamera mit der niedrigsten Auflösung ist die bereits seit Ende 2015 erhältliche Ricoh Theta S mit nur 1920 × 1080 Bildpunkten. Billige China-Kameras haben meist auch nur Full-HD-Auflösung.

Die Modelle mit der höchsten Auflösung sind die ebenfalls seit 2015 erhältliche Kodak PixPro SP360 4K und die 2016 veröffentlichte 360fly 4K mit satten 2880 × 2880 Bildpunkten. Neu in dieser Übersicht ist die Nikon KeyMission 360 mit ebenfalls 4K-Auflösung und wasserdichtem Gehäuse.

Für das Abspielen am Smartphone, die Verwendung in einer VR-Brille oder das Posten auf sozialen Netzwerken reicht auch eine niedrigere Auflösung. Sollen die Ergebnisse aber an größeren Bildschirmen oder TV-Geräten wiedergegeben werden, muss die Auflösung möglichst hoch sein.

Da wir bei einer 360-Grad-Aufnahme immer nur einen kleinen Bildausschnitt sehen, ist die Auflösung ein entscheidendes Kriterium. Während für normale Videos eine Full-HD-Auflösung absolut ausreicht, darf es für Rundum-Aufnahmen gerne etwas mehr sein. Um an die Qualität einer klassischen Videoaufnahme heranzukommen, bräuchten die Rundum-Videos weit mehr als die aktuell möglichen 4K. So sind auch die getesteten Kameras mit der höchsten Auflösung nur ein Kompromiss aus VR-Funktion und Bildqualität.

Bis auf die Kodak PixPro SP360 4K und die 360fly 4K setzen alle getesteten Modelle auf zwei Einzellinsen. Das hat zwar den Effekt, dass die Kamera zwei Einzelbilder zusammenrechnen muss, ergibt aber eine komplette 360 × 360 Grad Abdeckung. Bei der Kodak liegt der aufgenommene Bereich bei nur 360 × 235 Grad. Bei der 360fly sind es 360 × 240 Grad.

Wer eine sehr hohe Auflösung haben will und die volle Rundumsicht haben möchte, der kann auch zwei PixPro SP 360 4K synchron einsetzen. Die beiden Einzelvideos muss der Anwender allerdings im Nachhinein per Software bearbeiten. Das Zusammenfügen der Einzelaufnahmen klappt bei allen getesteten Modellen erfreulich gut. Lediglich die LG 360 Cam und die Xiaomi Mijia 360 zeigen leichte Schwächen im Nahbereich.

Auch die Fotoqualität ist nicht mit der einer herkömmlichen Kamera vergleichbar. Der Betrachter sieht schließlich immer nur einen Bildausschnitt und dementsprechend nie die volle Auflösung. Für die Darstellung in einer VR-Brille reicht die gebotene Qualität aus. Um großflächige Panoramas auszudrucken, eignen sich hochauflösende Fotos die zusammengesetzt werden besser. Reizvoll sind die Ergebnisse auf jeden Fall: egal ob als Little-Planet oder durch die Benutzung einer VR-Brille für das Smartphone.

Die meisten getesteten Kameras beziehen Ihren Strom aus einem fest verbauten Akku. Ist die Kamera leer, muss man sie erstmal nachladen. Für einen längeren Dreh ist das extrem unpraktisch. Nur die Modelle Magicsee P3 360, Kodak SP360 4K und Nikon KeyMission 360 haben einen austauschbaren Energieträger. Je nach Anwendungszwecks kann dieser Punkt kaufentscheidend sein. Die Akkulaufzeit in unseren Tests lag bei unter einer Stunde beim Modell von Kodak und reichte bis etwa eineinhalb Stunden bei der LG 360 Cam.

Um die Fotos und Videos zu speichern setzen, bis auf 360fly und Ricoh, alle Hersteller auf microSDXC-Speicher. Das Modell von LG hat zwar einen internen Speicher – dieser dient allerdings nur als Pufferspeicher.

In der Praxis ist eine eigene Speicherkarte auf jeden Fall sinnvoller, als interner Speicher. Die Übertragung per WLAN dauert einfach länger als mit einem Kartenleser. Gerade bei der Ricoh Theta S dauert der Transfer der Daten auf das Smartphone unangenehm lang. Wer die Daten im Nachhinein am Computer bearbeiten will, sollte auf jeden Fall auf dieses Kriterium achten.

Die Grundfunktionen der Kameras ist im Großen und Ganzen recht ähnlich: Videos, Fotos und Zeitrafferaufnahmen. Einige der Kameras haben aber noch mehr zu bieten. Die Kodak SP360 4K beispielsweise eignet sich auch als Webcam oder Überwachungskamera. Die Xiaomi Mijia 360 und die Nikon Keymission360 sind die einzigen getesteten Modelle, die auch ohne Gehäuse wasserdicht sind. Bei der Nikon sind dann aber keine vollen 360 Grad möglich – das liegt an den verwendeten Unterwasser-Schutzlinsen. Bis auf für die Insta 360 nano gibt es aber auch für alle anderen Modelle Unterwassergehäuse. Bei der Magicsee P3 360 gehört dieses Case sogar zum sehr umfangreichen Lieferumfang dazu.

Ein Stand-Alone-Betrieb ohne Smartphone ist zwar bei allen Kameras möglich, die Insta360 verzichtet allerdings als einziges Modell auf ein Stativgewinde. Um sie auf einem Stativ zu befestigen, ist erst eine zusätzliche Halterung notwendig.

Die Insta360 nano und die Samsung Gear360 haben außerdem eine integrierte Bildstabilisierung, weshalb das Videomaterial bedeutend ruhiger ist als bei der Konkurrenz. Die Stabilisierung erfolgt allerdings per Software, so dass die Videoqualität dadurch etwas leidet.

Bis auf die Insta360 nano sind alle Kameras mit Android und iOS kompatibel. Der Hersteller Insta360 hat allerdings zwei fast identische Kameras im Angebot. Eine nur für Android und die von uns getestete nano für iOS. Selbst die aktuelle Samsung Gear360 ist, anders als das Vorgängermodell, inzwischen mit Apple-Geräten kompatibel. Bei der Nikon hatten wir zuerst PRobleme mit der App – ein Firmwareupdate schafft an dieser Stelle Abhilfe und erspart Frust.

Für das Zusammensetzen von zwei Videos der SP360 4K zu einem echten 360 × 360 Grad Video bietet Kodak eine kostenlose Stitching-Software für MAC und Windows an. Um die Ergebnisse der Magicsee-Kamera bei Facebook und Co. einzubinden ist ebenfalls Nacharbeit am Computer notwendig. Das ist schade, denn alle anderen Modelle können mittels Smartphone problemlos ihre 360-Grad-Aufnahmen in soziale Netzwerke hochladen.

360-Grad-Aufnahmen sind spannend und bieten echte Abwechslung gegenüber herkömmlichen Fotos und Videos. Ersetzen kann die VR-Kamera die herkömmlichen Kameras aber nicht. Dafür ist die Bildqualität einfach noch zu schlecht. Wer Aufnahmen für den kommerziellen Bereich braucht, der kommt um sehr teure und umständliche Lösungen nicht herum. Ein Rig mit sechs GoPro Kameras hat eine weit bessere Auflösung – allerdings sind die Kosten enorm und auch die Nacharbeit am Computer hat es in sich.

Wer für die eigene Homepage, YouTube, Facebook oder Freunde Aufnahmen mit Rundumsicht erstellen möchte, der wird mit den aktuellen Kameras zufrieden sein.

Unsere Preis-Leistungs-Sieger sind die Kameras Insta360 nano und LG 360 Cam. Wer mehr Auflösung will, muss tiefer in die Tasche greifen und sollte sich die Xiaomi Mijia 360 und die aktuelle (2017) Samsung Gear 360 ansehen. Wer die maximale Auflösung und einen Wechselakku möchte, der sollte sich die Nikon KeyMission 360 zulegen. Wer auch unter Wasser die volle Bildqualität und volle 360 Grad möchte, kommt leider am Kauf von zwei Kodak-Kameras nicht herum.

Die Ricoh Theta S schneidet in Punkto Auflösung nicht so gut ab – dafür haben wir für keine andere Kamera so viele Drittanbieter-Apps und eine derartig große Community gefunden.

Die genauen technischen Daten und tiefergehende Produktinformationen stehen in den Einzeltests:

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