Titel-guenstige-smarte-LED-Streifen

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Entspannen, Party, Heimkino: Mit smarten LED-Strips lässt sich bei vielen Anlässen auf Knopfdruck passendes Licht für jede Stimmung erschaffen, die allein mit Decken- und Stehleuchten nicht möglich wären. Wir vergleichen fünf Modelle ab 35 Euro.

Wer sein Smart Home gezielt in indirektes Stimmungslicht tauchen möchte, stößt mit Leuchtmitteln in herkömmlicher Form schnell an Grenzen. Präziser als mit Glühbirnen oder Paneelen gelingt das mit flexiblen LED-Streifen. Sie lassen sich diskret, aber wirkungsvoll an vielen Stellen im Zuhause platzieren und dann zur rechten Zeit per Smartphone oder Schaltautomatik in passender Lichtstimmung zum Strahlen bringen.

Weder müssen es dafür die teuersten Produkte von Platzhirschen wie Philips Hue sein, noch lohnt es sich eine Ersparnis durch Selbstbaulösungen zu erkaufen. Inzwischen gibt es allerhand Fertiglösungen, die jede Menge smarte Funktionen draufhaben, mit vielen Smart-Home-Systemen harmonieren und trotzdem erschwinglich sind. Mit dem Innr Outdoor Flex Light Colour, Wiz LED-Lightstrip, Meross Smart Wi-Fi Light Strip MSL320 Pro, Cololight Strip und Nanoleaf Essentials Lightstrip vergleichen wir fünf entsprechende Modelle zu Preisen zwischen 35 und 60 Euro.

Bei der Auswahl haben wir gängige Kriterien zugrunde gelegt, die beim Kauf zu beachten sind. Das Wichtigste sind die Lichteigenschaften. Die Helligkeit reicht bei manchen Strips wirklich nur für heimeliges Dekolicht, bei anderen sogar für die Grundbeleuchtung. Im Vorteil sind LED-Streifen, die mit zusätzlichen Leuchtdioden auch kühles und warmes Weiß statt nur RGB-Farben mischen können.

Je mehr LED auf dem Streifen angeordnet sind, desto gleichmäßiger und diffuser wirkt das Licht. Falls sich die Pläne für die Lichtgestaltung mal ändern, ist es prima, wenn sich die Lichtschläuche kürzen oder verlängern lassen. Wir konzentrieren uns auf smarte LED-Streifen für drinnen. Wenn ein Modell aber zusätzlich auch beim Außeneinsatz Wind und Wetter standhält, ist das natürlich ein Pluspunkt.

Besonders viele Einsatzzwecke lassen sich mit Lightstrips abdecken, die auch Extras wie einen Farbtemperaturwechsel im Tagesverlauf oder den Abgleich mit Musik und Videos ermöglichen. Idealerweise verstehen sich die Leuchtmittel auch mit genau den Funktionen und Geräten der Smart-Home-Plattform, die bereits zu Hause im Einsatz ist. Dem Bedienkomfort kommt es ebenfalls zugute, wenn sich das smarte Licht nicht nur per Smartphone und Sprache, sondern auch per physischer Taste oder einer Fernbedienung regulieren lässt. Nicht jeder Hersteller bietet alles auf einmal, sodass man sich meist für einen bestimmten Funktionsumfang entscheiden muss.

Bei smartem Licht denken viele an die hochpreisigen ZigBee-Produkte des niederländischen Herstellers Philips Hue. Doch es gibt eine preisgünstigere Alternative aus dem gleichen Land: Innr. Dessen LED-Streifen namens Outdoor Flex Light Colour bietet sehr ansehnliche Lichteigenschaften für wenig Geld.

Die Leuchtdiodenbündel können RGB-Farben und Weiß von kühler bis warmer Farbtemperatur sehr präzise darstellen. Außerdem sorgt die hohe Anzahl von 96 LED pro Meter für eine besonders gleichmäßige und damit behagliche Ausleuchtung. Die Zwei-Meter-Variante deckt mit maximal 550 Lumen nicht mehr als dekorative Einsatzzwecke ab. Doch die doppelt so lange Variante eignet sich mit einer Spitzenhelligkeit von 1000 Lumen sogar für die Grundbeleuchtung.

Erweitern oder kürzen lässt sich Innrs LED-Streifen nicht. Denn seinen Beinamen "Outdoor" verdient sich der nach Schutzklasse IP67 wasser- und staubdichte Streifen nur, wenn seine Abdichtungen unangetastet bleiben. Einem Inneneinsatz tut die robuste Hülle keinen Abbruch. Vielmehr verstärkt der für Outdoor-Strips typische halbtransparente Mantel den angenehm diffusen Lichteindruck sogar.

Die Bedienung setzt zwingend eine Bridge als Bindeglied zum Heimnetzwerk voraus. Innr hat ein eigenes Modell samt Steuer-App am Start. Weil seit Längerem eine neue Generation geplant ist, gibt es die Original-Hardware aber nicht mehr im Handel und die Steuer-App erhält nur noch sporadisch Updates. Die vorhandene Technik funktioniert jedoch weiter.

Innrs App bietet mit Funktionen fürs manuelle Schalten, zeitgesteuerten Schaltplänen und Verbindungen zu Amazon Alexa und Google Assistant solide Hausmannskost. Ohne Cloud geht nichts, bei einem Internetausfall ist die App nicht erreichbar.

Daher reißt es keine große Lücke, dass ein Einstieg mit einer Innr-Bridge aktuell keine Option ist. Einsteiger können den Flex Light Colour trotzdem nutzen, zum Beispiel als günstige Ergänzung zum Philips-System an einer Hue-Bridge. Darüber lässt sich der Dritthersteller-Leuchtstreifen wie ein normales Hue-Leuchtmittel koppeln – und dann mit viel mehr Komfortfunktionen und Partnermarken nutzen als es Innrs Infrastruktur derzeit ermöglicht.

  • viele Lichtquellen bieten sehr gleichmäßige Ausleuchtung
  • für draußen und drinnen geeignet
  • per ZigBee-Funk sehr anschlussfreudig
  • als günstige Ergänzung zum Hue-System geeignet
  • kleinere Variante nur durchschnittlich hell
  • Hersteller-App mit Cloud-Zwang und ohne Extras

Die Marke gehört zum gleichen Konzern wie Philips Hue, greift aber weiter unten ins Preisregal. Für wenig Geld baut Wiz eine sehr leuchtstarke LED-Konfiguration. Der RGBW-Leuchtstreifen ist mit bis zu 1600 Lumen doppelt so hell wie die meisten Leuchtmittel in Glühbirnenform. Zwei Meter bilden ab Werk eine gute Grundlage. Mit bis zu acht Zubehörstreifen wächst der Lichtschlauch auf bis zu zehn Meter Länge. Die Schere lässt sich alle 12,5 Zentimeter ansetzen.

Ein Gateway braucht der LED-Streifen nicht. Schalten lässt er sich per Taste am Netzkabel, mit der optionalen Bluetooth-Fernbedienung WizMote oder anhand der mobilen Hersteller-App im WLAN-Heimnetz.

Wer zur App greift, findet erwartungsgemäß die meisten Funktionen. Auf Wunsch bestimmen Benutzer Farbton, Farbtemperatur, Helligkeit und wie sich die Leuchten nach einem Stromausfall verhalten sollen. Vorprogrammierte Farbprofile erleichtern die Szenenerstellung. Darüber hinaus ersparen zeitgesteuerte Pläne das manuelle Schalten. Nur ein Ausschalt-Countdown fehlt.

Dafür bietet die Wiz-App aber nicht selbstverständliche Extras. Mit der Funktion namens circadiane Rhythmik wechselt auf Wunsch die Farbtemperatur automatisch im Tagesverlauf von Kühl nach Warm. Und ein Urlaubsmodus setzt auf Knopfdruck alle Schaltautomatiken aus, damit das Licht nicht sinnlos angeht, wenn niemand da ist.

Innerhalb des WLAN-Heimnetzes lässt sich der Wiz-Streifen auch dann bedienen, wenn das Internet ausfällt. Ein Cloud-Account ist optional. Wer auf Back-ups und einen Familienzugriff verzichtet, kann die App anonym benutzen. Für das Zusammenspiel mit den zahlreich kompatiblen Smart-Home-Plattformen generiert sie ein Nummernkonto. Daher verbreitet die Wiz-Software auch dann keine persönlichen Daten, wenn man den Lichtstreifen mit Amazon Alexa, Conrad Connect, Google Assistant, IFTTT, Magenta SmartHome oder Samsung SmartThings verknüpft.

  • sehr heller LED-Streifen
  • kein Gateway nötig
  • Farbtemperaturwechsel im Tagesverlauf
  • in viele große Smart-Home-Systeme integriert
  • anonyme Nutzung möglich
  • bleibt bei Internetausfall bedienbar
  • kein Ausschalt-Countdown

Der chinesische Hersteller Meross baut sein Smart-Home-Sortiment Stück für Stück um Leuchtmittel aus. Der WLAN-Leuchtstreifen mit dem Modellnamen MSL320 Pro bietet RGB-Farben sowie kühles und warmes Weiß. In der Spitze beträgt die Helligkeit respektable 1100 Lumen pro Meter. Meross konfektioniert den LED-Streifen als Fünf-Meter-Variante. Er lässt sich kürzen, aber Erweiterungen gibt es nicht.

Das Stromkabel fällt mit 1,6 Metern vergleichsweise kurz aus. Dafür hängt auch ein physischer Taster dran, mit dem sich das Licht ein- und ausschalten lässt. Wer mehr Funktionen möchte, bindet den LED-Streifen per WLAN ins Heimnetz ein und bedient ihn mit der nicht vollständig eingedeutschten Smartphone-App für Android und iOS. Darüber lässt er sich starten und stoppen, dimmen, tönen und in der Farbtemperatur anpassen. Vorgefertigte Szenen etwa für "Reading", "Night" oder "Party" bieten vorgefertigte Kombinationen von Helligkeit und Farbton. Alternativ lassen sich eigenhändig Szenen für den Lightstrip und anderen schaltbare Geräte von Meross erstellen. Zeitschaltpläne und ein Ausschalt-Countdown runden den Funktionsumfang der App ab.

Wer den LED-Strip zusammen mit Geräten anderer Hersteller dirigieren möchte, koppelt ihn mit Amazon Alexa, Apple HomeKit, Google Assistant oder Samsung SmartThings. Für ein preisgünstiges Produkt ist der Meross-Leuchtstreifen somit sehr anschlussfreudig. Nicht nur für den Kontakt zu den Vernetzungsplattformen braucht das smarte Leuchtmittel eine dauerhafte Verbindung zur Hersteller-Cloud von Meross. Fällt das Internet aus, ist keine Offline-Bedienung per App möglich.

  • sehr günstig und preiswert
  • hohe Spitzenhelligkeit
  • kein Gateway nötig
  • Schalter am Netzkabel
  • solide Lichtsteuerfunktionen
  • unterstützt die wichtigen großen Plattformen
  • keine Verlängerung vorgesehen
  • Cloud-Zwang
  • keine Offline-Steuerung

Der chinesische Hersteller Lifesmart fällt bei smarten Deko-Leuchten durch Spezialfunktionen auf. Der zwei Meter lange RGBW-Strip seiner Marke Cololight färbt die Leuchtdioden nicht nur als Ganzes, sondern auch einzeln. Das ermöglicht sehr ansehnliche Lauflichter und Wellenbewegungen ganz ohne Basteln und Löten. Die Fertiglösung gibt es mit 60 LED pro Meter und 800 Lumen oder 30 LED pro Meter und 600 Lumen. Das ist durchschnittlich hell.

Zur Lichtshow beim Gaming oder Picknick bezieht der Strip dank USB-A Strom von PC oder Powerbank. Für die Wandsteckdose steuert man selbst ein Netzteil bei. Das Stromkabel ist mit 1,4 Metern relativ kurz. Stationär installiert, lässt sich die dunklere Variante des zwei Meter langen Basisstreifens auf bis zu acht Meter, die hellere Variante auf maximal sechs Meter verlängern. Kürzbar ist der Lightstrip nach jeder Diode. Nur draußen ist das keine Option, wenn er gemäß IP65 abgedichtet bleiben soll.

Wer den Strip nicht nur per Taste am Netzkabel schalten möchte, koppelt ihn per App für Android und iOS ohne Hub mit dem WLAN-Heimnetz. Darüber lassen sich die dynamischen Szenen den eigenen Vorstellungen anpassen. Das ist besonders empfehlenswert, wenn Betrachtern das voreingestellte Tempo des Farbwechsels zu hoch ist. Welche LED wie aufleuchtet, entscheidet aber die Software. Einzel darauf zugreifen, lässt sich nicht.

Die App beherrscht das Ein- und Ausschalten, Dimmen, Tönen in Vollfarben oder Farbverläufen sowie eine Gruppensteuerung und Zeitschaltpläne. Außerdem verwendet sie auf Wunsch das Smartphone-Mikrofon und lässt das Licht im Takt von Musik pulsen.

Ein Cloud-Konto und eine Internetverbindung sind nicht grundsätzlich nötig, nur Zeitschaltpläne und Sprachbefehle erfordern Webzugriff. Cololight lässt sich über Amazon Alexa, Google Assistant und Apple HomeKit ansprechen oder mit anderen Geräten gemeinsam steuern. Gamer freut, dass der Strip auch das Elgato Stream Deck unterstützt.

  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • jede LED ansteuerbar
  • geht drinnen und draußen
  • unterstützt alle großen Smart-Home-Plattformen
  • offline-Bedienung ohne Cloud möglich
  • nur durchschnittlich hell
  • kein Netzadapter für USB-Kabel im Lieferumfang

Wer mit LED-Streifen einen Teil der Grundbeleuchtung abdecken will, zieht Nanoleafs Modell in Erwägung. Auf maximal helles Weiß gedreht, erstrahlt der Essentials Lightstrip mit 2200 Lumen. Neben kühlem und warmem Weiß deckt die LED-Konfiguration zudem das RGB-Farbspektrum ab. Den Basisstreifen konfektioniert Nanoleaf in zwei Metern Länge. Er lässt sich alle 33 Zentimeter kürzen, oder mit Ein-Meter-Stücken auf bis zu zehn Meter erweitern.

Selbst ganz ohne App lässt sich der Nanoleaf-Strip vernünftig über die Steuereinheit am Netzkabel bedienen. Ein und aus, Dimmen und der Wechsel zwischen voreingestellten Szenen ist damit möglich. Wer das Gleiche über die Smartphone-App erledigen möchte, braucht lediglich eine lokale Bluetooth-Verbindung.

Viele weitergehende Funktionen wie Zeitschaltpläne, ein Bildabgleich mit dem Computermonitor und die Fernsteuerung außerhalb des Zuhauses erfordern aber entweder eine Cloud-Verbindung zu Google Home oder den Einsatz einer HomeKit-Schaltzentrale von Apple, die den Strip per WLAN oder Thread ins Heimnetz einbindet. Mittels HomeKit lässt sich dann auch die Fernbedienung namens Nanoleaf Remote mit dem Essentials Lightstrip verbinden. Seltsamerweise geht das nicht ohne diesen Brückenschlag.

Und in noch einer Hinsicht setzt der Hersteller auf Apples Ökosystem. Ein automatischer Farbtemperaturwechsel im Tagesverlauf lässt sich wahlweise in Apple Home ("Adaptive Lighting") oder mit der sehr ähnlichen Funktion in der mobilen Nanoleaf-App ("Circadian Lighting") realisieren. In beiden Fällen ist aber ein HomePod, HomePod Mini, Apple TV oder dauerverkabeltes iPad als Befehlsüberbringer unverzichtbar.

Unter dem Strich ist der Nanoleaf Essentials Lightstrip vor allem für Nutzer von Apples Smart-Home-Plattform eine gute und einfach handhabbare Ergänzung zum Lichtsetup. Viele andere Interessierte dürfte die Schnitzeljagd nach der Antwort, was genau mit oder ohne Cloud, mit oder ohne zusätzliche Steuerzentrale geht, zu sehr nerven.

  • sehr hohe Spitzenhelligkeit
  • Farbtemperaturwechsel im Tagesverlauf
  • Sync mit Computeranzeige
  • Thread-kompatibel zu Apple HomeKit
  • manuelle Offline-Bedienung ohne Cloud
  • viele Funktionen nur mit Apple HomeKit oder Google Home

Der Vergleich zeigt, dass es zwischen funktionsstarken, aber teuren LED-Streifen von Philips Hue (ab etwa 60 Euro) und günstigen, aber frickeligen Selbstbaulösungen auch empfehlenswerte Fertiglösungen zu erschwinglichen Preisen gibt.

Cololight bietet den vielseitigsten Strip, weil er drinnen und draußen funktioniert, als einziges Testgerät dynamische Laufbändereffekte bietet und mit allen großen Smart-Home-Plattformen harmoniert. Nanoleaf und Wiz leuchten aber viel heller. Meross bietet zum günstigsten Preis ebenfalls ein starkes Paket, stört aber mit einem Cloud-Zwang das Gesamtbild. Der innen und außen einsetzbare Strip von Innr punktet mit einer hohen Zahl an Lichtquellen, die mit einer schön gleichmäßigen Ausleuchtung zu einer behaglichen Atmosphäre beitragen.

Möglicherweise geben aber nicht einzelne Funktionen, sondern das Zusammenspiel mit dem eigenen Smart Home den Ausschlag. Innr lässt sich wegen des verwendeten ZigBee-Standards leicht mit anderen Lichtsystemen gleichen Funkprotokolls koppeln, braucht aber auch zwingend ein Gateway. Dagegen lassen sich Cololight, Meross und Wiz ohne Funkbrücke ins WLAN einbinden. Der Nanoleaf-Strip eignet sich am besten für Apple-Nutzer, die mit HomeKit-Hardware das gesamte Funktionspotenzial herauskitzeln.

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