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Kaufberatung Elektroroller bis 45 km/h

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Hohe Reichweiten, geringe Kosten und Wechselakkus zum Laden im Büro: Elektroroller sind zunehmend attraktiv. TechStage zeigt in der Kaufberatung, worauf es ankommt.

Wer einmal einen Elektroroller bis 45 km/h gefahren ist, ist begeistert. Zum einen ist es entspannend, ohne nerviges Knattern durch die Landschaft zu gleiten. Zum anderen versenkt man beim Ampelstart vergleichbare Motorroller mit konventionellen Verbrennermotoren mit Leichtigkeit.

Dabei sollte man sie nicht mit auf 20 km/h gedrosselten E-Scootern verwechseln. Wer sich für diese interessiert, sollte auf unserer Themenseite E-Scooter vorbeischauen. Dort findet man neben allen Einzeltests auch unsere Bestenliste E-Scooter mit Straßenzulassung und Vergleichstest E-Scooter mit Straßenzulassung. Um elektrisch, bequem und günstig ans Ziel zu kommen, eignen sich auch klappbare E-Bikes (Themenseite) hervorragend. Hier der Vergleichstest Neun E-Klappräder von 500 bis 3000 Euro.

Waren früher bei den großen Elektrorollern Preis und Reichweite noch Hindernisse für die Elektrifizierung des Zweiradantriebs, haben moderne E-Roller in beiden Punkten aufgeholt. So wechseln günstige Modelle bereits ab etwa 1500 Euro den Eigentümer und besonders ausdauernde Modelle fahren bis zu 100 Kilometer weit, bevor sie wieder ans Netz müssen.

Nicht zu unterschätzen sind die niedrigen Folgekosten der E-Roller. Mit Stromkosten von 60 Cent bis 1 Euro je 100 Kilometer sind die modernen Zweiräder kaum zu schlagen. Viele konventionellen Roller brauchen mindestens 4,5 Liter auf 100 Kilometer. Bei einem Benzinpreis von 1,50 Euro macht das 6,75 Euro. Zweitakter sind wegen des zugesetzten teuren Zweitaktöl noch teurer. Die wartungsfreien und wenig reparaturanfälligen Elektromotoren sehen Werkstätten nur selten von innen, die Technik ist ausgereift.

Alles zu den leisen Flitzern inklusive Einzeltests sammeln wir auf unserer Themenseite Elektroroller bis 45 km/h .

Auf dem Markt sind Roller mit Lithium-Ionen und mit Blei-Gel-Akkus. Letztere sind immer fest eingebaut, was das Laden umständlich macht. Man braucht einen Stellplatz mit Steckdose. Weitere Nachteile sind das hohe Gewicht sowie die geringere Lebensdauer – die Hersteller geben für Blei-Gel-Akkus zwischen 400 und wahrscheinlich eher optimistischen 600 Ladezyklen an. Lithium-Ionen-Akkus sind bei gleicher Energiedichte leichter und haben eine höhere Lebensdauer von circa 1000 Ladungen. Das reicht üblicherweise viele Jahre. Zudem verlieren sie im Laufe ihrer Lebensdauer weniger Kapazität. Herausnehmbare Lithium-Ionen-Akkus wiegen zwischen 8 und 15 kg. Die meisten Roller vergrößern ihre Reichweite durch Energierückgewinnung beim Bremsen.

Der Elektroroller-Hersteller Niu gewährt unter anderem beim Niu NGT (Testbericht) zwei Jahre Garantie auf den mit dem Roller ausgelieferten 1,74-Wh-Akkupack von Panasonic (NCR18650PF) und gibt eine Lebensdauer von fünf Jahren an. Die Akkus sollen 600 Ladezyklen schaffen. Der Akku ist unter dem Trittbrett verstaut. Ein optionaler zweiter Akku findet unter der Sitzbank Platz und kann parallel zum ersten angeschlossen werden.

Unu avisiert für den eingesetzten LG-Akku eine Batterielebensdauer von sieben bis zehn Jahren bei bis zu 1000 Ladezyklen an. Die Kapazität beträgt 1.78 kWh. Die Trinity Venus (Testbericht) verwendet einen ähnlich dimensionierte 1,7-kWh-Lithium-Ionen-Akku, für 500 Euro Aufpreis gibt es einen Akku mit 2,4 kWh Kapazität. Trinity Venus wirbt ebenfalls mit einer Lebensdauer von circa 1000 Ladezyklen. Emco bietet den Novantic C 2000 wahlweise mit einem oder zwei 1,68-kWh-, beziehungsweise einem oder zwei 2,22-kWh-Lithium-Ionen-Akkus an.

So sollten die meisten einen Roller mit der für sie richtigen Reichweite finden. Das hat seinen Preis, denn Lithium-Ionen-Akkus sind für die Hersteller im Einkauf teuer. Auch die Vespa Elettrica (Testbericht) hat einen Lithium-Ionen-Akku. Dieser ist jedoch fest integriert, was für Bewohner von Mietwohnungen wenig taugt. Auch der Akku des Eflux Vision X2 Hub (Testbericht) ist fest integriert.

Bei vielen Modellen kann man sich beim Kauf für einen zweiten oder dritten Akku entscheiden. Ausnahme ist wegen der fest eingebauten Akkus die Vespa. Bei den angegebenen Reichweiten gilt zu beachten, dass die Hersteller diese nicht bei Vollgas, sondern meist bei unrealistischen 20 km/h und leichten Fahrern ermitteln. Je höher das Gewicht des Fahrers und je sportlicher die Fahrweise, desto geringer die Reichweite. Das gilt auch für bergige Fahrten und kalte Temperaturen. Wer im Winter die Akkus über Nacht im warmen Zuhause lagert, kann dem entgegenwirken.

Modell1 Akku2 Akkus1 Akku mit höherer Kapazität2 Akkus mit höherer Kapazität
Unu Scooter50 km100 km//
Niu N50 - 80 km100 - 160 km//
Vespa Elettrica100 km///
Trinity Venus65 km/90 km/
emco Novantic C 200050 km100 km65 km130 km
Eflux Vision X2 Hub35 km///

Die hier vorgestellten Roller bekannter Marken haben alle zwischen 2 und 4 kW Leistung. Es gibt auf dem Markt viele Roller mit 0,6 oder 1 kW Leistung, das ist zu wenig und rächt sich am ersten Berg. Diese haben wir hier deshalb auch nicht berücksichtigt.

ModellLeistung
Unu Scooter2 kW, 3 kW oder 4 kW
Niu N2,4 kW
Vespa Elettrica4 kW
Trinity Venus2 kW
emco Novantic C 20002 kW
Eflux Vision X2 Hub1,5 kW

Die Roller haben eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und können deshalb mit einem Führerschein der Klassen AM, A1, A2, A, B, 1, 1B oder 3 gefahren werden. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre, ist der Roller auf 25 km/h gedrosselt, dürfen auch 15-Jährige aufsteigen. Versichert werden die Roller wie Mofas. Steuerpflichtig sind sie nicht, auch ist keine TÜV-Abnahme vorgeschrieben.

Kulthersteller Vespa mit der Elettrica , Trinitys Venus und der Amco Novantic C 2000 setzen auf das klassische Rollerdesign, wobei die beiden letztgenannten das Design von Rollerikone Vespa kopieren. Unu setzt hingegen auf einen futuristischen Look und Marktführer Niu beim N auf ein zurückgenommenes Design mit einer klaren Linienführung. Aber es gibt auch E-Roller zum Klappen, wir den Eflux Vision X2 Hub. Sie sind leichter, filigraner und wendiger, dafür aber auch etwas wackliger.

Eflux produziert seit vielen Jahren Elektroroller bis 45 km/h. Der Eflux Vision X2 Hub (Testbericht) ist aktuell eines ihrer beliebtesten Produkte. Im Test gefällt uns besonders die Leistung. Diese erreicht der Vision X2 Hub trotz eigentlich nicht besonders starken 1,5-kW-Motor aufgrund seines mit knapp 50 Kilogramm vergleichsweise geringen Gewichts. Seine Fahreigenschaften sind sehr gut. Er ist wendig, liegt gut in der Kurve und bremst zuverlässig. Mit einer Akkuladung kommen Fahrer auf etwa 35 Kilometer, bis der E-Roller wieder ans Netz muss. Ein weiterer Vorteil: Der Vision X2 Hub verfügt über einen Klappmechanismus, um ihn platzsparend verstauen zu können.

Weniger gut gefällt uns, dass sich der Akku des Eflux Vision X2 Hub nicht entnehmen lässt. Sein Rücklicht ist etwas zu dunkel und Blinker wären im Straßenverkehr hilfreich. Zudem ist seine Trittfläche aus Metall und dadurch etwas rutschig. Auch hätte der Sitz etwas stabiler sein dürfen. Dieser wackelt bei voller Fahrt etwas gewöhnungsbedürftig hin und her.

Trotzdem erhält der Eflux Vision X2 Hub (Testbericht) unsere Kaufempfehlung, was er auch seinem günstigen Preis von etwa 1500 Euro verdankt.

Niu hat sich in den letzten Jahren zum größten E-Roller-Hersteller gemausert, der den deutschen Markt zunehmend dominiert. Auch die komplett in China konzipierten und gebauten Roller setzen auf Bosch-Motoren. Der Niu NGT (Testbericht) wird mit einem 10 Kilogramm schweren Akku von Panasonic mit 29 Ah Kapazität geliefert, was für 50 - 80 Kilometer (bei etwa 20 km/h) reichen soll. Ein optional erhältlicher zweiter Akku hat unter der Sitzbank Platz. Wird dieser zusätzlich angeschlossen, erhöht sich die maximal Reichweite etwa um das Doppelte. Die Ladezeit beträgt kurze 6 Stunden, das ist ein guter Wert.

Die Verarbeitung ist hochwertig und mit anderen Billigimporten aus China nicht vergleichbar. Auch bei Straßenlage und Handling macht der wendige Roller einen sehr guten Eindruck. Nett sind die Gimmicks, wie das über die App änderbare akustische Blinksignal. Beim Niu N schont die LED-Lampe den Akku. Der 95 Kilogramm schwere Roller hat eine Zuladung von 155 Kilogramm. Die Scheibenbremsen vorne und hinten verzögern sehr direkt, bei leichter Betätigung der Bremsen wird Energie der Batterie zurückgegeben.

Der Niu N ist smart. Der Roller schickt Daten wie Diebstahlalarm, Fahrverhalten, Diagnostik, Daten zur Stromversorgung und dem Weg zur nächsten autorisierten Werkstatt an die verknüpfte App, zudem informiert diese auf Wunsch den Händler per Sofortanruf über eine eventuelle Panne. Wie beim Unu ist beim Niu N ein GSM-Chip integriert. Wird der Roller bewegt, gibt die App Alarm und zeigt per GPS-Tracking den Standort des Rollers an. Das ist hilfreich, wenn man vergessen hat, wo man seinen Roller abgestellt hat. Service-Updates der Software kommuniziert die App und spielt diese dann direkt auf den Roller.

Der Emco ist made in Germany, Muttergesellschaft ist die Emco Group aus Lingen. Sie bezeichnet sich selbst als Deutschlands größter E-Roller-Hersteller. Der hier vorgestellte Novantic C 200 ist im Retro-Stil gehalten und erinnert stark an die Kultroller von Vespa. Die Lithium-Ionen-Doppel-Akkus von Weipu gibt es in zwei Varianten und ermöglichen Reichweiten zwischen 50 und 130 Kilometer (1x oder 2x 28 Ah 1x oder 2x 37 Ah).

Mit der Smartphone-App können unterschiedliche Fahrmodi eingestellt sowie der Tages- und Gesamtkilometerstand abgerufen werden. Die Ladezeit beträgt sportliche drei bis vier Stunden, mit dem optional erhältlichen Schnellladegerät sogar rasante zwei Stunden. Das sind exzellente Werte. Auch bei der Zuladung erreicht der Emco gute Werte, je nach Zahl der Akkus liegt dieses bei ca. 150 Kilogramm. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 270 Kilogramm, der Roller ist ohne Aufbau und Akkus 86 Kilogramm schwer. Vorne hat der Roller eine hydraulische Scheibenbremse, hinten eine Trommelbremse. Mit dem kostenpflichtigen Mofa-Kit wird die Geschwindigkeit für den 15-jährigen Nachwuchs auf 25 km/h reduziert.

Trinity kauft die Komponenten seiner E-Roller in Fernost. Der Hersteller führt Modelle in der Mokickklasse, Leichtkraftroller und Roller für die Motorradführerscheine Voraussetzung sind. Der Trinity Venus (Testbericht) ist mit einem Lithium-Ionen-Akku mit 1,7 kWh oder 2,4 kWh (Gewicht 8 bzw. 13 Kilogramm) bestückt, die Bremsenergie wird wieder in die Batterie eingespeist. Dadurch erreicht der Roller nach Herstellerangaben Reichweiten von 65 bzw. 90 Kilometer. Das mitgelieferte Ladegerät lädt die Akkus in 8 Stunden, das ist nicht sehr schnell. Mit dem optionalen Schnellladegerät lässt sich diese Zeitspanne halbieren.

Angetrieben wird der Trinity Venus von einem im Hinterrad eingebauten Radnabenmotor von Bosch mit 2 kW Leistung. Der ebenfalls optionalen Fahrprofilschalter wählt zwischen Eco-, Normal- und Power-Betrieb, je nachdem wie sportlich man fahren möchte. Mit dem programmierbaren Controller können diese Profile noch modifiziert werden. Mit 75 Kilogramm ist das Zweirad recht leicht. Wer mit seinem Führerschein nur Mofas fahren darf, kann die Venus auch auf 25 km/h gedrosselt kaufen. Trinity hat hydraulische Scheibenbremse vorne und hinten.

Der Kulthersteller aus Italien sucht Anschluss an die Zukunft. Auf den ersten Blick ist das auch gelungen: Der Lithium-Ionen-Akku der Vespa Elettrica (Testbericht) verfügt über eine Energierückgewinnung. Der 3,5 kW starke Elektromotor soll die Fahrer bis zu 100 Kilometer transportieren und nicht zuletzt das klassische Vespa-Design, was will man mehr? Den höheren Preis sind Stammkunden gewohnt, dafür ist die Verarbeitung auch entsprechend hochwertig.

Die Achillesferse ist ihr fest verbauter Akku. Denn wo soll man den Roller laden? Öffentliche Ladestationen sind kompliziert, teuer und haben oft keine 220-Volt-Buchse, sodass man auch noch ein Adapterkabel erwerben und mit sich führen muss. Zu Hause oder im Büro laden geht nur, wenn Garage, Carport oder Terrasse mit Steckdose zur Verfügung stehen. Diese sind gerade in Großstädten eine Seltenheit. Hoffentlich legen die Italiener da bald nach.

Zu den oben genannten Modellen gesellen sich viele Alternativen. Hier stechen vor allem Super Soco, Luxxon und Blu:s dank einer breiten Produktauswahl hervor.

Vor dem Kauf sollte man folgende Punkte klären: Welche Reichweite soll der E-Roller haben? Wer eine hohe Reichweite möchte, muss für sie meist ordentlich draufzahlen. Denn der Akku ist bei E-Rollern häufig ein Preistreiber. Ist der Wechselakku wichtig? Gibt es also eine Steckdose oder muss der Akku zum Laden mit ins Büro oder die Wohnung genommen werden. Reichen sechs bis zehn Stunden Ladezeit? Falls nein, sollte ein Schnellladegerät dazu gekauft werden.

Elektroroller rechnen sich häufig schneller als es zunächst den Anschein hat. Die Einzeltests zu Niu, Vespa, Trinity und Co. sammeln wir auf unserer Themenseite Elektroroller bis 45 km/h.

Für kurze Strecken bieten sich auf 20 km/h begrenzte elektrische Tretroller an. Dafür empfehlen wir, bei unserer Themenseite E-Scooter vorbeizuschauen. Dort findet man neben allen Einzeltests auch unsere Bestenliste: E-Scooter mit Straßenzulassung, Vergleichstest: E-Scooter mit Straßenzulassung und einiges mehr.

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