USB-C-Ladegeräte im großen Vergleichstest: Das Beste kostet nur 11 Euro

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Wer sein Smartphone schnell laden will, braucht ein Schnellladegerät mit USB-C-Anschluss. Wir messen die Leistungsfähigkeit beliebter Ladegeräte und küren einen überraschenden Gewinner.

Hersteller haben einen neuen Weg gefunden, bei ihren Smartphones Geld zu sparen: Sie legen kein Ladegerät mehr bei. Apple hat es 2021 bei seiner iPhone-12-Reihe vorgemacht, Samsung zog nach und legt seit dem den meisten seiner Smartphones wie dem Samsung Galaxy S22 (Testbericht) ebenfalls kein Netzteil mehr bei. Offiziell geht es nicht um Kostenreduktion, sondern um Nachhaltigkeit. Schließlich hat so ziemlich jeder mindestens ein funktionierendes Ladegerät zu Hause herumliegen. Das mag stimmen, allerdings unterstützen die alten Netzteile häufig keine aktuellen Standards und laden das Smartphone deshalb weniger schnell auf.

Wir haben uns für diesen Vergleichstest einzeln erhältliche USB-C-Netzteile zwischen 18 und 65 Watt angeschaut und sie mit den Smartphones Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht), iPhone 12 Mini, Google Pixel 5 (Testbericht) und (teilweise) dem bereits etwas ältere Oneplus 7T Pro (Testbericht) getestet. Die Geräte decken ein breites Spektrum aus beliebten Marken und verschiedenen Schnellladetechniken ab. Außerdem zeigen wir zum Vergleich, wie schnell (oder langsam) normale USB-A-Netzteile die Smartphones aufladen.

Wer auf der Suche nach Netzteilen ist, die besonders viele Anschlüsse haben und gleichzeitig Smartphone, Tablet, Kopfhörer, Notebook und Co aufladen, der sollte sich unseren Ratgeber USB-Ladegeräte mit mehreren Anschlüssen – So lädt man Notebook, Macbook, Kopfhörer, Smartphone & Co. gleichzeitig anschauen.

Zu den wichtigsten und am weitesten verbreiteten Ladetechniken gehört Quick Charge (QC) und Power Delivery (PD). Während Quick Charge Android-Smartphones mit Qualcomm SoC unterstützt, nutzt unter anderem Apple den Power-Delivery-Standard.

Bei den Schnellladetechniken handeln Netzteil und Endgerät die Kombination aus Spannung und Strom aus. Üblicherweise bietet das Netzteil verschiedene Kombinationen an, aus denen sich das Endgerät die passende heraussucht. Das geschieht über den Control Channel (CC) des USB-C-Steckers. Auch deswegen ist es wichtig, das richtige Kabel zu wählen. Arbeitet der Chip im Kabel nicht korrekt, überträgt es maximal drei Ampere.

Dabei ist USB Power Delivery 3.0 der erste Standard, der Qualcomms Quick Charge und Apple Lightning ersetzen kann. Mit USB-PD 3.0 werden die bisherigen Power-Profile mit der festen Zuordnung von Spannung und Maximalstrom durch flexible Power Rules abgelöst. Dabei gilt, je höher die Nennleistung, desto mehr Kombinationen sind möglich. Deswegen laden Netzteile mit USB-PD 3.0 auch kompatible Geräte über den Schnellladestandard Quick Charge.

Wer mehr über Power Delivery erfahren möchte, dem empfehlen wir den heise-Beitrag Passt irgendwie. Um zu zeigen, dass proprietäre Ladestandards einwandfrei funktionieren können, kommt in einem Fall Dash Charge von Oneplus zum Einsatz. Dafür nutzen wir ein Oneplus 7T Pro mit dem mitgelieferten USB-A-Netzteil Oneplus Warp Charger. Weitere proprietäre Ladestandards bleiben bei diesem Vergleichstest außen vor.

Im folgenden Preisvergleich zeigen wir die günstigsten USB-C-Ladegeräte mit der Schnellladetechnik USB Power Delivery 3.0.

Zur Ermittlung der Leistung nutzen wir das Messgerät F-nirsi FNC88 und hängen es zwischen USB-C-Stecker und Smartphone. Es gibt über ein integriertes LCD unter anderem die Leistung in Watt aus. Außerdem zeigt es an, auf welche Schnellladetechnik sich das Netzteil und das Smartphone geeinigt haben. Den eigenen Energiebedarf stillt es über das angeschlossene USB-C-Kabel. Dieser ist jedoch so gering, dass wir ihn in unserer Messung ignorieren. Eine Dokumentation gibt es nicht.

Im Test lädt es jedes Gerät etwa fünf Minuten, protokolliert wird von uns ein gerundeter Mittelwert. Die getesteten Smartphones haben einen Ladezustand zwischen 30 und 70 Prozent. Verwendet wurde ein hochwertiges USB-C-auf-USB-C-Kabel. Für den iPhone-Test nutzen wir ein USB-C-auf-Lightning-Kabel. Was ein gutes USB-C-Kabel ausmacht, zeigen wir in der Kaufberatung USB-C-Kabel: Nicht jedes kann alles.

Wir ermitteln zudem den Wirkungsgrad, indem wir die Watt-Anzeige des USB-C-Zwischensteckers mit einer smarten Steckdose vergleichen. Je höher der Wirkungsgrad, desto effizienter ist ein Netzteil. Je niedriger, desto mehr Energie wird in Wärmeenergie umgewandelt. Wegen Messungenauigkeiten kann dieser Wirkungsgrad nur als ungefährer Wert gesehen werden. Aus Vergleichszwecken haben wir auch ältere USB-A-Ladegeräte getestet, deren Ergebnisse finden sich weiter unten in der Tabelle.

Auch wenn ein Netzteil mehrere USB-C-Ports und/oder ein USB-A-Port bietet, haben wir zwecks der Vergleichbarkeit immer nur ein einzelnes Gerät über einen USB-C-Port gemessen. Die Lader, die nur einen USB-A-Port bieten, testen wir darüber.

Man liest immer wieder von durchgeschmorten Netzteilen, welche zu Hausbränden führen können. Grundsätzlich besteht diese Gefahr immer bei Geräten, die am Stromnetz hängen oder einen Akku ab einer gewissen Größe besitzen. Die Netzteile etwa zu öffnen und sie auf ihren Aufbau hin zu untersuchen, können wir im Rahmen dieses Vergleichstests nicht.

Platz Samsung S21 Ultra iPhone 12 Mini Google Pixel 5 Oneplus 7T Pro Wirkungsgrad
Watt QC PD Watt Watt Watt Watt %
1 Anker PowerPort III Nano 20 14,24 7,07 12,18 8,02 86
2 Aukey PA-B4 Omnia Duo 65W Dual-Port 60 14,39 4,63 14,21 86
3 Anker PowerPort III Pod 65 17,54 5,92 11,24 85
4 Realpower PC-65 GaN 65 14,57 5,54 14,2 9,23 85
5 Anker PowerPort III Duo 60 14,40 5,89 10,57 9,39 84
6 Belkin Boostcharge Pro 4-in-1 96 13,69 3,62 16,32 85
7 Spigen PowerArc ArcStation Pro 20 14,40 7,08 11,66 9,12 85
8 InfinityLab InstantCharger 65 35 13,94 4,36 16.49 85
9 Belkin Boostcharge 20W 20 14,05 4,12 13,53 84
10 Spigen PowerArc ArcStation Pro 20 14,40 7,08 11,66 9,12 85
Google G1000-EU 18 14,65 3,8 11,88 9,36 86
USB-A: Xiaomi Power Adapter MDY-10-EF 18 8,74 4,82 7,22 7,02 84
USB-A: Samsung Travel Adapter 10 9,47 5,29 7,78 7,61 82
USB-A: Oneplus Warp Charger 30 9,04 4,93 0,83 25,23 86

Das Anker Powerport III Nano ist eines der besten USB-C-Ladegeräte für Smartphones. Es bietet einen USB-C-Port und für Smartphones sowie Tablets mit maximal 20 Watt ausreichend Leistung. Dennoch ist es bezüglich seines Formfaktors eines der kleinsten und auch leichtesten Netzteile. Unter dem Markenbegriff PowerIQ 3.0 sammelt Anker die wichtigsten gängigen Schnellladeprotokolle. Im Leistungstest lädt es alles Test-Smartphones mit hoher Geschwindigkeit.

Das Anker Powerport III Nano kostet um die 11 Euro. Damit ist es eines der günstigsten 20-Watt-Netzteile mit breiter Schnellladeunterstützung am Markt. Ein Kabel liegt wie fast allen Schnellladegeräte nicht bei.

Auch wenn Aukey nicht mehr auf Amazon verkaufen darf, bietet der Hersteller nach wie vor attraktive Zubehörprodukte. Dazu gehört auch das Aukey PA-B4 Omnia Duo 65W Dual-Port. Das Netzteil mit zwei USB-C-Ports soll insgesamt 65 Watt Leistung bringen. Es nutzt dafür GaN, was ihm zusätzlich einen recht schmalen Formfaktor beschert.

Im Ladetest zeigt es besonders beim Samsung- und beim Google-Smartphone sehr gute Ergebnisse. Die Ladegeschwindigkeit des iPhones landet im Mittelfeld. Mit einem Preis von etwa 35 Euro gehört es zu den günstigeren 65-Watt-Netzteilen. Mit ihm kann man auch die meisten Notebooks laden.

Anker zeigt mit dem Anker PowerPort III Pod, wie schmal ein 65-Watt-Netzteil dank GaN sein kann. Dazu ist es mit 24 Euro richtig günstig. Mit ihm kann nicht nur so ziemlich jedes Smartphone, sondern auch fast jedes Notebook mit USB-C-Anschluss geladen werden. Einziger Haken: Es hat nur einen USB-C-Port. Fast etwas wenig für ein derart starkes Netzteil.

Im Ladetest lädt es vor allem das Samsung S21 besonders schnell auf. Aber auch die Ladewerte beim iPhone und beim Google Pixel können sich sehen lassen.

Das Realpower PC-65 GaN bietet mit 65 Watt genügend Leistung für alle Smartphones und die meisten Notebooks. Es ist das schlankeste von uns getestete 65-Watt-Netzteil. Im Test zeigt es gute Leistungen. Nur beim iPhone 12 Mini überträgt es weniger Energie, als man von einem Ladegerät mit USB Power Delivery 3.0 erwartet. Mit etwa 35 Euro ist es zudem sehr günstig.

Das Netzteil Anker PowerPort III 2-Port 60 Watt hat in etwa die Größe eines Macbook-Ladegeräts und ist damit das größte in unserem Vergleichstest. Dafür bietet es nicht nur zwei USB-C-Ports, sondern mit 60 Watt auch genügend Leistung, um die meisten Notebooks oder ein Macbook zu betreiben. Als Schnellladetechnik kommt wie bereits beim Anker Powerport III Nano die Anker-eigene Technik PowerIQ 3.0 zu Einsatz, welche die wichtigsten Schnellladetechniken vereint. Im Leistungstest fällt es jedoch beim iPhone 12 Mini und beim Pixel 5 etwas ab. Es erreicht nicht die durchgängig hohe Leistung in Watt vieler anderen Schnellladegeräte. 26 Euro ist für die gebotene Leistung von 65 Watt dennoch ein sehr guter Preis.

Das Belkin BoostCharge Pro 4-in-1 bietet starke 108 Watt. Davon sollen in der Spitze 96 Watt über einen der beiden USB-C-Anschlüsse kommen. Der andere bietet maximal 30 Watt. Außerdem finden sich am Netzteil zwei USB-A-Ports, die kombiniert 12 Watt schaffen. Dank GaN kommt der Belkin BoostCharge Pro 4-in-1 trotz viel Power in einer überschaubaren Größe.

Im Ladetest lässt das Ladegerät vor allem beim Google Pixel, aber auch beim Samsung S21, die Muskeln spielen. Das iPhone lädt es dagegen nicht ganz so schnell wie die meisten Konkurrenz-Netzteile. Haken: Es mit 65 Euro das teuerste Netzteil im Testfeld.

Das Spigen Powerarc Arcstation Pro mit einem USB-C-Port bietet USB Power Delivery 3.0, kostet in der Farbe Weiß 19 Euro und hat eine maximale Leistung von 20 Watt. Es ist zwar etwas größer als das Anker Powerport III Nano, gehört aber dennoch zu den kleinsten und handlichsten Ladegeräten. Im Test zeigt es mit allen getesteten Smartphones durchgängig hohe Leistungen. Laut Spigen verwendet es für seine Halbleiter Galliumnitrid (GaN) statt Silizium. Das soll für weniger ungewünschte Wärmeentwicklung sorgen. Sein Wirkungsgrad ist mit den anderen hier getesteten vergleichbar.

Der InfinityLab InstantCharger 35 ist ein Produkt des bekannten Audio-Ausstatters Haman. Es kommt in der Farbe Grau mit einem neongelben Seitenelement mit Markenaufdruck. Die Maße sind für ein Netzteil mit einer Leistung von 65 Watt dank GaN gering. Neben einem USB-C-, gibt es zudem einen USB-A-Port.

Im Ladetest zeigt es vor allem beim Google Pixel einen herausragend leistungsstarken Ladestrom. Das Samsung S21 und das Apple iPhone lädt es bestenfalls durchschnittlich.

Der Belkin BoostCharger 20W ist zwar nicht ganz so kompakt wie der Anker Powerport III Nano. Dafür ist er der Einzige in unserem Vergleichstest, dessen USB-C-Port im 90-Grad-Winkel von der Steckdose abgeht. Das wissen Käufer zu schätzen, die nur wenig Platz zur Verfügung haben.

Im Ladetest erzielt er gute Werte, die beinahe an seinen großen Bruder, den Belkin Boostcharge Pro 4-in-1 heranreichen.

Das Ladegerät Spigen Steadiboost 27W ist für seine maximale Leistung von 27 Watt ungewöhnlich massiv und groß. Es bietet über den USB-C-Port die Schnellladetechnik USB Power Delivery 3.0. Im Leistungstest zeigt es bei allen Geräten gute bis sehr gute Werte. Es kostet 18 Euro.

Das Plus an theoretischer Leistung kann das Spigen Steadiboost 27W bei den von uns getesteten Smartphones nicht ausspielen und für Notebooks sowie Macbooks sind auch 27 Watt zu wenig. Deswegen empfehlen wir in dem Fall zu einem kleineren und günstigeren Lader zu greifen oder gleich in ein Netzteil ab 60 Watt zu investieren.

Um zu erfahren, ob sich der Umstieg auf Schnellladegeräte mit USB-C lohnt, testen wir auch ältere Ladegeräte, die einmal einem Smartphone beilagen. Mit dabei ist als einziges USB-C-Ladegerät der Google-Charger G1000-EU. Die Netzteile von Xiaomi, Samsung und Oneplus verfügen über einen gewöhnlichen USB-A-Anschluss. Der Google-Charger bietet als Schnellladetechnik Quick Charge, nicht jedoch Power Delivery 3.0. Damit lädt er zwar die Smartphones von Samsung, Google und Oneplus schnell, nicht jedoch das iPhone 12 Mini. Die Netzteile von Xiaomi und Samsung laden alle getesteten Smartphones deutlich langsamer als die hier gezeigten USB-C-Ladegeräte.

Eine Ausnahme bildet der Oneplus Warp Charger in Verbindung mit dem Oneplus 7T Pro. Diese kommunizieren über einen eigenen, proprietären Schnellladestandard und erreichen so ausgezeichnete 25 Watt. Bei den Smartphones von Samsung und Apple erreicht es nur normale Werte, beim Google Pixel 5 fällt es gar komplett durch.

Der Vergleichstest zeigt, dass USB-C-Ladegeräte mit Schnellladetechniken die Smartphones teilweise bis zu doppelt so schnell laden wie alte Netzteile mit USB-A-Port. Auch zeigt sich im Test, dass ein Schnellladegerät mit 18 Watt für das Laden von Smartphones völlig ausreicht. Das sind gute Nachrichten, schließlich kosten die Ladegeräte mit geringerer Leistung in Watt auch deutlich weniger Geld. Die höhere Leistung sind nur nötig, wenn entweder mehrere Geräte gleichzeitig geladen werden sollen oder ein Notebook oder Macbook mit am Ladegerät hängt.

Als Vergleichssieger küren wir das Anker Powerport III Nano. Es ist mit 11 Euro günstig, lädt alle Geräte schnell und bietet einen erstaunlich kleinen Formfaktor. Auch das Ladegerät Aukey PA-B4 Omnia Duo 65W Dual-Port ist hervorragend und kostet mit 16 Euro vergleichbar wenig. Wer mehr Power braucht, um etwa ein Notebook zu betreiben, der sollte sich das Realpower PC-65 GaN anschauen. Es bietet gleich 65 Watt und neben einem USB-C- auch noch einen USB-A-Anschluss. Dabei kostet es nur 35 Euro.

Neben dem Netzteil ist auch das passende Kabel wichtig. Worauf man hier beim Kauf achten sollte, klären wir in der Kaufberatung USB-C-Kabel: Nicht jedes kann alles. Wem es hauptsächlich um das Laden seines iPhones geht, dem empfehlen wir unseren Ratgeber Ladegeräte für iPhone & iPad: Schneller & besser ab 20 Euro.

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