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Mini Smartphones

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Die kleinsten Smartphones sind kaum größer als ein Stapel EC-Karten und dennoch läuft auf ihnen ein vollwertiges Android. TechStage zeigt die kuriosesten Mini-Handys von 2,4 bis 4 Zoll.

Wer heute ein richtig kleinen Android-Smartphone sucht, hat keine große Auswahl. Denn während in den Nullerjahren die Handys immer kleiner wurden, gilt heute bei den Smartphones das Gegenteil. Große Displays dominieren die bekannten Hersteller. Kleine Geräte sind dagegen die Domäne von eher unbekannten Anbietern.

Kleine Smartphones mit Spitzenausstattung gibt es so gut wie gar nicht mehr, selbst Sonys Vorzeige-Smartphones der Compact-Klasse waren zuletzt technisch abgespeckt. Die besten bis 5,8 Zoll zeigen wir in Top 5: Handliche Smartphones bis 5,8 Zoll. Wer Spitzenleistung will, muss dennoch zu Geräten jenseits der 5,8 Zoll greifen. Einen sehr guten Überblick bietet unser Ratgeber Die besten Smartphones von 100 bis 1350 Euro.

Ein Blick auf die Display-Diagonale verrät aber nur die halbe Wahrheit, eigentlich könnten Smartphones nämlich immer kleiner werden. Das liegt an der fortschreitenden Miniaturisierung der Technik. Dadurch werden unter anderem Ränder um Displays immer schmaler und gefühlt passen inzwischen 6-Zoll-Displays in Gehäuse, die früher höchstens 5-Zoll-Displays beherbergten. Zum Leidwesen derer, die kleine Smartphones bevorzugen, nutzen die Hersteller den zusätzlich gewonnen Platz aber für größere Displays und nicht, um kleinere Geräte zu bauen.

Doch es ist nicht alles verloren. Wir sind in die Tiefen der Android-Welt eingetaucht und haben sie gefunden: Smartphones mit Displays bis maximal 4 Zoll und zumindest Mittelklassetechnik.

Nochmal viel kleiner und günstiger, aber auch weniger smart, sind die Geräte in unserer Marktübersicht: Die kleinsten Handys unter 50 Euro.

Das Unihertz Jelly 2 ist eines der kleinsten Android-10-Smartphones am Markt, welches durch seine sehr brauchbare Ausstattung überrascht. Das Display misst 3 Zoll und kommt auf eine Auflösung von 480 x 854 Pixel. Damit bietet es eine Pixeldichte von über 300 ppi. Auch kleine Schriften wirken auf dem winzigen Display scharf.

Es wiegt 110 Gramm und kommt in den Maßen 9,5 x 4,9 x 1,6 Zentimetern. Damit ist es kleiner als eine EC-Karte, jedoch dicker als so manches normales Android-Mittelklasse-Smartphone. Trotzdem ist der schmale Formfaktor sehr beeindruckend. Die Rückseite besteht aus einem glänzenden grünen Kunststoff, der Fingerabdrücke deutlich zeigt. Eine Folie schützt das Display, auch eine transparente Schutzhülle liegt dem Unihertz Jelly 2 bei.

Im Inneren taktet ein Helio P60 Octa-Core mit 2.0 GHz, unterstützt von 6 GByte RAM. Der Mittelklasseprozessor sorgt für eine ausreichend schnelle Performance. Als Speicher steht dem Jelly 2 128 GByte UFS 2.1 zur Verfügung, der mit einer Micro-SD-Karte erweitert werden kann.

Die rückseitige 16 Megapixel-Kamera reicht für Schnappschüsse in hellen Umgebungen, versagt aber, sobald es dunkel wird. Das liegt auch daran, dass der Sensor über keine optische Bildstabilisierung verfügt. Wer scharfe Bilder will, muss beim Fotografieren das Gerät möglichst ruhig in der Hand halten. Wer die Bilder überwiegend auf dem kleinen 3-Zoll-Display betrachtet, sollte mit der Qualität zufrieden sein. Die Frontkamera hat 8 Megapixel und schießt erstaunlich scharfe Selfies.

Der Akku des Unihertz Jelly 2 fasst 2000 mAh. Damit kommt man bei mäßiger Nutzung gut über den Tag. Ein Akkuwunder hat man mit dem Jelly 2 jedoch nicht in der Hand. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen gehören Dual SIM, GPS, Fingerprintsensor, NFC, Taschenlampe, USB-C, Bluetooth 4.2 und FM Radio.

Das 2,4-Zoll-Display des Outdoor-tauglichen Unihertz Atom steckt in einem Gehäuse mit 9,6 × 4,5 × 1,8 Zentimetern. Es hat ein Gewicht von 108 Gramm. Trotz der schmalen Maße läuft ein vollwertiges Android 8.1 auf dem extrem kleinen Gerät. Eine massiv wirkende Gummiummantelung soll das Gerät gegen Schläge und Stürze unempfindlich machen. Außerdem ist es staub- und wasserdicht nach IP68.

Surfen, Videos schauen, Chatten – alles kein Problem. Lediglich das Tippen auf der auf ein Minimum geschrumpften virtuellen Tastatur des 2,4-Zoll-Displays stellt Nutzer mit normal-großen Daumen vor Herausforderungen. Doch auch wenn unser Daumen locker zwei Drittel der Tastatur bedeckt, trifft man mit etwas Übung die gewünschten Buchstaben. Wirklich Freude kommt dabei jedoch nicht auf.

Das Unihertz-Smartphone löst mit 432 [×] 240 Pixel auf und kommen somit auf eine Pixeldichte von gut 200 ppi. Als Faustregel gilt: Ab 300 ppi sind bei normalem Abstand zum Display keine einzelnen Pixel mehr zu sehen. Entsprechend sind beim Unihertz Atom deutliche Unschärfen zu erkennen. Schrift, die wegen der geringeren Displaygröße ohnehin recht klein dargestellt wird, wirkt so nochmal unschärfer als auf größeren Displays mit einer ähnlich geringen Pixeldichte.

Die Kamera des Unihertz Atom bietet hinten 16 und vorne 8 Megapixel. Deren Bilder sind okay, vergleichbar mit größeren Geräten der unteren Mittelklasse.

Im Einsatz zeigte sich, dass der 2000-mAh-Akku des Unihertz Atom bei normaler Nutzung am Ende des Tages leer war und ans Netz musste – eine kleine Enttäuschung. Der Akku benötigte für eine volle Ladung fast zwei Stunden. Das ist für einen kleinen Akku ungewöhnlich lang. Immerhin setzt Unihertz beim Atom auf einen zukunftssicheren USB-C-Anschluss.

Das kleinste Android-Smartphone ist laut unserer Recherche das Unihertz Jelly Pro aus dem Jahr 2017. Entsprechend alt ist auch seine Software mit Android 7. Es wiegt nur 60 Gramm und misst 9,2 × 4,3 × 1,3 Zentimeter. Unihertz selbst behauptet sogar, damit das kleinste 4G-Smartphone der Welt im Angebot zu haben. Dagegen wirkt das Unihertz Atom fast schon klobig.

Das Display scheint das gleiche zu sein, welches Unihertz auch beim Atom verwendet. Allerdings sind die Kameras schlechter. Die Hauptkamera löst mit 8 Megapixel auf, die Frontkamera mit 2 Megapixel. Dem Vierkernprozessor mit 1,1 GHz stehen 2 GByte RAM zur Seite, der 16 GByte große Speicher ist erweiterbar. Der Akku bietet eine Kapazität von 950 mAh. Das ist auch für ein derart kleines Smartphone zu wenig.

Im folgenden Preisvergleich zeigen wir die günstigsten Smartphones mit Android bis 3 Zoll. Darunter sind auch viele Geräte mit zusätzlicher physischer Tastatur und Smartphones zum Klappen.

Das Cubot King Kong Mini 2 bietet ein 4 Zoll Display mit einer Auflösung von 1080 x 540 Pixeln. Seine Darstellung ist damit auch für kleine Schriften ausreichend scharf. Das Smartphone ist Outdoor-tauglich, seine Kanten sind verstärkt, das Display schützt eine Panzerglasfolie. Trotz der robusten Bauweise misst es nur 11,9 x 5,8 x 1,2 Zentimeter und wiegt nur 123 Gramm.

Das erst 2021 veröffentlichte Gerät kommt mit Android 10. Der Vierkernprozessor mit 2 GHz kann auf 3 GByte RAM zurückgreifen. Der 32 GByte große Speicher ist erweiterbar. Die Hauptkamera kann 13 Megapixel darstellen, die Frontkamera kommt immerhin auf 8 Megapixel. Der Akku hat eine Kapazität von 3000 mAh-Stunden. Das ist für die schlanken Maße des Cubot King Kong Mini 2 erstaunlich viel.

Hier im Preisvergleich zeigen wir die beliebtesten 4-Zoll-Smartphones. Dort findet sich neben dem Unihertz Atom XL mit dem Samsung Galaxy S3 Mini auch das erste Gerät eine richtig großen Smartphone-Herstellers. Wirklich empfehlen kann man es allerdings nicht, da es bereits aus dem Jahr 2012 stammt.

Mit dem Unihertz Jelly 2 und dem Cubot King Kong Mini 2 gibt es zwei Vertreter mit 3 beziehungsweise 4 Zoll, die auf aktuelle Mittelklasse-Hardware setzen und mit Android 10 auch bei der Software auf dem Stand der Zeit sind. Trotzdem sind derartig kleine Geräte Mangelware, bisher hat sich kein großer Hersteller in diese Nische gewagt.

Wir hoffen darauf, dass sich ein Big-Player ein Herz fasst und wie damals Sony mit seiner Compact-Reihe ein Android-Smartphone mit kleinem Display und dennoch Top-Hardware baut. Es muss ja nicht 4 Zoll sein, auch über 5 Zoll würden sich viele Käufer freuen. Zumindest Apple scheint dies erkannt zu haben und bietet mit dem iPhone 12 Mini und seinem 5,4-Zoll-Display ein sehr kleines Smartphone mit Oberklassentechnik an.

Dass es noch viel, viel kleiner geht, zeigt unsere Kaufberatung: Die kleinsten Handys unter 50 Euro. Android sucht man hier jedoch genauso vergeblich wie bei unserer Kaufberatung: Notfallhandys bis 20 Euro.

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