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Smarte Bewässerungssysteme

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Bedienung per Sprache, Wasserverbrauchs- und Feuchtigkeitssensoren – smarte Bewässerungssysteme nehmen Arbeit ab und starten ab 25 Euro. Wir zeigen, was man fürs Geld bekommt.

Bewässerungsuhren und -computer nehmen Gartenarbeit ab. Sie gießen je nach Einstellung täglich oder an bestimmten Wochentagen, wie wir an anderer Stelle zeigen. Smarte Systeme bieten mehr. Sie passen sich Wettergegebenheiten an, sparen damit Wasser, sind via App fernsteuerbar und stimmen sich sogar mit anderen smarten Systemen im Garten ab – etwa mit einem Mähroboter (und weitere coole Garten-Gadgets), der nur dann mäht, wenn nicht bewässert wird.

Wir haben sechs Geräte von Eve, Gardena, Lidl, Orbit und Pearl ausführlich getestet und unsere fünf Favoriten in einer Bestenliste zusammengefasst. Zudem zeigt unser Vergleich, wie die Geräte im einzelnen abschneiden. Alle Geräte sind per App oder manuell per Knopfdruck steuerbar.

Vollautomatische Bewässerungssysteme lassen sich per Smartphone bedienen und ins Smart Home einbinden. Sie arbeiten nach Regeln – das können feste Zeiten in der Woche sein oder aber auch individuelle Regeln abhängig von Wetter oder Bodenfeuchte mit externen Sensoren.

Für die Nutzung der Systeme in vollem Umfang braucht man eine App. Alle von uns getesteten Hersteller bieten eine kostenfreie App für Android und iOS an. Einige Systeme sind nur per Bluetooth steuerbar. Somit kann man sie nur nutzen, wenn man sich in der unmittelbaren Nähe aufhält. Andere Geräte, darunter alle fünf Modelle unserer Bestenliste, sind per WLAN steuerbar. Damit kann man sie auch aus größerer Entfernung – zum Beispiel vom Strandurlaub aus – steuern und mit Regeln an Bedingungen koppeln; etwa nur bewässern, wenn ein Bodensensor Trockenheit anzeigt oder der Rasenmähroboter nicht unterwegs ist.

Das System von Gardena spricht mit Android und iOS, ist per IFTTT, Apple Homekit, Google Home und Amazon Alexa steuerbar. Diese Vielfalt bietet kein anderes Bewässerungssystem. Und auch bei der Kopplung von Zusatzgeräten ist Gardena ganz Vorne. In Verbindung mit Bodensensoren oder Mährobotern kann man hier Bewässerung und Rasenmähen komplett automatisieren. Entsprechend gibt es bei uns den ersten Platz für das System.

Der Bewässerungscomputer der Lidl-Eigenmarke Parkside belegt bei uns Platz 2. Er stößt knapp den WLAN-Bewässerungscomputer der Pearl-Marke Elesion vom Treppchen und das liegt vor allem am Preis. Denn für das Lidl-Modell zahlt man gerade einmal 25 Euro. Ein Zigbee-Hub wird für die Nutzung vorausgesetzt. Dafür ist die Einrichtung denkbar einfach und man kann den Computer per eigener App, Alexa und Google Assistant steuern. Eine Verbindung mit Homekit ist aber nicht möglich. Bei Lidl ist der Bewässerungscomputer nur noch in geringer Stückzahl verfügbar und soll laut Pressestelle spätestens im Frühjahr 2022 wieder in den Verkauf gehen. Via Ebay-Shop von Retoura kommt man aber noch problemlos an voll funktionsfähige B-Ware des Gerätes.

Platz 3 geht an Eva Aqua. Das System ist ausschließlich für die Nutzung mit Apple Homekit vorgesehen. Bedeutet: Man braucht mindestens ein iPhone, um das Produkt überhaupt zum Laufen zu bekommen. Wer Apple-Nutzer ist, hat mit Eva Aqua dennoch eine sehr zuverlässige Lösung, die im Vergleich zu Gardena Smart Water Control um ein Vielfaches günstiger ist.

Der WLAN-Bewässerungscomputer von Royal Gardineer belegt Platz 4 unserer Bestenliste. Er ist das einzige Modell, dass per Kabel mit Strom versorgt werden muss. Mit rund 80 Euro ist er zudem recht teuer. Dafür kann man Ihn per App und per Sprachassistent von Amazon und Google fernsteuern.

Orbit B-Hyve in Kombination mit Hub für WLAN-Steuerung belegt bei uns Platz 5 der Bestenliste. Es ist vergleichbar mit dem Bewässerungscomputer von Parkside und funktioniert mit iOS- und Android-Smartphones. Eine Anbindung an Alexa oder Google Assistant ist aber nicht möglich. Zudem ist B-Hyve mit rund 80 Euro deutlich teurer als das Modell von Parkside.

Neben unserer Top 5 Bestenliste haben wir uns insgesamt sechs Produkte aus drei Kategorien genauer angesehen, die unterschiedliche Ansätze verfolgen:

  • Einsteigerklasse: Günstiger Einsteiger für Android und iOS. Verfügen teilweise über Möglichkeit Smart-Home-Integration.
  • Mittelklasse: Bewässerungscomputer wie Eve Aqua oder Parkside Bewässerungscomputer sind unter 100 Euro für Android- und Apple-Geräte erhältlich und Smart-Home-fähig.
  • Oberklasse: Intelligente Lösungen wie Gardena Smart Water Control sind für Homekit, IFTTT-kompatibel und mit WLAN-Anbindung. Sie arbeiten beispielsweise mit Mährobotern, Sensoren oder Wetterdaten.

In der Einsteigerklasse bekommt man etwa den Royal Gardineer Bewässerungscomputer mit Bluetooth oder den Orbit B-Hyve. Beide funktionieren grundsätzlich wie ein digitales Bewässerungssystem und haben beispielsweise verschiedene Modi, um Dauer, Zyklus, Startzeit und Pause der Bewässerung einzustellen. Zur Bedienung des Computers steht eine kostenfreie App für Android und iOS zur Verfügung. Hier legt man die Modi fest oder startet die Bewässerung manuell.

Problem: Die Modelle werden über Bluetooth und nicht über WLAN ferngesteuert. Eine Anbindung an Assistenten wie Siri oder Alexa ist entsprechend nicht möglich. Dadurch muss man mit dem Smartphone immer in der Nähe des Gerätes sein und kann, wie oben beschrieben, nicht etwa die Bewässerung im weit entfernten Gartenhaus starten. Zudem kann man über das Smartphone eine voreingestellte Bewässerung manuell deaktivieren. Läuft etwa laut Zeitplan das Wasser jeden Tag für zehn Minuten und es regnet einmal, nimmt man einfach das Smartphone und deaktiviert die Bewässerung für den Regentag. Das ist zwar wenig smart, aber dennoch eine gewisse Abhilfe.

Für den B-Hyve gibt es noch ein Hub, welches die Verbindung via WLAN statt Bluetooth ermöglicht. Dann orientiert sich die Bewässerungssteuerung etwa auch an Wetterdaten aus dem Web. Für den Preis von rund 85 Euro für Hub und Computer findet man aber auch intelligentere Lösungen.

Der Royal Gardineer Bewässerungscomputer mit WLAN für knapp 80 Euro lässt sich durch die Elesion-App ins Smart Home von Alexa oder Google integrieren. Details hierzu bietet unser Grundlagenbeitrag zum Elesion-Smart-Home. Das Besondere an diesem Bewässerungscomputer ist das Drosselventil. Damit stellt man ein wie viel Wasser tatsächlich austreten soll. Diese Einstellung muss man allerdings manuell in der App vornehmen. Ein entsprechender Sprachbefehl via Alexa & Co. ist nicht möglich. Beim Modell von Royal Gardineer wird keine Steuerung via Apple Homekit unterstützt. Darüber hinaus ist der Bewässerungscomputer das einzige Modell, das nicht per Akku sondern per Kabel mit Strom versorgt wird. Das kann die Nutzung alleine in Hinblick auf nicht vorhandene Steckdosen im Außenbereich stark einschränken.

Das Parkside-Modell von Lidl gibt es bereits für 25 Euro. Der Bewässerungscomputer ist Zigbee-fähig und lässt sich per Lidl-Home-App, Alexa oder Google Assistant steuern. So kann man beispielsweise auch Regeln für die Nutzung erstellen. Eine Nutzung mit Apple Homekit ist nicht möglich. Ein Zigbee-Hub muss man separat für rund 20 Euro noch kaufen oder man nutzt einen aktuellen Amazon Echo Show mit integriertem Zigbee. Aktuell ist das Parkside-Modell bei Lidl nur noch in geringer Stückzahl verfügbar. Voll funktionsfähige B-Ware wie unser Testgerät findet man aber noch problemlos im Ebay-Shop von Retoura.

Das System Eve Aqua gibt es regelmäßig in Angeboten für 70 oder gar 65 Euro. Regulär liegt es bei rund 80 Euro. Es ist ausschließlich für Apple-Nutzer interessant. Android-Geräte unterstützt die Bewässerungsanlage nicht. Dafür haben Besitzer von iPhone & Co. diverse Optionen bei der Integration im eigenen Smart Home mit Homekit. Zwar ist Eve Aqua vergleichbar mit Eve Thermo (Testbericht) ebenfalls nur via Bluetooth verbunden, über einen Apple Homepod oder AppleTV kann man die Lösung aber auch aus der Ferne steuern. Somit eignet sich Aqua auch für diejenigen mit Gartenhaus oder, wenn man im Urlaub ist.

Über entsprechende Homekit-Regeln arbeitet Eva Aqua beispielsweise wetterabhängig. Das ergibt im Zweifelsfall Sinn, wenn etwa Homkit-fähige Mähroboter im Smart Home angebunden sind. Mäht der Roboter beispielsweise den Rasen, bewässert Aqua nicht. Wer etwa Licht- oder Regensensoren bereits einsetzt, kann diese auch an Eve koppeln. Die gibt es etwa von Netatmo. Dann läuft nur Wasser, wenn es nicht regnet. Zusätzlich sieht man den Wasserverbrauch ein und legt Zeitpläne fest – mehr oder weniger wie bei einem klassischen Bewässerungscomputer. Wer Eve Aqua hingegen ohne Sensoren smart machen will, ist auf Alternativen wie Homebridge (Link) angewiesen. Darüber bekommt man etwa Wetter-Pugins, die man dann in der Eve-App nutzen kann.

In der Praxis erweist sich das Eve-System als einfach zu bedienen. Die Anbindung erfolgt zunächst über die App Eve. Dort legt man seinen Zeitplan fest. Im Anschluss findet die restliche Automation wahlweise auch direkt in Homekit statt. Eve Aqua hat in unserem Testzeitraum zuverlässig gearbeitet und morgens sowie abends bewässert. Die zwei AA-Batterien, die zum Betrieb von Aqua notwendig sind, halten so für gut eine Saison. Etwas behäbig ist jedoch das manuelle Einschalten von dem System. Sagt man beispielsweise „Hey Siri, schalte Eve ein“, dauert es gut fünf bis zehn Sekunden, bis etwas passiert. Das mag am Anfang danach riechen, dass die Verbindung fehlerhaft ist, aber das stimmt nicht. Eve Aqua ist einfach nur ein bisschen langsam, aber komplett zuverlässig – wir hatten keinen einzigen Ausfall in drei Wochen Testlauf. Mit einem neuen Update soll es über ein Thread-Netzwerk aber schneller gehen. Das testen wir bei nächster Gelegenheit.

Gardena hat mit dem Smart Water Control System aktuell die vielseitigste Lösung auf dem Markt. Die spricht nicht nur mit Homekit, sondern auch mit Android und via IFTTT mit dem „eigenen“ Smart Home. Entsprechend ist Smart Water Control nicht nur Apple-Nutzern vorenthalten – sehr schön. Wie bei Eve wird das System mit Strom aus AA-Batterien gespeist.

Gardena Smart Water Control kostet einzeln zwischen 115 und 125 Euro. Zwingend notwendig ist im Gegensatz zu Eve Aqua eine Bridge, damit die Smart-Home-Anbindung klappt. Die kostet alleine schon 159 Euro. Rechnet man das zusammen, kommt man unterm Strich günstiger mit einem Bundle. Das liegt bei gut 260 Euro und hier ist auch noch ein Sensor für Bodenfeuchte und Helligkeit dabei.

In Hinblick auf Einrichtung und Inbetriebnahme ähnelt sich Gardena ebenfalls sehr der Eve-Lösung. Die Gardena-App ist allerdings weniger optimiert – zwei Fehlermeldungen gab es bei unserer Einrichtung, obwohl wir alles richtig gemacht haben. Sind Bridge, Bewässerungscomputer und Sensor aber einmal eingerichtet, ist die App stabil. Dann kann man diese an Homekit & Co. anbinden und entsprechend auch Zeitpläne erstellen oder an den Terminplan eines Mähroboters von Gardena anpassen.

Die Lösung bietet aber noch mehr Funktionen. Der Bodensensor erkennt etwa Feuchte, Temperatur und Lichtintensität. In Kombination mit dem Pflanzenlexikon der App kann man so beispielsweise eine verbesserte Bewässerung für unterschiedliche Pflanzenarten einstellen: Steckt der Sensor im Rosenbeet, dann kann man festlegen, dass erst ab einer gewissen erreichten Bodenfeuchte die Bewässerung aussetzt. Zudem bezieht das System Daten wie Sonnenauf- und untergang sowie eine Wettervorhersage ein – für letzteres muss man seinen Standort angeben. Das Ganze funktioniert in unserer Testphase fehlerfrei.

Alles in allem macht das Gardena-System auf uns einen deutlich runderen Eindruck. Auch die manuelle Aktivierung via App funktioniert direkter als bei Eve. Stellt man nun Eve Aqua und das Gardena-Set preislich gegenüber, kommt man in etwa bei der gleichen Summe raus – Eve Aqua plus Netatmo Wetterstation liegen zusammen bei gut 270 Euro. Dann fehlt noch der Bodensensor.

Wer einfach nur das Wasser mit dem Smartphone an- und ausschalten will, kann sich auch die günstigen Bluetooth-Anlagen von Royal Gardineer oder Orbit ansehen. Will man wirklich intelligente Bewässerung, muss man zu Modellen mit WLAN-Anbindung von Eve, Gardena oder Parkside greifen. Diese ermöglichen – mit weiterem Zubehör – eine smarte und automatisierte Bewässerung. Das Gardena-Set überzeugt uns letztlich am meisten. Hier zahlt man zwar ordentlich Geld, dafür muss man sich im Hochsommer aber auch nicht mehr um trockenes Gras oder vergilbte Rosen sorgen.

Wer einfach nur Bewässerung zu festen Zeiten sucht, findet in unserem Beitrag: Wer braucht welche Bewässerungsanlage? entsprechende Alternativen. Und hat man auf Balkon & Co. keinen Wasseranschluss, haben wir im Beitrag: Automatische Bewässerung für Balkon und Terrasse diverse Lösungen zusammengefasst.

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