Tintenstrahldrucker: Farbig, Multifunktion oder Tank – diese Features sind wirklich wichtig

Tintenstrahler

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Wer vom perfekten Tintenstrahldrucker spricht, meint ein Ausgabegerät, das private und berufliche Druckjobs gut und günstig erledigt. Den passenden Inkjetprinter tatsächlich zu finden, ist jedoch gar nicht so einfach. Diese Kauftipps erleichtern die Druckersuche.

Seit das Arbeiten im Homeoffice (Ratgeber) in den Fokus gerückt ist, steigt auch der Anspruch an den heimischen Drucker. Für viele Familien heißt das: Zu den Ausdrucken für Schule, Studium, Hobby und Haushalt, kommen noch die Drucke für den Job. Dabei ist die erste Entscheidung meist schnell getroffen: Es soll ein Tintenstrahldrucker sein.

Spontan zum nächstbesten Druckermodell zu greifen, ist jedoch keine empfehlenswerte Strategie. Besser ist es, sich vor dem Kauf einige Fragen zu beantworten. Das dauert zwar etwas länger, verhindert aber einen ärgerlichen Fehlkauf.

Tintenstrahldrucker für zu Hause und das kleine Büro beschränken sich oft nicht mehr nur aufs Drucken (Single Function). Bei der Mehrheit sind Flachbettscanner integriert, die aus dem reinen Drucker ein Multifunktionsgerät (Multi Function) machen, das auch scannt und kopiert. Dabei halten die Hersteller die Gehäusemaße kompakt und auch der Aufpreis hält sich in engen Grenzen. Wuchtiger sind die Gerätevarianten mit Fax-Funktion, da sie einen automatischen Vorlageneinzug eingebaut haben, der in die Höhe mehr Platz beansprucht.

Die größte Stärke des Tintenstrahldruckers liegt in seiner Vielseitigkeit. Da die Tinte ins Papier eindringt, kann der Drucker neben Normalpapier auch unterschiedliche Fotopapiere bedrucken und erhält dabei den typischen Charakter eines Fotos. Der Grund: Die meiste Tinte sinkt unter die glänzende oder seidenmatte Oberfläche. So bleibt die Haptik eines klassischen Fotos unverändert, die Farben profitieren vom Glanz des Papiers. In den meisten Fällen klappt das auch noch ohne Rand, was den wahren Foto-Eindruck weiter verstärkt.

Dazu lässt sich beim Inkjetdrucker auch mit mehr als den üblichen vier Farben (Cyan, Magenta, Yellow, Black) drucken, was bei der Laserkonkurrenz nicht möglich ist. Das Ergebnis: Die Farbnuancen sind feiner, der Ausdruck fällt insgesamt detaillierter und natürlicher aus.

Gerade bei Tintenstrahldruckern, die für den Einsatz zu Hause gedacht sind, stechen niedrige Anschaffungspreise ins Auge. Das gilt auch dann, wenn das Gerät zusätzlich scannen und kopieren kann. Diese Modelle haben eine Gemeinsamkeit: Die Tintenpatronen sind klein und können daher keine große Druckreichweite bieten. Auch wer nicht sehr viel druckt, wechselt schnell Patrone um Patrone. Das geht ins Geld. Dazu kommt, dass oft die Farben Cyan, Magenta und Yellow (Blau, Rot, Gelb) in einer Patrone mit mehreren Kammern aufgehoben sind. Auch der Druckkopf ist darauf untergebracht. Diese Kombination sichert beim Patronenwechsel eine gleichbleibende Druckqualität, erhöht jedoch die Patronenpreise zusätzlich.

An der Druckqualität ist auch bei einem Einstiegsmodell in den Tintenstrahldruck wenig auszusetzen. Da die Schwarztinte oft pigmentiert ist, fällt die Schwarzdeckung auf dem Papier satt aus. Texte lassen sich leicht lesen. Dank der ausgereiften Druckwerke überzeugen auch die Farbergebnisse. Ein Druckpunkt lässt sich mit bloßem Auge nicht erkennen. In der Regel sind die Übergänge weich, die Farben leuchtend.

Weniger positiv steht es um die Druckgeschwindigkeit: Sehr günstige Tintenstrahldrucker sind gerade im Farbdruck gemächliche Arbeiter. Im Durchschnitt erreichen sie nicht mehr als sieben A4-Seiten pro Minute in Schwarzweiß und etwa vier Seiten pro Minute in Farbe. Die Angaben in den technischen Daten basieren auf ISO-Norm-Vorgaben zur Ermittlung der Druckgeschwindigkeit. Allerdings finden die Testläufe ausschließlich auf Normalpapier bei Standard-Treibereinstellungen statt. Steigt die Auflösung oder kommt ein anderes Druckmedium zum Einsatz, sinkt die Geschwindigkeit deutlich. Selbst ein Foto im beliebten Format von 10 × 15 Zentimetern kann beim Einstiegs-Tintenstrahldrucker leicht mehrere Minuten in Anspruch nehmen, bis es fertig gedruckt im Ausgabefach landet.

Wer mehr Geld für einen Tintenstrahldrucker ausgibt, der findet das Investment in mehreren Punkten wieder. Der Druckkopf ist fest im Gehäuse integriert und von den Patronen getrennt. Jede Druckfarbe liegt einzeln vor – ein Vorteil, da nur die jeweils leer gedruckte Farbe ausgetauscht werden muss. Gleichzeitig sind die Füllmengen höher als bei den kleinen Tintenbehältern der Einstiegsmodelle, sodass sich mit der einzelnen Patrone länger drucken lässt.

Grundsätzlich sind die Gehäuse von Mittelklasse-Tintenstrahldruckern massiver als bei den sehr günstigen Varianten. Sie benötigen zwar mehr Platz am Aufstellort, bringen aber auch leistungsstärkere Druckwerke mit. Bei einem Multifunktionsgerät macht sich das Tempoplus auch im Scannen und Kopieren bemerkbar. Druckgeschwindigkeiten von 13 bis 15 Seiten pro Minute in Schwarzweiß und ab sieben Seiten pro Minute in Farbe sind ein Hinweis darauf.

Dazu verbessern sich die Ausstattungsmerkmale: Die Bedienpanels bieten nicht nur einige Tasten mit Symbolen, sondern haben Displays integriert, über die sich das Gerät im Stand-Alone-Modus bequem bedienen lässt. Touch-Bildschirme erleichtern das Handling zusätzlich – etwa beim Einbinden des Tintenstrahlmultifunktionsgeräts ins heimische WLAN-Netzwerk oder dem Anpassen von Geräteeinstellungen.

Bei Modellen der Mittelklasse finden sich vermehrt Varianten mit zwei Papierzuführungen – eine Kassette und ein hinteres Papierfach. So lassen sich verschiedene Druckmedien oder einfach höhere Kapazitäten eines Papiertyps vorhalten. Diese Modelle beherrschen in der Regel den automatischen Duplex-Druck, der sich bei Multifunktionsgeräten auch aufs Kopieren bezieht. Dank der eingebauten Wendeeinheit lässt sich neben der Vorder- auch die Rückseite eines Blattes bedrucken und so Papier und damit wertvolle Ressourcen sparen.

Die Schnittstellenauswahl eines aktuellen Tintenstrahldruckers umfasst üblicherweise USB 2.0 und n-WLAN (IEEE 802.11n, Wi-Fi 4). Das reicht für die meisten Anwendungsfälle aus. Ist das eingebaute Funkmodul mit ac-WLAN (IEEE 802.11ac, Wi-Fi 5) ausgewiesen, bietet es oft Dualband-Funktion. Damit funktioniert es nicht nur über 2,4 GHz, sondern auch über 5 GHz. Dazu kann Wi-Fi Direct praktisch sein, um ein Smartphone oder Tablet ohne Umweg über den Router mit dem Drucker zu verbinden. Je nach Anwendungsfall ist ein Ethernet-LAN-Port wichtig. Darüber lässt sich der Tintenstrahldrucker per Kabel ins Netzwerk integrieren.

An Bedeutung gewinnt auch das Zusammenspiel des Tintenstrahldruckers mit dem Mobilgerät. Damit das Drucken und Scannen etwa vom Smartphone reibungslos funktioniert, bieten alle Druckerhersteller spezielle Apps an. Die Standards Apple Airprint für iOS und Mopria für Android sollten zusätzlich vorhanden sein. Denn sie ermöglichen die Kommunikation mit dem Ausgabegerät aus einer Mobil-App wie Acrobat oder Fotos heraus.

Ist eine Fax-Funktion vorhanden, dann bietet das Tintenstrahl-Multifunktionsgerät auch einen automatischen Vorlageneinzug (ADF). Das Ausstattung-Feature ist außer zum Faxen auch fürs Scannen und Kopieren von Vorteil, da sich mehrere Vorlagenblätter in einem Vorgang verarbeiten lassen. Teils bieten Tintenstrahldrucker fürs Büro zusätzlich einen Dual-Scanner. Er kann beidseitige Vorlagen in einem Rutsch einlesen. Das Wenden der Scanvorlage entfällt – das spart zusätzlich Zeit.

Bei Inkjetdruckern kommt die Tinte entweder aus einer Patrone oder einem Tintentank. Grundsätzlich gilt: Patronendrucker sind in der Anschaffung günstig. Die Hersteller verdienen über den Patronennachkauf. Umgekehrt verhält es sich bei Tankdruckern: Das Gerät kostet deutlich mehr, verursacht jedoch in der Folge unschlagbar niedrige Seitenpreise. Sogar die Farbseite bleibt hier rechnerisch deutlich unter einem Cent.

Der Grund: Im Lieferumfang befindet sich mindestens ein Flaschensatz, der sich in den Füllmengen von den Nachkauf-Tintenflaschen nicht unterscheidet. Ein üppiger Vorrat. Wie lange er hält, hängt vom Druck- und Kopieraufkommen ab. Sicher ist, dass man eine gute Weile nicht über den Tintennachkauf nachdenken muss. Hingegen haben Patronendrucker ab Werk in der Regel nur einen Starter-Patronensatz an Bord. Er garantiert die Inbetriebnahme, geht jedoch im schlimmsten Fall nach wenigen Ausdrucken bereits zur Neige. Ein Ersatz muss schnell her.

Doch auch bei Tintenstrahldruckern mit Tanksystem lohnt sich ein genauer Blick aufs jeweilige Modell. Denn hier sparen die Hersteller oft Funktionen ein. So ist das Drucktempo bei „günstigen“ Vertretern nur mäßig schnell. Dazu fehlen Ausstattungsfunktionen wie automatischer Duplex-Druck oder ein Display am Bedienpanel. Auch beim Fassungsvermögen der Papierzufuhr wird gespart oder Funktionen wie Randlosdruck sind nicht vorhanden.

Wer die Gerätegarantie vom Hersteller nicht riskieren will, nutzt während dieses Zeitraums ausschließlich die Originaltinte. Danach lohnt sich bei Tintenpatronen der Blick aufs Sortiment der Drittanbieter. Hier sind gewaltige Ersparnisse im Tintennachkauf möglich. Wer nicht zum günstigsten Billigangebot greift, sondern einem Markenhersteller vertraut, spart Geld, ohne an Druckqualität zu verlieren. Auch stimmt in den meisten Fällen die Bedienung, da sich diese Patronen wie die Originale einsetzen lassen.

Allerdings kann es auch zu Ärgernissen kommen. Denn gerade bei Kombipatronen mit integrierten Druckköpfen handelt es sich um nachgefüllte Originale. Da sie bereits einen Lebenszyklus hinter sich haben, sind Ausfälle nicht auszuschließen. Bei Einzelpatronen von Drittanbietern hängt das problemlose Zusammenspiel mit dem Druckermodell stark davon ab, wie die Tinten zusammengesetzt und wie gut die integrierten Chips programmiert sind. Mögliche Probleme bestehen oft in verklebten Druckköpfen und nicht erkannten Patronen.

Der beste Tintenstrahldrucker ist ein Gerät, das jahrelang reibungslos arbeitet und vertretbare Tintenkosten verursacht. Als gute Wahl stellen sich daher vielfach Mittelklassedrucker heraus. Sie zählen zwar nicht zu den günstigsten Gesellen in der Anschaffung, bieten jedoch eine grundsolide Ausstattung und erfüllen sogar den einen oder anderen Sonderwunsch wie zusätzliche Tinte für den Fotodruck.

Beim ultrabilligen Schnäppchen ist es meist umgekehrt: Im Gebrauch fällt auf, dass es dauernd Patronennachschub fordert und so den Unterhalt in schwindelnde Höhen treibt. Tintenabo-Programme wie HPs Instant Ink sind hier ein empfehlenswerter Ausweg. Allerdings bleibt zu bedenken, dass die kleinen Druckwerke der günstigen Heimgeräte auf Dauer mit der Mehrbelastung durch privaten und beruflichen Betrieb überfordert sind. Dafür sind sie schlicht nicht gedacht.

Wer die Seitenpreise des Tintenstrahldruckers auf ein Minimum drücken will, wählt einen Printer mit Tanksystem. Der Abgleich der Ausstattungsmerkmale und Leistungsdaten lohnt sich auch hier, um späterem Ärger und Enttäuschung vorzubeugen.

Mehr zum Thema zeigen wir in der Themenwelt Drucker. Dort haben wir beispielsweise auch einen Ratgeber, wie man den passenden Laserdrucker findet.

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