Teufel, Klipsch und Canton: Die besten Lautsprecher für Musik und Heimkino finden

Lautsprecher

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Wenn der Sound beim Musikhören oder am Filmabend einen nicht so recht vom Hocker haut, dann müssen neue Lautsprecher her. Wir erklären, was man beim Kauf beachten muss.

Wer auf der Suche nach gutem Klang zum Musikhören oder im Heimkino-Bereich ist, muss sich meist mit mehreren Komponenten beschäftigen. Eine Ausnahme sind hier Soundbars (Kaufberatung), die aber beim Thema Flexibilität und an anderen Stellen das Nachsehen haben. Die wichtigsten Bestandteile sind neben der Schaltzentrale eines modernen Wohnzimmers, dem AV-Receiver (Kaufberatung), vor allem die Lautsprecher. Sie sorgen wortwörtlich für den guten Ton. Hier gibt es nicht nur Unterschiede bei Größe, Bauart und Anzahl, sondern auch die richtige Aufstellposition, technische Parameter und vor allem die Qualität sind für die Zufriedenheit des Hörers verantwortlich. Damit Interessenten nicht vom schieren Angebot und den Fachausdrücken der Hersteller erschlagen werden, erklären wir in diesem Ratgeber, worauf Käufer für einen perfekten Klang achten müssen.

Es gibt zahlreiche Lautsprecherarten. Am bekanntesten und besonders stark verbreitet sind Stereo-Lautsprecher, wie man sie vom Musikhören kennt. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Ausführungen, wichtig ist vorrangig ihre richtige Positionierung (mehr dazu später) im sogenannten Stereo-Dreieck, um echten Stereo-Klang zu erhalten.

Im Heimkino kommen weitere Speaker zum Einsatz. Der Center-Lautsprecher wird dem Namen entsprechend meist mittig unterhalb von Fernseher oder Leinwand positioniert und übernimmt von dort aus hauptsächlich die Stimm-, aber auch Effektwiedergabe. Auch eine Aufstellung oberhalb ist – entsprechenden Platz vorausgesetzt – unproblematisch, sofern maximal ein 7.2-System ohne weitere Höhenlautsprecher verwendet wird. Im Heimkinobereich gehört er zu den wichtigsten Lautsprechern – ohne ihn leidet die Verständlichkeit von Dialogen ggf. deutlich.

Hinzu kommen die Surround-Lautsprecher. Sie sorgen für den nötigen „Mittendrin-Effekt“, also für echten 3D-Klang. Dafür werden je nach Auslegung zusätzliche Lautsprecher neben (5.1), hinter (7.1) und sogar über den Zuhörern (9.1/11.1) jeweils vorne und hinten platziert. Wichtig ist, dass der geplante (oder verwendete) AV-Receiver die nötigen Kanäle und Codecs zur Verfügung stellt. Je nach verwendetem Soundformat verlangen manche Anbieter zudem Spezial-Lautsprecher wie Dipole. Diese werden seitlich vor den Hörern platziert und strahlen den Sound nach vorne und hinten ab. Wer aus Platzgründen keine Höhenlautsprecher installieren kann, greift alternativ auf spezielle Lautsprecher zurück, die den Ton absichtlich an die Decke projizieren, der dann an die Hörer reflektiert wird. Das erweckt den Eindruck von akustischer Höhe.

Wer richtig tiefen Bass spüren will, kommt normalerweise nicht ohne Subwoofer aus. Zwar gibt es auch starke (Stand)Lautsprecher mit viel Tiefgang, allein durch die Größe bzw. das Gehäusevolumen, das in herkömmlichen Lautsprechern teilweise von anderen Komponenten belegt ist, klingen aktive Subwoofer aber tiefer und kräftiger. Durch ihre niedrige Frequenz von etwa 30 bis 80 Hz sind sie nicht im Raum ortbar und bilden das Sound-Fundament für bebende Heimkinos. Auch für Musikliebhaber können sie – abhängig von persönlichem Geschmack und der Musikrichtung – zur Unterstützung der restlichen Lautsprecher dienen. Wer nicht sehr leidensfähige Nachbarn hat, sollte Front-statt Downfire-Subwoofer bevorzugen. Die brauchen eine geringere Leistung und bringen die Bausubstanz so weniger zum Beben. Woofer mit 12 Zoll (darunter sollte es nicht gehen) gelten zudem als präziser als große 18-Zöller. Die sind dafür meist kräftiger und spielen tiefer. Das ist fürs Heimkino zwar gut, für die Musik abhängig vom Genre nicht unbedingt.

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Größen bei Lautsprechern. Am häufigsten wird dabei zwischen Micro/Mini-, Kompakt- und Standlautsprechern unterschieden. Micro/Mini-Lautsprecher sind häufig in günstigen Heimkino-Sets oder besonders kleinen Musikanlagen zu finden. Dem Namen entsprechend sind Mini- oder Micro-Lautsprecher besonders klein. Der Vorteil ist die meist platzsparende Aufstellmöglichkeit der kleinen Speaker, von Nachteil ist dabei vorwiegend die eingeschränkte Wiedergabefrequenz im Tieftonbereich. Zwar werden vor allem im Heimkino-Sektor solche kleinen Speaker mit aktiven Subwoofern gekoppelt, dennoch ist das keine optimale Lösung. Da die kleinen Lautsprecher meist nur bis 200 Hz herunterspielen können, muss der Subwoofer früher einsetzen, was ihn im Raum ortbar macht. Soll das verhindert werden, entsteht häufig ein Tieftonloch im Bereich von 80 bis 200 Hz, was dem Soundgenuss gerade bei Musik abträglich ist.

Hinzu kommt, dass solche kleinen Boxen häufig qualitativ nicht übermäßig gut sind. Das fängt bei Kunststoff als Lautsprechergehäuse an und geht mit einfachen Breitbandchassis weiter – nicht ohne Grund sind solche Lautsprecher, die es häufig in billigen 5.1-Sets zu kaufen gibt, als „Brüllwürfel“ verschrien. Wir raten deshalb dazu, nur bei besonders geringem Budget oder sehr wenig Platz darauf zurückzugreifen – in letzterem Fall lohnt sich eher ein Blick auf eine gute Soundbar (Kaufberatung).

Unter kompakten Lautsprechern versteht man meist sogenannte Regallautsprecher. Sie können in etwa doppelt so groß wie ein Schuhkarton sein und werden dem Namen entsprechend gern im Regal, aber ansonsten auch an einer Wand oder auf einem Hifi-Standfuß positioniert. Achtung: Nicht jeder Lautsprecher eignet sich für die Wandmontage, weil das den Ton maßgeblich beeinflusst. Vorteile im Vergleich zu Micro- oder Mini-Lautsprechern sind die meist höhere Qualität und Leistung, außerdem sind sie normalerweise als 2-Wege-Lautsprecher ausgelegt. Dabei übernimmt ein Hochtöner das Abspielen hoher Frequenzen, ein Mittel-Tieftöner den Rest. Im Vergleich zu Standlautsprechern sind sie eher für kleine Räume ausgelegt und werden aufgrund des geringeren Gehäusevolumens und dem dadurch linearen, weniger intensiven Tieftons besonders von audiophilen Musikliebhabern ausgewogenen Klangs bevorzugt.

In einem guten Surround-System fürs Heimkino passen sie aufgrund des deutlich besseren Klangs normalerweise harmonischer zu großen Standlautsprechern, die dann als Main-Speakern vorne links und rechts dienen. So lassen sich starke Standlautsprecher für die Musikwiedergabe mit qualitativ hochwertigem Surround-Sound kombinieren, da alle Lautsprecher – am besten aus der gleichen Serie – sehr ähnliche Klangcharakteristiken aufweisen.

Standlautsprecher eignen sich wegen der höheren Leistung und mehr Tiefgang durch die ausladenden Gehäuseausmaße besser für größere Räume. Sie sind zudem überwiegend als 3-Wege-Lautsprecher konzipiert, bei denen Hoch-, Mittel- und Tieftöne separat ausgewiesen sind. Sie benötigen aufgrund ihrer Höhe von locker einem Meter deutlich mehr Platz als kleinere Lautsprecher.

Oftmals stellt sich diese Frage gar nicht. Wer keinen Platz für klobige Standlautsprecher hat, muss ohnehin zu Regallautsprechern greifen. Das ist aber nicht zwangsläufig die schlechtere Wahl. Diese haben zwar im Durchschnitt Nachteile bei der Pegelfestigkeit und Basstiefe, bieten aber häufig eine bessere Genauigkeit und klarere Stereo-Abbildung. Demzufolge ziehen Musikliebhaber oftmals Regallautsprecher auf Standfüßen den Standlautsprechern vor. Der für die Aufstellung benötigte Platz ist dann nahezu identisch. Allerdings brauchen Boxen mit geringem Gehäusevolumen tendenziell mehr Leistung, um „großen Klang“ zu generieren, was teurere Verstärker voraussetzt.

Sorgen um die Lautsprecher müssen sich Interessenten wegen zu viel Leistung beim AV-Receiver nicht machen. Einer alten Hifi-Weisheit zufolge schädigt eher zu wenig Leistung dem Lautsprecher, nicht zu viel. Das setzt natürlich eine gewisse Vorsicht bei der Verwendung des Lautstärkeregler voraus: Wenn die Lautsprecher schon am Limit spielen, klirren oder anschlagen, sollte er schleunigst zurück statt weiter aufgedreht werden. Unabhängig davon gilt: Lieber kleiner, aber dafür hochwertiger kaufen.

Die Frage nach Regal- oder Standlautsprechern wird zudem von weiteren Faktoren außer dem zur Verfügung stehenden Platz beeinflusst. Abhängig von der eigenen Musik- und Hörvorliebe können Regallautsprecher mit eher verhaltenem Bass und dafür klaren und präzisen Mitten und Höhen die bessere Wahl als große Bassmonster sein. Hinzu kommt, dass gerade der Tiefton in Abhängigkeit von einem weiteren Faktor schnell Probleme bereiten kann: Raumbeschaffenheit. Durch sogenannte stehende Wellen oder Raummoden kommt es zu Bereichen, in denen der Bass kaum zu hören ist, an anderen Stellen ist er dann viel zu stark ausgeprägt. Das lässt sich oft durch die Positionierung von Lautsprecher oder Subwoofer oder durch die Verwendung eines zweiten Tieftonspielers verbessern, sorgt ansonsten aber für matschigen Gesamtklang und Frustration.

Wirkliche Einigkeit scheint es in der Fachpresse zum Thema Einspielen von Lautsprechern nicht zu geben. Während früher von Herstellern vor allem hochwertiger Lautsprecher darauf bestanden wurde, weisen heute Anbieter wie Teufel oder Canton darauf hin, dass das Einspielen, also das Anpassen und Einstimmen der Zentrierspinne von Lautsprechern, bereits während der Herstellung geschieht. Der Einspieleffekt zuhause wäre dann eher psychischer Natur.

Ggf. macht der Hersteller dazu in seiner Bedienungsanleitung Angaben, auf welche Weise und wie lange das geschehen muss. Durch das Einspielen, das entweder durch Sinus-förmige Schallwellen, häufig aber auch einfach durch das Abspielen von Musik mehrere Stunden am Stück bei Zimmerlautstärke geschieht, sollen sich alle Komponenten richtig "einschwingen", um anschließend für volle Leistung und ausgeprägten Klang bereit zu sein.

Wir können aus eigener Erfahrung sagen: Der Unterschied ist gravierend. Wer anfangs vielleicht enttäuscht vom Klang seiner teuren Neuanschaffung ist, meint hinterher, ganz andere Lautsprecher vor sich zu haben.

Grundsätzlich sollten Regal- und Standlautsprecher nicht eingequetscht oder direkt an die Wand gestellt werden. Das sorgt für toten, unpräzisen Klang. Außerdem produzieren Lautsprecher direkt an einer Wand meist mehr Bass, was oftmals der Präzision abträglich ist. Lassen sich die Boxen – etwa im Wohnzimmer – nicht anders positionieren, sollten Interessenten in solchen Fällen nach speziellen Lautsprechern Ausschau halten, die für die Wandmontage empfohlen sind. Ein Hinweis auf die Eignung als Wandbox können Bassreflex-Öffnungen nach vorn oder unten statt hinten sein. Hochwertige Aktivlautsprecher bieten zudem elektronische Helfer zum Entzerren des Tieftons, um Soundprobleme zu beheben.

Zum Aufstellungsort an sich gibt der Hersteller normalerweise Hinweise in der Bedienungsanleitung. Standlautsprecher oder Regalboxen sollten als Paar grundsätzlich im sogenannten Stereo-Dreieck aufgebaut werden, bei dem zwei Lautsprecher und der Zuhörer auf seiner bevorzugten Sitzposition die drei Ecken eines gleichseitigen Dreiecks bilden. Für den optimalen Stereo-Effekt sollten die Boxen nicht zu nah, aber auch nicht übermäßig weit entfernt stehen.

Wichtig ist es außerdem, die richtigen Lautsprecher für die eigenen Räumlichkeiten zu verwenden und sie richtig zu platzieren. Generell gilt: Ein großer Raum benötigt viel Leistung. Aber es kommt auch auf die Klangcharakteristik der Örtlichkeit an. Sogenannte „tote Räume“ schlucken viel Schall durch Teppiche oder Polstermöbel, Höhen gehen hier schnell unter. Im Gegensatz dazu stehen „lebendige Räume“ mit viel Reflexionsflächen wie harten Wänden und Böden. Höhen klingen dann schnell spitz und der Bass tritt dadurch weiter in den Hintergrund. Das lässt sich teilweise mit der Wahl von entsprechend klingenden Lautsprechern ausgleichen, teilweise durch deren (Neu)Positionierung im Raum.

Es wurde bereits beim (Unter)Thema Subwoofer angedeutet: Es gibt aktive und passive Lautsprecher. Gemeint ist, ob die Boxen über einen eigenen Verstärker verfügen oder nicht. Die meisten Lautsprecher sind passiv. Sie nutzen zur Verstärkung von Tönen einen AV-Receiver (Kaufberatung). Das macht sie im Vergleich zu aktiven Lautsprechern günstiger und zudem oft haltbarer. Denn Technik altert – entweder, weil die empfindlichen Bauteile mit der Zeit leiden, oder weil sie schlicht veraltet. Letzteres trifft primär auf aktive Regal-Lautsprecher zu. Sie bieten neben dem genau auf das eingebaute Lautsprecher-Chassis abgestimmten Verstärker oft auch einen Internet-Anschluss für Streaming und stellen dann gewissermaßen eine eigene kleine Musikanlage dar. Das spart Platz. Sind hier aber nach einigen Jahren wichtige Codecs obsolet oder streikt der eingebaute Verstärker, wandern solche Modelle – abhängig vom Preis – schnell in den Müll. Passive Lautsprecher halten hingegen bei normaler Nutzung gern auch einige Jahrzehnte. Dafür klingt nicht jeder Lautsprecher an jedem AV-Receiver gleich und Interessenten müssen unter Umständen aufwendig probehören, bis die richtige Kombination gefunden ist.

Am verbreitetsten ist bei Subwoofern eine aktive Auslegung, also mit eingebautem Verstärker. Da für die Wiedergabe niedriger Frequenzen bei gleicher Hörbarkeit deutlich mehr Leistung als für Mittel- und Hochtöne benötigt wird, müssen gerade Subwoofer über besonders leistungsstarke Endstufen verfügen. Das macht die Elektronik teuer. Allerdings möchte nicht jeder Besitzer eines AV-Receivers viel Geld für eine Endstufe ausgeben, die er vielleicht gar nicht benötigt. Daher hat sich die Verwendung aktiver Subwoofer etabliert – wer will, kann, muss aber nicht viel Geld für ansprechende Leistung ausgeben.

Wie viele Boxen benötigt werden, hängt von der gewünschten Wiedergabeart ab. Musik wird in Stereo genossen, dazu benötigt es also eine gute Endstufe und zwei ordentliche Lautsprecher. Sollen die Lautsprecher für Musik, Film oder beides genutzt werden? Für Filmton eignen sich Surround-Sets mit möglichst ähnlichen und gleich großen Lautsprechern plus Subwoofer. Hier ist es hilfreich, wenn alle Boxen vom selben Hersteller und aus der gleichen Serie stammen, da ähnliche Technik für Mittel- und Hochtöner verwendet wird. Unterschiedliche Größen, etwa für die beiden Hauptlautsprecher vorne, sind dabei nebensächlich. Beim aktiven Subwoofer hingegen spielt die Wahl des Herstellers eine untergeordnete Rolle, er kann problemlos von einem anderen Anbieter stammen.

Eine gute Mischung ist ein Set bestehend aus zwei großen Standlautsprechern oder guten Regallautsprechern für Musik, die bei Filmen von wenigstens zwei Surround-Speakern plus Center und Subwoofer unterstützt werden. Das bezeichnet man als 5.1, wobei die erste Ziffer die Anzahl an Lautsprechern und die zweite die Menge an Subwoofern angibt. Grundsätzlich muss der Center-Speaker, der für klare und volle Sprache im Film zuständig ist, ausreichend dimensioniert sein. Je nach Raumsituation kann es außerdem besser sein, zwei kleinere statt einem großen Subwoofer (etwa 5.2) zu nutzen. Damit lassen sich ungünstige Schallverteilungen ausgleichen, außerdem sind zwei Subs meist kräftiger als einer.

Eine Erweiterung stellt 7.1 oder 7.2 mit zusätzlichen Lautsprechern hinter den Zuschauern dar. Wer es auf die Spitze treiben will, setzt zusätzlich zwei oder vier Top-Firing-Module oder auch dedizierte Height-Lautsprecher (Höhenlautsprecher) ein (7.1.2 oder 7.2.4), die durch ihre Form und die hohe Platzierung Ton von oben auf die Hörer werfen. Damit lässt sich Dolby Atmos und DTS:X wiedergeben. Für Auro-3D sind ein 5.1-System sowie je zwei High-Lautsprecher vor und hinter der Zuhörer nötig.

Für die Montage hinter und neben den Zuhörern gibt es entweder diverse Lautsprecherständer oder gleich spezielle Wandlautsprecher. Als seitliche Lautsprecher müssen bei bestimmten 3D-Soundinhalten sogenannte Dipole verwendet werden, die Ton nach vorn und hinten gleichzeitig abstrahlen. Das ist hauptsächlich für THX-Ultra und Dolby ProLogic wichtig, spielt aber beim moderneren Dolby Digital oder DTS hingegen keine wichtige Rolle. Wer keine Boxen an oder in der Decke platzieren will, kann sich zudem mit Top-Firing-Modulen/Height-Lautsprechern behelfen, die auf das vordere Stereo-Paar gestellt werden und durch Reflexion über die Zimmerdecke ebenfalls Sound „von oben“ abgeben.

Viele Hersteller werfen mit Watt-Zahlen nur so um sich, frei nach dem Motto: Mehr ist besser. Tatsächlich gibt bei passiven Lautsprechern die Angabe in Watt keine Leistung im herkömmlichen Sinn an, sondern die maximale Belastbarkeit. Zumindest sollte das der Fall sein. Leider ist aus der bloßen Zahl nicht ersichtlich, ob es sich dabei etwa um eine maximale Belastbarkeit oder die Dauerbelastbarkeit handelt, für welche Frequenz das gilt oder wie genau dieses Limit definiert ist. Das mag unwichtig erscheinen, im Alltag macht es aber einen großen Unterschied, ob die Lieblingsboxen dann anfangen, zu klirren oder zu brennen …

Von solchen Watt-Angaben sollten sich Interessenten also nicht blenden lassen. Unterschieden wird ansonsten normalerweise zwischen Dauer- und Impulsbelastbarkeit, der wichtigere Wert ist die Dauerbelastbarkeit. Auch hier gilt allerdings: Ein hochwertiger Lautsprecher mit 80 Watt kann „lauter“ und voller klingen als ein Pendant mit angeblichen 200 Watt. Bei namhaften Herstellern dürfen möglichst hohe Angaben für Schalldruck und Watt aber immerhin als Anhaltspunkt dienen. Das gilt auch für Angaben zur passenden Raumgröße für Lautsprecher. Generell sollte ein Lautsprecher-Set zur Raumgröße passen. Die meisten Hersteller geben dafür grobe Vorgaben an, damit sich ein unterdimensioniertes Set akustisch nicht im zu großen Raum verliert.

Wer dennoch Wert auf Zahlen legt, sollte lieber auf den Wirkungsgrad und Impedanzverlauf der Lautsprecher achten. Der Wirkungsgrad gibt an, wie groß der Schalldruck der Box in 1 Meter Abstand ist, wenn er mit 1 Watt betrieben wird. Moderne Lautsprecher liegen bei rund 85 Dezibel oder höher, mehr ist grundsätzlich besser. Theoretisch benötigen Lautsprecher mit hohem Wirkungsgrad auch bei hohen Pegeln nur ein paar Watt, generell gilt aber, dass ein AV-Receiver nicht zu klein, sondern eher größer dimensioniert sein sollte, weil er dann die nötigen Leistungsreserven und mehr Kontrolle über die Lautsprecher bietet. Besonders niedrige Wirkungsgrade unter 80 dB fordern teils deutlich mehr Leistung vom Verstärker, können dafür aber andere Besonderheiten ermöglichen, etwa eine sehr hoch liegende akustische Präzision. Andererseits ist ein besonders hoher Wirkungsgrad von über 100 dB allein nicht zwingend ein Garant für hohe Pegel – hier kommt es erneut auf die Qualität an.

Die Impedanz ist frequenzabhängig und schwankt daher über das ganze Frequenzspektrum eines Speakers stark. Angegeben ist daher die niedrigste Impedanz, die sogenannte untere Grenzimpedanz. Sie sollte für 99 Prozent der Privatanwender bei mindestens 4 Ohm liegen, damit hat heute kein halbwegs brauchbarer Verstärker Probleme. Höhere Impedanzen bis 8 Ohm sind normalerweise ebenfalls kein Problem, niedrigere Impedanzen erfordern spezielle, hochstromfähige AV-Receiver.

Das lässt sich so nicht ohne Weiteres beantworten. Vergleicht man die reine Leistung, sind aktive Subwoofer normalerweise teurer als einfache Regalboxen, schließlich bringen sie noch eine Menge Technik mit. Außerdem ist das immer abhängig von den verwendeten Materialien und zum Teil auch der Marke, also dem Hersteller. Anderseits sind weder Markennamen noch das verwendete Material ein Garant für guten Klang. Zwar können Membranen aus Aluminium, Kevlar, Keramik, Diamant oder Beryllium ein Hinweis auf den hohen Aufwand sein, den ein Hersteller betreibt. Wichtiger ist aber das Ergebnis, also der Klang. Und den liefern andere Hersteller womöglich mit günstigeren Materialien genauso.

Während Fragen nach dem Einzelpreis wegen der hohen Spannbreite von wenigen Euros bis hin zu fünfstelligen Beträgen für Luxus-Lautsprechern nicht pauschal beantwortet werden können, gilt das aber doch mehr oder weniger aussagestark für die gesamte Musikanlage. So besagt eine Faustregel, dass allein für Lautsprecher 50 bis 60 Prozent des Gesamtbudgets ausgegeben werden sollten, bei einem reinem Stereo-Setup gern auch bis zum Dreifachen des Receiver-Preises. Der Rest fließt im ersten Fall dann in AV-Receiver, Kabel und Boxenständer. Außerdem sagt man generell, dass man lieber kleiner, dafür aber hochwertiger kaufen sollte. Reicht das Geld nicht, ist etwa zuerst der Kauf von AC-Receiver und Stereo-Lautsprechern sinnvoll, weitere Boxen können später nachgekauft werden. Hifi-Komponenten kauft man meist für einen langen Zeitraum und wer auf „Masse statt Klasse“ setzt, wird oftmals nur kurz Spaß daran haben. Außerdem geht es um die Qualität der Komponenten – eine hochwertige Regalbox leistet oftmals klanglich mehr als eine riesige Billig-Standbox. Das gilt sowohl für Lautstärke als auch für Präzision und Tiefgang des Sounds. Wichtig ist beim Kauf nach und nach, dass das spätere Ziel bereits klar ist, schließlich muss der Receiver ausreichend ausgestattet sein und auch die Lautsprecher sollten aus einer gemeinsamen Serie stammen.

Kabellose Lautsprecher bieten Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist zweifellos die freiere Wahl bei der Aufstellung etwa eines kabellosen Subwoofers – außer Strom muss kein weiteres Verbindungskabel gelegt werden. Das gilt natürlich auch für anderen Lautsprecherarten, teilweise gibt es diese sogar mit Akku, sodass nicht einmal ein fester Stromanschluss permanent in der Nähe sein muss. Ein Nachteil ist der höhere Preis für kabellose Komponenten, außerdem hatten frühere Modelle oft mit hörbaren Latenzen bei zu großer Entfernung zum Sender oder generell hoher Störanfälligkeit zu kämpfen. Bei modernen kabelloses Geräten ist das in normaler Umgebung heute aber anders, abgesehen vom höheren Preis fallen die anderen Nachteile kaum noch ins Gewicht. Hifi-Enthusiasten bevorzugen dennoch ein ausreichend dickes und qualitativ hochwertiges Kabel. Ob das wirklich Goldanteile haben muss oder ob Klangveränderung durch Material in den Bereich der Urban Legends fällt, ist wohl eher subjektiv.

Grundsätzlich gilt: Wer viel Geld für Lautsprecher ausgeben möchte, sollte sie zuvor unbedingt probehören – und zwar in den eigenen vier Wänden und genau dort, wo sie später dauerhaft stehen oder hängen sollen. Hifi-Spezialisten wissen das und sollten daher keine Einwände haben, sofern die Interessenten ordentlich auftreten. Im Online-Handel ist das ohnehin kein Problem, innerhalb von 14 Tagen können gekaufte Artikel normalerweise ohne Angaben von Gründen zurückgeschickt werden und es gibt das Geld zurück. Das setzt natürlich einen ordentlichen Umgang mit den Lautsprechern voraus. Etliche Hifi-Hersteller bieten Kunden zudem längere Probehör-Zeiträume an. Sollte eine Rückgabe bei Nichtgefallen aus irgendwelchen Gründen ausgeschlossen sein, raten wir dringend vom Kauf ab.

Lautsprecher, zumindest hochwertigere Modelle, sind ein Luxusgut. Sie sind nicht nur teuer, sondern ihre Auswahl braucht Zeit, sofern man nicht nach wenigen Monaten erneut viel Geld in die Hand nehmen will. Daher ist das Studieren von Tests als Anhaltspunkt sowie das Probehören beim Händler und auf jeden Fall zu Hause dringend angeraten. Wer sich im Gegenzug als Kino- oder Musikliebhaber diese Zeit nimmt und in seine persönlichen Lieblingsboxen investiert, hat dafür die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte etwas davon. Wer stattdessen einfach loszieht und die nächstbesten „Billigboxen“ kauft, kauft dem Sprichwort entsprechend meist doppelt.

Letztendlich ist das aber natürlich auch immer eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Geldes: Was dem Freund oder der Freundin klangtechnisch gefällt, muss dem eigentlichen Interessenten lange nicht passen. Wer außerdem einfach nicht so viel Geld ausgeben will, ist mit einer günstigen Anlage immer noch besser bedient, als ganz ohne. Und nur, weil wir generell zu Qualität und im Falle eines Heimkinos lieber zum Ausbau und Zukauf nach und nach raten, bedeutet das nicht, dass manch Nutzer nicht auch mit einem günstigen Komplettset glücklich werden kann.

Weitere Hilfestellung beim Kauf einer Musik- und Heimkinoanlage zu AV-Receivern (Ratgeber) haben wir an anderer Stelle bereits gegeben, generelle Informationen zum Thema Heimkino-Sound (Ratgeber) ebenfalls. Einfacher, aber deutlich weniger flexibel sind Soundbars (Ratgeber) und für draußen gibt es Outdoor-Lautsprecher mit Akku (Ratgeber).

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