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Airtings Wave Mini

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Smarte Luftsensoren messen Feuchtigkeit, Temperatur, Kohlendioxid, VOC und Radon. Dabei müssen sie nicht einmal teuer sein. TechStage zeigt, worauf es ankommt.

Vernetzte Luftqualitäts-Monitore für das Smartphone gibt es mittlerweile von zahlreichen Herstellern, wobei die Preisspanne von rund 10 Euro bis über 200 Euro reicht. Wir klären auf, was es auf dem Markt gibt, wo die Unterschiede liegen und wie die Einbindung in ein Smarthome helfen kann.

Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt Schimmel, zu niedrige kann krank machen. In der Praxis stellen sich drei Fragen: Was ist eine zu hohe, was eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit und wie lässt sich dieser Wert beeinflussen? Experten raten zu Werten zwischen 40 und 60 Prozent. In der Praxis helfen vor allem das richtige Lüften und Heizen, um die Luftfeuchtigkeit im grünen Bereich zu halten. Beim Heizen könnten smarte Heizkörperthermostate (Bestenliste) helfen. Dabei ist es einfacher, einen passenden Wert zu halten, als Extremwerte umzukehren. Eine kontinuierliche Messung und Benachrichtigungen bei Ausschlägen können das Leben deshalb angenehmer gestalten.

CO2 ist geruchs- und geschmacksneutral, der Mensch kann es also nicht erkennen – zumindest nicht ohne Hilfsmittel. Da Menschen und Tiere CO2 ausatmen, kann dieser Wert schnell steigen, vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn Fenster und Türen überwiegend geschlossen bleiben. Die Harvard School of Public Health hat ermittelt, dass eine zu hohe CO2-Menge in der Raumluft direkte Auswirkungen auf die Konzentrationsfähigkeit hat und deshalb zu vermeiden ist. Zu hoch sind Werte ab 1400 ppm (parts per million), akzeptabel ist der Bereich 1000 bis 1400 ppm und gut sind Werte unter 1000 ppm.

Kohlenstoffdioxid-Werte können in schlecht gelüfteten Büros und Klassenzimmern schnell ansteigen. Beispielsweise kann in einem 3,5 bis 4 Quadratmeter großen geschlossenen Raum mit einer einzigen Person der CO2-Gehalt in nur 45 Minuten von 500 ppm auf über 1000 ppm ansteigen.

Viele Raumluftsensoren messen zusätzlich die Temperatur. Experten sagen, dass im Schlafzimmer die optimale Raumtemperatur bei 16 bis 18 Grad Celsius liegt, im Wohn- und Arbeitszimmer sowie der Küche bei 19 bis 22 Grad und im Kinderzimmer sowie im Bad 22 bis 24 Grad optimal sind.

Mit den flüchtigen organischen Verbindungen VOC (volatile organic compounds) sind zahlreiche Stoffe gemeint, die bei gewissen Temperaturen in die Gasphase übergehen, sich also in der Luft befinden und eingeatmet werden. Sie können bei zu hoher Konzentration Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und Reizungen der Atemwege hervorrufen.

Dabei ist es gar nicht so einfach, hohe VOC-Konzentrationen zu vermeiden. Die Verbindungen sind unter anderem in Möbeln, Farben, Stoffen und Reinigungsmitteln enthalten. Negative Auswirkungen auf die Gesundheit sind unter Umständen spürbar, obwohl viele Stoffe sowohl geruchs- als auch geschmacksneutral sind. Ganz vermeiden lassen sie sich nicht. Das Bundesumweltministerium empfiehlt, Produkte mit dem Siegel Blauer Engel zu kaufen und Materialien zu verwenden, die laut AgBB-Bewertungsschema geprüft wurden. Auch hier gilt, wenn sich die Quellen nicht vollständig vermeiden oder beseitigen lassen: Lüften reduziert die VOC-Konzentration in Innenräumen. Doch es gibt es auch für diese Stoffe Sensoren, die vor zu hohen Konzentrationen warnen.

Bei Radon handelt dies sich um ein radioaktives Gas, das aus dem Erdboden oder aus Baumaterialien entweichen kann. In Deutschland gibt es je nach Region eine unterschiedlich starke Radonkonzentration im Boden, welche von dort in Innenräume gelangen kann. Radon ist unsichtbar sowie geschmacks- und geruchsneutral. Sensoren können das Gas erkennen. Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor hohen Radon-Konzentrationen, da es auf lange Sicht das Lungenkrebsrisiko erhöht. Etwa fünf Prozent der Lungenkrebstoten sollen auf zu hohe Radonbelastungen zurückzuführen sein. Auch hier kann Lüften helfen.

Die Genauigkeit von günstigen Raumluftsensoren kann stark variieren, wie das Paper der World Meteorological Organization (WMO) zeigt. Demnach liefern sie häufig gerade was die Messung von CO2 angeht akzeptable bis gute Ergebnisse. Bei VOC, Radon und anderen Werten weichen sie stark von den mit professionellen Referenzmessgeräten erfassten Werten ab und sind laut dem Paper kaum zu gebrauchen. Wie genau die hier vorgestellten Sensoren messen haben wir nicht ermittelt.

Das Xiaomi Bluetooth Thermometer kostet auf Amazon und Co. knapp 10 Euro, im Zweier- oder Dreierpack twas weniger. Wer bei Banggood (Kauflink) mit dem Gutscheincode BGXIAOMIC bestellt, bekommt für 14 Euro inklusive der Versandkosten aus China gleich drei Bluetooth-Thermometer.

Für diesen unschlagbar günstigen Preis bekommt der Käufer ein kleines Thermometer mit den Seitenmaßen von 43 Millimeter und einer Höhe von 13 Millimetern. Sein unbeleuchtetes LCD ist mit 38 Millimeter Diagonale ausreichend groß.

Das Display zeigt im oberen Bereich dauerhaft und groß die aktuelle Temperatur an. Im unteren Bereich steht die Luftfeuchtigkeit in Prozent, direkt daneben symbolisiert ein Emoji die Luftqualität.

Der Clou am Xiaomi Bluetooth Thermometer ist aber seine Einbindung in das Xiaomi Smart Home Ökosystem. So sendet es etwa via Bluetooth grafisch aufbereitet einen Verlauf der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Auch kann es dank Wenn-Dann-Befehle als Aktor agieren. Das funktioniert aber nur mit Geräten, die ebenfalls von der Xiaomi-App unterstützt werden. Was immer geht, ist etwa eine Benachrichtigung, wenn die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit einen zuvor bestimmten Wert über- oder unterschreitet.

Eigentlich sollte das Xiaomi Bluetooth Thermometer auch Alexa unterstützen. Tatsächlich finden wir sie nach der Freigabe durch die Xiaomi-App bei Alexa. Allerdings übermittelt der Sensor weder Temperatur-, noch Luftfeuchtigkeitsdaten.

Insgesamt hat uns das Xiaomi Bluetooth Thermometer im Test dennoch gefallen. Wer günstig kauft, zahlt weniger als fünf Euro pro Sensor. Dafür zeigt es sehr zuverlässig und genau die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Dass es dank Bluetooth und App dann auch noch als Aktor im Xiaomi-System herhält oder Benachrichtigungen verschickt, ist ein nettes Gimmick, dass sicher einige Fans finden wird.

Der 3,6 x 3,6 x 0,9 Zentimeter große Aqara-Sensor kann mit Zigbee über den optionalen Aqara Hub in Apple HomeKit, in Amazon Alexa und Google Assistent integriert werden und misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Ihm fehlt ein Display und die Möglichkeit, VOC zu erkennen. Er ist mit etwa 20 Euro einer der günstigsten smarte Raumluftsensoren am Markt.

Überhaupt stehen Nutzern mit den günstigen Sensoren und Aktoren von Aqara viele Möglichkeiten offen. Einen tiefen Einblick in diese Smart-Home-Lösung bietet unser Ratgeber Günstig, gut & Homekit: Aqara Smart Home im Test.

Dieser Sensor arbeitet mit dem Kommunikationsstandard Z-Wave, der von vielen Gateways unterstützt wird. Der Eurotronic Luftgütesensor misst neben VOC-Werten auch CO2, die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit und den Taupunkt. Mit 6,8 x 6,8 x 1,7 Zentimeter ist das Gerät angenehm klein, ein Display gibt es nicht. Allerdings signalisiert eine kleine LED, wenn es an der Zeit ist zu Lüften.

Dank Z-Wave kann der Eurotronics Raumluftsensor etwa in Samsung Smarthings eingebunden werden. Was mit Samsungs Smart-Home-Lösung alles möglich ist, zeigen wir im Ratgeber Samsung Smartthings: Toller Ansatz mit Fehlern.

Die kupferfarbene Röhre mit den Maßen von 4,5 x 15,5 Zentimetern von Netatmo kann neben der Luftfeuchtigkeit auch die Temperatur, den CO2-Gehalt der Raumluft und als Besonderheit die Lautstärke messen. Ausgewertet werden diese Daten in der App des Herstellers. Der Sensor hat keinen Akku, muss also stets am Stromnetz hängen. Auf Wunsch verbindet er sich mit Homekit. Alexa und den Google Assistant unterstützt er nicht. Die App versendet Warnungen, wenn die vom Hersteller eingegebenen Grenzwerte überschritten werden und gibt Tipps zur Verbesserung des Raumklimas. Die Netatmo Wetterstation mit Regen- und Windsensor (Testbericht) schnitt bei uns gut ab.

Der mit seinen Maßen von 1,5 x 5,4 x 5,4 Zentimeter handliche Sensor Eve Room kann Temperatur, Luftfeuchtigkeit und VOC messen. Das Gerät steht auf den Tisch oder hängt an der Wand. Der Akku erlaubt einen Betrieb von sechs Wochen, danach wird er über Micro-USB wieder aufgeladen. Ein monochromes E-Ink-Display zeigt die gemessenen Werte an. Die Eve-App bildet alle Messwerte in Diagrammen nach Stunden, Tagen, Wochen, Monaten und Jahren ab. Eve Home versteht sich mit Apples Homekit und gelangt so ins Smart Home. Was mit Apple Homekit alles möglich ist zeigen wir im Ratgeber Apple Homekit: Endlich gute Smarthome-Steuerung.

Der kreisrunde Sensor ohne Display dafür mit LED-Punkt misst neben der Temperatur auch die Luftfeuchtigkeit und VOC aber kein CO2. Über diese Werte ermittelt Airthings Wave Mini auch das Schimmelrisiko. Die Verbindung zum Smartphone erfolgt via Bluetooth, die Auswertung über eine App für iOS und Android. Die LED auf dem Gerät aktivieren Nutzer, indem sie vor dem Gerät winken. Sie zeigt mit einem Farbcode die Raumluftqualität an und rät zum Lüften. Eine Anbindung an den Google Assistant und den Automatisierungsdienst IFTTT ist möglich.

Der Sensor kann im Vergleich zum Airthings Wave Mini zusätzlich den Luftdruck, die Kohlendioxid- und die Radonkonzentration in der Luft messen. Die Anbindung ans Smartphone erfolgt via Bluetooth. Auf der Vorderseite befindet sich ein LED-Leuchtring, der die Luftqualität anhand von drei Farben signalisiert. Dazu muss der Nutzer nur mit der Hand vor dem Sensor winken. In der Smartphone-App werden die Daten archiviert und lassen sich grafisch auswerten.

Der vom Hersteller als Echtzeit-Luftqualitäts-Tracker bezeichnete Sensor befindet sich in einer kleinen Röhre, in der auch die Elektronik und ein Akku eingebaut sind. Der Atmotube Plus soll bis zu sieben Tage mit einer Akkuladung arbeiten können und ermittelt Daten zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit, VOC und Luftdruck. Per Bluetooth LE werden die Daten ans Smartphone oder Tablet weitergegeben, wo sie eine App des Herstellers für iOS und Android auswertet. Eine Einbindung ins Smart Home etwa über Alexa, Google Assistant oder Homekit ist nicht möglich.

Viele Rauchmelder piepsen nicht einfach nur, wenn die Luft dick wird. Ganz besonders schlaue Exemplare messen kontinuierlich die Luftqualität und schlagen Alarm, wenn es an der Zeit ist, das Fenster zu öffnen. Oder sie agieren als Aktoren und öffnen es im Zusammenspiel mit passenden Smart-Home-Geräte gleich selbst.

Dabei sind smarte Rauchmelder nicht einmal teuer, die ersten Exemplare mit WLAN fangen bereits bei 15 Euro an. Welche smarten Rauchmelder es gibt und worauf man beim Kauf achten sollte, zeigt die Kaufberatung: Smarte Rauchmelder ab 15 Euro.

Besonders beliebt unter den Rauchmelder mit Luftmessung ist der Google Nest Protect, der das neutral-riechende aber hochgefährliche Kohlenmonoxid erfasst und entsprechend seinen Besitzer informiert.

Auch der Bosch Twinguard Rauchmelder misst dauerhaft Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit. Daraus errechnet die Bosch-App einen Luftgütewert und gibt Empfehlungen für ein optimales Raumklima.

Die Sensoren können ihre Messwerte in Apps und teilweise auch in Smart-Home-Systeme von Apple, Google, Amazon und Co. einspielen. Diese unterstützen meist auch Sprachbefehle und erlauben es beispielsweise, den CO2-Wert oder die Luftfeuchtigkeit abzufragen oder andere Aktoren anzusteuern. Ohne Smart-Home-Anbindung tauchen Benachrichtigungen auf Smartphone und Tablet auf.

Wir haben mehrere Praxisversuche in Wohnungen gemacht, unter anderem mit dem Netatmo Luftqualität Messgerät und dem Airthings Wave Plus. Nach einiger Zeit wird es schon fast zum Ritual, bei CO2-Warnungen die Fenster aufzumachen und zu lüften. Zu Zeiten, an denen das Fenster sonst eher zugeblieben wäre.

Aber ist das schon der Weisheit letzter Schluss? Eher nicht. Wenn sich Fensteröffner, Ventilatoren (Ratgeber) und Heizungen ebenfalls im Smart Home befinden, dann könnte ein System sich selbst regeln.

Leider fehlt im Consumer-Bereich hier noch die notwendige Hardware, von Heizungsthermostaten (Bestenliste) einmal abgesehen. Für Dachfenster hat Velux bereits 2018 ein Homekit-fähiges Angebot geschnürt, das aus den Fenstern, einer Motorsteuerung samt Elektronik und einem Raumklima-Sensor besteht, der ständig Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität (CO2-Gehalt) im Raum misst und daraufhin entweder manuell oder per Sprachbefehl das Fenster öffnet oder schließt, beziehungsweise die Verschattung steuert. Als Sensor können dann auch Eve Room, Aqara und Netatmo herhalten.

Für normal angebrachte Fenster bietet eQ-3 den Homematic Funk-Fensterantrieb Winmatic an, der über die Zentrale des Homematic-Systems angesprochen werden kann. Die Apparatur wird anstelle des Fenstergriffs montiert und arbeitet mit einem Akku oder im Netzbetrieb. Eine Schnittstelle zu Amazon Alexa ist in Homematic bereits vorhanden. Homematic enthält keine offizielle Schnittstelle zu Homekit, doch mit der Serverlösung Homebridge und dem passenden Plugin ist eine Ansteuerung und die Einbindung in Automationen und Szenen möglich, erfordert aber etwas Einarbeitung und einen Raspberry Pi, ein Synology-NAS oder einen Windows-, Linux- oder Mac-Rechner. Mehr dazu in Homematic IP im Test: Fast perfektes Smart Home.

Ramluftsensoren müssen nicht teuer sein, wie der Aqara-Sensor für 20 Euro zeigt. Dieser misst zwar lediglich Temperatur und Luftfeuchtigkeit, lässt sich aber über Zigbee und einem Gateway in Apple Homekit (Ratgeber) einbinden. Mehr zum System gibt es im Ratgeber Günstig, gut & Homekit: Aqara Smart Home im Test.

Wer zusätzlich den VOC-Wert oder den CO2-Gehat messen will, muss tiefer in die Tasche greifen. Hier bietet sich etwa der Eurotronics-Luftsensor für 60 Euro an, der beide Werte abbildet. Er bindet sich über Z-Wave in Samsung Smartthings (Ratgeber) ein. Wer einen guten Sensor für Homekit sucht, kann zum Netatmo-Luftqualitätsmesser greifen, dieser kostet rund 100 Euro. Der über 200 Euro teure Airthings Wave Plus ist der einzige Sensor unserer Übersicht, der zusätzlich das gefährliche Radon misst.

Zu einem Sensor ohne Smart-Home-Anbindung raten wir nur Käufern, die mittelfristig nicht planen, ihr Heim smart zu gestalten. Dabei bietet Smart Home viele Komfortfunktionen und muss nicht unbedingt teuer sein. Welche Möglichkeiten es gibt Leuchten, Heizung, Steckdosen und Co. zu vernetzen und anschließend per Routinen und per Sprache zu steuern, zeigen wir in unserem Ratgeber Smart Home: Mit wenig Geld zum Erfolg. Wer gerade dabei ist, ein Haus zu bauen, dem könnte unser Ratgeber Tipps für Bauherren: Smart-Home-Grundlagen für den Neubau weiterhelfen.

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