Stromgeneratoren mit Benzin oder Photovoltaik: Autark ab 180 Euro

Mobile Stromgeneratoren

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Für eine autarke Stromversorgung bieten sich neben Benzin-Invertern auch Solargeneratoren an. TechStage zeigt, wie sich die Systeme unterscheiden und welche Lösung für die eigenen Aufgaben am besten geeignet ist.

Egal, ob fernab des Stromnetzes oder bei einem Stromausfall: Stromgeneratoren ermöglichen eine unabhängige Stromversorgung. Neben den bekannten Generatoren mit Benzinantrieb bieten sich hier Powerstations mit Photovoltaik an. Beide Systeme haben Ihre Vor- und Nachteile, welche wir folgend aufzählen.

Dieser Artikel gehört zu unseren Themenwelten Solar und Werkstatt. Hier testen wir etwa Powerstations oder zeigen, wie PV-Anlagen mit Ersatzstrom in der Praxis funktionieren oder erklären, welcher Hochdruckreiniger am besten geeignet ist.

In diesem Ratgeber geht es nun um die Unterschiede bei der mobilen Stromerzeugung.

Die gängigste Lösung für eine unabhängige Stromversorgung sind Stromgeneratoren mit Verbrennungsmotor. Neben Container-großen Lösungen für Baustellen und Betriebe gibt es diese auch deutlich kompakter für Privathaushalte. Mit Preisen ab unter 200 Euro sind sie zudem erfreulich günstig. Allerdings gibt es einige Punkte, auf die man beim Kauf achten sollte.

Die Geräte unterteilen sich in Inverter, mobile Stromerzeuger und große Notstromaggregate. Für Privatanwender kommen die beiden ersten Lösungen infrage. Mobile Stromgeneratoren sind in der Regel größer, leistungsstärker, lauter und günstiger als Inverter-Stromerzeuger (Wechselrichter). Inverter sind aber nicht nur kompakter und leiser, sie bieten auch eine sehr stabile Stromfrequenz. Diese kann bei mobilen Stromgeneratoren schwanken, was bei empfindlichen Geräten wie Computern, Messinstrumenten oder TVs zu Problemen führen kann.

Abgesehen von der Bauform unterscheiden sich die Geräte auch in der maximal verfügbaren Leistung. Wie hoch diese sein muss, ist vom Verwendungszweck abhängig. Dass der Preis eher von Bauform und Hersteller als von der Leistung abhängig ist, zeigen folgende Beispiele.

Das günstigste Modell mit Benzinmotor im Preisvergleich ist der mobile Stromgenerator Güde GSE 950 für 134 Euro. Das 17 kg schwere Gerät hat eine Dauerleistung von maximal 650 W. Der mit 320 Euro deutlich teurere Inverter ISG800 von Güde schafft 700 W, wiegt dafür nur 11 kg. Den mobilen Stromgenerator Einhell TC-PG 35/E5 gibt es hingegen schon ab 293 Euro. Das mit knapp 42 kg sehr sperrige Gerät leistet satte 2600 W.

Die Vorteile der Stromgeneratoren mit Verbrennungsmotor sind deren hohe Leistung im Verhältnis zum Anschaffungspreis und die Tatsache, dass der Strom bei Bedarf sofort zur Verfügung steht. Auch das für den Betrieb notwendige Benzin/Diesel und das benötigte Öl sind fast rund um die Uhr flächendeckend verfügbar.

Doch auch die Nachteile sollte man bedenken. So sind insbesondere die mobilen Stromerzeuger alles andere als kompakt und leicht. Zudem machen die Geräte während des Betriebs Lärm und produzieren Abgase. So müssen die Geräte draußen betrieben werden, was wegen der Lautstärke aber nicht unproblematisch ist. Das Betreiben solcher Generatoren ist deshalb etwa auf vielen Campingplätzen untersagt. Je nach Modell, Häufigkeit der Nutzung und Wetterbedingungen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit), kann es außerdem etwas dauern, bis die Motoren endlich ordentlich arbeiten.

Die zweite Möglichkeit fernab des Stromnetzes elektrische Verbraucher zu versorgen, sind Solargeneratoren, welche Strom mithilfe von Photovoltaik erzeugen. Die mobilen Varianten, auch Powerstations genannt, sind eine Kombination aus Solarpanel, großem Akku und Stromwandler inklusive 230-V-Steckdose. Der Ansatz hat einige praktische Vorteile gegenüber einem einzelnen Solarpanel. Da der Strom gespeichert wird, steht er auch bei Bewölkung oder nachts zur Verfügung – wenn die Sonne nicht scheint oder nur wenig Energie abwirft. Über Ladezustand, Ein- und Ausgangsleistung informiert bei fast allen Modellen ein Display.

Diese Powerstations (Themenwelt) gibt es ebenfalls in verschiedenen Größen und Leistungsklassen. Ähnlich wie die Inverter, wird hier eine reine Sinuswelle ausgegeben, sodass auch sensible Elektronik, wie Messgeräte oder PCs keine Probleme bereiten.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Kapazität, desto größer, schwerer und teurer ist die Powerstation. Die Leistung kleiner Geräte ist zwar häufig ebenfalls niedriger, allerdings ist dies nicht zwangsläufig so. Die Ecoflow River (Testbericht) ist mit ihren 288 Wh zwar eine der kompaktesten Powerstations, die wir bisher getestet haben, allerdings bietet sie eine maximale Dauerleistung von satten 1800 W. Das Modell Anker Powerhouse 521 (Testbericht) bringt es hingegen auf 512 Wh, aber nur 200 W Leistung.

Die bisher stärksten Modelle mit der größten Kapazität aus unseren Tests sind die Jackery Explorer 2000 Pro (Testbericht), die Ecoflow Delta (Testbericht) und die Bluetti Poweroak EB150 (Testbericht), Flashfish UA1100 (Testbericht) und Jackery Explorer 1000 (Testbericht). Diese speichern zwischen 1000 und über 2000 Wh (2 kWh) leisten zwischen 1000 und 2160 Wh (1 bis 2,2 kWh). Wer glaub, hier sei schon das Ende des Möglichen erreicht, der irrt. Die auf dem Weg in die Redaktion befindliche Ecoflow Delta Pro leistet bis zu 3600 W und hat einen internen Speicher von 3,6 kWh – welcher auf bis zu 25 kWh erweitert werden kann. Mobil ist diese Lösung dann allerdings nicht mehr.

In der Regel stehen bei den Geräten neben 230-V auch USB-Ausgänge und 12-V-Gleichstrom zur Verfügung. Dank USB-C PD mit bis zu 100 W kann man dann etwa auf ein zusätzliches Netzteil für Notebook & Co. verzichten. Viele der bisher getesteten Powerstations haben außerdem eine LED als Notlampe an Bord. Zudem gibt es einige Modelle mit besonderen Extras. So hat etwa der Hersteller Bluetti bei der Poweroak EB70 (Testbericht) und bei der frisch in der Redaktion eingetroffenen AC200 Max zusätzlich kabellose Lade-Pads integriert. Das Modell Ecoflow Delta (Testbericht) kann hingegen als USV eingesetzt werden und hat zudem eine sehr effiziente Schnellladefunktion an Bord. Die Blitzwolf BW-PG1 (Testbericht) verzichtet zwar auf ein normalerweise übliches Status-Display, hat dafür aber einen partytauglichen Bluetooth-Lautsprecher spendiert bekommen.

Neben dem Laden per Photovoltaik ist üblicherweise auch das Laden an der 12 V KFZ-Dose (Zigarettenanzünder) oder an einem 230-V-Anschluss möglich. Am sinnvollsten ist zwar der Betrieb mit einem oder mehreren Solarpanels. Da diese aber nicht immer genug Strom abwerfen oder es einfach mal schneller gehen muss, erhöhen die alternativen Lademöglichkeiten die Flexibilität.

Wie lange das Laden per Photovoltaik dauert, hängt von der Leistung des/der Panels als auch von der zu ladenden Kapazität und dem Wetter ab. Als Faustregel gilt: Mit einem 100 W Panel ist bei gutem Wetter ein durchschnittlicher Ertrag von etwa 500 Wh möglich. Für die Powerstation XMund XD-PS10 (Testbericht) wäre das genau ausreichend, um den Stromspeicher an einem Tag zu füllen. Eine Jackery Explorer 1000 bräuchte allerdings zwei, die Bluetti Poweroak EB150 drei und die Jackery Explorer 2000 Pro mehr als vier Tage. Wer nicht so viel Zeit hat, muss mehrere oder stärkere Panels einsetzen. Die Explorer 2000 Pro (Testbericht) kam deshalb mit insgesamt sechs 200-W-Panels zum Test. Mit der enormen Gesamtleistung von 1200 W hat das Aufladen der 2160 Wh weniger als drei Stunden gebraucht. Das Hauptproblem bei den Panels: Sie benötigen Platz und sind teuer.

Um sich eine grobe Vorstellung machen zu können, welche Leistung mindestens benötigt wird, haben wir folgend einige Verbraucher aufgezählt.

Bei sensibler Elektronik wie Messgeräten oder Computern sollte die Leistung in Form einer reinen Sinuswelle zur Verfügung stehen. Das ist in der Regel bei Invertern und Solargeneratoren der Fall. Mobile Stromgeneratoren mit Verbrennungsmotor sind hier die falsche Wahl.

Die aufgelisteten Werte sind allerdings nur ein Anhaltspunkt – im Zweifel sollte man den Verbrauch der eigenen Geräte mit einem Strom-Messgerät ab etwa 10 Euro überprüfen. Neben der aktuellen Leistung wird hier auch der zum Teil deutlich höhere Anlaufstrom gemessen. Und dieser ist letztlich entscheidend, um die Mindestleistung des Stromgenerators zu ermitteln.

Verbraucher benötigte Dauerleistung Anlaufstrom
Notebook 60 W 60 W
Eiswürfelbereiter 140 W 140 W
Kappsäge 1500 W über 3800 W
LCD TV 500 W 500 W
Kühlschrank 200 W 600 W
Gefrierschrank 700 W über 2000 W
Toaster 950 W 950 W
Wasserkocher 1800 W 1800 W
Föhn 1800 W 1800 W
Hochplatte 1500 W 1500 W
unser PC Arbeitsplatz (Notebook, 2x 24" Monitore, Telefon und Laserdrucker) 140 W über 600 W (Der Drucker hat einen erhöhten Anlaufstrom und benötigt beim Drucken deutlich höhere Leistung als im Stand-by-Betrieb)

Wie man sieht, gibt es hier große Unterschiede. Wer einen Fehlkauf vermeiden möchte, sollte hier im Vorfeld ausreichend planen. Wer mehrere Verbraucher gleichzeitig nutzen will, muss deren Leistung addieren.

Folgend haben wir die wichtigsten Punkte zusammengefasst und im Anschluss einige Schlüsse daraus gezogen.

Wer auch nachts und in Innenräumen versorgt sein will, etwa beim Camping, ist am besten mit einem Solargenerator beraten. Der arbeitet (fast) lautlos und ist auch für sensible Technik geeignet. Hier sollte man aber gut planen, welche Leistung und Kapazität benötigt werden – da sich das auf Preis, Größe und Gewicht auswirkt. Soll der Strom allein mithilfe von Photovoltaik erzeugt werden, ist die Lösung allerdings teuer und zudem wetterabhängig. Im Zweifel muss man hier auch erst warten, bis der Akku geladen ist, die Energie ist also nicht spontan abrufbar.

Soll die Lösung möglichst spontan nutzbar sein und viel Leistung bieten, um etwa Werkzeug fernab der Steckdose einzusetzen, sind mobile Stromgeneratoren die günstigste Lösung. Die Geräte sind allerdings groß, schwer, laut und können nur im Freien genutzt werden. Für PC und Messtechnik sind sie nicht geeignet. Hier kommen die etwas teureren, dafür aber kompakteren und leiseren Benzin-Inverter infrage. Ansonsten gelten hier die gleichen Vor- und Nachteile wie beim mobilen Stromgenerator.

Um zu jeder Tageszeit, überall und auch bei schlechtem Wetter für längere Zeit autark zu sein, braucht es eigentlich eine Kombination aus Solargenerator mit Photovoltaik-Panels und mobilem Stromgenerator. Im Regelfall würde der Bedarf hier vom Stromspeicher der Powerstation gedeckt. Neben reiner Sinuswelle steht hier auch Gleichstrom, etwa für USB-Verbraucher, zur Verfügung. Zum Laden des Speichers käme bei gutem Wetter das oder die Photovoltaik-Module zum Einsatz. Bei schlechtem Wetter und/oder hohem Leistungsbedarf stände der mobile Stromgenerator mit Verbrennungsmotor bereit.

Mobile Stromversorgung muss nicht teuer sein, wenn man mit Einschränkungen leben kann und ordentlich plant. Günstige mobile Stromgeneratoren gibt es ab etwa 150 Euro. Die leiseren und auch für sensible Technik geeigneten Benzin-Inverter sind im Preisvergleich ab 200 Euro zu finden. Flüsterleise Solargeneratoren, die gleichzeitig als flexibler Stromspeicher dienen, gibt es je nach Kapazität und Leistung zwischen 150 und mehreren tausend Euro.

Wer mehr als nur Werkzeug antreiben oder den Campingwagen mit Strom versorgen will, der sollte sich unsere Artikel Autark bei Blackout: Photovoltaik-Stromspeicher mit Notstromfunktion und Notstromversorgung: So funktionieren PV-Anlagen mit Ersatzstrom in der Praxis ansehen.

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