Solarmodule: Worauf es bei mobilen Photovoltaik-Panels ankommt

Mobile Solarpanels

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Photovoltaik-Module für unterwegs gibt es in unterschiedlichsten Größen-, Leistungs- und Preisklassen. TechStage zeigt die wichtigsten Kriterien und worauf es beim Kauf ankommt.

Von USB-Gerät bis zur Powerstation: Mobile Solarpanels bieten sich zur Stromversorgung fernab der Steckdose an. Neben unterschiedlichen Preisen und Leistungen unterscheiden sich diese 18 bis 24-V-Solarpanels auch in anderen Punkten. TechStage hat sich im Rahmen der Einzeltests von mobilen Solargeneratoren (Themenseite) einige Modelle verglichen und dabei praktische Erfahrungen gesammelt.

In diesem Ratgeber zeigen wir, worauf es bei der Wahl des mobilen Photovoltaik-Panels ankommt. Der Artikel erscheint in unserer Themenwelten Solar und Outdoor.

Solarpanels gibt es von 5 bis hin zu mehreren hundert Watt Leistung. Doch was braucht man eigentlich in der Praxis?

Wie hoch die Leistung eines Solarmoduls ist, hängt von Aufbau und Technologie ab. Leider finden sich hier insbesondere bei den mobilen Panels nur wenige technische Angaben – echte Datenblätter oder Messwerte gibt es kaum. In der Regel werben die Hersteller mit "höchster Effizienz" und einem Wirkungsgrad zwischen 21 und 23 Prozent – das machen allerdings sowohl die Markenhersteller als auch die Budgetanbieter aus China. Welche Technologie tatsächlich hinter welchem Panel steckt, bleibt für den Käufer unklar. In diesem Ratgeber geht es somit um praktische Erfahrungswerte und weniger um technische Details.

Wie lange ein Verbraucher, etwa eine Powerstation mit 230-V-Anschlüssen, zum Laden mit einem Solarpanel braucht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Faktor ist die Kapazität, die geladen werden muss. Je größer der Akku, desto länger die Ladedauer bei gleicher Ladeleistung.

Der zweite Punkt ist die Leistung, mit der geladen wird. Je höher diese ist, desto kürzer dauert der Ladevorgang. Neben den Wetterbedingungen und der theoretischen Nennleistung des Panels spielt hier auch die maximale Eingangsleistung der Powerstation eine begrenzende Rolle. Ist diese stark eingeschränkt, lassen sich mehrere oder stärkere Module nicht anschließen, um die Ladezeit zu verkürzen.

Fakt ist, mit Mini-Panels in der Größe eines Smartphones oder Solarmodulen in DinA4-Format kommt man nicht weit, wenn man mehr als nur das Handy laden möchte. Bei unserem Test eines aus mehreren Einzelmodulen bestehenden 18-W-Panels konnten wir zwar Powerbank und Handy laden, allerdings dauert auch das einen ganzen Tag. Um große Akkus von Powerstations zu laden (die von uns getesteten Modelle haben Kapazitäten zwischen 260 und über 1200 Wh) braucht es deutlich mehr Leistung. Unter 100 W sollte man hier gar nicht erst anfangen, da das Laden sonst nicht nur viele Stunden, sondern Tage dauert. Besser sind hier 150, 200 oder 400 W Leistung – wenn der Solargenerator das verträgt und es das Budget hergibt.

Die angegebenen Leistungswerte sind grundsätzlich nur theoretisch bei bestem Wetter und idealer Ausrichtung des Panels möglich. In der Praxis bedeutet das, dass die Solarmodule selbst an sonnigen Tagen im Tagesdurchschnitt nur einen Teil der angegebenen Leistung erreichen. Bei einem 100-W-Modul spricht man von einer Tagesgesamtleistung von etwa 500 Wh – bei gutem Wetter!

Bei vollem Sonnenschein zur Mittagszeit schaffen selbst die günstigen Panels annähernd die angegebene Nennleistung. Doch was heißt das konkret? Das 160-W-Panel von Ecoflow liefert im Test mit der Powerstation Delta (Testbericht) bei satter Mittagssonne bis zu 151 W. Die beiden 100-W-Module von Jackery erreichen bei gleichen Bedingungen je etwa 90 bis 92 W, die Differenz zwischen den beiden baugleichen Panels beträgt hier also maximal ein bis zwei Watt. Anders sieht es etwa beim günstigen Panel von Xmund aus. Hier erreichen wir bei bestem Wetter je nach Panel Werte zwischen knapp 60 und 81 Watt. Während eines der Module also immerhin noch ordentlich abliefert, fällt das baugleiche zweite Panel glatt durch! Grundsätzlich abraten können wir von den günstigeren Panels trotzdem nicht. Betrachtet man die Preise und die Leistung im Verhältnis, können zwei tendenziell schwächere, günstige, Panels mehr Leistung liefern als ein gleich teures Markenpaneel. Mehr und gleichmäßigere Leistung bei gleicher Größe bringen aber erfahrungsgemäß die teuren Modelle.

Bei tiefer stehender Sonne oder leichter Bewölkung sind die Markenmodule deutlich im Vorteil. Während von den theoretisch möglichen 100 W beim Modul von etwa Jackery immerhin noch 65 bis 80 W ankommen, fällt die Leistung des besseren Xmund-Panels hier auf 40 bis 60 W. Während die Marken-Modelle von Ecoflow oder Jackery selbst bei grauem Himmel noch minimale Leistung erbringen (etwa acht bis zwölf Prozent der Nennleistung), bleibt die Leistungsanzeige bei den billigen Panels bei 0.

Neben der Leistung unterscheiden sich die Module auch in der Art und Anzahl der Anschlüsse. Wer etwa USB-Geräte ganz ohne zwischengeschaltete Powerstation mit Strom versorgen will, benötigt ein Modul mit integriertem Spannungswandler. Das ist bei den mobilen Panels zwar häufig zu finden, aber eben nicht immer. Die bisher von uns getesteten Module haben bis auf eine Ausnahme alle zusätzliche USB-A und/oder USB-C-Ports an Bord. Nur beim 160-W-Panel von Ecoflow fehlen diese zusätzlichen Anschlüsse.

Auch bei den Verbindungen zwischen Panel und Powerstation gibt es Unterschiede. Die üblichen Solarsteckverbinder, bestehend aus zwei Einzelsteckern, sind bei den mobilen Panels kaum zu finden. Lediglich das Ecoflow Solarpaneel mit 160 W nutzt diese länglichen Steckverbinder. Um sie mit den Powerstations Delta (Testbericht) oder River (Testbericht) zu nutzen, kommt dann allerdings ein Adapter zum Einsatz. Solch ein Adapter liegt auch bei der kürzlich in der Redaktion eingetroffenen XL-Powerstation Bluetti EB150 bei, alle anderen bisher getesteten Solargeneratoren setzten auf günstige Rundsteckverbindungen in unterschiedlichen Größen.

Um sicherzustellen, dass Panel und Powerstation kompatibel sind, sollte man sich entweder ein vom Hersteller empfohlenes Set kaufen oder genau auf die Spezifikationen achten. Der Hinweis „zum Laden einer Powerstation“ und die passende Spannung allein reichen nicht aus. Wer hier Ärger und zusätzliche Ausgaben vermeiden will, sollte genau hinsehen.

Die größte Flexibilität bieten Universal-Panels, die auf etwa Banggood oder Amazon zu finden sind. Beispiele sind die Photovoltaik-Module Xmund XD-SP2 oder Flashfish 100 W, welche eine Auswahl an verschiedenen Adaptersteckern beigelegt haben. Während Flashfish nur einige wenige Adapter mitliefert, sind bei XMund satte zehn verschiedene Rundstecker enthalten.

So gut das auch klingt – eine Garantie auf Kompatibilität ist auch das nicht. An die Powerstations von Ecoflow kann man diese Panels trotzdem nicht ohne weitere Adapter anschließen. Einige Hersteller bieten neben USB- und Rundstecker eine zusätzliche Anschlussmöglichkeit per Kabelklemme. Hier kann dann bequem ein passender Steckverbinder angeschlossen werden, um ohne Zwischenadapter oder bauliche Veränderungen arbeiten zu können. Beispiele hierfür sind etwa die günstigen Panels von iMars (135 W) und Kroak (200 W).

Adapter zum Zusammenschließen mehrerer Panels muss man in der Regel selbst kaufen. Einige Hersteller von Powerstations legen diese zwar bei, das ist aber die Ausnahme. Einen solchen Adapter haben etwa Bluetti EB70 (Testbericht) und EB150, Ecoflow Delta (Testbericht) und River (Testbericht) im Lieferumfang. Wer sich einen solchen Adapter nachkaufen will, findet hier zwar etliche Angebote, allerdings ist es gerade bei den universellen Panels schwierig, ein geeignetes Modell zu finden.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist das Design des Panels, welches für die mobile Nutzung möglichst kompakt sein sollte. Zwar sind alle uns vorliegenden Solarmodule faltbar, trotzdem unterscheiden sie sich. So gibt es Module, welche aus zwei, drei oder auch vier einzelnen Zellen bestehen. Je nach Anzahl lassen sie sich so unterschiedlich kompakt zusammenfalten. Auch die Größen in geöffneten Zustand unterscheiden sich stark. Anbei ein Beispielfoto von drei unterschiedlichen 100-W-Panels. Das 4,68 kg schwere Panel SolarSaga 100 von Jackery misst zusammengeklappt 61 x 54 cm. Das aus vier Panels bestehende Modul von Flashfish bringt es auf gerade einmal 42 x 40 cm. So schön die sehr kompakten Module auch aussehen mögen, im Test liefern sie in der Regel weniger als größere Modelle mit gleicher Nennleistung.

Die Verarbeitung aller bisher getesteten Panels ist gut bis sehr gut. Die Hersteller setzen alle auf eine Textilrückseite ihrer Solarmodule, was eine angenehme Haptik verspricht. In der Praxis hat dieses Konzept allerdings zur Folge, dass sich schnell Dreck und Staub festsetzen. Bei Ecoflow kommt das verschmutzte Panel für den Transport in eine Tasche. Das ist bei häufigem Auf- und Abbau zwar stressig, schützt aber vor Dreck in Kofferraum & Co. Bei den anderen Panels gibt es keine zusätzlichen Taschen, dafür sind sie auch deutlich schneller einsatzbereit und wieder zusammengepackt. Eine nicht so schöne, aber dafür abwischbare Kunststoffrückseite hätte hier durchaus praktische Vorteile, das könnte aber auch Probleme wegen der entstehenden Temperaturen in der prallen Sonne mit sich bringen.

Zur Befestigung haben die meisten Module umlaufend Ösen integriert. Mit den im Lieferumfang enthaltenen Karabinerhaken lässt sich das Panel so bequem aufhängen und befestigen. In der Praxis ist das Aufstellen oder Auslegen allerdings das realistischere Szenario. Um die Panels möglichst gut auf die Sonne ausrichten zu können, sollte hier ein ausklappbarer Aufsteller auf der Rückseite vorhanden sein. In der Regel ist das bei allen Solarmodulen der Fall – die Ausnahme ist hier wieder der Hersteller Ecoflow. Um das 160-W-Panel auszurichten, muss man es anlehnen oder etwas unterlegen. Bei Wind sollte man mit aufgestellten Modulen vorsichtig sein.

Wer sich Aufbau und Einzelkomponenten der günstigeren Panels ansieht, stellt schnell große Ähnlichkeit zwischen einigen Produkten fest. Diese scheinen vom selben Band zu rollen oder die Hersteller nutzen zumindest die gleichen Zulieferer.

Günstige Solarmodule für mit 100 W gibt es ab etwa 150 Euro. Teure Markenmodule mit gleicher Leistung können doppelt so teuer sein. Am einfachsten und häufig auch etwas günstiger als der Einzelkauf von Panel und Powerstation sind Kombi-Pakete. Wer möglichst günstig davonkommen will, sollte regelmäßig die Angebote bei etwa Banggood, Geekbuying oder Geekmaxi checken – hier sind derzeit regelmäßig Module und Powerstations zu stark ermäßigten Preisen erhältlich. Neben No-Name-Anbietern finden sich hier auch Markenmodelle von etwa Bluetti.

Anbei einige Photovoltaik-Module, auf die wir uns im Text beziehen und eine Übersicht der aktuell beliebtesten mobilen Solarmodule im Preisvergleich:

Wer nur etwa die Gartenhütte mit Strom für Lampe und Radio ausrüsten will, kommt mit Insel-Solaranlagen deutlich günstiger davon. Diese funktionieren allerdings nicht Plug&Play, sondern müssen per Kabelklemme angeschlossen werden. Mehr dazu in unserm Ratgeber Insel-Solaranlagen: Stromversorgung für Schrebergarten & Co.

Wer seinen Strom mit Photovoltaik erzeugen will, braucht ausreichend Leistung. Kleine Solarmodule mit 5 bis 60 Watt würden wir nur als kompakte Notlösung für den Rucksack vorschlagen. Mehr dazu im Ratgeber Überall Strom mit Photovoltaik: Solar-Rucksäcke, Powerbanks & mehr. Für die Versorgung von stärkeren Verbrauchern oder das Aufladen einer Powerstation mit 230 V (Themenseite) muss es mehr Leistung sein. 100 W sind aus unserer Sicht das Minimum.

Grundsätzlich sollte man sich vor dem Kauf auch überlegen, wie groß das Panel sein darf und welche Anschlüsse man benötigt. Das Suchen nach und das Arbeiten mit Zwischensteckern ist unnötig und nervig. Außerdem stellen zusätzliche Adapter häufig eine potenzielle Fehlerquelle dar.

Soll das Panel möglichst kompakt sein, selbst bei Bewölkung noch Leistung bringen und bei Sonnenschein Höchstwerte liefern, empfehlen wir den Kauf eines teureren Markenproduktes. Spielen Größe und Gewicht keine Rolle, kann sich auch der Kauf von mehreren günstigen Modulen lohnen. Diese liefern für einen vergleichbaren Preis dann mehr Leistung – allerdings nur bei ausreichend Sonnenschein.

Den insgesamt besten Eindruck der bisher getesteten Panels vermitteln das teure 160-W-Modul von Ecoflow und die beiden ebenfalls nicht gerade günstigen 100-W-Panels von Jackery. Beide liefern selbst bei wenig Sonne noch Leistung und kommen unter guten Bedingungen annähernd auf die angegebene Nennleistung. Beim günstigen Xmund-Modul stören uns die Leistungsunterschiede der identischen Panels – dafür sind hier die meisten Adapter beigepackt. Das kompakteste Panel im Vergleich ist das 100-W-Modell von Flashfish. Dieses konnten wir bisher allerdings nur kurz testen und können deshalb noch nichts zur tatsächlichen Leistung sagen. Einzeltests der verschiedenen Solarmodule sind in Arbeit.

Die besten Powerstations, passend zum mobilen Panel, zeigt unsere Top-6 Solargeneratoren.

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