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Die richtige Tastatur macht die Arbeit einfacher, verhindert Schmerzen im Handgelenk oder hilft beim Zocken. Wir zeigen in unserem Überblick die aktuellen Techniken und helfen bei der Auswahl des richtigen Keyboards.

Sie gehören zu jedem PC: Tastaturen. Auch wenn es immer wieder Versuche gibt, andere Eingabemethoden zu etablieren, sind Tastaturen der Standard, wenn es ums Tippen, Zocken oder andere Dateneingaben geht. Da wundert es, dass viele einfach die günstigsten Geräte nutzen oder mit dem zufrieden sind, was ihnen auf der Arbeit gestellt wird. Denn auch wenn sie optisch fast identisch aussehen, die Geräte unterscheiden sich deutlich.

In diesem Ratgeber wollen wir eine Übersicht geben, welche Arten von Tastatur es gibt und dabei helfen, das richtige Keyboard für Gaming, Büro und Homeoffice zu finden.

Die erste Hürde bei der Tastaturauswahl (neben dem Preis) ist die Entscheidung zwischen einer Membran oder mechanischen Schaltern. Beide Systeme haben ihre Vorteile, beiden können billig oder vernünftig verarbeitet sein.

Bei Membran- oder Rubberdome-Tastaturen liegt unter den Tasten eine Folie mit Kontakten. Drückt der Nutzer eine Taste, schließt sich der Schaltkreis und das Symbol gilt als Eingabe. Die Vorteile der Rubberdome-Tastaturen ergeben sich aus der Fertigungsart: Sie kosten wenig in der Herstellung und benötigen keine aufwendigen Auslösemechanismen, da die Gummi-Widerstände unter den Tasten einfach als eine zusammenhängende Matte unter den Tasten liegen. Die Tastaturen arbeiten besonders leise, weil die Tasten dank des Gummi-Mechanismus fast geräuschlos auslösen.

Allerdings bringt die Gummi-Unterlage in Rubberdome-Tastaturen auch Nachteile mit sich: Materialermüdung führt zu zunehmender Ungenauigkeit beim Auslösen der Tasten. Die Lebensdauer von Rubberdome-Tastaturen liegt durchschnittlich nur bei fünf bis zehn Millionen Anschlägen. Rubberdome-Tastaturen kosten zwar wenig, eignen sich aufgrund ihrer mangelnden Präzision aber nur bedingt für die Nutzung im Gaming-Bereich.

Nicht nur Apple setzt auf besonders flache Tastaturen, die sogenannten Chiclet-Tastaturen sind immer beliebter. Sie bauen auf das Rubberdome-Prinzip auf, nutzen aber besonders flache Auslösemechanismen. Damit sind sehr flache Tastaturen möglich, Beispiele dafür sind etwa das Apple Magic Keyboard oder die rollbaren Tastaturen von Logilink.

Der Nachteil der Tastaturen ist ihre Anfälligkeit für mechanische Defekte. Apple etwa musste Reparatur- und Austauschprogramme aufsetzen, um die Butterfly-Keyboards zu reparieren, unzufriedene Kunden zogen gar vor Gericht (heise Online Tastaturprobleme: US-Sammelklage gegen Apple läuft). Davon abgesehen gibt es aber genügend Nutzer, die diese Art der leisen, flachen und schnell auslösenden Tastaturen im Alltag lieben und mit “hohen” Keyboards gar nicht mehr schreiben können.

Mechanische Tastaturen verfügen – wie der Name schon sagt – über einen speziellen Auslösemechanismus, der unter jeder einzelnen Taste sitzt. Dabei bestehen die einzelnen Tasten aus einem Kunststoffgehäuse, in dem ein Schalter und eine Feder sitzen. Drückt ein Nutzer die Taste nach unten, stellt diese den elektronischen Kontakt her, der den Tastendruck weitergibt. Anschließend schiebt die mechanische Feder die Taste wieder zurück in ihre Ursprungsposition.

Durch ihre Bauart sind die meisten mechanischen Tastaturen höher als Rubberdome-Tastaturen. Sie benötigen etwas Eingewöhnung, vor allem, wenn man damit auch im Alltag arbeiten möchte. Dennoch sind sie dafür geeignet. Ein Beispiel ist die Mountain Everest Max (Testbericht), die uns beim Spielen und Schreiben gut gefiel. Wie gut sie sich dafür eignen, liegt auch an den verwendeten Switches. Es gibt laut klickende Schalter, extra leise oder sogar extrem schnell reagierende optische Schalter. Im Alltag haben wir mit den braunen Cherry-Schaltern oder ihren Derivaten gute Erfahrungen gemacht. Mehr Details zu den Schaltern zeigt unser Beitrag Mechanische Tastaturen für Zocker: Alles, was man wissen muss.

Die klassische Tastatur besteht aus den Buchstaben und einer Zahlreihe, dann kommen rechts die Pfeiltasten und oben drüber Sondertasten wie Ende oder Pos1. Der Zehnerblock ganz rechts schließt das Keyboard ab. Für die Büroarbeit, vor allem wenn man viel mit Zahlen hantiert, ist diese Aufteilung sehr gut. Gerade, wenn man sich an die schnelle Eingabe per Zahlenblock gewöhnt hat, geht die Arbeit gut von der Hand.

Wer den Zahlenblock nicht benötigt, der bekommt kompaktere Keyboards oder Slimline-Tastaturen. Diese sind weniger breit und oft eher dem Layout der meisten Notebooks nachempfunden. Sie sind ideal für kleinere Schreibtische oder für alle, die auch unterwegs arbeiten und die Tastatur in Rucksack oder Tasche verstauen möchten.

Die kompaktesten Tastaturen sind 60-Prozent oder TKL-Tastaturen. Das geht so weit, dass nur noch die Haupttasten auf den Geräten sind, meist sind sie drei- oder sogar vierfach belegt. Geräte wie die Royal Kludge RK61 packen eine komplette mechanische Tastatur samt Akku und Bluetooth in so ein kompaktes Format, sind aber eher für Alltagsarbeiten sehr gewöhnungsbedürftig.

Wer mit mehreren Leuten im gleichen Raum arbeiten muss, der wünscht sich wahrscheinlich bald extra leise Keyboards. Damit ist man nicht allein, tatsächlich gibt es eine ganze Reihe passender Eingabegeräte. Im Artikel Ruhe im Homeoffice: Leise und wasserdichte Tastaturen unter 50 Euro stellen wir sie im Detail vor.

Die Geräte setzten auf die Membran-Technik und verwenden ein zusätzliches Material zur Dämpfung der Anschläge. In der Praxis funktioniert das sehr gut, einzelne Kollegen schwören auf ihre Silent Tastaturen.

Die günstigste Art der Übertragung ist das Kabel. Die meisten Keyboards setzen auf fest installierte USB-A-Kabel. Die Installation ist simpel. Am PC anstecken, das Betriebssystem erkennt zumindest die Grundfunktionen (und die meisten Standard-Multimedia-Tasten) und die Tastatur kann genutzt werden. Praktisch ist, dass die meisten Tastaturen mit Kabel einen USB-Hub mitbringen, über den man etwa ein Headset oder einen USB-Stick direkt an der Tastatur anstecken muss – damit spart man sich das Gefummel hinter dem PC.

Wer kein Kabel möchte, kann zu Funk-Tastaturen greifen. Zur Wahl stehen entweder proprietäre Dongles oder Bluetooth. Letzteres setzt sich immer mehr durch, eigene Dongles scheinen aber immer noch günstiger zu sein. So setzt etwa die kabellose Cherry Stream auf diese Funktechnik. Logitech hat mit Unifiy ein komplettes Ökosystem für kabellose Mäuse, Tastaturen und andere Eingabegeräte. Wir bevorzugen Bluetooth, einfach, weil man sich potenziell verlierbare USB-Dongle spart. Außerdem lassen sich die Keyboards darüber leicht mit Android-Handys, iPhones oder Tablets wie dem iPad koppeln. Allerdings hat nicht jeder Desktop-Rechner zwingend Bluetooth. Wer Maus und Tastatur nur im Büro nutzt, der kann problemlos zu einem System mit Dongle greifen. Übrigens: Fast alle Funk- und Bluetooth-Tastaturen verfügen über eine USB-Buchse, sodass man sie auch per Kabel verwenden kann.

Es ist ziemlich erstaunlich: Obwohl wir wahrscheinlich wenige andere Werkzeuge so nutzen wie Tastaturen, verwenden nur wenige Leute wirklich ergonomisch geformte Eingabegeräte. Dabei kann eine langfristige falsche Haltung zu Schmerzen im Handgelenk und noch mehr führen.

Dagegen hilft bereits eine Auflage für die Handballen wie sie die meisten höherwertigen Tastaturen mitbringen. Wer bereits Probleme in den Handgelenken hat, der sollte sich direkt eine ergonomisch geformte Tastatur, möglicherweise mit einer vertikalen Maus holen (mehr dazu im Ratgeber Homeoffice: Ergonomische Mäuse gegen den Mausarm ab 15 Euro).

Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass es sich auf diesen Geräten langfristig angenehm und schnell schreibt. Allerdings sollte man in jedem Fall ein paar Tage bis Wochen für die Umgewöhnung einplanen, vor allem, wenn man blind im 10-Finger-System schreibt. Beim Wechsel auf ein Ergonomic Keyboard von Microsoft, bei dem die Tasten in der Hälfte getrennt sind, benötigten wir knapp einen Monat, um wieder schnell blind tippen zu können. Es lohnt sich dennoch, gerade wer täglich viel schreibt.

Komplett das Gegenteil von ergonomischen Tastaturen sind die Multimedia-Keyboards, mit denen man smarte Fernseher oder Entertainment Center steuern kann. Diese Geräte setzen sinnvollerweise auf Funk und bringen neben der Tastatur ein integriertes Trackpad als Mausersatz mit. Damit lassen sich Media-PCs bequem vom Sofa aus bedienen. Im Ratgeber Multimedia-Tastaturen für Smart TVs und Media PCs haben wir uns mehrere Vertreter dieser Gattung genauer angesehen, darunter auch die sehr kompakte Riitek Rii Mini i8+.

Neben dem QWERTZ-Layout bringen die meisten Keyboards weitere Tasten und Funktionen mit. So gut wie jedes aktuelle Keyboard hat inzwischen Multimedia-Tasten, die unter Windows, Mac OS und meist auch Linux die Wiedergabe von Musik steuern können. Eine Steuerung der Lautstärke, entweder über Tasten oder ein Jog-Dial gehört dazu. Ebenfalls häufig vertreten sind Tastenkürzel, die auf Knopfdruck den Standard-Browser oder das Mail-Programm aufrufen oder den PC sperren.

Im Gaming-Bereich sind häufig Makro-Tasten vorhanden, die man über die jeweiligen Programme der Hersteller mit (durchaus komplexen) Befehlen belegen kann. Kleine Bildschirme am oberen Rand der Tastatur sind selten geworden, bei Gaming-Tastaturen findet man sie aber noch. Sinnvoll für den Einsatz im Büro sind Tastaturen mit Fingerabdruck-Leser. Gerade Nutzer von Apple Touch-ID wissen, wie bequem das sein kann.

Nach diesen ganzen Informationen ist man von der Auswahl wahrscheinlich erst einmal erschlagen. Fakt ist: Jede gute Tastatur eignet sich für alle Aufgaben, selbst günstige Tastaturen sind meist deutlich besser als die Keyboards von Notebooks.

Wer vor allem im Büro arbeitet, der sollte sich den Kauf einer ergonomischen Rubberdome-Tastatur mit Kabel überlegen. Sie ist fest am PC und es kommt kein Risiko durch Funkstörungen anderer Dongles auf.

Wer eine möglichst mobile Tastatur sucht, die vom Homeoffice mit ins Büro pendeln kann, der sollte ein Slimline-Modell nehmen. Diese passen besser in Rucksack oder Aktenkoffer als Keyboards mit Ziffernblock. Wer auf letzteren nicht verzichten will, der kann so einen separat kaufen.

Wer vor allem am PC zockt, der sollte sich eine mechanische Tastatur überlegen. Sie halten mehr aus als die meisten Membran-Keyboards und sind präziser bei den Eingaben. Wer damit auch schreiben möchte, dem empfehlen wir eher leise Switches vom Typ Cherry Brown, Razer Orange oder Logitech Romer-G Linear. Es gibt natürlich auch das andere Extrem, wer dafür sorgen möchte, dass sonst niemand mehr im Büro arbeiten kann, der kann sich ein extrem lautes Keyboard zusammenbauen, wie etwa Kevin im Galaxus Blog.

Gamern empfehlen wir eine mechanische Tastatur mit Kabel und einem USB-Hub. So kann man etwa einen externen Speicher, das Gamepad oder die USB-Soundkarte fürs Headset (Ratgeber) praktisch wechseln, ohne hinter den PC kriechen zu müssen.

Die passende Tastatur kann Wunder wirken. Es klingt pathetisch, aber mit einem soliden Keyboard fällt die Arbeit irgendwie einfacher, man kommt besser in den Flow. Egal, ob im Büro oder Homeoffice, ob beim blinden Tippen oder dem 2-Finger-Suchsystem, mit einem guten Eingabegerät macht es einfach mehr Spaß.

Für Zocker gilt das ebenfalls. Shooter oder andere Spiele, bei denen es auf präzise Eingaben ankommt, profitieren von einer mechanischen Tastatur. Dazu kommt meist eine hervorragende Verarbeitung, eine gute Tastatur kann man locker über Jahre oder gar Jahrzehnte verwenden. Im Zweifel hilft einfach nur ausprobieren verschiedener Modelle und Techniken. Dabei darf man sich nicht sofort abschrecken lassen, beim Wechsel zwischen Keyboards benötigt man meist etwas Eingewöhnungszeit.

Der Artikel gehört zu unserer großen Themenwelt Homeoffice und mobiles Arbeiten. Wer sein Büro daheim besser ausrüsten möchte, dem empfehlen wir auf alle Fälle den großen Ratgeber perfektes Homeoffice: Maus, Tastatur, Hubs & Co sowie die Beiträge Smart, hell & schick: Das richtige Licht fürs Homeoffice sowie den Ratgeber: Homeoffice ohne Rückenschmerzen – ab 15 Euro zu mehr Ergonomie.

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