TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Linkind RGB WLAN Lampe vs Philips Hue

Bild:TechStage.de

Beliebt auf TechStage
Magnetische Druckauflagen für SLA-Drucker: Geniales Zubehör für wenig Geld
NAS-Kaufberatung: So findet man den perfekten Netzwerkspeicher
Vergleich: Die beste Festplatte fürs NAS von 4 bis 12 TByte
GPS, Fingerprint-Schloss, schlaue Helme: So wird das Fahrrad günstig smart

Philips Hue bietet die besten smarten RGB-Lampen an. Allerdings sind sie mit gut 40 Euro fast schon unverschämt teuer. Wir zeigen deutlich günstigere Alternativen, die fast genauso gut sind.

Philips Hue ist das Maß aller Dinge, wenn es um smartes Licht geht. Die erste farbige E27-Lampe des zu Signify gehörenden Unternehmens ging bereits 2012 an den Start und integriert sich nach all den Jahren noch heute nahtlos in den riesigen Hue-Kosmos. Wer sich für Philips Hue entscheidet, bekommt mit Glühbirnen, LED-Streifen, Outdoor-Leuchten (Vergleich), Schaltern (Clever per Knopfdruck), Ambilight-Nachrüstsets (Philips Hue Sync im Test), Bewegungsmeldern, Steckdosen und vielem mehr das vielleicht umfangreichste modulare smarte Lichtsystem überhaupt. Wer tiefer in die Thematik eintauchen möchte, dem empfehlen wir unseren Ratgeber Philips Hue im Test: Smartes Licht per App.

Der größte Kritikpunkt an Philips Hue ist der hohe Preis der einzelnen Komponenten. So kostet eine einzelne RGB-Lampe mit E27-Sockel normalerweise gut und gerne 40 Euro. Im Angebot oder im Bundle wird es etwas günstiger, aber nicht viel. Um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, benötigen Käufer außerdem die Hue Bridge 2.0 für weitere 45 Euro. Alternative Zigbee-Hubs, wie der im Amazon Echo 2020 (Testbericht) eingebaute, verbinden sich zwar ebenfalls mit Hue-Leuchtmitteln, haben aber keinen Zugriff auf den kompletten Funktionsumfang. Mehr dazu im Ratgeber Amazon Echo als Smart-Home-Zentrale: Philips Hue und Co. ohne Hub über Zigbee verbinden.

Glücklicherweise gibt es mittlerweile unzählige Konkurrenzprodukte mit vergleichbaren Features. Die wichtigsten Alternativen kommen von Ikea, Ledvance und Nanoleaf. Diese stellen wir unter anderem in unserem großen Vergleich: 6 smarte RGB-Leuchtmittel von billig bis Hue gegenüber.

Hier widmen wir uns einer besonders günstigen Alternativen zum Bestseller, der farbigen Lampe mit weit verbreitetem E27-Gewinde. Die günstigste smarte RGB-Lampe ist laut unserer Recherche die Linkind Smart WiFi RGBW Lampe. Diese kostet im Linkind-Store (Kauflink) im 4er-Pack 30,59 Euro inklusive Versand aus Europa. Das ergibt auf ein Leuchtmittel heruntergerechnet gerade einmal gut 7,50 Euro. Achtung: Vor der Bestellung muss der Käufer zunächst ganz oben Deutschland wählen, um den korrekten Preis angezeigt zu bekommen. Aber kann eine so viel günstigere Lampe mit den hochpreisigen Hue-Originalen mithalten? Wir machen den Vergleichstest.

Installation

Für die Installation von Hue-Leuchtmitteln über die Hue-Bridge müssen Nutzer zunächst die Bridge an den Router anschließen. Dann sucht die zuvor heruntergeladen Hue-App auf dem Smartphone das Gateway im Netzwerk; damit das klappt, drückt man den Knopf oben auf dem Gateway. Für das Hinzufügen der einzelnen Lampen muss der Nutzer diese zunächst mit dem Strom verbinden und in der App Einstellungen > Lampeneinstellungen > Leuchte hinzufügen wählen. Daraufhin erkennt die App üblicherweise das Leuchtmittel und fügt es hinzu. Sollte das nicht funktionieren, hilft die manuelle Eingabe der Seriennummer, die auf der Lampe zu finden ist. Die Installation klappt problemlos, auch wenn einige Schritte nötig sind.

Für die Installation der Linkind-Lampen lädt der Nutzer zunächst die Linkind-App aus dem App- beziehungsweise Playstore. Nach dem Anlegen eines Profils dreht man die Lampe in die Fassung, woraufhin diese zunächst bunt blinkt und damit ihre Verbindungsbereitschaft signalisiert. Nach dem Drücken des Plus-Symbols auf dem Startbildschirm der App verbindet man das Smartphone mit dem WLAN der Lampe und sie wird erkannt. Ist dies nicht der Fall, bietet die App das Scannen des QR-Codes auf der Lampe an. Nun verbindet die App die Lampe mit den eigenen WLAN. Im Test funktionierte das mit allen uns vorliegenden vier Leuchtmittlen problemlos.

Funktionen

Die Funktionen von Philips Hue sind weitreichend und wirken ausgereift. Das ist wenig verwunderlich, schließlich wird die App seit neun Jahren immer weiter optimiert. Neben dem einfachen Einstellen von Lichtfarbe und Helligkeit entweder einzelner Komponenten oder ganzer Gruppen gibt es etwa Routinen, die Geo-basiert oder zeitlich gesteuert Licht ein- und ausschalten. Hue unterstützt sowohl Alexa als auch Google Assistant und Homekit. Hue-Besitzer können sich über ihre Lampen wecken lassen, indem sie langsam heller werden und den Sonnenaufgang imitieren. Das Gleiche geht auch umgekehrt beim Einschlafen. Die Hue-App versteht sich mit vielen Apps externer Entwickler und Hardware-Lösungen. Es gibt die Möglichkeit, dass sie sich über die Smarthone-Kamera dem Umgebungslicht anpassen, etwa um ein Ambilight zu erzeugen. Der Hersteller bietet dafür sogar Ambilight-Nachrüstsets (Philips Hue Sync im Test) für Fernseher an. Dabei ist das hier erwähnte nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt viele weitere Funktionen, die ständig erweitert werden. Dazu empfehlen wir den Beitrag Philips Hue im Test: Smartes Licht per App.

Die Linkind-App fällt bezüglich ihrer Nutzerführung und ihres Funktionsumfangs dagegen deutlich ab, ist aber nicht die befürchtete Vollkatastrophe, wie wir es schon von anderen chinesischen Billigmarken gesehen haben. Auch mit ihr ist es möglich, einzelne Lampen oder ganze Gruppen bezüglich Lichtfarbe und Helligkeit zu steuern. Linkind unterstützt die Sprachassistenten Alexa und Google Assistant, nicht jedoch Homekit.

Die App bietet außerdem Presets wie Lagerfeuer, Party, Lesen, TV und mehr. Die Lampen lassen sich zeitlich programmieren und es gibt einen Urlaubsmodus, um potenziellen Einbrechern Anwesenheit vorzugaukeln. Das war es im Großen und Ganzen. Allerdings wird der Funktionsumfang den meisten Nutzern auch völlig ausreichen. Zumindest in unserem Alltag nutzen wir überwiegend Alexa und ihre Routinen, was mit der Linkind Smart WiFi RGBW Lampe klappt.

Lichtqualität

Bezüglich ihrer Farbdarstellung ähneln sich Philips Hue und Linkind Smart WiFi RGBW. Sie schaffen es beide, alle gewünschten Farben genau und intensiv darzustellen. Auch die Helligkeit der beiden 9-Watt-Lampen ist vergleichbar, auch wenn Hue hier noch ein wenig heller ist. Ein Unterschied fällt beim Dimmen auf, denn die Hue-Leuchtmittel dimmen deutlich tiefer herab. Unserer Erfahrung nach gibt es kaum ein smartes Leuchtmittel, welches sich so weit herabdimmen lässt wie die Lampen von Philips Hue.

WLAN vs. Zigbee

Die Hue Lampen kommunizieren über den Zigbee-Funkstandard mit dem Gateway, das am Router angeschlossen ist. Die Linkind Lampen verstehen sich dank WLAN direkt mit dem Router. Hier spart man sich also das Gateway.

Bei Überprüfen der Leistungsaufnahme überrascht uns Linkind. Wir messen beide Lampen in der Farbe Weiß bei maximaler Helligkeit. Hier setzt Linkind 5,4 Watt um, Hue 8,6 Watt. Der Leistungsunterschied zeigt sich auch wie oben geschrieben in der etwas helleren Leuchtkraft der Hue-Lampen. Erstaunlich ist die Leistungsaufnahme im Standby. Hier zeigt unser Messgerät bei Linkind im Schnitt 0,3 Watt, bei Hue im Schnitt 0,35 Watt an. Das ist bemerkenswert, gilt Zigbee doch als der energieeffizientere Standard.

Einen merklichen Unterschied gibt es beim Verbindungsaufbau. Trennt man die Lampen über den Lichtschalter vom Strom, benötigt Hue weniger als fünf Sekunden, um bereits wieder auf Sprachbefehle zu reagieren. Linkind-Lampen brauchen etwa 20 bis 30 Sekunden, bevor die Verbindung zum Router wieder steht und sie auf Befehle hören.

Überhaupt reagieren die Linkind-Lampen insgesamt unzuverlässiger auf unsere Sprachbefehle. Wir haben sie nun etwa einem Monat im Einsatz und steuern sie mehrmals täglich über Alexa an. Dabei kam es ein paarmal vor, dass etwa beim Ausschalten der gesamten Beleuchtung alle Leuchtmittel reagieren, jedoch eine Linkind-Lampe an bleibt. Meist hilft es dann eine halbe Minute zu warten und den Befehl zu wiederholen. Derartige Aussetzer sind bei sehr günstigen WLAN-Lampen nicht unüblich, aber potenziell sehr nervig.

Preis

Die Linkind Smart WiFi RGBW Lampe ist laut unserer Recherche die günstigste smarte WLAN-RGB-Lampe. Sie kostet im Linkind-Store (Kauflink) 4er-Pack 30,59 Euro inklusive Versandkosten aus Europa. Auf eine Lampe heruntergerechnet ergibt das nur gut 7,50 Euro. Bei anderen Händlern kosten RGB-WLAN-Lampen meist ab 12 Euro. Hier im Preisvergleich zeigen wir die günstigsten RGB-WLAN-Lampen.

Fazit

Die Zeiten, in denen die Leuchtmittel von Philips Hue konkurrenzlos waren, sind längst vorbei. Das zeigt auch unser großer Vergleich: 6 smarte RGB-Leuchtmittel von billig bis Hue. Bei den ganz günstigen Lösungen wie die Linkind Smart WiFi RGBW Lampe muss man jedoch ein paar Kompromisse eingehen. So ist der Funktionsumfang der Linkind-App eingeschränkt, die Lampen dimmen nicht so weit herab, wie die Hue-Leuchtmittel und sie reagieren nicht immer zuverlässig auf Sprachbefehle. Dafür kosten sie mit gerade einmal 7,50 Euro nur einen Bruchteil einer Hue-Lampe, benötigen nicht einmal ein Gateway, da sie sich dank WLAN direkt mit dem Router verstehen und erzeugen ein vergleichbar schönes sowie intensives Licht.

Wer tiefer in die Thematik eintauchen möchte, dem empfehlen wir unseren Ratgeber Philips Hue im Test: Smartes Licht per App. Ebenfalls spannend: Amazon Echo als Smart-Home-Zentrale Philips Hue und Co. ohne Hub über Zigbee verbinden.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.