TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Smarte Gartenbeleuchtung: Philips Hue, Ledvance & Co
Beliebt auf TechStage
Kopfhörer für Kinder: Sichere, günstige und gute Headsets für Reisen und Schule ab 20 Euro
E-Scooter für Kinder ab 100 Euro im Test: großer Spaß mit harter Einschränkung
Die fünf beliebtesten smarten Fahrradhelme im Vergleichstest
3D-Drucker: Filament richtig aufbewahren, lagern und trocken

Wer Balkon, Garten und Grundstück smart beleuchten will, findet immer mehr Auswahl. Wir stellen starke Optionen im Überblick vor.

Das Zuhause mit Funklampen in Szene zu setzen, findet bei immer mehr Menschen Anklang. Insbesondere die Marke Philips Hue (Testbericht) hat smarte Glühbirnen populär gemacht. Die Leuchtmittel lassen sich per App, Bewegungsmelder, Taster oder Smart-Home-Software einschalten, dimmen und sogar in der Farbe ändern. Das ist bequem, sieht toll aus und kommt daher an. Kein Wunder, dass es inzwischen etliche Alternativen gibt; etwa von Ledvance (Osram), Ikea (Tradfri) oder Innr und Tint.

Längst ist smartes Licht nicht mehr nur auf den Innenraum beschränkt. Wer auch draußen eindrucksvolle Lichtstimmungen zaubern will, trifft auf eine wachsende Auswahl. Immer mehr Hersteller haben Wand-, Wege- und Sockelleuchten sowie LED-Streifen und Zwischenstecker mit Wetterschutz im Programm. Sie sind mindestens gemäß der Schutzklasse IP44, besser noch gemäß IP65 oder IP67 gegen groben Schmutz und Wasser abgedichtet. Wie genau sich diese smarte Außenbeleuchtung nachrüsten lässt, haben wir bereits an anderer Stelle aufgezeigt. Nun schlagen wir eine Schneise durch das aktuelle Produktangebot.

Zunächst zu den Voraussetzungen. Genau wie innen brauchen smarte Leuchtmittel auch draußen Daten und Strom. Kommen Leuchten mit WLAN zum Einsatz, reicht der heimische Internetrouter als Funkschaltzentrale. Bei Leuchtmitteln, die mit ZigBee funken, muss eine zusätzliche Verteilerbox her, auch Hub, Gateway oder Bridge genannt.

Die Hue-Bridge von Marktführer Philips Hue hat sich de facto als Universalschaltzentrale für ZigBee-Leuchtmittel durchgesetzt. Alternativ kommen ZigBee-Hubs der jeweiligen Leuchtmittelhersteller oder herstellerübergreifende Smart-Home-Gateways mit ZigBee-Chip infrage. Auch ein Amazon Echo Plus (Testbericht) oder Amazon Echo Show (Testbericht) kann den Job übernehmen. Darin ist ein universeller ZigBee-Hub eingebaut. Käufer von ZigBee-Produkten der Marken Ledvance und Tint brauchen auf jeden Fall einen Dritthersteller-Hub. Sie haben nämlich keine eigene ZigBee-Schaltzentrale im Sortiment. Mehr Informationen zum Managen von ZigBee-Leuchtmitteln haben unsere Kollegen von heise online zusammengefasst.

Damit die Schaltbefehle auch auf Balkon, Terrasse und Grundstück ihr Ziel erreichen, muss der Funkempfang bis nach draußen gewährleistet sein. Bei an das Stromnetz angeschlossenen Leuchten mit ZigBee-Funk regelt sich das von selbst. Sie sind gleichzeitig Signalempfänger und -verteiler. Daher können sie automatisch ein Mesh-Funknetzwerk aufbauen und die Daten von der ZigBee-Schaltzentrale bis hin zum Leuchtmittel an der Grundstücksgrenze weiterreichen.

Wer stattdessen auf WLAN-Leuchtmittel setzt, braucht abgesehen vom WLAN-Router zwar keine weitere Funkschaltzentrale. Stattdessen muss das Funknetz jedoch mit separaten Repeater-Boxen vergrößert werden, wenn es nicht das ganze Grundstück abdeckt. Das kostet extra.

Was sich aber weiterhin nicht per Funk übertragen lässt, ist der Strom. Für Wand- und Wegeleuchten muss daher ein Anschluss mit 230 Volt vorhanden sein. Per Schuko-Steckerkabel lassen sich die allerwenigsten smarten Outdoor-Leuchten betreiben. Noch rarer sind akku-betriebene Leuchten, die sich zeitweilig unabhängig vom Stromnetz einsetzen lassen. Das derart konzipierte Modell Eve Flare ist die absolute Ausnahme.

Freilich gibt es auch solarbetriebene Gartenleuchten, die sind oft aber nicht von hoher Qualität, nicht smart und halten nicht mal die Nacht über durch. Wer seinen Außenbereich anständig ausleuchten möchte, kommt um eine festverlegte Stromversorgung nicht herum.

Das Schalten der Beleuchtung kann per App, per Alexa-, Google- oder Siri-Sprachbefehl oder per Smart-Home-Software passieren. Wer möchte, bindet aber auch klassische Wandschalter oder Funkfernbedienungen ein, um von der Veranda oder aus dem Wintergarten heraus zu schalten. Praktisch sind auch batteriebetriebene Funk-Bewegungsmelder, die man am Mauerwerk befestigt oder einfach nur irgendwo hinstellt. Wer schon eine vorhandene Gartenbeleuchtung hat, kann diese mit entsprechenden Außen-Funksteckdosen auch smart machen – oder entsprechend smarte „Glühbirnen“ einsetzen.

Die meisten, aktuell relevanten Funkleuchten für draußen sind Fertigprodukte mit fest integrierten Leuchtdioden. Selbst wenn sich im seltenen Fall eine Glühbirne wechseln lässt, dann ist nur das Gehäuse gegen Wettereinflüsse versiegelt, nicht aber die Glühbirne. Smarte Outdoor-Glühbirnen großer Marken gibt es im hiesigen Handel derzeit nicht. Die dominierenden Produktkategorien sind daher Wand- und Wegeleuchten und LED-Lightstrips. In der Regel können sie Licht im farbigen und im weißen Spektrum (RGBW) darstellen. Allerdings sind auch immer noch Leuchtmittel erhältlich, die nur warmweiß leuchten, dafür aber weniger kosten.

Bei Wandleuchten sind von den großen Marken vor allem Philips Hue, Ledvance und Paul Neuhaus aktiv. Zunächst zu Philips Hue. Reicht warmweißes Licht mit einer Farbtemperatur von 2700 Kelvin, sollten Interessenten die Hue-Modelle Fuzo (90 Euro), Lucca, Tuar, Turaco (alle 70 Euro) oder Welcome (140 Euro) in Betracht ziehen. Bei den Modellen Lucca, Tuar und Turaco liegt eine wechselbare E27-Birne im Karton. Die anderen haben fest eingebaute Leuchtdioden. Ebenfalls mit integrierten, allerdings RGBW-farbigen Leuchtdioden sind die Outdoor-Wandleuchten Appear, Attract, Daylo, Econic (alle 150 Euro), Discover (160 Euro), Impress, Nyro (beide 120 Euro) und Resonate (140 Euro) ausgestattet. Alle Geräte funken mit ZigBee.

Ledvance ist ebenfalls breit aufgestellt und hat beispielsweise Flutlichter mit RGBW-Leuchtdioden namens Smart WiFi Flood im Programm. Für die Varianten mit einer Leistung von 10 und 50 Watt verlangt der Hersteller zwischen 50 und 70 Euro. Dekorativer wirken die Modelle Smart WiFi Cube Wall (80 Euro) und Smart WiFi Cube Wall Updown (90 Euro). Alle emittieren wahlweise weißes oder farbiges Licht und sind per WLAN im Heimnetz ansteuerbar. ZigBee-Alternativen sind die Wandleuchtenmodelle Smart+ Flare Multicolor Wall (80 Euro) und Smart+ Outdoor Lantern Multicolor Wall (150 Euro).

Die spritzwassergeschützten Outdoor-Wandleuchten von Paul Neuhaus funken mit ZigBee und bieten allesamt die Wahl zwischen weißem und farbigem Licht. Die hochwertig designten Modelle kosten zwischen 130 und 220 Euro und heißen Q-Amin, Q-Albert, Q-Darwin, Q-Erik, Q-Lino und Q-Sascha. Q-Erik und Q-Lenny lassen sich statt an der Wand auch an der Decke montieren.

Strahler, die Büsche und Bäume farbig anleuchten und Lichteffekte für den Rasen: Die Optionen bei Formen und Farben sind quasi unendlich, aber die Kosten fertiger Produkte sind hoch. Wir haben ein paar spannende Leuchten verschiedener Hersteller zusammengestellt. Los geht's beispielsweise mit den Lily von Hue; bunte Mini-Strahler mit Erdspieß, die für Blumenbeete genauso geeignet sind wie für Hochbeete, Blumentöpfe oder zur Anleuchtung von Bäumen und Büschen.

Wer Wege, Einfahrten oder Fahrzeugstellplätze illuminieren möchte, hat ebenfalls eine große Auswahl. Auch hier ist Philips Hue wieder besonders breit aufgestellt. Die Namen der Modelle überschneiden sich mit denen des Wandleuchtensortiments. Als Outdoor-Wegeleuchten inklusive mitgelieferter warmweißer E27-Birne erhältlich sind die Modelle Lucca, Tuar und Turaco (alle 130 Euro). Das Trio gibt es auch jeweils als kürzere, 30 Euro günstigere Sockelleuchte. Mit fest integrierten weißen LED kommen die Wege- und Sockelleuchten vom Typ Fuzo. Für wahlweise weißes oder farbiges Licht sorgen die Wege- und Sockelleuchten Econic, Impress und Nyro. Sie kosten zwischen 120 und 170 Euro.

Ledvance hat ebenfalls ein vielfältiges Angebot. Von der Marke gibt es die RGBW-Wegeleuchten Smart WiFi Cube in der Höhe von 50 Zentimeter (100 Euro) oder 80 Zentimeter (120 Euro). Wer gezielt etwas in Szene setzen will, greift zum im Weißspektrum leuchtenden Smart WiFi Garden Spot (90 Euro). Beide Produkte funken per WLAN.

Im ZigBee-Sortiment des Herstellers sorgt der im Fünfer-Set erhältliche Smart+ Garden Pole in Standardhöhe (80 Euro) und als „Mini“-Version (60 Euro) für dezentes weißes Dekolicht. Die Mini-Version gibt es auch mit RGBW-Leuchtdioden. Eine noch niedrigere Bauhöhe weisen die Smart+ Garden Dots auf, die es im Set zu drei (30 Euro), neun (80 Euro) oder 18 Stück (130 Euro) gibt.

Deutlich präsenter ist der 60 Zentimeter hohe Smart+ Flare Multicolor Post (100 Euro). Mit einer ungewöhnlichen Form fällt die geschwungene Sockelleuchte Smart+ Curve Multicolor (80 Euro) ins Auge. Beide Lampen leuchten im RGBW-Spektrum, wie der Namen auch nahelegt.

Paul Neuhaus bietet unter den Bezeichnungen Q-Amin, Q-Albert und Q-Lino vier pfostenförmige ZigBee-Wegeleuchten mit RGBW-Leuchtdioden zu Preisen um die 220 Euro an.

Innr hat zwei RGBW-Wegeleuchten mit ZigBee im Programm. Zum einen die Sockelleuchte Outdoor Smart Pedestal Light Colour im Dreier-Set zu 160 Euro. Zum anderen den Outdoor Smart Spot Colour im Dreier-Pack zu 140 Euro.

Bei Tint, der Marke von Müller-Licht, stehen drei RGBW-Wegeleuchten zur Auswahl. Um eine klassische Sockelleuchte handelt es sich beim Modell Petunia, das als Dreier-Pack ausgeliefert wird. Flores heißen die zu dritt erhältlichen Spots von Tint. Aus dem Design-Mainstream hervor sticht das kugelförmige Tint-Modell Calluna. Es enthält außerdem ein wechselbares Leuchtmittel.

Flexible LED-Streifen in wasserdichter Outdoor-Ausführung eignen sich beispielsweise zur Wegmarkierung, zur Randbeleuchtung von Hochbeeten und Blumenkübeln, aber auch zur Montage unter Dachvorsprüngen, zwischen Gehwegplatten, unter Treppen oder an Gartenmöbeln. Die Streifen selbst benötigen eine Niedervolt-Stromversorgung; das jeweilige Starter-Kit bringt das passende Netzteil mit. Weitere Strips zur Erweiterung sind dann günstiger.

Wichtig: Manche Hersteller bieten LED-Strips sowohl als Indoor-, als auch in Outdoor-Ausführung. Die Varianten für draußen sind meistens teurer, weil die Hersteller sie aufwendig gegen Schmutz und Wasser versiegeln. Wer ein vermeintliches Schnäppchen entdeckt, sollte besser noch einmal genau nachsehen, ob die entsprechende Variante auch in den Regen darf. Dabei ist zu beachten, dass häufig nur die Streifen selbst, seltener auch die Schalteinheiten und die Netzteile gleich gut gegen Dreck und Wasser abgedichtet sind. Häufig sind die Komponenten nur nach einer niedrigeren IP-Schutzklasse zertifiziert. Ist das der Fall, dürfen Sie nicht den gleichen Widrigkeiten ausgesetzt werden wie die Strips selbst.

Bastler kommen mit einfachen, outdoor-tauglichen RGB-LED-Strips und zugehöriger WLAN-Ansteuerung sehr günstig weg. Wer sich für eine solche Lösung interessiert, findet unter dem Suchbegriff Tasmota eine erste Anlaufstelle – dabei handelt es sich um eine weit verbreitete Open-Source-Lösung zur Ansteuerung von smarter Beleuchtung. Wer den Bastelaufwand scheut, greift beispielsweise zu einem der folgenden, handelsüblichen Fertigstreifen.

Drinnen und draußen einsetzbar ist zum Beispiel der Cololight Lightstrip, der mit 60 LED 50 Euro und mit 120 LED 65 Euro kostet. Er hebt sich von der Masse ab, weil seine Leuchtdioden nicht nur als Ganzes, sondern einzeln ansteuerbar sind. Das ermöglicht hübsche Laufbänder und Wellenbewegungen. Ein besonders schön gleichmäßiges Licht bietet der Innr Outdoor Flex Light Colour, weil auf dem Streifen mit 96 Leuchtdioden pro Meter besonders viele Lichtquellen sehr dicht angeordnet sind. In einer Länge von zwei Metern kostet er 60 Euro, als Vier-Meter-Variante 100 Euro.

Von Ledvance ist ein wettergeschützter LED-Strip namens Smart+ Outdoor Neon Flex für 80 Euro (drei Meter) oder 110 Euro (fünf Meter) erhältlich. Den Philips Hue Lightstrip Outdoor gibt es in einer zwei Meter und fünf Meter langen Variante für 110 Euro bzw. 180 Euro. Der hohe Preis ist unter anderem deswegen zu rechtfertigen, weil sämtliche seiner Komponenten nach IP67 von Umwelteinflüssen abgedichtet sind. Tints Outdoor Lightstrip leuchtet mit bis zu 1200 Lumen besonders hell. Er ist nur in der Länge von fünf Metern verfügbar und kostet 130 Euro. Für die richtige Länge sollte man sich gleich beim Kauf entscheiden. Denn anders als Indoor-Strips lassen sich die Varianten für draußen nicht kürzen oder verlängern. Sonst sind sie nicht mehr wasserdicht.

Cololight und Ledvance funken mit WLAN, bei Philips Hue, Innr und Tint kommt ZigBee zum Einsatz. Alternativ lässt sich der Hue-Streifen per Bluetooth ohne Bedarf eines Hubs steuern. Die Funkreichweite ist dann aber viel kürzer. Ein ausführlicher Vergleich der genannten und weiterer LED-Streifen für drinnen und draußen ist bei Heise+ (€) zu finden.

Wer die von Oma geerbte Lichterkette liebgewonnen hat, muss sie nicht aus seinem smarten Außenlichtkonzept streichen. Mit wettergeschützten Funkzwischensteckern lassen sich auch ältere Leuchten „smart machen“. Wer eine Fritzbox mit eingebauter DECT-Basisstation verwendet, zieht die Outdoor-Steckdose AVM FritzDECT 210 (60 Euro) in Erwägung. Gleich zwei statt nur ein Verbrauchergerät lassen sich mit dem WLAN-Modell Meross MSS62 (40 Euro) steuern. Es bietet nämlich zwei Steckplätze. Über ZigBee funkt das Modell Ledvance Smart+ Outdoor Plug. Diese und weitere Outdoor-Steckdosen werden bei Heise+ (€) ausführlich vorgestellt.

Licht im Garten ist cool, smarte Beleuchtung noch viel besser: Schon ein paar farbige Spots können aus einem dunklen Standard-Garten eine wahre Zauberwelt machen. Wichtig ist, dass man es richtig macht: An der Stromversorgung sollte man nicht sparen; Insellösungen mit Solarzellen sind immer nur ein Kompromiss.

Spielt Geld eine untergeordnete Rolle, haben Philips, Ledvance und weitere Smart-Home-Marken erstklassige Outdoor-Beleuchtung im Angebot. Wer auf den Euro achten muss, kann vorhandene Beleuchtung, die per Schuko-Stecker betrieben wird, mit Outdoor-Steckdosen smart machen. In den Genuss der smarten Steuerung per Sprachbefehl, Bewegungsmelder oder App kommt man so oder so.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.