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Smart-Home-Schalter und Buttons: Clever per Knopfdruck
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Wer im Smart Home Licht, Musik, Heizung und mehr steuern will, muss meist das Smartphone zücken oder Sprachassistenten bemühen. Doch vieles geht auch mit smarten Schaltern von Hue, Logi, Busch-Jaeger und Co.

Wer zu Hause schlaues Licht von Philips Hue (Ratgeber), Osram, Lifx und Co nutzt, kennt das Problem: Um es zu steuern, muss man sein Smartphone zücken. Das ist umständlich, will doch fast jedes System über seine eigene App angesteuert werden. Immerhin integrieren sich viele Zigbee-Lösungen zum Beispiel von Müller-Licht (Aldi-Lame im Test) oder Osram in die Hue-App, auch wenn manchmal nicht mit allen Features.

Etwas komfortabler wird es mit Sprachassistenten (im Vergleich). So bündeln etwa Amazon Alexa und Google Assistant in Routinen gleich mehrere Geräte verschiedener Hersteller. Ein Alexa, Gute Nacht schaltet so auf Wunsch die Hue-Beleuchtung, den Fernseher, die smarte Steckdose und die Musik aus.

Das ist praktisch. Doch nicht immer will man, etwa wenn man einen Raum betritt und das smarte Licht anschalten möchte, mit einer Maschine reden. So ziemlich jeder von uns sucht in diesem Moment beinahe intuitiv einen Schalter. Auch hier gibt es passende Lösungen. Jedoch setzen viele Hersteller auf Insellösungen, unterstützen also nur ihr eigenes Produkt. Doch es gibt auch ein paar wenige Ausnahmen, die gleich mehrere unternehmensfremde Smart-Home-Produkte unter einen Hut bündeln. In dieser Kaufberatung, die nach und nach erweitert wird, stellen wir eine Auswahl vor.

Hue Wall Switch

Seit März 2021 erfüllt Signify mit dem Philips Hue Wandschalter Modul einen langersehnten Wunsch vieler Hue-Fans. Denn der Wandschalter macht ganz normale vorinstallierte Doppel- oder Einfachschalter smart und fügt sie ins vorhandene Hue-Ökosystem ein. Endlich ist es nicht mehr nötig, die Schalter abzukleben, zu beschriften oder auszutauschen, weil sonst die Schwiegereltern unwissend die Hue-Lampen von Strom trennen und nicht mehr smart ansteuerbar machen. TechStage hat die Unterputzlösung ausprobiert und ist sehr angetan.

Am besten lässt man die Installation vom Elektro-Fachmann ausführen. Wer das nicht will, sollte zumindest über elektrotechnische Grundkenntnisse verfügen. Zunächst sollte man dringend die Sicherung ausschalten und erst nach dem kompletten Umbau wieder einschalten. Schließlich fließt hinter einen normalen Lichtschalter 230 Volt Wechselstrom. Nun hebelt man mit einem Schlitzschraubendreher zunächst die Tasten des "dummen" installierten Schalters heraus und löst anschließend die Verkleidung. Wenige Schrauben später hat man die Schaltereinheit in der Hand.

Nun nimmt man die Kabel aus der alten Schaltereinheit und steckt sie in die mitgelieferte Klemme. Daraufhin ist der Schaltkreis geschlossen und versorgen die Lampen dauerhaft mit Strom. Der smarte Part steckt in dem flachen Modul, in welches zunächst ein oder zwei Kabelpaare geklemmt werden. Hat man einen einfachen Schalter, reicht eines. Handelt es sich wie in unserem Fall um einen Schalter mit Doppelwippe, benötigt man beide Paare, hat aber auch gleich die Möglichkeit, beide unabhängig voneinander zu programmieren. Tatsächlich kann man - ein paar Grundkenntnisse vorausgesetzt - beim Stecken der Verbindung nicht viel falsch machen. Mehr zu Installation in der Bildergalerie. Bei uns erkennt die Hue-App das Wandschaltermodul auf Anhieb und führt wie von Hue gewohnt komfortable durch die Installation.

Das Philips Hue Wandschalter Modul ist tatsächlich ein Segen. Schließlich kennt fast jeder Hue-Besitzer das Problem, dass Partner/Kinder/Schwiegereltern unwissentlich den Wandschalter betätigen, den Stromkreislauf trennen und damit Hue für die App unerreichbar machen. Das verhindert die Unterputzlösung mit vergleichbar geringem Aufwand. Jedoch ist die Lösung mit etwa 40 Euro recht teuer, gerade wenn man mehrere Schalter damit aufrüsten will.

Hue Switch

Philips verkauft zwei speziell auf ihr Hue-System zugeschnittene Schalter: Den Hue Dimmer Switch für 15 Euro und den Hue Smart Button für 25 Euro. Beide Systeme verbinden sich über die Hue-App mit der Hue-Bridge oder laut Hersteller alternativ mit einem Zigbee-fähigen Amazon Echo (Testbericht). Die Verbindung mit der Hue-Bridge funktionierte bei uns auf Anhieb und ohne erkennbare Probleme.

Einmal integriert, weist man den Schaltern unterschiedliche Verhaltensweisen zu. Bis zu fünf lange und kurze Tastendrücke können vorher abgespeicherte Szenen oder Lichtrezepte auslösen. Auch das funktioniert in der Hue-App gut. Allerdings sind die Schalter nicht mit Alexa kompatibel. So weiß Alexa nicht, ob man den Schalter ausgelöst hat. Auch können die Schalter keine Alexa-Routinen auslösen oder in solche Routinen eingebunden werden.

Bezüglich ihrer Hardware unterschieden sich die beiden Schalter deutlich. So setzt der Hue Smart Button auf Minimalismus. Er misst etwa drei Zentimeter im Durchmesser an dessen Oberseite ein einziger, mit einem deutlichen Klick hörbarer Taster sitzt. Er ist Weiß und komplett gummiert, und macht den Eindruck, als ob ihm auch etwas Feuchtigkeit und Spritzwasser nichts ausmacht.

An der Rückseite des Hue Smart Buttons sitzt versteckt ein kleiner, aber recht starker Magnet, um ihn an metallene Oberflächen haften zu lassen. Alternativ legt Hue der Packung zwei aufklebbare Halterungen bei. Eine davon ist sehr klein und mit angebrachten Schalter quasi unsichtbar. Die andere hat etwa die Größe eines klassischen Wandschalters mit kleiner runder Aussparung in der Mitte für den smarten Knopf. Einmal drücken schaltet die erste Lichtszene ein. Nach einer kurzen Pause nochmal drücken schaltet das Licht aus. Um zu dimmen, hält der Käufer den Knopf gedrückt. Das funktioniert gut und reibungslos. Uns gefällt besonders die hochwertige Verarbeitung und das unauffällige Design. So klebt er auf Wunsch etwa unter dem Couchtisch, um unauffällig von der Couch die Beleuchtung zu steuern.

Der Hue Dimmer Switch ist mit seinen Maßen von 9 × 3,5 Zentimetern eine ganze Ecke größer und erinnert von seinem Äußeren viel mehr an einen Lichtschalter. Auf seiner Vorderseite sitzen vier eindeutig beschriftete Taster: ein, aus, heller und dunkler. Der Ein-Taster schaltet bei Mehrfachdruck zuverlässig durch die zuvor angelernten Lichtrezepte.

Den Hue Dimmschalter verstehen aufgrund seiner eindeutigen Form und Beschriftung auch zum Beispiel die (Schwieger-)Eltern, die noch nie mit Smart Home in Kontakt gekommen sind, sofort. Ganz besonders, wenn er in der Lichtschalter-förmigen Halterung steckt. Der Dimmschalter hält darin magnetisch, kann also auch herausgenommen und von der Couch bedient werden. Leider befindet sich der Magnet jedoch anders als im Hue Smart Button in der Halterung und nicht an Schalter, um ihn selbst direkt an metallenen Flächen anzubringen.

Eine Angabe zur Batterielaufzeit finden wir bei keinem der Geräte. Wir gehen allerdings davon aus, dass eine Knopfzelle locker ein Jahr durchhält.

Logi Pop Switch

Die smarten Schalter Pop von Logi, oder auch Logitech, sind ein Auslaufmodell, können aber aktuell noch gekauft werden. Wir empfinden das Ende des Produktes ohne adäquaten Nachfolger als extrem schade. Denn sie verbinden gleich mehrere Dienste wie Hue, Sonos, Fritzbox, Lifx, Osram, IFTTT, WeMo, Smart Things, Osram und eine handvoll weniger bekannte.

Wir haben die Hue Pop schon seit etwa fünf Jahren im täglichen Einsatz und sind mit ihnen sehr zufrieden. Die Verarbeitungsqualität der eckigen Taster mit einer Kantenlänge von etwa sechs Zentimetern ist hoch. Sie sind gummiert, wasserabweisend und zeigen auch nach Jahren der Nutzung keine Gebrauchsspuren in Form von resistentem Schmutz oder ähnlichem. Auch laufen sie noch immer mit dem ersten Paar Knopfzellen.

Einmal per App eingerichtet, kommunizieren die Logi Pop via Bluetooth LE mit der Bridge. Diese steckt dankenswerterweise nicht direkt am Router, sondern direkt in einer Steckdose und funkt ihn über WLAN an. Per App wählt man nun aus den vierzehn kompatiblen Diensten die passenden heraus. Daraufhin sucht Logi nach entsprechenden Geräten im heimischen WLAN.

Besonders gut gefällt uns die selbsterklärende Programmierung der Schalter. Sie unterscheiden zwischen einem einfachen, einem doppelten und einem langen Tastendruck, denen ganz simpel per Drag’n’Drop die Geräte zugewiesen werden.

Allerdings vermissen wir zumindest in unserem Setup die Möglichkeit, Geräte von Nanoleaf einzubinden. Auch wenn Logitech ein großes Unternehmen mit gutem Ruf ist, weiß niemand so genau, ob und wann Logitech die Server für ihre Logi-Pop-Switches abschaltet. Dann ist Schluss mit der smarten Schaltersteuerung. Alternativ gibt es die Flic-2-Knöpfe, die ebenfalls mehrere Dienste vereinen. Diese Lösung schauen wir uns für ein Updates dieses Beitrags später genauer an.

Die Logi Pop Schalter kosten als Starter-Set mit zwei Schaltern und der Bridge 110 Euro. Jeder weitere Schalter kostet ab 30 Euro.

Friend of Hue

Es gibt eine Reihe an Herstellern, die in enger Kooperation mit Philips Schalter für deren System anbieten. Wir haben uns die Lösungen Busch-Jaeger Smart Switch und die TCS Versteckdose angeschaut. Beide integrieren sich problemlos direkt in die Hue-App und programmieren sich ähnlich wie die Hue-eigenen Schalter.

Der Busch-Jaeger Smart Switch wird entweder aufgeklebt oder am Montageort angeschraubt. Ihrer Erscheinung ist kaum von einem klassischen Lichtschalter zu unterscheiden. Sie besteht aus zwei Teilen die jeweils an einen Kippschalter erinnern, im Grunde aber je zwei Taster sind. Das Besondere: Sie kommen komplett ohne Batterie aus. Die für die Datenübertragung per Zigbee benötigte Spannung gewinnt der Busch-Jaeger Smart Switch durch das Betätigen des Schalters selbst. Dafür muss man tatsächlich etwas kräftiger Drücken, das stört jedoch nicht. Ganz im Gegenteil, es vermittelt ein sehr wertiges haptisches Feedback.

Die TCS Versteckdose kommt mit einem besonderen Kniff. Sie ersetzt eine klassische Steckdose mit einer neuen, über die sich auf Wunsch mit einem Schiebemechanismus der Schalter legt. Ein leichter Druck direkt von oben auf die Schaltereinheit, schon fährt der Schalter sanft nach oben und legt die Steckdose frei. Genauso leichtgängig drückt man sie wieder nach unten und versteckt die Steckdose. Das kann etwa im Bad praktisch sein, wenn man die offenen Ports der Steckdose vor Spritzwasser schützen will. Zum Schutz von Kindern kann die bewegliche Lagerung auch magnetisch verriegelt werden. Dafür benötigt man einen zusätzlichen Magnetschlüssel. Ob man diese Spielerei wirklich braucht, sei dahingestellt. Ein schickes Designelement ist es allemal.

Fazit

Schalter gibt es viele. Gerade bezüglich ihrer Verarbeitung gefallen uns alle hier besprochenen. Der Hue Smart Switch ist dabei besonders dezent, der Busch-Jaeger Smart Switch ähnelt einem normalen Lichtschalter zum Verwechseln. Clever ist die TCS Versteckdose, die mit einem Schiebemechanismus eine Steckdose versteckt. Die einfachste Lösung einen dummen Schalter smart zu machen ist das Philips Hue Wandschalter Modul. Es versteckt sich hinter dem normalen Schalter und verhindert, dass Hue-Lampen versehentlich vom Strom getrennt werden.

Doch diese Lösungen funktionieren nur im Hue-Kosmos. Wir hätten uns etwa einen Alexa-Schalter gewünscht, der auf Knopfdruck Routinen startet und stoppt. So etwas in der Art gab es mal mit den Echo Buttons, die allerdings mittlerweile wieder aus dem Sortiment geflogen sind. Am ehesten vereint noch Logi Pop verschiedene Hersteller. Doch auch hier handelt es sich um ein Auslaufprodukt.

Alternativen gibt es einige. Für das nächste Update schauen wir uns günstige WLAN- und Zigbee-Schalter aus China an. Außerdem die Fritzdect 400 für Fritzlösungen, den Osram Smart+ Switch und die Xiaomi Mijia Smart Switch. Besonders gespannt sind wir auf die Flic 2, vereinen sie doch mehrere Lösungen unterschiedlicher Hersteller in einem Schalter.

Wer sich für das Thema Smart Home interessiert, dem empfehlen wir unseren Ratgeber Smart Home: Auch mit wenig Geld zum Erfolg . Auch interessant: Elesion als günstige Smart-Home-Alternative von Pearl . Auch smarte Thermostate lassen sich per Schalter steuern. Wer smart heizen will sollte sich unseren Vergleichstest 2020: Die besten smarten Heizkörperthermostate durchlesen.

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